Beiträge von Schmartin

    Du wurdest offensichtlich verunsichert, das wäre meine einzige Erklärung. Zeigt dir aber vielleicht auch wie kritisch man solchen Finanzprodukteverkäufern gegenüber sein sollte.

    Ja, ich bin ziemlich verunsichert. Das ist ja eine Entscheidung mit enormen Ausmaß.

    Hier ist, was mir der Verkäufer geschickt hat:

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    Die durchschnittliche Rendite Deiner Fonds lag seit 2016 bei 5,19 %. Diese ist aktuell noch unter unseren Erwartungen. Zum Vergleich: Seit Gründung unserer Firma im Jahr 2002 liegt unsere durchschnittliche Rendite bei 8,28 % (BVI-Methode, also nach Abzug der Fondskosten). Besonders erfreulich: Unsere aktuelle Fondsempfehlung entwickelt sich äußerst positiv. In den letzten Jahren konnten wir damit jährlich über 15 % Rendite erzielen.

    Anbei findest Du einige Screenshots sowie verschiedene Szenarien, die die Entwicklung verdeutlichen.

    Grundlegendes zur Struktur Deiner Altersvorsorge

    Dein Vertrag enthält Abschlusskosten, die von der Beitragssumme und der Laufzeit abhängen. Diese Kosten werden über die ersten 60 Monate verteilt, was bedeutet, dass Deine Altersvorsorge in den ersten 20 Jahren oft weniger Ertrag bringt, als es bei einem einfachen Depot der Fall wäre.

    Zusätzlich fallen Servicekosten an. Diese betragen zu Beginn etwa 40 € monatlich und reduzieren sich im Laufe der Zeit auf 13 €. Für Deinen Vertrag ergibt sich so eine durchschnittliche Kostenquote, die die Rente um ca. 0,8 % pro Jahr reduziert.

    Im Mai 2022 hast Du die Altersvorsorge einmalig um 100 € erhöht. Auch hier greifen die gleichen Regeln für die Abschluss- und Servicekosten.

    Vergleich mit einem Depot

    Anbei findest Du einen Vergleich mit einem Depot, basierend auf der gleichen sowie einer besseren Rendite. Wir nehmen dabei an, dass Du die Fonds in den nächsten 35 Jahren maximal dreimal wechselst und keine Gewinnmitnahmen durchführst.

    In jedem Fall hast Du bei der Altersvorsorge mindestens ebenso viel Kapital wie im Depot. Der Vorteil der Altersvorsorge liegt auch darin, dass Du von steuerlichen Begünstigungen, wie dem sogenannten „hälftigen Unterschiedsbetrag“, profitierst. Einen entsprechenden Hinweis findest Du auf der Seite des Finanzamts NRW: Link zum Finanzamt: https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/pr…tallebens-sowie


    Vorteile der Altersvorsorge ab 67 Jahren

    Ab dem 67. Lebensjahr und somit in der Auszahlungsphase profitierst Du doppelt:

    1. Du kannst 50 % des Kapitals steuerfrei auszahlen lassen.

    2. Das verbleibende Kapital bleibt bis zum 90. Lebensjahr steuerfrei, selbst bei einem Fondswechsel. So kannst Du jederzeit flexibel zwischen sichereren Anlagen und einer höheren Aktienquote wechseln.

    In einem Depot müsstest Du bei jedem Wechsel erhebliche Steuern zahlen.

    Fazit

    Ich verstehe, dass das Produkt Fragen aufwirft und dass die Kosten nicht unerheblich sind. Allerdings sparst Du durch die steuerlichen Vorteile im Alter erhebliche Beträge, die sonst durch Steuerzahlungen anfallen würden.

    Solltest Du Alternativen in Erwägung ziehen, vergleiche ich Deinen Vertrag auch gerne damit. Einfach das Geld anzulegen und darauf zu hoffen, dass Du es bis zum Lebensende nicht mehr bewegen musst, halte ich für ein riskantes und möglicherweise teures Unterfangen."

    Die Dateien, die mir mitgeschickt wurden, hänge ich an.

    Danke für die aufbauenden Worte. Ja, ich werde die Verluste als Lehrgeld hinnehmen und positiv in die Zukunft blicken.

    Zu den Basics bin ich gut informiert und bezüglich Versicherungen habe ich alle dieses Jahr auf einen aktuellen Stand gebracht und ebenfalls ordentlich aufgeräumt.

    Meine BU-Rente ist groß genug, genauso wie mein Notgroschen und noch ein bisschen mehr im Tagesgeld.

    Ich hatte diese Woche ein Gespräch mit dem Finanzprodukteverkäufer ;) und dieser hat die Beitragsfreistellung des Rentenvertrags natürlich nicht kampflos hinnehmen wollen, sondern mich nochmal davon überzeugen wollen, dass dieses das non plus ultra sei: Man zahle keine Ausgabeaufschläge, die Kosten für die Versicherung seien linear fallend gegen 0, Umschichtungen seien steuerfrei im Vergleich zu ETF Umschichtungen, die Fonds performen genauso gut wie der MSCI World, außerdem haben sie 100.000 Mitglieder, die alle dieses Produkt hätten und wenn da etwas faul dran wäre, dann wäre das schon jemandem aufgefallen und zu guter letzt: Der Vertrag laufe super und da die Abschlusskosten schon bezahlt seien wäre es noch ärgerlicher jetzt auszusteigen. Der Vertrag koste auch wohl nur 1,5% Verwaltungsgebühren.
    Um das zu beweisen will er mir eine detaillierte Auswertung der Entwicklung zuschicken.
    Das hört sich für mich alles viel zu gut an, da immer vor den hohen Kosten dieser Vertragsart gewarnt wird, er mir aber vorrechnet, dass ich nach Abzug der Kosten besser fahre als mit einem ETF und außerdem Steuervorteile in der Auszahlungsphase durch das Teilbesteuerungsverfahren hätte.
    Überzeugen werde ich ihn nicht können, aber könnt ihr mir helfen das zu verstehen oder seine Argumente zu entkräften?

    Hallo zusammen,

    als ich vor sieben Jahren ins Berurfsleben einstieg empfahl mir mein Anlageberater eine fondbasierte Rentenversicherung bei der Continentale zur Altersvorsorge und aktiv gemanagte Fonds zum Vermögensaufbau. Ich fühlte mich gut beraten und hatte die Angebote dankend angenommen. Heute bin ich kurz davor tabula rasa zu machen und die Rentenversicherung zu kündigen und die aktiven Fonds zu verkaufen.

    Die Versicherung hat extrem hohe laufende Kosten und die voraussichtliche Rente wird von Jahr zu Jahr immer niedriger kalkuliert. Der Bund der Versicherten, den ich zu Rate gezogen habe, empfiehlt diesen Vertrag nicht weiter zu besparen. Nach Angaben der Versicherung, würde der Wert des Vertrags in 5 Jahren sogar sinken, wenn ich ihn heute beitragsfrei stelle. Damit läge für mich nahe, ihn einfach zu kündigen und zu schlucken, dass ich ca. 2.000€ weniger zurückkriege als ich bisher eingezahlt habe. Alternativ lohnt es sich vielleicht mehr die Fondanteile in mein Depot übertragen zu lassen und diese selber zu verkaufen. Ich würde auf jeden Fall besser schlafen, wenn ich das Geld in einem MSCI World investieren könnte.

    Das gleiche gilt für meine Geldanlage im Bereich Vermögensaufbau. Dort habe ich sechs aktiv gemanagte Fonds mit Ausgabeaufschlägen von 5%. Im Schnitt sind diese fast so gut wie ein MSCI World ETF. Auch hier überlege ich alle zu verkaufen und in ETF zu stecken.

    Ist das alles zu radikal oder ist dieser Schritt längst überfällig?