Beiträge von PaulOnFIRE

    Vielen lieben Dank für die vielen Antworten, ich hab nicht gewusst oder einfach aufgrund der komplexität des Themas verdrängt, das von der bAV zusätzlich noch "Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge" on top zu den "Steuern" abgezogen werden.

    Tatsächlich komme ich dann auf:

    • Privates ETF-Sparen: 412,33 € monatlich (330 € ETF-Entnahme + 82,33 € gesetzliche Rente)
    • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): 372,37 € monatlich (nach allen Abzügen und Berücksichtigung des Verlusts der gesetzlichen Rente)

    Was dann natürlich wiederum keinen Sinn für mich macht! Danke euch, ihr habt mich da vor echt nem blödsinn bewahrt...

    Hier die Detailrechnung

    ... für alle die nach mir kommen und das nachvollziehen möchten. Achtung: ChatGPT :)

    Zusammenfassung: Vergleich von privatem ETF-Sparen und betrieblicher Altersvorsorge (bAV)

    Um eine fundierte Entscheidung zwischen privatem ETF-Sparen und einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zu treffen, wurden beide Optionen ausführlich verglichen. Dabei wurden die Investitionsbeträge, Renditen, Kosten, Steuern und Auswirkungen auf die gesetzliche Rente berücksichtigt.

    1. Privates ETF-Sparen

    • Monatliche Investition: 140,32 € (Eigenanteil aus Nettogehalt)
    • Anlageprodukt: MSCI World ETF
    • Laufzeit: 27 Jahre
    • Angenommene jährliche Rendite: 6%

    Endkapital nach 27 Jahren:

    • Bruttokapital: Rund 128.000 € vor Steuern
    • Nettokapital nach Steuern: ca. 89.846 €
      • Teilfreistellung: 30% auf Kapitalerträge, d.h., nur 70% der Erträge sind steuerpflichtig.
      • Kapitalertragssteuer: 25% auf die steuerpflichtigen Gewinne.
      • Solidaritätszuschlag: 5,5% auf die Kapitalertragssteuer.
      • Effektiver Steuerabzug: ca. 18,46% auf die Gewinne.

    Rente im Alter:

    • Mögliche monatliche Entnahme: ca. 330 € über 30 Jahre bei einer konservativen Verzinsung von 3% p.a.
    • Zusätzliche gesetzliche Rente: Da weiterhin volle Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt werden, geht kein Rentenpunkt verloren.
      • Erwarteter zusätzlicher Rentenbetrag: 82,33 € pro Monat.
    • Gesamte monatliche Rente aus privatem ETF und voller gesetzlicher Rente:
      • 330€ (ETF-Entnahme) + 82,33€ (gesetzliche Rente) = 412,33€

    2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

    • Gesamte monatliche Einzahlung: 302 €
      • Eigenanteil des Arbeitnehmers: 251,67 € brutto, was nach Steuer- und Sozialversicherungsersparnissen 140,32 € netto entspricht.
      • Arbeitgeberzuschuss: 50,33 €
    • Anlageprodukt: Fondsgebundene Rentenversicherung (z.B., MSCI World ETF über die Versicherung)
    • Laufzeit: 27 Jahre
    • Angenommene jährliche Rendite: 6%
    • Effektive Investition in den ETF: 90% der Beiträge (nach Abzug der Kosten)

    Kosten und Gebühren:

    • Abschlusskosten: Einmalig 2.423,55 € (verteilt über die ersten 5 Jahre)
    • Zusätzliche Abschlusskosten: 484,71 € jährlich in den Jahren 6 bis 8
    • Laufende Verwaltungskosten: 286,30 € jährlich (7,9% des Jahresbeitrags)
    • Verwaltungskosten auf das angesammelte Kapital: 0,15% p.a.
    • Fondskosten: 0,20% p.a.

    Kapital bei Renteneintritt:

    • Endkapital nach 27 Jahren: ca. 190.692 € nach Steuern
      • Besteuerung im Rentenalter: Vollständige Besteuerung der Rentenzahlungen mit einem angenommenen Steuersatz von 20%.

    Rente im Alter:

    • Brutto-Rente: 689 € monatlich
    • Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge:
      • Beitragssatz zur Krankenversicherung: 14,6% plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag 1,3% = 15,9%.
      • Beitragssatz zur Pflegeversicherung: 3,05% (für Kinderlose 3,4%).
      • Gesamtbeitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung: 18,95%.
      • Freibetrag für die Krankenversicherung: 180 € monatlich.
      • Berechneter Beitrag: 509 € (Rente nach Freibetrag) x 18,95% = 96,50 €.
    • Steuerabzug: 689 € x 20% = 137,80 €.
    • Netto-Rente aus bAV:
      • 689€ − 96,50€ (KV/PV) − 137,80€ (Steuer) = 454,70€
    • Verlust durch Reduktion der gesetzlichen Rente:
      • Wegen der geringeren Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung reduziert sich die gesetzliche Rente um ca. 82,33 € monatlich.

    Effektiver Mehrwert der bAV-Rente:

    454,70€ (Netto bAV-Rente) − 82,33€ (Verlust gesetzliche Rente) = 372,37€

    Vergleich der effektiven Rentenbeträge

    • Privates ETF-Sparen: 412,33 € monatlich (330 € ETF-Entnahme + 82,33 € gesetzliche Rente)
    • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): 372,37 € monatlich (nach allen Abzügen und Berücksichtigung des Verlusts der gesetzlichen Rente)

    Fazit

    1. Privates ETF-Sparen bietet dir mehr Flexibilität, geringere Kosten, eine höhere monatliche Auszahlung und die Möglichkeit, das Kapital vererbbar zu halten. Du verlierst keine gesetzlichen Rentenpunkte und hast keine Bindung an den Rentenbeginn.
    2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) erscheint auf den ersten Blick attraktiv durch Steuervorteile und den Arbeitgeberzuschuss, jedoch verringern hohe Kosten, volle Besteuerung im Rentenalter und die Abzüge durch Sozialversicherungsbeiträge die tatsächliche Netto-Rente erheblich. Zudem führt die bAV zu einem Verlust in der gesetzlichen Rente, der den Vorteil weiter schmälert.

    Unterm Strich: Obwohl die bAV eine höhere anfängliche Brutto-Rente bietet, bringt dir die Kombination aus Nettorente und gesetzlicher Rente beim privaten ETF-Sparen effektiv mehr monatliches Einkommen und Flexibilität im Ruhestand.

    Wenn es eine Schandtat ist ChatGPT zu nutzen um meinen Beitrag klarer zu formulieren dann bin ich Schuldig im Sinne der Anklage. Meine Bisherige Recherche basiert aber nicht lediglich darauf sondern auch "googlen" und der Artikel von Finanztip selbst zur bAV.

    Ich bin weiterhin überrascht über das fast doppelte Kapital vs. selbst zu sparen. Ein Grund mehr hier nachzufragen ob ich hier etwas eklatantes übersehe.

    Leider habe ich aber kein Vergleichsangebot, weswegen es mir schwer fällt zu beurteilen ob dieses hier extra teuer ist.

    Hallo zusammen,

    ich prüfe derzeit ein Angebot meines Arbeitgebers für eine Betriebliche Altersvorsorge (bAV), die in eine fondsgebundene Rentenversicherung investiert. Das Angebot wirkt auf den ersten Blick sehr attraktiv, vor allem weil es mir ermöglicht, mit steuerlichen Vorteilen und Arbeitgeberzuschüssen in einen globalen ETF (wie den MSCI World) zu investieren. Gleichzeitig überlege ich aber, meine Altersvorsorge privat zu verwalten, indem ich direkt in einen MSCI World ETF investiere. Ich möchte sicherstellen, dass ich bei der Entscheidung für die bAV keine versteckten Nachteile oder Risiken übersehe. Und hoffe ihr könnt mir hier weiterhelfen.

    a.) Versicherungsdetails und Zahlen

    • Versicherungsart: Betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung vom Volkswohl-Bund Lebensversicherung.
    • Tarif: Fondsgebundene Rente mit Garantie („FONDS MODERN“).
    • Beitragsdetails:
      • Gesamtmonatlicher Beitrag: 302 €
        • Eigenanteil des Arbeitnehmers: 251,67 €
        • Arbeitgeberanteil: 50,33 €
      • Netto-Eigenanteil des Arbeitnehmers: 140,32 € (aufgrund von Steuer- und Sozialversicherungsersparnissen)
    • Anlagedetails:
      • 90 % des Gesamtbeitrags (302 €) werden nach Abzug der Kosten effektiv in den ETF investiert.
      • Erwartete jährliche Rendite: 6 %.
    • Kosten und Gebühren:
      • Abschlusskosten: Einmalig 2.423,55 € (verteilt auf die ersten 5 Jahre)
      • Weitere Kosten:
        • Jahre 6 bis 8: 484,71 € jährlich
        • Laufende Verwaltungskosten: 286,30 € jährlich (7,9 % des Jahresbeitrags)
        • Zusätzliche Verwaltungskosten: 0,15 % des angesammelten Kapitals
        • Fondskosten: 0,20 % p.a.
    • Prognostizierte Ergebnisse:
      • Monatliche Rente: 689 € (lebenslang garantiert)
      • Kapital bei Renteneintritt: 190.692 €
      • Rentengarantiezeit: 20 Jahre (d.h., die Rente wird für mindestens 20 Jahre gezahlt, auch wenn ich früher sterbe)

    b.) Vor- und Nachteile der bAV laut meiner bisherigen Recherche

    Vorteile:

    1. Arbeitgeberzuschuss: Der Arbeitgeber leistet einen monatlichen Zuschuss von 50,33 €, was den Wert der Investition erhöht.
    2. Steuervorteile: Die Beiträge werden vom Bruttogehalt abgezogen, was die Steuer- und Sozialversicherungsabzüge reduziert und somit die persönlichen Kosten auf 140,32 € für eine 302 €-Investition effektiv senkt.
    3. Risikoarme Rente: Die Rente von 689 € monatlich ist garantiert, auch wenn der zugrunde liegende ETF schlecht abschneidet.
    4. Investition in einen globalen ETF: Potenziell hohe Renditen durch die Anlage in einen MSCI World ETF, der globale Aktien abdeckt.
    5. Sicherheit für Hinterbliebene: Mit einer Rentengarantiezeit von 20 Jahren werden die Rentenzahlungen an die Hinterbliebenen fortgesetzt, selbst wenn ich früher sterbe.
    6. Schutz vor Langlebigkeitsrisiko: Die Versicherung deckt das Risiko ab, dass ich länger lebe als mein angespartes Kapital.

    Nachteile:

    1. Hohe Kosten und Gebühren: Die Versicherung hat hohe Kosten (Abschlusskosten, laufende Verwaltungskosten und Verwaltungskosten), die die Nettorendite verringern. Etwa 10 % der monatlichen Beiträge fließen nicht direkt in den ETF aufgrund dieser Gebühren.
    2. Begrenzte Flexibilität: Das investierte Kapital ist bis zum Rentenalter (ca. 67 Jahre) gesperrt, und der Zugang zu den Mitteln ist nur unter bestimmten, möglicherweise kostspieligen Bedingungen möglich.
    3. Reduzierte Sozialversicherungsleistungen: Durch die Reduzierung des Bruttoeinkommens (Gehaltsumwandlung in bAV-Beiträge) sammle ich weniger Rentenpunkte an, was meine gesetzliche Rente verringern könnte.
    4. Besteuerung im Rentenalter: Die bAV-Rente wird im Rentenalter voll versteuert und unterliegt auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen.
    5. Abhängigkeit vom Versicherer: Zukünftige Änderungen der Richtlinien, Solvenz des Versicherers oder wirtschaftliche Bedingungen könnten sich auf die Auszahlungen oder Vertragsbedingungen auswirken.

    Frage an die Forengemeinschaft

    Angesichts der oben genannten Details: Ist dies wirklich ein gutes Angebot, oder übersehe ich etwas Entscheidendes? Auf den ersten Blick scheint es ein sehr gutes Angebot zu sein, weil ich für persönliche Kosten von 140 € effektiv fast 300 € in einen World-ETF investiere, dank der Steuerersparnisse und des Arbeitgeberzuschusses. Der Hauptnachteil scheint zu sein, dass ich erst im Rentenalter auf dieses Geld zugreifen kann.

    Wenn ich die 140 € privat in den MSCI World ETF investieren würde, hätte ich am Ende etwa 89.846 € Kapital nach Steuern. Wenn ich jedoch das bAV-Angebot nutze, hätte ich ein Kapital von etwa 190.692 € nach angenommenen 20% Steuern und Abzügen, also fast das Doppelte. Das erscheint mir fast zu gut, um wahr zu sein. Selbst nach allen Kosten, Steuern und Gebühren. Gibt es versteckte Risiken oder Überlegungen, die ich berücksichtigen sollte, und die vielleicht dafür sprechen, eher privat in einen MSCI World ETF zu investieren? Ich freue mich auf eure Ratschläge und Meinungen!