Es ist richtig, dass Zugewinne aus Kapital und Besitz etwas ist, für das man nichts bis wenig leistet. So bekommen beide für die keine bis wenig Leistung einen Anteil.
Das ist bei den Zugewinnen aus Lohnarbeit ja auch nicht anders. Die Leistungen vorher, um entsprechende Ressourcen aufzubauen sind auch von nur einer Person selbst erbracht. Auch ein schwieriges teures Studium oder Ausbildung ist Humankapital, was man einbringt und von dem die andere Person während der Ehe profitiert, da die Zugewinne höher ausfallen.
Und es ist ja auch nicht unabhängig. Wenn ich einen Partner habe, der arbeitet und selbst nur von Kapitaleinkünften lebe. Dann steht mir die Hälfte seines Lohnes zu und ich kann meine Zugewinne komplett für mich behalten. Mit dieser Absicherung kann ich viel höhere Risiken bei der Anlage eingehen, als ohne Ehe. Und ich muss das Kapital oder Erträge gar nicht anrühren, was ich ohne Ehe müsste.
Bei der normalen gesetzlichen Reglung würden die Kapitalerträge als Zugewinne genauso wie der Lohn aus der Lohnarbeit in die eheliche Gemeinschaft fließe. Aus meiner Sicht gerechter.