Ohne jetzt noch weiter ins Detail zu gehen, gehe ich davon aus, dass die normale Lebensführung durch die Renten gedeckt ist.
Man sollte jetzt sich hinsetzen und das alles strukturiert vereinfachen.
Am besten mit einem Punkte-Plan.
1. Zielallokation festlegen
Da Rente und Liquidität ausreichend sind, sollte das Depot vor allem ruhig und übersichtlich sein. Eine sinnvolle Zielgröße wären 60–70 % Aktien, 30–40 % sichere Anlagen, um Schwankungen zu reduzieren.
2. Depot vereinfachen
Das jetzige Depot ist sehr kleinteilig und enthält viele Überschneidungen. Für den Ruhestand ist eine klare Struktur wichtiger als maximale Detailoptimierung. Sinnvoll wäre eine Reduktion auf 2–3 große, breit gestreute ETFs (z. B. MSCI World + EM oder Europa).
3. Gewinne geordnet realisieren (steuerlich sinnvoll)
Einige Positionen haben hohe Gewinne. Diese kann man schrittweise realisieren und dabei den Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person bzw. 2.000 € für Ehepaare jährlich bewusst nutzen. Das erleichtert die Umstellung und senkt das Risiko.
Ich gehe allerdings mal davon aus, dass durch die Termin Geldanlagen der Sparerfreibetrag wahrscheinlich schon ausgeschöpft ist.
Trotzdem halte ich einen Anteil von 20 % in einem ETF auf den S&P500 für zu hoch. Der Gewinn liegt bei 119 %.
Hier kann man auch mal Gewinne realisieren und die 30-prozentige Teil-Freistellung ausnutzen.
Hier gilt dann wirklich: an Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben.
4. Umstellung auf ausschüttende ETFs erwägen
Falls später regelmäßig etwas aus dem Depot fließen soll, kann eine Umschichtung auf 1–2 ausschüttende Welt- oder Europa-ETFs sinnvoll sein. Dadurch entsteht ein kleiner, automatischer Cashflow – ohne dass Verkäufe nötig sind.