Wirklich tragisch ist die Abweichung zum Index aber nicht, da die ETF-Anbieter es regelmäßig durch das Sampling, also die Auswahl und die Umgewichtung der Aktien im ETF den Index ziemlich gut zu treffen. Bauchschmerzen hätte ich deshalb auf lange sicht jetzt keine, wir reden hier über Optimieren auf ziemlich hohem Niveau.
Da gibt's aber schon Unterschiede. Beim Vanguard FTSE All-World liegt die Abweichung stets ziemlich nah bei 0. Aber die haben auch grob 90% der Positionen. Beim SPDR ACWI IMI sind es nur 40% (die natürlich zusammen einen hohen Anteil/Market Cap insgesamt haben) und die Standardabweichung zum Index liegt bei über 0,6%. In den letzten zehn Jahren war das fast immer zu Ungunsten der Anleger. Da mögen mal -0,5% in einem Jahr nicht so sehr auffallen, aber über einen längeren Zeitraum von zwei, drei Jahrzehnten läppert sich das ziemlich. Will man tatsächlich Small Caps, wäre man wohl wirklich mit einem zweiten ETF besser dran. Denn die Idee, alle Champions von morgen mit einem All Cap von Anfang an mit drin zu haben, klappt sonst weniger. Das klingt daher schon sehr nach einer Marketing-Strategie.
Bisschen neidisch schaue ich da auf die USA, wo der VT von Vanguard über 10.000 Positionen anbietet. Und das mit einer jüngsten TER-Senkung von 0,07% auf 0,06%... während der Vanguard FTSE All-World weiterhin bei 0,24% inkl. Transaktionskosten verbleibt und Einnahmen über den Teich schiebt... und letztendlich mit 3600 Unternehmen nahezu identisch zum SPDR ACWI IMI ist. Oder wo der neue Amundi Prime All-Country per vollständiger Replikation hinmöchte (3500) mit steigendem Volumen. Ließe sich auch mit Small Caps (Value) kombinieren, wenn man mag. (Ich mag's lieber schlicht ohne Rebalancing oder Übergewichtungen, aber muss ja jeder selber wissen)