Ich möchte mal ein Update geben, auch um einfach nur ein bisschen Dampf abzulassen.
In der Theorie sind Versicherungsmakler für Beamte wichtig wenn es darum geht den optimalen Tarif für sie auszusuchen und die Gesundheitsfragen lückenlos aufzuklären. Die finanzielle Sinnhaftigkeit für Beamte in Ländern ohne pauschale Beihilfe ist ja quasi immer gegeben.
Nun stand ich in den letzten Wochen mit mehreren Maklern in Kontakt und bin am Ende sehr frustriert.
Im Kern lief die Beratung zum Tarif immer darauf hinaus, sich möglichst umfassend durch den Grund- und Beihilfeergänzungstarif abzusichern, also in jedem Fall den möglichst leistungsstarken Tarif auszuwählen. Das ist natürlich erstmal sinnig. Im Endeffekt lief es bei allen Beratern auf den für Beamten leistungsstärksten Tarif der Barmenia hinaus. Die gleiche Erkenntnis würde man aber auch mit einem einfachen Portalvergleich erlangen. Individuelle Präferenzen wie das weglassen von alternativen Heilmitteln, um noch ein oder zwei Euro zu sparen erwiesen sich in der Praxis als irrelevant weil quasi keine PKV mit sonst vernünftigen Leistungen diese nicht mit beinhaltet. Die Ansicht, dass ein Einzelzimmer oder gar ein Zweibettzimmer im Krankenhaus einfach nicht als notwendig angesehen wird fand auch wenig Berücksichtigung, weil man "sich immer problemlos runterstufen lassen kann". Schlimmer noch, das Besinnen auf ein Zweibett- oder Mehrbettzimmer würde scheinbar auch mit tatsächlich relevanten Leistungsabstufungen in anderen Bereichen einhergehen. Die ultraindividuelle Beratung die den ultraindividuellen Ansprüchen gerecht werden kann gibt es meiner Erfahrung nach also nicht wenn es um die Tarifwahl geht. Es gibt, Normalannahme des Versicherungsnehmers vorausgesetzt, einfach Tarife und Anbieter die objektiv besser sind und auch in den Vergleichsportalen durch das Hervorheben der wichtigen Leistungsmerkmale ganz oben landen. Ich würde gerne sehen, in welchen Fällen ein gewissenhafter Makler aktuell einem Versicherungsnehmer mit einer quasi leeren Krankenakte nicht die Barmenia empfiehlt.
Im Grunde machen die klassischen Versicherungsmakler nichts anderes als die Daten des Versicherungsnehmers durch eben so ein internes Vergleichsportal zu jagen.
Nun würde man hoffen dass die Versicherungsmakler bei den Gesundheitsfragen so richtig auftrumpfen können und dem Kunden viel Arbeit und Sorgen abnehmen können.
Mein erster Post in diesem Forum sollte aufzeigen,dass man mit Provisionsmaklern gerne die Gefahr läuft, durch die Gesundheitsfragen durchgehetzt zu werden damit möglichst wenig Diagnosen in den Unterlagen stehen, um die Chance auf eine (Normal)Annahme zu erhöhen. In meinem Fall wurde ich zunächst von einem C24 Berater durch den Antragsprozess gejagt, ehe ich im Nachgang selbst ins Grübeln gekommen bin und noch rechtzeitig intervenieren konnte. Auf Grundlage der Ratschläge im Internet habe ich dann eigenständig meine Patientenakte beantragt und siehe da, meine Krankenakte hat vieles offenbart was ich im Schnelldurchlauf vergessen hatte (und teilweise nie was von gehört hatte!). Jetzt mag man dieses Problem des Durchjagens ohne sorgfältige Aufarbeitung als Kerneigenschaft der Massenvermittlung von C24 anprangern wollen, wie ich es auch anfangs getan habe. Allerdings haben weder der Berater vor dem C24-Fiasko, der sich irgendwann einfach nicht mehr gemeldet hat,noch die Zwei danach sich vorrangig darum bemüht. Von vier Beratern mit denen ich ein konkreteres Gespräch hatte, wovon ich 3 als traditionelle Berater beschreiben würde,hat nicht einer proaktiv die Einsicht der Krankenakte in den Raum geworfen.
Mit meiner Krankenakte ergibt sich für die Versicherer nun scheinbar ein Bild der Unversicherbarkeit (bzw nur über die Öffnungsaktion). Wäre ich nur nach meinem vorhandenen Wissen gegangen, wäre ich wohl bei einem kleinen Zuschlag gelandet. Gut, dass ich das Risiko eines Versicherungsrücktritts noch abwenden konnte. Ob ich im Zweifelsfall rechtlich damit durchgekommen wäre die Angaben nur auf Grundlage meiner Erinnerungen gemacht zu haben kann ich nicht beurteilen.
Berater 3 wollte auf Grundlage meiner nun ausführlicheren Krankenakte probieren bei den Anbietern eine anonyme Voranfrage zu machen. Er hat alles gegeben, um möglichst wenig aufzuschreiben. Die Sorge vor einem Anzeigeverletzungsvorwurf im Falle einer regulären Annahme konnte er mir damit nicht nehmen. Auf meine Frage ob gewisse Diagnosen oder Arztbesuche aufgeschrieben werden müssen kam irgendwann die Frage: " Wollen sie die Versicherung oder nicht?"
Natürlich will ich die, aber ich will sie ohne dabei Gefahr zu laufen am Ende vom Versicherer fallen gelassen zu werden.
Anschließend war ich noch bei einer Vermittlung, wo ich direkt im Kontaktformular von der Möglichkeit einer Öffnungsaktion gesprochen habe. Daraufhin wurde mir gesagt, dass ich deren internen Gesundheitsfragebogen im ersten Schritt selber ausfüllen könne. Das sprach mich eigentlich an, weil ich damit den Problemen mit den vorangegangenen Beratern entkommen könnte. Also habe ich alles soweit angegeben, was meiner Internetrecherche zu Folge relevant war. Es kam nach dem Ausfüllen des Bogens nichts von denen.
Als ich dazu gekommen bin , Berater 4 meine Diagnosen aufzutischen meinte er recht schnell, dass bei dieser Lage eine reguläre Aufnahme quasi ausgeschlossen ist und ich zum Honorarberater gehen sollte. Allerdings meinte auch er zum Ende hin dass die Barmenia ohne Einschränkungen zu empfehlen wäre. In dieser Liste wirkte Berater 4 wie der mit am meisten Integrität.
Natürlich kann ich nicht erwarten dass die Vermittler umsonst arbeiten. Aber ein bisschen weniger Geilheit auf eine schnelle Courtage wäre ganz schön. Vielleicht könnte man auch ne Mail schreiben, dass es einfach nicht klappen wird. Oder im Fall von Berater 1, der noch nichts von meiner doch volleren Krankheitsakte wusste, warum er den Kontakt abbricht.
Nun zähle ich mich auch zu dem Personenkreis, der einen ausgesprochen negativen Eindruck von Versicherungsmaklern und der Arbeitsweise im Kassen-und Gesundheitssystem hat.