Beiträge von TeilzeitTipp

    Hej,

    Ich gebe gerne auch mal meinen Senf dazu, als Elternteil von drei inzwischen erwachsenen Kindern, der einige Erfahrung genau mit diesen Themen hat:

    Es mag fies und undankbar klingen, aber ich appelliere tatsächlich an alle Großeltern:

    Wenn Ihr Euren Kindern keinen Streß machen wollt, lasst das mit den Anlagen im Namen der Enkel. Ich selbst war damals auch steuerspargeil und fand´s super und habe es bis heute oft bereut.

    Wer macht am schnellsten und am meisten Streß? - die GKV (gesetzliche Krankenversicherung). Die will nämlich ganz schnell Geld sehen. Und da sind Kinder/Jugendliche schlechter gestellt als Studierende.

    Beispiel gefällig? Unser Sohn hatte einen Minijob (mit 17), weil er Geld verdienen wollte für den Führerschein, für den es von uns nur einen Zuschuss gab. Super- sehr gute Erfahrung. Fand ich beeindruckend, wie er sich die Schichtarbeit in der Bäckerei gegeben hat. Leider hat die Bäckerei den Job zwar befristet (auf 1 Jahr, geschmissen hat er nach 5 Monaten), ihn aber trotzdem als geringfügig (Personengruppe 109) beschäftigt angemeldet, anstatt als kurzfristig (Personengruppe 110), das wussten wir damals aber nicht. Nun hat der junge Mann auch noch von einer Tante Anteile an einem Unternehmen (Groß-Familienunternehmen, seit über 200 Jahren in Familienbesitz- das verkloppt nicht mal so eben) bekommen, die ihm pro Jahr 3000 Euro (Dividende) einbringen (Danke Dir! Tante G. (Nur dass das Familiengericht dafür einen Bevollmächtigen von außerhalb der Familie wollte, weil das könnte ja zum Nachteil des Kindes sein - aber das ist nochmal eine ganz andere Geschichte - hat auch Nerven gekostet!). Naja, und was soll ich sagen? die GKV wollte 2800€ von uns haben (für 5 Monate Beschäftigung!). Letztlich konnten wir sie nach vielen vielen Emails und Zitaten von Gerichtsurteilen dazu bringen, dass wir nur gut 1000€ Zahlen mussten, aber die Nerven die das gekostet hat!? Und der Sohn hat gelernt: Es lohnt sich nicht. - Super - genau das wollten wir nicht erreichen!

    Für das Auslandsschuljahr unserer Tochter haben wir uns viel abgespart, und sie ist auch (vereinfacht gesagt) "betteln" gegangen bei Großeltern etc.. Wir hätten Auslandsbafög bekommen, dass wir nicht hätten zurückzahlen müssen (sog. Schülerbafög - für die Antragsunterlagen haben wir damals 5 Stunden investiert), WENN sie nicht schon eigenes "Vermögen" gehabt hätte (nämlich die gleichen o.g. Firmenanteile und einen Sparplan der Großeltern) - klar, da kann man sagen, das Kind ist schon reich, aber die Schenkenden haben sich das zum Teil auch abgespart, bzw. gut gemeint.

    Auch manche Stipendien bekommt man vornehmlich, wenn man nicht was auf der hohen Kante hat. Von Bafög ganz zu schweigen. Und auch jetzt überlegen sich die Kids im Studium sehr genau was sie machen, weil sie natürlich ratz-fatz aus der Familienversicherung fliegen.

    Das wird leider oft sehr schlecht kommuniziert. Nicht die Steuer ist das Problem bei Schülern und Studies. - Es ist immer die Krankenversicherung.

    Das sind dann zwar pro Monat "nur ca. 125€" KV, aber das ist bei den Mieten in Unistädten auch kaum zu stemmen.

    Bei uns war es besonders ärgerlich, weil die Anlageart besonders unrentabel war:

    Bei dem Zinssparplan haben meine Schwiegereltern jeden Monat 50€ angelegt (jeweils für alle drei - by the way - Danke trotz allem!). 18 Jahre lang. Einzahlung waren bei ihm in Summe (210x50 - da erst ein paar Monate nach Geburt gestartet) 10.050€. Immerhin kamen mit Zinsen und Bonus am Ende knapp 2700€ on top, also etwas mehr als 25%. Das ist aber halt auch nicht weit weg von der Inflation...

    Hätten sie jedes Jahr eine Feinunze Gold gekauft, oder auch mal erst, wenn das Geld beisammen war, wäre damit mehr anzufangen. Oder: Silberbesteck: Klingt bescheuert, ist aber einiges Wert (Obacht, wann man verkauft), nach über 1 Jahr Haltedauer ist der Gewinn aber steuerfrei (!) und die KV kriegt davon auch eher wenig mit... Oder ETF, der hätte deutlich mehr gebracht, als die mickrigen Zinsen.

    Insbesondere wenn die Kindseltern nicht im Geld schwimmen ist z.B. die Finanzierung eines Auslandsschuljahres das Beste was Großeltern unserer Meinung nach machen könnten, weil das etwas ist, was später in Geld niemals aufzuwiegen ist, und gerade in der Lebensphase für Eltern sehr schwer zu finanzieren ist. Aber auch gemeinsam verbrachte Zeit, Urlaube, eine echte Verbindung, vielleicht sogar geteilte Interessen und Unterstützung in diesen Bereichen sind letztendlich viel viel mehr wert, als das Geld. Unsere Eltern und Schwiegereltern wären jung genug gewesen, um das zu machen. Aber sie hatte leider selbst mit Hund und Projekten immer "zuviel" zu tun. So haben die Kids jetzt was auf dem Konto - aber keine besonders enge Bindung zu ihren Großeltern. Das finde ich schade.

    Mein Vater hat übrigens eine etwas spezielle Angewohnheit, die Kinder zu beschenken: jedes Kind bekommt zum Geburtstag und zu Weihnachten immer genau den Eurobetrag seines Alters. Das ist für die Kinder ziemlich viel gewesen, und damit haben sie sich auch mal ein iphone leisten können, wenn sie vom Geburtstag bis Weihnachten abgewartet haben (geht heute nur noch refurbished, bzw. mit längerem "ansparen"... ) Ich fand das etwas schräg, aber für die Kinder war das eine sehr geschätzte und berechenbare Größe in der Finanzplanung, und sie haben sich immer gut überlegt, was daraus werden soll, und ihm berichtet.

    Es gibt sicher Konstellationen (z.B. Privatversicherung, genug Geld, dass bestimmte Unterstützung nicht gebraucht wird o.ä.), da mögen meine Einwände nicht zählen, aber ich habe mich rückblickend oft nicht freuen können!

    Deshalb hoffe ich Euch mit meinen Gedanken Denkanstöße gegeben zu haben

    (P.S. das o.g. mit dem Familiengericht ist ernst ! ich bin auch allen Wolken gefallen, und bei den beiden größeren war das kein Thema gewesen. Es hängt wohl auch sehr vom Wohnort ab).