Ich verstehe die absolut negativen Einschätzungen und Einwände auf längerfristige Anleihen auch nicht so ganz. Sind wir die einzigen im Forum, die darauf setzen?
Damit lange Anleihen "puffern" können, darf man sie halt erst kaufen, nachdem die Zinsen gestiegen sind. Wenn man sie schon davor hatte, ist das ein Puffer mit Buchverlust im Depot.
Außerdem sollten Renditen dann nicht weiter steigen.
Beck vertritt seit Jahren (auch vor 2022) die These, dass die Renditen gar nicht weiter steigen können, z.B. weil sonst Italien bankrott gegangen wäre, etc.
Tatsächlich steigen die Zinsen aber seit Jahren.
Wie weit Zinsen in der Vergangenheit schon mal gestiegen sind, kann man sich an den Zinskurven der 80er Jahre anschauen.
Wenn man wie Beck die Zinsmeinung vertritt, dass Zinsen nur noch fallen können, der Markt das aber noch nicht eingepreist hat, sind langlaufende Anleihen eine attraktive Investition.
Ansonsten hat man halt ein weiteres volatiles Asset, das zwar etwas weniger schwankt als der Aktienmarkt, dafür aber auch deutlich weniger Rendite liefert und oft trotzdem eine hohe Korrelation mit dem Aktienmarkt aufweist.
Wenn man die Schwankungen des Aktienmarktes dämpfen möchte, sind die "Kommer"-Anleihen tatsächlich das effizientere und verlässlichere Instrument.