Beiträge von Ariel

    Natürlich muss man dann rebalancen, andernfalls bewegt es sich ja irgendwann wieder in Richtung Markkapitalisierung. Dann kann man auch gleich das Original nehmen.

    Würdest Du auch nachgewichten? Also wenn bspw. Japan in 30 Jahren 60% Marktkapitalisierung hätte: Würdest Du Japan dann trotzdem konstant auf 10% begrenzt halten?

    Der Sinn der Sache ist lediglich, Klumpenrisiken zu reduzieren. Besser Ergebnisse sind nicht zu erwarten.

    Erwartet man nicht von der Reduzierung des Klumpenrisikos ein besseres Ergebnis?

    Ja, das ist besser! So habe ich ein relatives großes Portfolio-Teil mit 5 Vanguard-Regionen-ETF 30/30/30/5/5 gewichtet.

    Danke, dass Du Deinen Ansatz vorstellst!

    Mir kommen dazu 2 Fragen, die ich bei den vielen Gewichtungen, die gerade vorgestellt werden und in diese Richtungen gehen, immer habe:

    1. Haben 5% Gewichtung für das Portfolio einen Wirkung, die den Mehraufwand und die damit verbundenen Risiken rechtfertigt?

    2. Wie legt man ex ante eine sinnvolle von der Marktkapitalisierung abweichende Gewichtung fest, die auch in 30 Jahren noch beibehalten werden sollte?
    Z.B. könnte man ja aktuell sagen, dass man das USA Gewicht reduzieren möchte (auch wenn m.E. nicht die USA ein Übergewicht haben, sondern einzelne Firmen). Also verteilt man deren Anteil auf verschiedene andere Regionen, so wie bei deinem Ansatz. Sollten dann hauptsächlich die USA crashen, steht man gut da.
    Was aber ist, wenn die Region, die aktuell mit 5% gewichtet ist, in 30 Jahren 60% der Marktkapitalisierung hat? Hätte man dann die o.g. Regionengewichtung aufrecht erhalten, wären die Aktienmarktgewinne über viele Jahre an einem vorbeigegangen.
    Oder ist das ein Modell, bei dem man die Welt in Regionen flexibel aufteilt (nach welchen Kriterien dann?), also die Gewichtung immer wieder anpasst, aber keine Region über 30% steigen lässt?
    Dann müsste man regelmäßig aktiv nachgewichten und entsprechend rebalancen...

    Wenn man nicht weiß, was passiert, aber die Übertreibungen der Börsen innerhalb der Assetklasse Aktien dämpfen möchte, wäre dann nicht eine Mischung aus 2 ETFs, ein All Cap ETF und ein All Cap Equal Weight ETF am besten? (Den letzteren gibt es leider nicht und er wäre wahrscheinlich auch nicht zu vertretbaren Kosten umsetzbar).

    Ich finde das besser als Europa beizumischen, weil man dann wirklich Überschneidungen hat, die man in 20 Jahren vielleicht bereut.

    Das Problem von allen Beimischungen ist ja, dass man die nach 20 Jahren mit vielen Schlagzeilen in den News und unzähligen Youtube Videos oder Podcasts voller Warnungen und Ideen immer noch genauso gut wie heute finden muss und nicht davon abweicht.
    (Nicht nur wegen dem Verlust der Steuerstundung, sondern wegen dem negativen Effekt von Performance Chasing, etc.)

    Das einzige Argument für eine bestimmte Europa Gewichtung, das ich bisher bedenkenswert fand, ist die (hier im Forum bereits diskutierte) Cederburg Studie.
    Cederburg hat ja einen positiven Effekt gefunden, wenn der Heimatmarkt mit ca. 30% gewichtet ist. (Ich bin mir nicht ganz sicher, warum das so ist, aber wahrscheinlich dämpft das etwas das Währungsrisiko. Für Deutschland wäre das für ihn nämlich nicht der DAX, sondern der Euro Stoxx 600).
    In seinen Interviews findet er aber auch 10-30% Gewichtung ok (damit wäre man innerhalb der Gewichtung eines ACWI IMI oder FTSE All World) und er selbst hält wiederum 50% USA.
    Tolerable Abweichungen von +/-20% zeigen vielleicht, dass man innerhalb des Assetklasse Aktien langfristig nicht zwingend mit Beimischungen von 10% herumspielen muss.

    An den Small Caps kann man schön erkennen, in welches Rabbit Hole man sich mit nur einem Faktor begibt, wenn man versucht, ihn mit verschiedenen ETFs zu kombinieren.
    Small Caps müssten mit ca. 15% beigemischt werden, um die Marktkapitalisierung zu erreichen.

    Hat man bisher bspw. einen ETF auf den FTSE All World und kombiniert diesen mit einem MSCI World Small Cap ETF, führt das zu einer Übergewichtung der größeren Small Caps, weil der FTSE All World bereits 90% abdeckt.
    Ein ETF auf dem MSCI World ACWI (85%) hat das Problem nicht. Bei beiden entsteht aber die Schwierigkeit, dass man durch die Hinzunahme des World Small Cap wiederum die Emerging Markets insgesamt untergewichtet, weil der MSCI World Small Cap nur Developed Markets enthält.
    Um die Emerging Markets Small Caps zu erhöhen, bräuchte man einen MSCI EM IMI ETF. Nimmt man den zu den o.g. hinzu, würde man aber wiederum die EM Mid- und Large Caps übergewichten.

    Möchte man auch nur eine Annäherung an die Marktkapitalisierung erreichen, bräuchte man den Vanguard VT (den es in Deutschland nicht zu kaufen gibt) oder einen ETF auf den MSCI World ACWI IMI.
    Bei allen anderen mir bekannten ETF Kombinationen kommt es zu (unbeabsichtigten) Übergewichtungen in einzelnen Segmenten.

    Als Alternative zum Multifaktor-Investing kann ein Privatanleger einzelne Faktoren gezielt über Einzel-ETFs in seinem Portfolio übergewichten. Für nahezu jeden Faktor existieren entsprechende Einzel-ETFs. Dadurch steigen sowohl die erwartete Rendite als auch die Diversifikation.

    Sobald man mehrere ETFs kombiniert, entstehen oft ungewollte Klumpen. (s.o.)
    Fügt man bspw. einen MSCI World Small Caps hinzu, wird der USA Anteil nicht (nennenswert) reduziert (falls einen der überhaupt stört).
    Kombiniert man mehrere Faktor ETFs, klumpt es dann oft bei einzelnen Unternehmen, die in mehreren ETFs enthalten sind.


    Zum Thema Diversifikation möchte ich nur kurz daran erinnern, dass vor nicht allzu langer Zeit die ständige Diskussion war, ob ein MSCI World denn wirklich sein muss, oder ob man nicht doch besser nur in den S&P500 oder sogar nur den NASDAQ investieren sollte, weil dort die Renditen doch viel höher waren.

    Jetzt schreibt selbst der Spiegel (und andere Nicht-Finanz-Medien), dass der MSCI World der größte Fehler sei, den man als Anleger machen könnte (zugespitzt formuliert) und jetzt muss man unbedingt alles mögliche zusammenmischen.
    Dadurch entstehen aber oft (wie ich versucht habe zu zeigen) andere Dysbalancen.

    Innerhalb der Asset Klasse Aktien langfristig mit mehreren ETFs zu arbeiten sollte man sich gut überlegen.
    Wenn man Faktor Investing betreiben möchte, stehen auch 0,5% Gebühren eines Dimensional Fonds oder Kommer ETFs in keinem Verhältnis zu den langfristigen Kosten und Risiken, die man eingeht, wenn man sich da selbst irgendetwas zusammenbasteln möchte.

    Vielen Dank für die Vorstellung!

    Zum Verständnis des Portfolios: Immobilien gibt es keine? Gibt es Autos oder andere größere Ausgaben, die mittelfristig auftreten können? Und falls ja: ist der Plan in den Fällen einfach aus dem ETF zu entnehmen, egal wie die Kurse dann sind? (Selbst eine 100.000€ Entnahme wären ja nur 2%).

    Kann man denn wirklich sagen, dass man das Risiko des Portfolios senkt, wenn man einem MSCI World EMs und SCs beimischt?

    Mich überzeugt das Argument, ein ETF sei besonders riskant, weil eine Region oder ein Land stark vertreten sei, nicht so ganz. Problematischer finde ich es, wenn einzelne Unternehmen (Mag7) einen zu hohen Anteil haben.

    Die Frage ist nur, wie man sich am besten gegen ein solches Übergewicht positioniert.
    Wenn ich es richtig verstehe, sind EMs und SCs riskanter als die Large und Mid Caps der sog. entwickelten Länder, weil sie ein höheres politisches bzw. größen Risiko mitbringen. D.h. mehr Volatilität, aber sehr langfristig auch etwas mehr Rendite.
    Tauscht man dann nicht das sog. Klumenrisiko gegen andere Risiken?

    Im Crash-Fall würden die EMs und SCs oder auch ein MSCI-ex USA doch ebenfalls mit in den Abgrund gezogen werden.
    Wäre der wirksamste Hedge dagegen nicht, die Senkung des Portfoliorisikos durch AAA Anleihen mit kurzer Laufzeit?

    Es gibt ja zahllose Konzepte neben MCAP. Equal Weight, Kommer ETF, BIP, 50:30:20, etc. Für jedes davon gibt es eine Marktsituation, in der es besonders gut oder besonders schlecht funktioniert.
    Wenn man das Risiko des Aktienmarktes senken möchte, wird das mit anderen Aktien eher schwierig. Wenn man einen -50% Crash vermeiden möchte, hilft ein ex-USA ETF wahrscheinlich auch nur begrenzt.

    Ich halte es nicht für sinnvoll, dass sich ein Anleger mit einem Sparziel in acht Jahren einen Anleihe-ETF am langen Ende ins Portfolio legt. Ebenso halte ich Unternehmensanleihen, unabhängig von der konkreten Ausgestaltung für ungeeignet. Es sei denn sie nehmen den Finanzsektor raus und sind am kurzen Ende. Aber selbst dann wäre mir persönlich der Spread zu gering.

    Der kaum Vorhanden Spread hat mich bei dem Risiko gegenüber Bundesanleihen bisher auch abgehalten.
    Was wäre Deine bevorzugte Strategie bei einem Sparziel von 8 Jahren?

    Die Opportunitätskosten bei Zinserhöhungen sind doch kein Problem von Laufzeitfonds an sich, sondern von längerer Duration?
    Ganz vermeiden kann man sie doch nur, wenn man bspw. im Geldmarkt bleibt?

    Hätte man eine Ansparzeit von 8 Jahren und wählt einen Laufzeitfonds (oder eine Bundesanleihe oder Festgeld) mit einer entsprechenden Laufzeit. Im letzten Jahr käme es zu einem Zinsschock, bei dem die Zinsen um 3% angehoben werden. Zum Zeitpunkt des Auslaufens wäre zumindest der Nominalwert sicher (die Opportunitätskosten wären aufgrund der niedrigen Restlaufzeit nicht sehr groß).
    Hätte man sich stattdessen für einen Anleihen-ETF mit fester Duration (bspw. 5) entschieden (das ist ja der Vergleich von Walz), hätte man -10-15% zum Zeitpunkt des Verkaufs.

    Walz hat in dem Artikel nicht den Zielsparer vor Augen, sondern Menschen, die einen Sicherheitsanker fürs Portfolio möchten und die Summe nach Auslaufen des Laufzeitfonds wieder investieren würden.

    Ich glaube du hast da einen Denkfehler.

    Könntest Du ihn mir bitte aufzeigen?

    Hartmut Walz richtet sich in seinem Artikel ja gerade nicht Anleger, die einen Abbau der Duration möchten (was beim Sparen auf ein bestimmtes Ziel ja ausdrücklich gewünscht wird).
    Hier geht es ja nicht um den Sicherheitsanker Anleihen, sondern um die Frage, ob Laufzeitprämien sinnvoll genutzt werden können, wenn man einen Anlagehorizont von weniger als 10-15 Jahren hat.

    Das Risiko wird ausschließlich durch die enthaltenen Anleihen bestimmt. Unabhängig davon, ob diese bis zur Endfälligkeit gehalten werden oder nicht.

    Gegenüber einem normalen Corp Bond ETF wird zumindest das Kursrisiko bei Zinsänderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt eliminiert.
    Bzgl. des Kreditrisikos (das bei <100 Anleihen bei den langen Laufzeiten sich deutlich bemerkbar machen kann) ist das auch mein Eindruck.
    Man kann hoffen, dass weniger Anleihen ausfallen als im statistischen Durchschnitt. Es können aber auch mehr ausfallen oder abgewertet werden.

    Soweit ich das bisher sehe, ist Festgeld unter 100.000€ eigentlich immer die bessere Wahl – zumindest wenn man auf das Geld ganz sicher nicht zugreifen muss.
    Dafür gibt es aber nicht sehr viele Szenarien.
    Denn wenn man bspw. für ein größeres Auto ansparen möchte, besteht ja immer auch das Risiko, dass man das Geld doch schon früher braucht, weil das alte Auto nicht mehr sinnvoll repariert werden kann.
    Dann wäre ein Produkt, auf das man schon früher zurückgreifen kann, doch die bessere Lösung (auch wenn dann ggf. Kursrisiken bestehen)?

    Was mich vor allem überrascht hatte war, dass ibonds nicht (nennenswert) besser Abschneiden als Bundesanleihen, wenn man die o.g. Faktoren und die statistisch gemittelten Ausfälle von der Effektivverzinsung abzieht.

    Die "Kosten" für die Liquidität von Bundesanleihen gegenüber deutschem Festgeld sind ca. 0,1%-0,4%, je nach Laufzeit (+Kursrisiken, wenn man zwischendurch verkauft).

    Geht es Dir darum, einen vorhandenen Betrag für einen solchen Zeitraum fest zu parken oder flexibel zu halten, oder wird sukzessive angespart, was zu einem festen Zeitpunkt verfügbar sein sollte?


    Je nach dem, kann das Instrument herausgesucht werden, das passt.

    Es soll etwas angespart werden, dass in einem bestimmten Zeitfenster zur Verfügung stehen soll und worauf man bei Bedarf auch schon früher zugreifen kann.

    Welche Alternativen gibt es dafür?

    • Tagesgeld / Geldmarktfonds
    • Bundesanleihen / Laufzeit ETFs
    • Festgeld und zur Not Kredit bis das Festgeld ausläuft. Das wäre auch eine Art Kursrisiko ;)
    • Hartmut Walz hat kürzlich in einem Interview für den Beginn des Ruhestands eine Glidepath Strategie erwähnt. Das wäre dann Ansparen mit Aktienquote, die sukzessive reduziert wird.

    Na, das ist bemerkenswert, dass Dich gerade dieses etwas abseitige Thema zum Anmelden triggert! Herzlich Willkommen im Forum!

    Vielen Dank!

    Innerhalb der Geldanlage finde ich es eines der schwierigsten Themen.
    Die Empfehlungen für kurzfristige Geldbedarfe sind ja relativ klar, ebenso für langfristige.
    Alles zwischen 1-15 Jahren ist aber nicht so einfach. (Zumindest wenn man abseits von Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt sucht).
    Ich dachte, dass iBonds unter Rendite-Risiko-Gesichtigspunkten vielleicht ein guter Kompromiss für diese Zeiträume aus Rendite und Sicherheit sein könnten. Insbesondere wenn man einen groben Zielzeitpunkt hat, im Notfall aber auch schon früher darauf zugreifen können möchte (und auch noch sparplanfähig).

    Bin mir aber etwas unsicher, ob es sich das Risiko gegenüber einer Bundesanleihe lohnt, wenn es so viele renditemindernde Faktoren gibt... Aber ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass der Erwartungswert bei den beiden Anlagemöglichkeiten ohnehin gleich sein soll..

    Ich war bisher stiller Mitleser und hänge mich hier mal mit dran.

    Sehe ich es richtig, dass die angegebene Effektivverzinsung nicht die tatsächliche Rendite widerspiegelt?

    Wenn ich es richtig sehe, müsste man folgende Punkte berücksichtigen:

    • Spread (bis zu 0,2%)
    • TER (0,12%)
    • Transaktionskosten innerhalb des ETFs (ca. 0,05%)
    • Die Effektivverzinsung berücksichtigt nur die Restlaufzeit der Anleihen. Im letzten Jahr geht die Rendite Richtung Geldmarktniveau (dann, wenn das angesparte Volumen am größten ist).
    • Abwertungen der Anleihen oder Ausfälle bei niedriger Diversifikation (bei langen Laufzeiten sind weniger als 100 Anleihen enthalten). Evtl. 0,3%?

    Wenn man das alles berücksichtig, ist bei einem Sparplan nach Steuern doch keine/kaum eine Mehrrendite gegenüber den auch in Krisen deutlich liquideren Bundesanleihen vorhanden?