Beiträge von Geldsparheld

    Ich finde deine Aufteilung grundsätzlich ziemlich durchdacht. Die Trennung zwischen Notgroschen für unerwartete Ereignisse und Komfortreserve für planbare größere Ausgaben ist vielen gar nicht so bewusst.

    Die klassischen Empfehlungen von 3 bis 6 Monatsausgaben als Notgroschen sind eher eine Mindestgröße für den absoluten Ernstfall. Wie groß die Komfortreserve sein sollte, hängt stark von der persönlichen Situation ab. Job­sicherheit, Fixkosten, Familienstand usw.

    Interessant finde ich bei deiner Aufteilung den relativ großen Sicherheitsblock von insgesamt etwa 40.000 Euro, die liquide bzw. relativ stabil angelegt sind. Aus Renditesicht könnte man natürlich argumentieren, dass ein Teil davon langfristig im Aktienmarkt besser arbeiten würde.

    Andererseits hat eine größere Reserve auch einen Vorteil: In ungünstigen Marktphasen muss man nicht an die Aktien-ETFs ran, wenn plötzlich eine größere Ausgabe anfällt (Auto, Renovierung etc.).

    Ich persönlich sehe das deshalb eher als Frage der persönlichen Risikotoleranz: Manche fühlen sich mit drei bis sechs Monatsgehältern wohl, andere schlafen besser mit einer größeren Reserve.

    Solange der Großteil des Vermögens langfristig investiert bleibt und du nicht permanent Liquidität aufbaust, wirkt deine Struktur auf mich eigentlich ziemlich solide.

    Ich glaube, das hat mehrere Ursachen. Einerseits wird heute tatsächlich viel mehr über ETFs, Finanzbildung und Vermögensaufbau gesprochen als früher. Das ist grundsätzlich positiv.

    Andererseits zeigt die Realität, dass viele Menschen erst einmal ganz andere Probleme haben: steigende Mieten, Energiepreise und allgemein höhere Lebenshaltungskosten. Da bleibt oft kaum Spielraum, um etwas zurückzulegen.

    Deshalb finde ich es sinnvoll, zwei Dinge zu trennen:

    1.) Grundlage schaffen: Notgroschen und stabile Finanzen im Alltag

    2.) Danach kann man investieren, beispielsweise über ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau.

    Wenn schon der Notgroschen fehlt, ist der Fokus auf ETF-Strategien für viele Menschen einfach noch ein Schritt zu früh.

    ING und Norisbank sind beide solide Optionen, die von vielen problemlos genutzt werden. Die Bewertungen im Internet wirken oft schlechter, da sich dort vor allem unzufriedene Kunden äußern.

    ING wird häufig für die gute App, das übersichtliche Online-Banking und den Kundenservice gelobt. Allerdings sind inzwischen einige Zusatzleistungen kostenpflichtig geworden.

    Die Norisbank gehört zur Deutschen Bank und ist oft eine günstige Alternative. Allerdings wird das Online-Banking manchmal als etwas weniger modern beschrieben.

    Wenn du ohnehin gerade am Vergleichen bist, schauen sich viele auch noch andere Direktbanken an, zum Beispiel:

    - DKB (beliebt wegen guter Konditionen und kostenloser Abhebungen weltweit),

    - C24 (sehr moderne App und interessante Funktionen im Online-Banking).

    Letztendlich hängt die Entscheidung davon ab, was dir wichtig ist: eine gute App, kostenlose Abhebungen, eine Kreditkarte oder möglichst geringe Gebühren.

    Die Reihenfolge kann tatsächlich eine Rolle spielen, damit du nicht kurzfristig ohne Konto oder Kreditkarte dastehst. Ich würde es ungefähr so machen:

    1. Neues Girokonto eröffnen: Erst das neue Konto eröffnen und vollständig einrichten. Stelle also Gehalt, Daueraufträge, Lastschriften und ggf. PayPal oder andere Dienste um.

    2. Neue Kreditkarte beantragen: Wenn du eine separate Kreditkarte möchtest, kannst du sie danach beantragen. So hast du die neue Karte schon aktiv, bevor du die alte kündigst.

    3. Alte Kreditkarte und ggf. altes Konto kündigen
    Erst wenn alles umgestellt ist und sicher funktioniert, würde ich die alten Produkte kündigen.

    In Bezug auf die Schufa ist das normalerweise unproblematisch. Ein neues Konto oder eine neue Kreditkarte wird zwar kurz vermerkt, entscheidend ist aber, dass du Rechnungen pünktlich zahlst und nicht viele Kreditanfragen gleichzeitig stellst.

    Beim Kontowechsel machen viele den Fehler, zu früh zu kündigen und dann noch alte Abbuchungen zu übersehen.