Beiträge von Hamburg1984

    Hallo zusammen,

    ich benötige einen Rat zu einer schwierigen Situation in meiner Familie, da ich sichergehen möchte, keine strategischen Fehler zu begehen.

    Es geht um Folgendes: Eine Person aus meinem Bekanntenkreis, die beruflich in der IT-Branche tätig ist und über keinerlei Qualifikationen oder die gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungen für Finanz- oder Anlageberatung verfügt (z. B. nach § 34c oder § 34f GewO), hat eine nahestehende Angehörige (kurz vor dem Renteneintritt) intensiv beraten.

    Dabei sind folgende Punkte aufgefallen:

    • Druckausübung: Die Person hat meine Angehörige (Mutter) massiv dazu gedrängt, einen Bausparvertrag über eine sehr hohe Summe (192.000 €) abzuschließen.
    • Wirtschaftliche Sinnlosigkeit: Der Vertrag ist für die Situation meiner Angehörigen absolut unpassend. Die monatliche Tilgungsrate von etwa 1.000 € stellt eine existenzbedrohende Belastung für die geplante gesetzliche Rente dar.

      Bei einer zu erwartenten Rente von ca. 2000€ Netto würde die Tilgungssumme von 1000€ gleich die Hälfte der Rente meiner Mutter aufzehren, ich sehe darin wenig Sinnhaftigkeit

      Zweitens: Meine Mutter hat eine Resthypothek von ca. 40.000€ bis 50.000€ möchte aber die Resthypothek durch einen 191.000€ Bausparkredit ablösen, wobei ihr dann ein restlicher Betrag zur Verfügung bleibt, den sie dann weiter mit der Tilgung von 1000€ monatlich (vermutlich Ihr Leben lang) zurück bezahlen müsste. Somit wäre meine Mutter als Rentnerin komplett überschuldet mit einer Hohen Tilgungsrate und einre begrenzten Rente zwischen 1600€ bis 1800€ (bestenfalls 2000€ im Monat).


    • Unberechtigtes Honorar: Für diese Beratung hat sich die Person ein Honorar in Höhe von 500 € zahlen lassen, obwohl für eine solche Tätigkeit eine behördliche Erlaubnis zwingend erforderlich ist. Die Zahlung ist nachweisbar.

    Ich habe den Verdacht, dass hier gezielt die Unerfahrenheit meiner Angehörigen ausgenutzt wurde, um sich persönlich zu bereichern. Da mir die Beweise (Vertragskopie, Zahlungsnachweis über das Honorar sowie weitere Kommunikation) vorliegen, stellt sich mir die Frage nach dem weiteren Vorgehen.

    Sollte ich diese Person direkt mit der Situation konfrontieren und ihr meine Absichten (Einschaltung von Behörden wie der BaFin oder Staatsanwaltschaft) mitteilen, um sie zu stoppen? Oder ist es strategisch klüger, erst einmal „unter dem Radar“ zu bleiben, um ihr keinen Informationsvorsprung zu geben und die Beweislage weiter zu festigen, bevor offizielle Schritte eingeleitet werden?

    Wie würdet ihr in einer solchen Situation vorgehen, um den finanziellen Schaden für die betroffene Person abzuwenden und den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen?

    Vielen Dank für eure Einschätzungen!