Es gibt einen sehr prägnanten Beitrag von Prof. Hartmut Walz zu diesem Thema
https: // youtu.be/727EWAY4xuk?si=rza1WkuYYV-tstYK
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Hallo zusammen,
ich bin 56 Jahre alt, Angestellter und verdiene eigentlich ganz gut. Zudem bin ich am Überlegen früher in Rente zu gehen. Mögliche Rentenabschläge bin ich bereits am ausgeglichen. Jetzt bin ich am Überlegen, zudem bzw, danach einen Rürüp-Vertrag abzuschließen, was meint Ihr, lohnt sich das jetzt in dem Alter noch.
Momentan sind zu viele Parameter offen und man kann sich über die verschiedenen Aspekte und Randbedingungen die Finger wund tippen.
Mir ist es wichtig, dass der Auszahlungsplan wegen der 1% Gebührenregel als Teil des AVDs läuft, dh keine zusätzlichen Gebühren anfallen. Vielleicht kann Finanztip eine entsprechende Petition starten.
Ich würde ungerne einen weiteren Vertrag abschließen wollen, wo der Anbieter die Gebühren neu definieren kann, weil er die Auszahlungen „aktiv“ verwaltet (womöglich noch über ein Fond, was man mit oder ohne Ausgabegebühr haben kann etc). Den Erfindungsreichtum der menschlichen Spezie darf man nicht unterschätzen 😁
Ja, die "Gefahr" besteht. Man kann es aber auch anders betrachten. Ich sehe es so, dass wir beim AV-Depot im Vergleich zu Riester wohl mehr Wahlmöglichkeiten bekommen (was ja erstmal gut ist, zumindest für diejenigen, die es sich wünschen). Und wir werden, dank Finanztip und anderen Formaten, sehr viel mehr Transparenz haben als in der Anfangsphase von Riester. "Unübersichtlich" würde ich es nicht nennen, eher "Qual der Wahl".
Hinzu kommt, dass es beim AV-Depot meines Erachtens eine sehr viel stärkere Trennung zwischen Ansparphase und Auszahlphase möglich sein wird als bei Riester. Beim Abschluss des AVD-Vertrages wird wahrscheinlich erstmal nur ein Vertrag darüber geschlossen, wie das Vermögen aufgebaut wird. In vielen Fällen wird es noch keine Vereinbarung darüber geben (müssen), wie die Auszahlphase konkret ausgestaltet wird. Wenn die Ansparphase beendet wird, kannst du dann entscheiden, was du mit dem angesparten Kapital machen willst (lebenslange Rente, Auszahlplan). Eventuell kannst du die Vereinbarung über die Auszahlphase dann mit dem gleichen Anbieter machen, aber du wirst dein Kapital auch zu einem anderen Anbieter mitnehmen können, der sich ggf. auf Auszahlpläne spezialisiert hat.
Ich finde eine solche Konstruktion problematisch (anscheinend war das beim Riester von Union der Fall, auch ein Grund, wieso ich weggegangen bin)
1. keinerlei Angabe, wie der Auszahlungsbetrag berechnet wird (Rentenfaktor, Prozentregel, absoluter Betrag etc.). 40 Jahre sparen um sich dann „überraschen“ zu lassen, wie die Spielregeln ausschauen - da kann man gleich bei ETFs bleiben.
2. keine Angabe von Auszahlungsgebühren (es gibt aktuell Auszahlungsspezialisten, die monatlich 1,5% vom Auszahlungsbetrag einbehalten)
3. ich kann mir auch gut vorstellen, dass es chaotisch wird, wenn man:
a. 30% Kapitalwahlrecht zum frühstmöglichen Zeitpunkt nimmt (Anbieter A) und ggf. weiter einzahlt
b. den Startpunkt der Auszahlungen verschiebt und man dem Anbieter A sagt, dass man selber einen Anbieter B nimmt, der ab dem 1.1 was auszahlen wird.
Riester war schon unübersichtlich, da wäre es schade, wenn man hier Riester hoch 3 vereinbaren würde.
Ich habe seit Ende 2005 den Riester mit Union-Inverstment Uni Global (erste Version) bespart und der hat sich ja erfreulicherweise überdurchschnittlich entwickelt (im Vergleich zu anderen Riester). Derzeit sind da alles in allem rund 100.000 € drin. Ich habe noch rund 9 Jahre vor mir bis zur Rente.
Hi darwin,
bei den ganzen Überlegungen sind zwei Aspekte zu berücksichtigen:
1. was macht der Anbieter während der Ansparzeit draus?
2. was zahlt er Dir während der Rentenzeit aus (Stichwort Rentenfaktor)?
Meiner Ansicht nach ist das alte UnionInvestprodukt während der Ansparzeit unschlagbar (hatte ich 1x als gefördertes und habe es zusätzlich noch als ungefördertes Produkt). Leider hast Du beim 2005er Abschluss keinen Rentenfaktor genannt gekriegt, was für Dich heißt, dass Dir keiner gesagt hat, was Du monatlich rauskriegst. Beispiele hierzu
- mit einem niedrigen Rentenfaktor von zB 16 würdest Du bei 100.000€ nur 160€ im Monat kriegen, sprich das Kapital reicht ohne Zuwächse für weitere 52 Jahre, ein Alter welches keiner von uns erreichen wird
- mit einem hohen Rentenfaktor von 40 würdest Du beim selben Kapital 400€ im Monat kriegen für ca 20 Jahre kriegen.
Meine Strategie wäre:
- Anbieter mit hohem Rentenfaktor aussuchen. Hier ist es weniger relevant, ob das Endvermögen 120.000 oder 130.000 erreicht hat. Der Rentenfaktor ist ein Multiplikator und der bewirkt mehr als ein paar Zuwäche der Endsumme
- Auszahldauer auf bis zum 85. Lebensjahr begrenzen lassen
- 30% des Kapitals am Anfang auszahlen lassen
- bei ungeförderten Riesterverträgen das Kapital vor Beginn der Rentenphase während einer guten Börsenphase steuergünstig auszahlen lassen und die Gleichstellung mit einer Lebensversicherung bei Laufzeiten über 12 Jahren nutzen.
Wird für Dich jetzt ein Schuh draus? Habe mich 2021 von einem Honorarberater aufklären lassen und die Bedeutung des Rentenfaktors verinnerlicht.
Yawnie