Beiträge von X_Zweitaccount

    Hallo zusammen,

    ich stehe vor einer großen Entscheidung bezüglich meines Vermögens und bin hier rein auf der Suche nach Gleichgesinnten, die einen ähnlichen Schritt bereits hinter sich haben.

    Die Situation:

    Ich besitze aktuell drei Eigentumswohnungen als Kapitalanlage. Die Lagen sind top und die Vermietung läuft an sich gut. Allerdings handelt es sich um Objekte aus den 1960er-Jahren. Auf den Eigentümerversammlungen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass in den nächsten 10 Jahren massive Investitionskosten und Sanierungen anstehen. Um diesem Sanierungsrisiko und dem Klumpenrisiko im Raum München zu entgehen, steht mein Entschluss eigentlich fest: Die Wohnungen werden verkauft (Spekulationsfrist ist rum) und der Erlös fließt komplett in einen weltweiten Aktien-ETF.

    Das große Ziel dahinter:

    Finanziell ist alles sauber durchgerechnet und ich brauche eigentlich keine strategischen Tipps zur Anlage. Mir geht es um ein ganz klares Lebensmodell: Wir bewohnen selbst ein Eigenheim in Untermenzing, dessen Darlehen noch 15 Jahre läuft. Mein Plan ist, in exakt 15 Jahren die dann fällige Restschuld von 300.000 € auf einen Schlag aus dem ETF-Depot zu begleichen, damit das Haus komplett schuldenfrei ist. Dazu schichte ich selbstverständlich rechtzeitig um.

    Direkt im Anschluss möchte ich beruflich fest in Teilzeit gehen. Die Gehaltsdifferenz von Vollzeit zu Teilzeit möchte ich dann bis zum offiziellen Renteneintritt ganz entspannt über Teilverkäufe aus dem verbleibenden ETF-Depot ausgleichen, um das Leben zu genießen.

    Was mich jetzt wirklich interessiert, ist die rein psychologische Komponente:

    Gibt es hier Ex-Vermieter, die diesen harten Schnitt vom greifbaren "Betongold" zum abstrakten "Papiergold" im Depot für so ein konkretes Lebensziel vollzogen haben? Wie habt ihr den Wechsel im Nachhinein erlebt? War es befreiend, das Sanierungsrisiko vom Tisch zu haben, oder fühlt es sich womöglich bis heute irgendwie falsch an, das Fundament für die Zukunft den Schwankungen der Börse zu überlassen, statt reale Wohnungen zu besitzen? Und last but not least: Würdet ihr es wieder tun?

    Ich freue mich auf den ein oder anderen Erfahrungsbericht.

    Grüße aus München…