Meine Freundin hat einen SchatzBrief IndexSelect 2021 abgeschlossen (fällt unter Lebensversicherung) und wollte sich mit Finanzfragen nicht wirklich beschäftigen. Es sollte sicher sein und ein wenig was abwerfen.
"Beteiligung" an den Indizes klang gut.
Die ersten Jahre brachten den Indizes rund 50% Zuwachs, davon bekam sie NIX, Null, nada, niente. Und warum? Der Cap sorgt für die max. mögliche Verzinsung (er veränderte sich übrigens von Jahr zu Jahr auf nicht nachvollziehbare Weise - wie auch immer)
Wenn der Cap also bei 2,8% lag, dann wurden gute Monate mit max. 2,8% verzinst, auch wenn die Indizes z.B. um 9% steigen. Verluste werden aber bei der monatlichen Betrachtung 1:1 angerechnet. (Cap war aber auch schon mal 2,2% ....)
d.h. je stärker die "Ausschläge" nach oben und unten sind, umso schlechter stellt sich der Kunde, umso besser für die Allianz. Erst in diesem Sommer gab es zum ersten Mal ein Plus ...
Das ist für mathematisch weniger Veranlagte schwer zu erkennen.
Und ich behaupte der Quer-Einsteiger bei der Allianz (ein Kumpel) hat das selber nicht wirklich verstanden und verkauft es einfach ...
Deswegen: FINGER WEG !!!
4 Jahre lang Null-Verzinsung !!!
PS: die bereits durch das "Cap" nach oben begrenzte Gewinn-Möglichkeit wird am Schluss noch mal mit dem "Währungsfaktor" z.B. 0,97 und dem "Partizipationssatz" z.B. 75% multipliziert. So werden dann aus scheinbaren aufaddierten Monats-Prozenten von z.B. 11,5% auf einmal 8,3%. Dazu noch recht gepflegte "übrige Kosten" und man fühlt sich echt über den Tisch gezogen.
Ja, alles steht irgendwie irgendwo, aber wenn man einer nicht-fachkundigen Person ein solches Konstrukt verkauft/andreht, dann ist das eine klare Übervorteilung.
PPS: Finanztest hatte in über 60% der berechneten Jahre eine Null-Verzinsung.
Deckt sich mit unseren Erfahrungen.
PPPS: der nächste Beitrag geht entweder um unsere Erfahrungen im Rechtsstreit oder beim Ausstieg aus diesem finanzmathematischen Machwerk.