...Genau das sieht man ja auch bei jungen Menschen, sie produzieren mithilfe von KI Texte, die für sie zunächst sehr gut klingen, weil ihnen noch die Erfahrung und das Fachwissen fehlen, um Schwächen zu erkennen. Die Gefahr besteht dann darin, sich mit durchschnittlichen Ergebnissen zufriedenzugeben, weil man gar nicht weiß, wie ein wirklich herausragendes Ergebnis aussehen könnte.
Das ist nicht die Gefahr, die ich sehe. Die Gefahr ist, dass die jungen Menschen niemals lernen, anspruchsvolle Texte selber zu verfassen.
Wieso sollte ich lernen wie man einen Geschäftsbrief verfasst? Das macht die KI in 2 Sekunden!
Wieso sollte ich lernen, wie Excel funktioniert? Das macht mir die KI in 10 Sekunden!
Ich seh das auch so, ich als Grafiker generiere bessere Bilder per KI als meine Kunden, die zunehmend mit der Zuhilfenahme von KI für ihre Briefings ebenfalls Bilder generieren.
Wieso sollte ich lernen, wie man fotografiert? Wie man sein Motiv richtig ausleuchtet? Wie man ein Foto nachbearbeitet? Das alles macht die KI in 20 Sekunden!
Wieso sollte ich lernen, wie man einen interessanten Roman schreibt?
Wieso sollte ich lernen, wie man spannende Kinofilme produziert?
Wieso sollte ich lernen, wie man ein Musikstück komponiert?
Wieso sollte ich überhaupt etwas lernen? Wir haben doch die KI!
Das Ergebnis ist, überspitzt formuliert, eine verarmte Gesellschaft, die im Grunde nichts kann außer prompten. Und die in ihrer Freizeit KI-generierte Bücher liest, KI-generierte Musik hört und KI-generierte Filme konsumiert.
Wenn Claude dann krank in der Cloud liegt, geht nichts mehr. Keine hat gelernt, ohne ihn auszukommen.
In einer solchen Gesellschaft würde ich mindestens 1.000 EUR Abokosten pro Monat berechnen, damit man meine Claude für sich arbeiten lassen kann.
So eine Enwicklung muss ich hoffentlich nicht mehr erleben