Beiträge von LoveMyDog

    Na ja, zuerst solltest Du für Dich das Verhältnis festlegen.

    Wenn Du 50:50 möchtest, dann müsstest Du für 125k ETF-Anteile kaufen. Hast Du das flüssig, dann würde ich das zeitnah machen. Es ist bei so viel Geld oftmals leichter, wenn man die Käufe über eine gewisse Zeit streckt, z.B auf ein Jahr verteilt und jeden Monat einen Teilbetrag investiert. Die Wissenschaft allerdings empfiehlt, alles sofort zu investieren, weil das statistisch aussichtsreicher ist. Es kann allerdings passieren, dass der sich der Kaufzeitpunkt ungünstig herausstellt, das wäre dann Pech.

    Um damit umgehen zu können, würde ich nicht die beiden ETF aufstocken, die Du hast. Ich würde einen völlig neuen ETF vorschlagen. Und zwar aus drei Grunden:

    • In Deinen ETF-Positionen bist Du sicherlich ordentlich im Gewinn und Du würdest Dir durchs Nachkaufen die psychologisch wichtigen Durchschnittskurse versauen. Statt z.B. 60% stünden dann vielleicht nur noch 40% Gewinn. Das fühlt sich nicht so gut an und du könntest Dein Gehirn mit einem neuen ETF überlisten und dich besser mit der Entscheidung fühlen.
    • Sollte die Börse runtergehen, bist Du mit den "alten" ETF-Positionen länger im Gewinn. Damit lässt sich ein Crash psychologisch besser aushalten, als wenn alles rot wird.
    • Solltest Du etwas aus dem Depot entnehmen wollen, verkaufst Du den neu angeschaften ETF zuerst. Dadurch reduzierst Du die Steuerlast, weil die Anteile ja weniger Gewinn gemacht haben als Dein FTSE All world. Wenn es an der Börse blöd läuft, dann verkaufst Du ggf. sogar mit Verlust, aber diesen kannst Du (Deine Bank macht das automatisch) für spätere Verkäufe mit Gewinn (z.B. des FTSE) steuermindernd nutzen.


    Als neuen ETF würde ich Dir den auch von FT empfohlenen MSCI ACWI IMI (ISIN IE00B3YLTY66) vorschlagen. Der ist sehr ähnlich wie Dein FTSE all world, aber noch einen Tick stärker diversifiziert.

    Die Menschen sind unterschiedlich, manche wollen die Rendite maximieren und nehmen die möglichen Schwankungen in kauf, andere schlafen schlecht, wenn die Börse schwächelt.

    Die Entscheidung, welches Risiko du für Dich akzeptabel findest, kann Dir niemand abnehmen. Mit Deinem Depot bist Du den meisten Menschen in Deutschland sowieso schon voraus in Bezug auf die Altersvorsorge.

    Ich persönlich habe mal 50:50 angepeilt, irgendwann aber realisiert, dass der Sicherheitsteil zu groß wird und ich viel Rendite liegen lasse. Aktuell bin ich bei 60:40 und darunter lasse ich es nicht mehr fallen. Bin ich bei Renteneintritt bei 70:30 ist es auch ok, denn ich habe für mich genau die Rechnung gemacht, die ich Dir vorgeschlagen habe.

    Machen wir es doch einmal konkret: wenn Du Deinem Vermögen jeden Monat 1.500 EUR entnehmen möchtest, dann sind das pro Jahr 18.000 EUR.

    Mit 63 geht man ja relativ jung in den Ruhestand. Wenn man dann plant, sagen wir mal noch 35 Jahre zu leben, dann wären das in Summe 630.000 EUR. Das Geld hast Du ja jetzt bereits, insofern könntest Du alles, was Du hast, irgendwo sicher und konservativ anlegen und dann den Plan so durchziehen.

    Jetzt gibt es aber auch die Inflation und es gibt das Leben, das die eigenen Pläne durcheinanderwerfen kann (besser: wird). Dadurch könnte es knapp werden, die 1.500 bis zum Ende entnehmen zu können. Aber vielleicht braucht man in hohem Alter nicht mehr so viel Geld, außerdem hat es in 35 Jahren aufgrund der Inflation ja sowieso nur noch die Hälfte der heutigen Kaufkraft. Durch sichere Geldanlage kann man den Inflations-Schwund ja auch spürbar abmildern.

    Wenn Du Dich im hohen Alter sicher nicht einschränken willst oder etwas vererben möchtest, würde ich einen gewissen Prozentsatz in weltweite ETF anlegen.

    Aus heutiger Sicht könntest Du also den gewünschten sicheren Betrag für einige Jahre ermitteln und konservativ anlegen, z.B. 18.000 x 10 Jahre = 180.000 oder wenn man sehr besorgt ist 270k für 15 Jahre. Den Rest würde ich in den ETF stecken.

    Deine 450.000 in sicheren Anlagen finde ich persönlich zu hoch, sie würden nach dieser Rechnung 25 Jahre lang reichen, ohne dass Du ein einziges Mal etwas aus dem Depot entnehmen musst. In 25 Jahren sollte sich Dein Depot in etwa vervierfachen, dann auf 800k, eine Garantie gibt es dafür nicht.

    Wenn Du Dir vor Augen hälst, welchen Puffer Du in Jahren für sichere Entnahmen aus dem TG/FG hast, ist es vielleicht möglich, eine 50:50-Aufteilung zu machen. Eine geringere ETF-Quote wird eigentlich nirgends empfohlen.

    Ich komm nicht auf die Idee in meiner Beziehung alles 1:1 zu trennen damit wir in 20 Jahren wenn wir und (vielleicht) trennen alles sauber haben.

    Das würde ich auch nicht raten, das wäre sehr kleinlich. Jedes Paar muss da seinen Modus finden. Und wenn Kinder da sind, bin ich ein Fan vom großen gemeinsamen Familientopf, in den und aus dem alles fließt. Funktioniert aber nur, wenn beide das gleiche mind set haben.

    Da ich nicht von einer Trennung ausgehe kann ich mir viele Gedanken sparen. Die Zugewinngemeinschafts teilt sich jetzt alles, genau wie in der Rente. Kommt es zur Trennung wird es eh fair aufgeteilt.

    Das ist leider die Einstellung, die manchmal ins Verderben führt.

    Meine Lebenserfahrung zeigt, dass manche Menschen in zwei Situationen eine wahnsinnige Rücksichtlosigkeit an den Tag legen können, die man ihnen vorher nie zugetraut hätte: an Scheidungen und beim Streit ums Erbe zerbrechen ganze Familien, Geschwister werden zu Feinden und Ex-Partner zu den gemeinsten Menschen, die man sich vorstellen kann.

    Oft kommt es anders und man einigt sich gütlich, aber Gier ist eine unheimliche Kraft und ich halte es für besser, sich im Vorfeld so aufzustellen, dass alles bereits möglichst fair geregelt ist.

    Ich verstehe Deinen Gedanken Die Begründung ist vermutlich, dass es einfach mehr bürokratischer Aufwand wäre und bei dem geringen Betrag ist es das einfach nicht wert. Wir reden hier vermutlich von 5€ Netto Differenz im Monat. Je nach Konstellation.

    Daher würde ich es vermutlich einfach in das Depot stecken, wo es steuerlich am meisten Sinn ergibt. Das ist vermutlich der oder die, mit dem geringeren Einkommen.

    Ja, da hast Du vermutlich recht. Steuerlich ist es bei Zusammenveranlagung ja irrelevant.

    LoveMyDog

    Nur zum spiegeln, bitte nicht darauf antworten:

    Versuch nicht so kleinteilig in Themen Deiner Tochter zu gehen. Das vermittelt ein bisschen das Gefühl, dass Du Deinem Schwiegersohn nicht so ganz vertraust.

    Ob zu Recht oder nicht, das wird nicht gut sein für Dein Verhältnis zur Tochter.

    Bitte nicht falsch verstehen, vielleicht irre ich mich und Du willst nur das alles "richtig" ist, aber es könnte durchaus als übergriffig empfunden werden.

    Ja danke für Deine Sorge, aber Du irrst Dich. Ich will nur wissen, welche Optionen die beiden haben. Ich mische mich in ihrer Angelegenheiten nicht ein, möchte ihnen aber etwas für ihre Altersvorsorge vorschlagen, wenn ich selbst es verstanden habe.

    Nein, das ist ja auch von der Anlage her nicht sinnvoll. Wer durch die Kinder weniger arbeiten und Vorsorge betreiben kann, wird vom Staat unterstützt. Ist doch mega!

    Ja mega ist das. Noch besser wäre es, wenn beide Partner gleichberechtigt würden, jedenfalls wenn sie das so für sich wollen.

    Vielleicht sehe ich das zu einfach, aber könnte nicht einfach Person A die 300(?) Euro Kinderzulage erhalten und dafür zahlt Person A 150 Euro an Person B für dessen AV Depot?

    Ja also, private Ausgleichszahlungen könnte man natürlich machen. Wenn man daran denkt. Und wenn man nicht irgendwann zerstritten ist.

    Ich habe in all Euren Antworten noch keine schlüssige Antwort darauf gefunden, warum es rechtlich oder tatsächlich nicht möglich sein sollte, jedem Ehepartner 1/2 Kind zuzuordnen. Dass das nicht geht, ist aus meiner Sicht in Zeiten, wo überall Gleichberechtigung endlich einziehen soll, ein böser Fehler der gesetzlichen Konstruktion.

    LoveMyDog Kann man dem Mann verklickern, dass Kindergeld und Kinderzulage am besten bei der Frau sind, weil sich das Altersvorsorgedepot dann mehr lohnt? Ausgeben kann das Kindergeld ja immer noch der Finanzvorstand.

    Mein Plan war eigentlich, den beiden jeweils ein eigenes AVD vorzuschlagen, damit jeder für sich selbst Altersvorsorge betreibt. Weil aber nur einer von beiden die Kinderzulage erhalten kann, kam ich darauf, dass es sehr ungerecht ist, wenn nur ein Einzelkind vorhanden ist.

    Sollte sich die Ehe in X Jahren als gescheitert zeigen, hat der eine Partner einen deutlichen Vorteil erlangt. Ich glaube nicht daran, dass das jemals ausgeglichen wird. Die logische Konsequenz wäre, dass jeder auf Antrag 1/2 Kinderzuschlag in sein AVD erhält. Scheint aber nicht vorgesehen zu sein.

    Vielen Dank für Eure Antworten!

    Mir war bislang noch nicht klar, dass die Kinderzulage so eng mit der Person verknüpft ist, die das Kindergeld bezieht. Ich dachte, man könnte die Kinder unabhängig von der Kindergeldzahlung einfach seinem AVD zuordnen.

    Bei einer Scheidung gibt es neben dem Zugewinnausgleich meines Wissens nach auch eine genaue Vorausberechnung der Rente, welche bei Scheidung dann ebenfalls angepasst wird.

    Fällt das Altersvorsorgedepot unter den Rentenausgleich? Das könnte dann wirklich für Gerechtigkeit sorgen.

    Ich frage nicht für mich, sondern für meine Stieftochter und ihren Mann. Die jungen Leute interessiert dieser ganze Altersvorsorge-Krempel leider kaum und ich würde ihnen gerne einen Ratschlag geben, wie sie mit den gegebenen Möglichkeiten am besten umgehen können.

    Das Kindergeld erhält der Ehemann als Hauptverdiener und meine Stieftochter betreut die Kinder (gähn, eine langweilige Standard-Familie). Der Ehemann kann mit Geld leider gar nicht umgehen, wenn er etwas davon hat, hat er auch gleich Pläne, wie er es unter die Leute bringen könnte. Ich weiß, dass nicht jede Ehe bis ans Lebensende hält und möchte vermeiden, dass mein Rat später zu Ungerechtigkeiten führt.

    Hallo zusammen,

    ich habe mich extra hier angemeldet, um eine Frage zu stellen, die ich anders nicht klären konnte:

    Die Kinderzulage kann ja pro Kind nur einmalig genutzt werden. D.h. bei einer geraden Anzahl von Kindern (2, 4, usw.) kann jedes Elternteil für die Hälfte der Kinder die Förderung erhalten. Je nach Altersunterschied der Kinder könnte man das noch als halbwegs gerecht bezeichnen.

    Problematischer ist m.E. eine ungerade Anzahl von Kindern, z.B. hat das Ehepaar nur ein Einzelkind. Dann müssen sie sich entscheiden, für wen der Kinderzuschlag gelten soll.

    Ich empfinde es als hochgradig ungerecht, dass nicht jeder sich 1/2 Kind zurechnen kann. Denn sollte die Ehe nicht bis zur Rente halten, ergibt sich eine deutliche finanzielle Schieflage. Man kann anscheinend jedes Jahr neu wählen, wem das Kind zugerechnet werden soll, aber spätestens wenn der Rosenkrieg herrscht, wird es schwierig, den Ex-Partner zu einem Wechsel zu bewegen.

    Ist nach Eurem Kenntnisstand geplant, halbe Kinder zurechnen zu lassen? Oder kennt ihr einen anderen Weg aus dem Dilemma?