Je mehr vorher (gesetzlich oder privat) geregelt ist, um so einfacher wird es. Ohne Vollmachten über den Tod hinaus und das Wissen, welche Verträge bestehen, gibt es viel mehr Aufwand. Und je weiter weg die Erben leben, um so schwieriger (oder alternativ teurer) wird es.
Das war bei uns (egal, ob Vater oder später die Mutter) das kleinste Problem. Mag aber daran liegen, dass ich die Besitzer des Beerdigungsinstitutes seit Kindertagen kannte. Wobei ich davon ausgehe, dass diese auch bei unbekannten Angehörigen genauso vorgehen.
Genauso. Entweder, der Erbe hat Zugriff auf die benötigten Infos und Konten/Verträge oder nicht.
Das, was am längsten dauerte, war der Termin für den Erbschein beim Nachlassgericht in Bonn. Ohne Termin geht nichts, Termine gibt es nur online max. 2 Monate im Voraus und wenn man nicht Nachts am Ersten des Folgemonates einen Termin reserviert, wird es sehr schwer. Klar, das geht alternativ auch über einen Notar, kostet dann mit Sicherheit wieder extra, wenn man diesen ansonsten nicht benötigt.
Beim Rest waren die Probleme nur dort, wo es keine Infos und/oder keine Vollmacht gab. Das wurde ja oben schon angesprochen und lässt sich durch niemanden außer den Erblasser lange genug vorher regeln.
Beim (unerwarteten) Tod meines Vaters eigentlich nichts, da meine Mutter noch weiter in der Wohnung lebte und alle Vollmachten vorhanden waren.
Beim Tod meiner Mutter ist das Problem die ETW, die gut 600km vom beiden Erben entfernt liegt und die beide Erben nicht einfach "blind" entrümpeln lassen wollen. Auch da wäre wieder der Erblasser "gefordert", indem er zuvor nicht 50 Jahre alles hortet und irgendwo hin stopft. Ich meine damit keine relevanten Unterlagen, sondern z.B. eigene Erbstücke, die seit dem Erbe vor 30 Jahren niemand mehr angefasst hat.
Dazu kommt ggf. noch, wenn der Verstorbene zuletzt in einem Pflegeheim gelebt hat und die Erben alle sehr weit entfernt leben. Der Heimvertrag endete bei uns mit dem Todestag und das Heim hat erwartet, dass Angehörige an diesem Tag das Eigentum des Verstorbenen abholen. Auf unseren Wunsch, die Unterbringungskosten (ohne Pflegekosten) einfach noch eine Woche länger laufen zu lassen (wir waren bereit, diese zu zahlen) ist das Heim nicht eingegangen.
Was uns derzeit noch Nerven kostet sind Depotüberträge (mit Erbschein, also rein rechtlich kein Problem). Da diese jeweils vom Depot des Erblassers kommen, sind Neobroker schonmal als Zieldepot raus. Beim S-Broker oder der Postbank muss man dafür jeweils über den Support gehen.