Beiträge von Samweis

    Liebe Finanztip-Community,

    leider habe ich Finanztip erst vor 5 Monaten durch ein von YouTube vorgeschlagenes Video kennengelernt.
    Bislang habe ich wegen schlechter Erfahrungen mit Versicherungsvertretern meine Altersvorsorge vernachlässigt.

    Jetzt da ich mit Finanztip eine vertrauenswürdige Informationsquelle gefunden habe und mich endlich (mit 57 Jahren…!) mit dem Thema beschäftige, kommt es noch dicker: mein Arbeitgeber wird ca. ein Drittel der Mitarbeiter abbauen, und ich gehöre zu denen, die (zum 01.11.26) gehen und in eine Transfergesellschaft (mit Gehaltsaufstockung auf ca. 3.000€ netto) wechseln sollen.

    Nach dem ersten Schock empfinde ich das mittlerweile als Glück im Unglück, denn es steht mir eine Abfindung von 242.000€ Brutto in Aussicht, die Ende Januar 2027 ausgezahlt werden kann.

    Ich habe jetzt die Chance, auf einen Schlag meine Versäumnisse auszugleichen.
    Allerdings empfinde ich einen möglichen „Schaden“, wenn ich mich für eine ungünstige oder falsche Anlage bzw. Aufteilung auf die Töpfe entscheide, durch die hohen Summen als besonders hoch.

    Daher ist meine Frage eigentlich die Bitte, auf meine Planung zu schauen und mich auf bessere Möglichkeiten hinzuweisen.
    (Fragen sind kursiv unterstrichen.)

    Die Ausgangssituation:
    Persönlich:

    57 ½ Jahre, ledig in fester Partnerschaft, keine Kinder

    noch angestellt bei einem Entwicklungsdienstleister im Automobilbereich, bisheriges Jahresbrutto ca. 70.000€, meine Liebste verdient als Beamtin etwa das gleiche.

    Meine monatlichen Lebenshaltungskosten inkl. Freizeit sind über die letzten 3 Jahre gemittelt bei ca. 1.400€.

    Vermögen:

    • Mein Anteil an selbstgenutztem Einfamilienhaus nach Abzahlung meines Kredits (920€/Monat) im Juli 27 ca. 170.000€; Kaufpreis 2023 440.000€ inkl. Kaufnebenkosten, Wärmepumpe & PV für ca. 55.000€ in 2025, Elektroauto ist auch schon da
    • ca. 20.000€ in einer beitragsfrei gestellten Lebensversicherung (abgeschlossen 3/1985)
    • ca. 65.000€ in UniProfiRente/4P-Depot (100€ monatliche Einzahlung + 27€ VWL; abgeschlossen 12/2005)
    • ca. 18.900€ in bAV bei der Alten Leipziger (Kapital-LV), bislang ca. 624€ Jahreseinlage inkl. 59%-Arbeitgeberanteil (abgeschlossen 11/2004): nach 21 Jahren (Auskunft von 2025) „laufende Überschussbeteiligung“ 1266€
    • ca. 8.500€ auf dem Tagesgeldkonto (Ayvens), 400€ Sparrate
    • ca. 5.300€ im Depot, 500€ Sparrate
      • 2.200€ HSBC MSCI WORLD UCITS ETF USD (Acc) – bespare ich nach eurer Empfehlung für den All Country nicht mehr weiter
      • 3.100€ SPDR MSCI All Country World Investable Market UCITS ETF
    • ca. 1.400€ auf dem Girokonto (kurz vor Monatsende – 0€ zum Monatswechsel traue ich mich noch nicht :o)

    Da ich - u.A. - aufgrund meines Alters wenig Hoffnung auf eine neue Arbeitsstelle habe, gehe ich im weiteren von dem Worst-Case aus, dass ich nach 1 Jahr Transfergesellschaft noch zwei Jahre arbeitslos (laut BA-ALG-Rechner 2244€ ALG I) und dann bis zur Rente mit 64 (inkl. 14,4% Abschlag: 1875€ Bruttorente; 35 Jahre habe ich voll, 45 erreiche ich nicht bis 67) einkommenslos sein werde. Wenn es anders kommt, umso besser...

    Mein Plan:

    1. Die beitragsfreigestellte Lebensversicherung rückkaufen (nach Aussage der Versicherung steuerfrei) und jeweils 10.000€ auf das Tagesgeldkonto (da dies auch die Rücklage für ungeplante Hausreparaturen ist, sollen das mehr als 3 Monatsgehälter sein) und in Geldmarkt-ETF investieren. Die Tagesgeld-Sparrate (400€) auf den Geldmarkt-ETF switchen.

    2. Die UniProfiRente in ein AV-Depot übertragen und die monatliche Einzahlung auf 150€ erhöhen. Darf ich das AV-Depot bedienen, während ich (mit oder ohne ALG) arbeitslos bin?
    Ab wann darf ich aus dem AV-Depot entnehmen? Bei Regelrentenalter oder ab Bezug einer Altersrente?

    3. Die bAV beitragsfrei stellen, solange sich kein Arbeitgeber beteiligt, und/oder zum erstmöglichen Termin im November 2029 auszahlen lassen und anderweitig anlegen? Oder in der einkommenslosen Zeit (2030 .. 2032) auszahlen lassen, da dann die Abgaben niedriger wären?

    4. Von der Abfindung bleiben (mit VLH-Abfindungsrechner berechnet) nach Steuern ca. 157.600€ übrig. 112.000€ davon will ich in ETF stecken, und weiter besparen, solange noch genug Einkommen da ist. Auszahlungsbeginn nach Renteneintritt 2033.
    Hier stellt sich mir die Frage, ob es Gründe gibt, die Gesamtsumme auf verschiedene ETF zu verteilen, so wie bei der 3x10-Strategie. Da die Anlage praktisch zeitgleich passiert, fällt FiFo ja weg.

    5. Die anderen 45.000€ der Abfindung will ich über zeitlich gestaffelte Festgelder in den 3 Jahren ohne Einkommen (zw. Arbeitslosigkeit & Renteneintritt 2030-33) für den Lebensunterhalt verbrauchen.

    Würde ich den Plan wie beschrieben umsetzen, teilte sich mein Vermögen zu Rentenbeginn (mit 64) in etwa so auf:

    Haus: 32%

    Tagesgeld: 3,8%

    Geldmarkt-ETF: 4,7%

    ETF: 40%

    AV-Depot: 18%


    Worst case Zeitplan:

    01.11.26 – 31.10.27 Transfergesellschaft

    01.11.27 – 31.10.29 ALG I

    01.11.29 – 01.04.33 einkommenslos

    01.04.33 Rente mit 14,4% Abschlag


    Macht mein Plan also Sinn?

    Wo gibt es Verbesserungspotential?


    Vielen Dank,

    Samweis