Beiträge von Smiller

    Hallo zusammen,

    da unsere bisherige Investmentgesellschaft sämtliche Bestände veräußert, stehen wir vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Entweder wir erwerben die aktuell von uns bewohnte Doppelhaushälfte (Kaufpreis 500.00,00 EUR ohne Makler zzgl. Notar und Grunderwerbssteuer iHv. 6,5%) selbst, oder wir verbleiben so lange wie möglich zur Miete, bis ein möglicher neuer Eigentümer Eigenbedarf anmeldet. Wir wohnen seit 02/2017 in der Doppelhaushälfte und sind uns der Kündigungsfristen bei der Anmeldung von Eigenbedarf bewusst.

    Der Kauf- vs. Mietrechner von finanztip sagt ganz klar, dass wir weiter mieten sollten, da unsere Kaltmiete bei 1.400,00 EUR liegt. Der aktuelle Wohnungsmarkt im Speckgürtel Berlins sowie Berlin selbst lässt uns jedoch selbst bei einer Kaltmiete von bis zu 2.000,00 EUR kein vergleichbares Objekt finden. Zumal auch da dann wieder die Gefahr besteht, dass diese Häuser ebenfalls irgendwann abgestoßen werden. Setzen wir die 2.000,00 EUR als Kaltmiete im Rechner an, kommen wir auf ungefähr die gleichen Werte wir beim Kauf.

    Ausgangssituation & Vermögenswerte

    • Persönliche Situation: Beide Anfang 40, ein Kind, lokal fest verwurzelt und berufstätig (Gesamteinkommen ca. 5.500,00 EUR netto).
    • Flüssiges Kapital: Ausreichend Eigenkapital vorhanden, um das selbstgenutzte Objekt vollständig in bar zu erwerben (derzeit auf dem Tagesgeldkonto zwischengeparkt).
    • Weitere Vermögenswerte:
      • Wertpapierdepot im Wert von ca. 140.000,00 EUR (hohe Aktienquote, soll nach und nach in ETF’s umgeschichtet werden).
      • Eine bereits vollständig abbezahlte Eigentumswohnung (modernisiert in 2024), die derzeit zum Familienpreis vermietet ist und eine entsprechend geringe Rendite erzielt (ca. 400 EUR vor Steuern). Die Wohnung stammt aus den 60er Jahren, ggf. stehen auch Sonderumlagen aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen in der gesamten Anlage (Heizungsanlage, Strang Sanierung) im Raum.
      • Liquide Rücklagen im mittleren fünfstelligen Bereich.
      • Für unsere Tochter sparen wir monatlich das Kindergeld in einen ETF und sorgen so bereits für sie vor.

    Die Doppelhaushälfte wurde in 2007 errichtet. In den kommenden 5 bis 10 Jahren sind wahrscheinlich Instandhaltungsmaßnahmen zu erwarten (u. a. Dach, ggf. etwas später Fernwärme-Therme, Strangsanierung, da wir extrem hartes Wasser haben).

    Wir schwanken nun zwischen folgenden Optionen:

    1. Vollständiger Barkauf: Sichert eine risikofreie "Rendite" in Höhe des vermiedenen Kreditzinses (aktuell ca. 4,5 %).
    2. Teilfinanzierung: Erhöhung der liquiden Mittel (beispielsweise um 100.000,00 EUR)

    Fragen an das Forum

    • Macht ein Barkauf unter den genannten Parametern Sinn?
    • Welche strategischen, steuerlichen oder liquiditätsbezogenen Gründe könnten dafür sprechen, trotz vorhandenem Kapital einen Teil der Immobilie zu finanzieren?

    Vielen Dank vorab für Euren wertvollen Input und eine sachliche Einschätzung.

    Beste Grüße

    Smiller