Dieser Unsinn wird seit mehr als 40 Jahren von interessierte Seite verbreitet, um gut verdienende Menschen von einem Wechsel in die PKV abzuhalten.
Schon der erste Punkt ist definitiv falsch. Beiträge zur PKV sind nicht vom Alter abhängig und auch nicht von den Kosten, die ein Versicherter verursacht. Woher ich das weiß? Ich bin schon alt und verursache ziemliche hohe Kosten, zahle aber für meine private Krankenversicherung abzüglich des Zuschuss der GKV gerade mal 400 EUR monatlich. Ich halte diesen Betrag nicht für besonders hoch.
Ob man in die PKV wechselt oder in der GKV bleibt, ist eine Entscheidung, die man treffen muss. Ob die Entscheidung richtig oder falsch war, stellt sich meist erst nach vielen Jahren heraus, da man nicht in die Zukunft sehen kann. Ob nun PKV statt GKV oder Eigentum statt Miete, alles hat seine Risiken sowie Chancen. Wer hätte z.B. vor 30 Jahren damit gerechnet, dass die GKV finanziell am Ende ist oder dass die Mietpreise explodieren?
Wie sieht es heute aus? Ich kenne einige Selbständige, die aus verschiedenen Gründen in der GKV geblieben sind und mehr als 1000 EUR monatlich zahlen. Dafür bekommen sie dann medizinische Leistungen, die nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" sind, wenn sie denn überhaupt einen Arzttermin bekommen. Ich zahle 400 EUR, bekomme zeitnah Termine und eine umfassende Behandlung. Insbesondere im Alter, wenn Arztbesuche häufiger werden, weiß man dies zu schätzen.
Natürlich gibt es auch Fälle von Rentnern, die einen Großteil ihrer Rente für die PKV-Beiträge aufwenden müssen. Die haben dann aber auch einiges nicht beachtet. Das fängt bei der Wahl des passenden Tarifs an und hört bei der Rücklage der Beitragsdifferenz GKV-PKV auf.