Beiträge von martin-u

    Deine Investmenthypothese ist doch, dass der Wert/Preis von dem Fond langfristig immer steigt. Wäre das nicht der Fall, würdest du dort nicht investieren wollen. Von daher ist früher immer besser. Jetzt ist besser als später.

    Du kannst es auch als Experiment machen. Nimm eine Haltedauer an, zum Beispiel fünf Jahre. Schau dir das Chart an, stelle auf 5 Jahre, stelle auf Prozent. Und nun kannst du dich fragen: Wie wärst du mit deiner Strategie gefahren? Hättest du vor exakt 5 Jahren im Januar 2020 gekauft, hättest, du heute so +65 % gemacht. Hättest du ein klein bisschen länger gewartet (Februar 2020), wäre deine Rendite weniger, weil der Preis erstmal angestiegen wäre. Von daher wäre es vor fünf Jahren nicht gut gewesen, es ein bisschen herauszuzögern.

    Okay, aber da war der Abfall im März 2020. Gut, hätte man das gewusst und dann gekauft, wäre die Rendite natürlich besser. Aber das hättest du im Januar 2020 gewusst? Was wäre, wenn es noch länger nicht nach unten gegangen wäre?

    Ich hatte das mal simuliert, siehe Blogartikel. Hier siehst du den Vorteil, den du bekommst, wenn du dein Investment nicht auf einmal machst, sondern über N Monate streckst und jeden Monat einen Anteil 1/N investierst. Das ganze ist statistisch ausgewertet über alle möglichen Startzeitpunkte.

    Der Boxplot ist so zu sehen, dass der Strich innerhalb der Box der Median ist. 50 % der Fälle liegen drüber, 50 % darunter. Die Ober- und Unterkante der Box sind 25 % bzw. 75 % der Fälle. Die einzelnen Punkte sind Ausreißer.

    Man sieht hier sehr klar, dass der Median nach unten geht. In 50 % der Fälle machst du einen Verlust, wenn du länger wartest. Die Chance einen Verlust zu erleiden steigt mit der Zeit, die man wartet. Ja, es gibt krasse Ausreißer nach oben. Aber man möchte solide abwägen und nicht hoffen. Von daher kann man an der Grafik sehen, dass im statistischen Mittel länger warten nachteilig ist.

    Daher schließe ich für mich daraus immer: Der beste Zeitpunkt war zur Auflage des Fonds, der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt.

    Naja, für diese Phase. Aber nun habe ich schlecht geschlafen, weil Tesla das Top-Holding ist und mir NVIDIA gefehlt hatte. Mir kam es immer mehr so vor, als wäre MSCI SRI irgendwie ein Greenwashing und fühlte mich zunehmend verarscht. Ich nehme die Welt auch zunehmend in Graustufen wahr. Wenn zum Beispiel RWE zwar Kohle abbaut, allerdings mit der größte Betreiber von erneuerbaren Energien ist, ist die Firma dann wirklich »böse«? Wenn Rheinmetall oder KMW Panzer für die Ukraine bauen und damit Profit machen, ist das nicht mehr böse, das ist schon gut.

    Auch stört mich, dass ich explizit zwischen MSCI World und MSCI Emerging Markets das Rebalancing machen muss. Das war früher kein Problem, inzwischen ist das Depot so groß, dass ich durch das Verkaufen Gewinne jenseits des Freibetrages realisieren würde. Und ich spüre, wie ich in die nächste Lebensphase komme und ich Investieren inzwischen einfach spröde finde. Entsprechend wollte ich lieber ein Ein-ETF-Depot haben.

    Vielleicht ist es nur eine dünne Ausrede sich auf den Sekundärmarkt und zu beziehen und sagen, dass ich durch mein Investment keinen Einfluss auf die Welt habe. Aber ich möchte jetzt einfach nur am Weltmarkt möglichst ohne zusätzlichen Bias teilhaben. Nicht versuchen clever zu sein, nicht versuchen moralisch überkorrekt zu handeln. Dann investiere ich lieber simpler und stecke die Energie und Zeit in mein Ehrenamt.

    Bei https://www.finanzfluss.de/etf/thema/nachhaltige-etf/ unter der Überschrift »Wie sehr hilft man wirklich der Umwelt?« steht das mit dem Konsumverzicht ebenfalls. Da Privatanleger nur über den Sekundärmarkt an Aktien kommen, spüren die Unternehmen da nichts.

    Und die Einteilung in Gut/Böse ist in der Tat auch bei mir schon gekippt. Rüstung finde ich jetzt gar nicht mehr so schlimm, Tesla aber schon fragwürdig. Wahrscheinlich wollte ich einfach was gutes tun, aber das ist halt nicht so eindimensional möglich.

    Ich habe mich jetzt entschieden einfach in einen MSCI ACWI (ohne SRI oder ESG) zu investieren. Das ist breit gestreut und spiegelt den Weltmarkt wieder. Nicht mehr, nicht weniger.

    Ich habe ein recht schlichtes Depot mit ETFs auf MSCI World SRI und MSCI Emerging Markets SRI. Wenn man sich die Top Holdings anschaut, dann ist in World SRI vor allem Tesla und Microsoft drin, im normalen World ist dann aber auch Apple, Meta, Google, NVIDIA, Exxon Mobil (Öl) und Lilly (Pharma) drin. So richtig verstehe ich nicht, warum Tesla und Microsoft besser sein sollen als die anderen IT-Firmen. Bei der Ölfirma bin ich aber ganz froh, dass sie nicht drin ist.

    Aber was bringt es denn überhaupt diese Firmen nicht im Fonds zu haben? Den Teil mit der Rendite verstehe ich noch ein bisschen. Ich wette darauf, dass nachhaltige Dinge langfristig besser laufen. Aber wieso sollte die Welt besser werden, wenn ich in einen nachhaltigen Fonds investiere? Die Aktien kaufe ich ja nicht der Firma ab, sondern anderen Leuten auf dem Markt. Und die Firma bekommt davon nicht wirklich was mit.

    Falls Firmen aber noch Aktien halten und diese irgendwann verkaufen, profitieren sie von hohen Kursen. Wenn man also keine Aktien einer Ölfirma hat, so gibt es etwas weniger Nachfrage und die Preise sind etwas geringer. Und wenn die Firma dann neues Kapital braucht, ist es minimal weniger lukrativ. Aber passiert das wirklich so?

    Oder anders herum gefragt: Welchen Schaden richtet man an, wenn man Aktien von einer bösen Firma hat?

    Da sind ja zwei Fragen drin. Zum einen ist der MSCI ACWI IMI ein sinnvoller Index, wenn du das möglichst breit gestreute Portfolio haben möchtest. Da hast du dann wirklich alles jede Marktkapitalisierung drin (Large+Mid Caps und Small Caps) und alle Regionen (World und Emerging Markets).

    Der SPDR-Fonds sieht auch seriös aus. Unter der https://www.fondsdiscount.de/fonds/etf/ie00b3ylty66/ findest du ein paar mehr Daten, darunter ein Fondsvolumen von fast 800.000 Millionen USD. Bei Finanzfluss sagt Thomas, dass ein Fonds mindestens 100 Millionen USD haben sollte, damit er für den Anbieter wohl rentabel genug ist. Den Fonds gibt es auch seit 13 Jahren, das sind dann auch die 5 Jahre, die Thomas angibt. Von daher ist nicht wirklich zu erwarten, dass sie den jetzt nach 13 Jahren zumachen.

    Der Ratgeber zu Kreditkarten (https://www.finanztip.de/kreditkarten/kreditkarte-ausland/) listet die Visa von Barclays als eine der Empfehlungen auf, es soll im Ausland kostenlos bezahlt werden können. Ich habe schon länger die Visa von Barclays und zahle aber immer noch eine kleine Gebühr für Fremdwährung.

    Habe ich da jetzt einen anderen Vertrag, oder ist der Ratgeber nicht mehr aktuell? Oder ist es ein Missverständnis?

    Ich habe einen VL Vertrag bei ebase, das kostet 12 EUR im Jahr. Von meinem AG erhalte ich VL, die ich dort hin übertragen lasse. Wenn jetzt zum Beispiel meine Freundin ebenfalls VL bekommen kann, können wir das zusammen in meinen Vertrag überweisen lassen, damit wir nicht zweimal die Gebühr zahlen müssen?

    Wie sieht das mit Kollegen aus, kann man auch mit Kollegen zusammen in einen Vertrag einzahlen und sich die Gebühr so aufteilen?