Kreditkarte im Ausland

Mit der richtigen Kreditkarte in den Urlaub

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit
08. April 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du im Ausland unterwegs bist, ist das Abheben und Bezahlen mit Kreditkarte in vielen Fällen günstiger als mit EC-Karte. Außerdem werden Kreditkarten in mehr Ländern akzeptiert.
  • Du musst allerdings mit Gebühren rechnen. Das gilt insbesondere, wenn Du in einem Nicht-Euro-Land unterwegs bist.
  • Neben Deiner Bank verlangt womöglich auch der Automatenbetreiber von Dir Geld.
So gehst Du vor
  • Wähl eine kostenlose Kreditkarte mit möglichst niedrigen Gebühren aus. Finanztip empfiehlt die Karten der DKB, der Hanseatic Bank, Barclaycard, Payback und Nuri.
  • Wähl beim Bezahlen und Geldabheben im Nicht-Euro-Raum immer die lokale Währung und verzichte darauf, dass der Betrag direkt in Euro abgerechnet wird. Der Währungskurs ist in der Regel schlechter als der Kurs Deiner eigenen Bank.

Eine Kreditkarte ist auf Reisen ein unverzichtbarer Begleiter. Schließlich wird die in Deutschland so gängige Girocard nicht weltweit akzeptiert. Und das Buchen von Hotels und Mietautos klappt meistens ohnehin nur mit der Kreditkarte.

Was kosten Kreditkarten?

Viele Anbieter verlangen neben den Jahresgebühren weitere Gebühren, wenn Du die Kreditkarte einsetzt. So ist das Bezahlen mit der Kreditkarte bei Händlern oder in Restaurants im Euroraum zwar kostenlos, für das Bezahlen in einer fremden Währung gilt dies jedoch oft nicht. Und auch das Geldabheben kann teuer werden. Viele Kreditkartenanbieter verlangen Gebühren für das Abheben am Geld­au­to­ma­ten – egal ob im In- oder Ausland.

Auch die Geld­au­to­ma­tenbetreiber können zusätzliche Gebühren verlangen. Auf diese haben die kartenausgebenden Banken keinen Einfluss. So musst Du unter Umständen auch dann Gebühren zahlen, wenn Deine Bank eigentlich kostenloses Abheben verspricht. Die wenigsten Anbieter erstatten diese Gebühr.

Die meisten Banken berechnen Dir eine Gebühr für den Einsatz der Karte außerhalb der Eurozone, die sogenannte Fremd­wäh­rungs­ge­bühr. Die Höhe wird meist als Prozentsatz des bezahlten oder abgehobenen Betrags berechnet.

Neben diesen Gebühren spielt auch der Wechselkurs eine Rolle. Die meisten Banken nutzen einfach den Kurs des jeweiligen Kartenunternehmens, also meist Mastercard oder Visa. Andere setzen allerdings auf den Devisenkurs, der gilt für Dich als Kunde oft als ein schlechterer Kurs. Informationen dazu, welchen Kurs Deine Bank verwendet, findest Du im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Dabei wirst Du feststellen, dass die Banken innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums bei anderen Währungen als Euro anders vorgehen: Sie setzen den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Grund dafür ist die Entgeltverordnung. Teilweise verlangen sie noch einen Aufschlag, den sie im Preis- und Leistungsverzeichnis angeben müssen. Der Aufschlag kann immer konstant sein, zum Beispiel eine feste Prozentangabe. Er kann aber auch variabel ausfallen, zum Beispiel wenn die Banken den Kurs der Kartenfirmen weiterhin nutzen. Der Aufschlag ist dann die Differenz zwischen EZB-Kurs und dem Mastercard- oder Visa-Kurs. 

Das bedeutet, dass es bei Kreditkarten viele Möglichkeiten zum Sparen gibt.

Beispiel für Kreditkartenkosten im Urlaub

 Günstigstes AngebotStadtsparkasse München
2 x 200 € in Fremdwährung abheben0 €19 €
500 € in Fremdwährung bezahlen0 €8,75 €
2 x 200 € am Automaten abheben0 €12 €
gesamt0 €39,75 €

Quelle: Preislisten Stadtsparkasse München und Barclaycard (Stand: 8. April 2021)

Vergleich der Kreditkartenkosten im Ausland

Wir haben die Auslandsgebühren unterschiedlicher Kreditkartenanbieter für Dich untersucht und vergleichen sie mit den von uns empfohlenen Angeboten. Mit Ausnahme von Barclaycard, Hanseatic Bank und Payback erhältst Du die aufgeführten Kreditkarten in Verbindung mit einem Girokonto, für das weitere Kosten anfallen können.

Übersicht Kreditkartengebühren im Ausland

 Abhebegebühren
im Ausland
Fremdwährungs-
gebühren
beim Bezahlen
Kartenart
von Finanztip empfohlene Anbieter   
DKBweltweit 0 € / 2,2% außerhalb der Eurozone¹0 % / 2,2 % vom Umsatz¹Visa/Charge²

 

Hanseatic Bank

weltweit 0 €

weltweit 0 €

Visa/Revolving²
Barclaycard

weltweit 0 €

weltweit 0 €

Visa/Revolving²
Payback Visa Flexweltweit 0 €weltweit 0 €Visa/Revolving²
Nuriweltweit 0 €weltweit 0 €Visa/Debit²
Filialbanken   
Commerzbank1,95 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 5,98 € (zuzüglich Fremd­wäh­rungs­ge­bühr)  
Deutsche Bank2,5 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 5,75 € (zuzüglich Fremd­wäh­rungs­ge­bühr)mind. 1,50 € 
Postbank2,5 % vom Umsatz1,85 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 5 € (zuzüglich Fremd­wäh­rungs­ge­bühr)  
Sparkasse (Stadtsparkasse München)2 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 6 € (zuzüglich Fremd­wäh­rungs­ge­bühr)  
Volksbank (Volksbank Berlin)2 % vom Umsatz1,80 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 7,50 € (zuzüglich Fremd­wäh­rungs­ge­bühr)mind. 1 € 

¹ abhängig vom Kundenstatus
² Debit: Geld wird sofort abgebucht / Charge: Geld wird monatlich abgebucht / Revolving: Ratenzahlung möglich
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: April 2021)

Was ist bei Kartenverlust zu tun?

Besonders auf Reisen ist es ärgerlich, wenn die Kreditkarte verloren geht. Denn falls Du keine weitere Karte dabeihast, stehst Du plötzlich ohne Geld da. Nimm deshalb auf Reisen lieber zwei Karten mit: Steck eine in die Tasche und lass die andere im Safe Deines Hotels.

Einige Banken unterstützen ihre Kunden mit dem Zusenden von Bargeld oder einer Notfall-Karte. Die Gebühren dafür hängen vom jeweiligen Anbieter ab. Am besten informierst Du Dich vorab bei Deiner Bank über die Möglichkeiten.

Falls Du Deine Karte verlierst oder sie gestohlen wird, solltest Du die Kreditkarte unverzüglich sperren. Dafür rufst Du entweder Deinen Anbieter an oder den Sperr-Notruf (+49) 116 116. Das Anrufen des Notrufs ist in Deutschland kostenlos, im Ausland können Telefongebühren anfallen. Das Sperren der Karte selbst ist immer kostenlos.

Was ist bei Kreditkarten noch zu beachten?

Kreditkarten werden unterschiedlich abgerechnet. Es gibt Karten, bei denen das Geld sofort vom Girokonto abgebucht wird, sogenannte Debit-Karten. Bei diesen Kreditkarten kann es beim Buchen von Hotels und Mietwagen Probleme geben, sie werden nicht immer akzeptiert. Falls Du eine Debit-Karte hast, solltest Du also beim Verreisen besser eine zweite Karte mitnehmen, bei der das Geld anders abgebucht wird.

Bei Charge-Karten buchen die Anbieter das ausgegebene Geld gesammelt vom Girokonto ab, in der Regel einmal im Monat. Die Bank gibt Dir damit einen kostenlosen Kredit. Der kann teuer werden, falls das Girokonto ungenügend gedeckt ist, wenn die Bank das Geld abbucht. Achte also darauf, wie viel Du mit der Karte ausgibst.

Es gibt außerdem Kreditkarten, bei denen Du Deine Schulden in hoch verzinsten Raten zurückzahlen kannst. Unser Rat: Verzichte darauf, die Ratenoption dieser Revolving-Karten zu nutzen und zahl Deine Kreditkartenschulden lieber immer auf einen Schlag zurück. Einige Banken bieten an, das Geld komplett abzubuchen. Bei anderen musst Du selbst aktiv werden. Solltest Du solche Karten im Plus führen können, überweis am besten vor Deiner Reise Geld als Guthaben auf das Kartenkonto.

Schwierig wird das Reisen mit Revolving-Karten, die sich nicht im Plus führen lassen und bei denen der Anbieter das Geld nicht von sich aus komplett abbucht. Bei diesen Karten musst Du rechtzeitig das Geld überweisen. Nutz dazu kein öffentliches W-Lan, das ist für Deine Bankgeschäfte zu unsicher.

Bezahl immer in der jeweiligen Landeswährung, wenn Du außerhalb der Eurozone unterwegs bist. Das gilt auch beim Geldabheben. Denn falls Du in Euro zahlst, rechnet der jeweilige Dienstleister den Betrag um. Dieser Währungskurs ist meist schlechter als der Kurs Deiner eigenen Bank.

Besonders beim Geldabheben wird es Dir schwer gemacht. Die Menüführung ist meist so gestaltet, dass die sofortige Umrechnung in Euro wie der richtige Weg wirkt. Lass Dich davon nicht beeinflussen und wechsel auch nicht auf Euro, wenn Du mehrmals darauf hingewiesen wirst.

Spar im Urlaub bares Geld mit den von Finanztip empfohlenen Kreditkarten. Mit diesen Anbietern bist Du im Ausland am kostengünstigsten unterwegs:

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Debit-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen
  • 2,2 Prozent Fremd­wäh­rungs­ge­bühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
Hanseatic Bank
Genialcard / Visa (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
Barclays
Barclays Visa (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
Payback
Visa Flex (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Daten werden durch Payback gesammelt
  • Abschalten der Ratenzahlung nur durch Kontakt mit Support möglich
Nur beim Anbieter abschließbar
Nuri (früher: Bitwala)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte (Debit)
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen
  • starker Fokus auf dem Handel mit Kryptowährung

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