Kreditkarte im Ausland

Mit der richtigen Kreditkarte in den Urlaub

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 05. November 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Im Ausland per Kreditkarte zu zahlen oder Geld abzuheben, ist oft die bessere Wahl als mit der Girocard.
  • Bei vielen Kreditkarten fallen dabei allerdings Gebühren an. In anderen Währungen als Euro können diese Kosten noch höher sein.
  • Die Automatenbetreiber können ebenfalls Gebühren verlangen. Die Automaten zeigen diese in der Regel an.
So gehen Sie vor
  • Wählen Sie eine kostenlose Kreditkarte mit möglichst niedrigen Gebühren aus. Finanztip empfiehlt die Karten der DKB und von ING sowie von Santander und Barclaycard.
  • Wählen Sie beim Bezahlen und Geldabheben immer die lokale Währung und verzichten Sie darauf, dass der Betrag direkt in Euro abgerechnet wird. Der Währungskurs ist in der Regel schlechter als der Kurs Ihrer eigenen Bank.

Eine Kreditkarte ist für viele Reisen ein unverzichtbarer Begleiter. Schließlich wird die in Deutschland so gängige Girocard nicht weltweit akzeptiert. Und das Buchen von Hotels und Mietautos klappt meistens ohnehin nur mit der Kreditkarte.

Was kosten Kreditkarten?

Viele Anbieter verlangen neben den Jahresgebühren weitere Gebühren, wenn Sie Ihre Kreditkarte einsetzen. So ist das Bezahlen mit der Kreditkarte bei Händlern oder in Restaurants im Euroraum zwar kostenlos, für das Bezahlen in einer fremden Währung gilt dies jedoch oft nicht. Und auch das Geldabheben kann teuer werden. Viele Kreditkartenanbieter verlangen Gebühren für das Abheben am Geldautomaten – egal ob im In- oder Ausland.

Auch die Geldautomatenbetreiber in einigen Ländern verlangen zusätzliche Gebühren. Auf diese haben die kartenausgebenden Banken keinen Einfluss. So müssen Sie unter Umständen auch dann Gebühren zahlen, wenn Ihre Bank eigentlich kostenloses Abheben verspricht. Die wenigsten Anbieter erstatten diese Gebühr.

Die meisten Banken berechnen Ihnen eine Gebühr für den Einsatz der Karte außerhalb der Eurozone, die sogenannte Fremdwährungsgebühr. Die Höhe wird meist als Prozentsatz des bezahlten oder abgehobenen Betrags berechnet.

Das bedeutet, dass es bei Kreditkarten viele Möglichkeiten zum Sparen gibt.

Beispiel für Kreditkartenkosten im Urlaub

 Günstigstes AngebotStadtsparkasse München
2 x 200 € in Fremdwährung abheben0 €17,22 €
500 € in Fremdwährung bezahlen0 €8,75 €
2 x 200 € am Automaten abheben0 €10,22 €
gesamt0 €36,19 €

Quelle: Preislisten Stadtsparkasse München und Santander oder Barclaycard (Stand: 5. November 2019)

Vergleich der Kreditkartenkosten im Ausland

Wir haben die Auslandsgebühren unterschiedlicher Kreditkartenanbieter für Sie untersucht und vergleichen sie mit den von uns empfohlenen Angeboten. Mit Ausnahme der Barclaycard erhalten Sie die aufgeführten Kreditkarten in Verbindung mit einem Girokonto, für das weitere Kosten anfallen können.

Übersicht Kreditkartengebühren im Ausland

 Abhebegebühren
im Ausland
Fremdwährungs-
gebühren
beim Bezahlen
Kartenart
von Finanztip empfohlene Anbieter   
DKBweltweit 0 € / 1,75 % außerhalb der Eurozone¹0 % / 1,75 % vom Umsatz¹Visa / Charge²

 

ING-DibaEurozone 0 € / sonst 1,75 %1,75 % vom UmsatzVisa / Debit²
Barclaycard

weltweit 0 €

weltweit 0 €

Visa / Revolving²
Santanderweltweit 0 €weltweit 0 €Visa / Revolving²
    
Filialbanken   
Commerzbank1,95 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard
 mind. 5,98 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  
Deutsche Bank2,5 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard / Visa
 mind. 5,75 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)mind. 1,50 € 
Postbank2,5 % vom Umsatz1,85 % vom UmsatzMastercard / Visa
 mind. 5 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  
Sparkasse (Stadtsparkasse München)2 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard
 mind. 5,11 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  
Volksbank (Volksbank Berlin)2 % vom Umsatz1,80 % vom UmsatzMastercard / Visa
 mind. 7,50 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  

¹ abhängig vom Kundenstatus
² Debit: Geld wird sofort abgebucht / Charge: Geld wird monatlich abgebucht / Revolving: Ratenzahlung möglich
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 5. November 2019)

Was ist bei Kartenverlust zu tun?

Besonders auf Reisen ist es ärgerlich, wenn die Kreditkarte verloren geht. Denn falls Sie keine weitere Karte dabeihaben, stehen Sie plötzlich ohne Geld da. Nehmen Sie deshalb auf Reisen lieber zwei Karten mit und stecken Sie dabei eine in eine andere Tasche oder lassen Sie sie im Safe im Hotel.

Einige Banken unterstützen ihre Kunden mit dem Zusenden von Bargeld oder einer Notfall-Karte. Die Gebühren dafür hängen vom jeweiligen Anbieter ab. Am besten informieren Sie sich vorab bei Ihrer Bank über die Möglichkeiten.

Falls Sie Ihre Karte verlieren oder sie gestohlen wird, sollten Sie die Kreditkarte unverzüglich sperren. Dafür rufen Sie entweder Ihren Anbieter an oder den Sperr-Notruf (+49) 116 116. Das Anrufen des Notrufs ist in Deutschland kostenlos, im Ausland können Telefongebühren anfallen. Das Sperren der Karte selbst ist immer kostenlos.

Was ist bei Kreditkarten noch zu beachten?

Kreditkarten werden unterschiedlich abgerechnet. Es gibt Karten, bei denen das Geld sofort vom Girokonto abgebucht wird, sogenannte Debit-Karten. Bei diesen Kreditkarten kann es beim Buchen von Hotels und Mietwagen Probleme geben, sie werden nicht immer akzeptiert. Falls Sie eine Debit-Karte haben, sollten Sie also beim Verreisen besser eine zweite Karte mitnehmen, bei der das Geld anders abgebucht wird.

Bei Charge-Karten buchen die Anbieter das ausgegebene Geld gesammelt vom Girokonto ab, in der Regel einmal im Monat. Die Bank gibt Ihnen damit einen kostenlosen Kredit. Der kann teuer werden, falls das Girokonto ungenügend gedeckt ist, wenn die Bank das Geld abbucht. Achten Sie also darauf, wie viel Sie mit der Karte ausgeben.

Es gibt außerdem Kreditkarten, bei denen Sie Ihre Schulden in hoch verzinsten Raten zurückzahlen können. Unser Rat: Verzichten Sie darauf, die Ratenoption dieser Revolving-Karten zu nutzen und zahlen Sie Ihre Kreditkartenschulden lieber immer auf einen Schlag zurück. Einige Banken bieten an, das Geld selbst komplett abzubuchen. Bei anderen müssen Sie selbst aktiv werden. Sollten Sie solche Karten im Plus führen können, überweisen Sie am besten vor Ihrer Reise Geld als Guthaben auf das Kartenkonto.

Schwierig wird das Reisen mit Revolving-Karten, die sich nicht im Plus führen lassen und bei denen der Anbieter das Geld selbst nicht komplett abbucht. Bei diesen Karten müssen Sie rechtzeitig das Geld überweisen. Nutzen Sie dazu kein öffentliches W-Lan, das ist für Ihre Bankgeschäfte zu unsicher.

Bezahlen Sie immer in der jeweiligen Landeswährung, wenn Sie außerhalb der Eurozone unterwegs sind. Das gilt auch beim Geldabheben. Denn falls Sie in Euro zahlen, rechnet der jeweilige Dienstleister den Betrag um. Dieser Währungskurs ist meist schlechter als der Kurs Ihrer eigenen Bank.

Sparen Sie im Urlaub bares Geld mit den von Finanztip empfohlenen Kreditkarten. Mit diesen Anbietern sind Sie im Ausland am kostengünstigsten unterwegs:

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
ING
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • kostenloses Abheben in der Eurozone
  • Deferred-Debit-Karte: Abbuchung erst nach drei Tagen
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
Santander
1plus-Visa-Card
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden
Barclaycard
Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden
Nur beim Anbieter abschließbar
Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Dr. Manuel Kayl

Stand: 05. November 2019


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