Kreditkarte im Ausland

Mit der richtigen Kreditkarte in den Urlaub

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 27. Juli 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Sie im Ausland unterwegs sind, ist das Abheben und Bezahlen mit Kreditkarte in vielen Fällen günstiger als mit EC-Karte. Außerdem werden Kreditkarten in mehr Ländern akzeptiert.
  • Sie müssen allerdings mit Gebühren rechnen. Das gilt insbesondere, wenn Sie in einem Nicht-Euro-Land unterwegs sind.
  • Neben Ihrer Bank verlangt womöglich auch der Automatenbetreiber von Ihnen Geld.
So gehen Sie vor
  • Wählen Sie eine kostenlose Kreditkarte mit möglichst niedrigen Gebühren aus. Finanztip empfiehlt die Karten der DKB, der Hanseatic Bank, Barclaycard, Payback und der Consorsbank.
  • Wählen Sie beim Bezahlen und Geldabheben im Nicht-Euro-Raum immer die lokale Währung und verzichten Sie darauf, dass der Betrag direkt in Euro abgerechnet wird. Der Währungskurs ist in der Regel schlechter als der Kurs Ihrer eigenen Bank.

Eine Kreditkarte ist auf Reisen ein unverzichtbarer Begleiter. Schließlich wird die in Deutschland so gängige Girocard nicht weltweit akzeptiert. Und das Buchen von Hotels und Mietautos klappt meistens ohnehin nur mit der Kreditkarte.

Was kosten Kreditkarten?

Viele Anbieter verlangen neben den Jahresgebühren weitere Gebühren, wenn Sie die Kreditkarte einsetzen. So ist das Bezahlen mit der Kreditkarte bei Händlern oder in Restaurants im Euroraum zwar kostenlos, für das Bezahlen in einer fremden Währung gilt dies jedoch oft nicht. Und auch das Geldabheben kann teuer werden. Viele Kreditkartenanbieter verlangen Gebühren für das Abheben am Geldautomaten – egal ob im In- oder Ausland.

Auch die Geldautomatenbetreiber können zusätzliche Gebühren verlangen. Auf diese haben die kartenausgebenden Banken keinen Einfluss. So müssen Sie unter Umständen auch dann Gebühren zahlen, wenn Ihre Bank eigentlich kostenloses Abheben verspricht. Die wenigsten Anbieter erstatten diese Gebühr.

Die meisten Banken berechnen Ihnen eine Gebühr für den Einsatz der Karte außerhalb der Eurozone, die sogenannte Fremdwährungsgebühr. Die Höhe wird meist als Prozentsatz des bezahlten oder abgehobenen Betrags berechnet.

Neben diesen Gebühren spielt auch der Wechselkurs eine Rolle. Die meisten Banken nutzen einfach den Kurs des jeweiligen Kartenunternehmens, also meist Mastercard oder Visa. Andere setzen allerdings auf den Devisenkurs, der gilt für Sie als Kunde oft als ein schlechterer Kurs. Informationen dazu, welchen Kurs Ihre Bank verwendet, finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Dabei werden Sie feststellen, dass die Banken innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums bei anderen Währungen als Euro anders vorgehen: Sie setzen den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Grund dafür ist die Entgeltverordnung. Teilweise verlangen sie noch einen Aufschlag, den sie im Preis- und Leistungsverzeichnis angeben müssen. Der Aufschlag kann immer konstant sein, zum Beispiel eine feste Prozentangabe. Er kann aber auch variabel ausfallen, zum Beispiel wenn die Banken den Kurs der Kartenfirmen weiterhin nutzen. Der Aufschlag ist dann die Differenz zwischen EZB-Kurs und dem Mastercard- oder Visa-Kurs. 

Das bedeutet, dass es bei Kreditkarten viele Möglichkeiten zum Sparen gibt.

Beispiel für Kreditkartenkosten im Urlaub

 Günstigstes AngebotStadtsparkasse München
2 x 200 € in Fremdwährung abheben0 €19 €
500 € in Fremdwährung bezahlen0 €8,75 €
2 x 200 € am Automaten abheben0 €12 €
gesamt0 €39,75 €

Quelle: Preislisten Stadtsparkasse München und Barclaycard (Stand: 19. Juni 2020)

Vergleich der Kreditkartenkosten im Ausland

Wir haben die Auslandsgebühren unterschiedlicher Kreditkartenanbieter für Sie untersucht und vergleichen sie mit den von uns empfohlenen Angeboten. Mit Ausnahme der Barclaycard erhalten Sie die aufgeführten Kreditkarten in Verbindung mit einem Girokonto, für das weitere Kosten anfallen können.

Übersicht Kreditkartengebühren im Ausland

 Abhebegebühren
im Ausland
Fremdwährungs-
gebühren
beim Bezahlen
Kartenart
von Finanztip empfohlene Anbieter   
DKBweltweit 0 € / 2,2% außerhalb der Eurozone¹0 % / 2,2 % vom Umsatz¹Visa/Charge²

 

Hanseatic Bank

weltweit 0 €

weltweit 0 €

Visa/Revolving²
Barclaycard

weltweit 0 €

weltweit 0 €

Visa/Revolving²
Payback Visa Flexweltweit 0 €weltweit 0 €Visa/Revolving²
Consorsbank1,75 % außerhalb der Eurozone1,75 % außerhalb der EurozoneVisa/Debit²
Filialbanken   
Commerzbank1,95 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 5,98 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  
Deutsche Bank2,5 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 5,75 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)mind. 1,50 € 
Postbank2,5 % vom Umsatz1,85 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 5 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  
Sparkasse (Stadtsparkasse München)2 % vom Umsatz1,75 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 6 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  
Volksbank (Volksbank Berlin)2 % vom Umsatz1,80 % vom UmsatzMastercard/Visa
 mind. 7,50 € (zuzüglich Fremdwährungsgebühr)  

¹ abhängig vom Kundenstatus
² Debit: Geld wird sofort abgebucht / Charge: Geld wird monatlich abgebucht / Revolving: Ratenzahlung möglich
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 16. Juli 2020)

Was ist bei Kartenverlust zu tun?

Besonders auf Reisen ist es ärgerlich, wenn die Kreditkarte verloren geht. Denn falls Sie keine weitere Karte dabeihaben, stehen Sie plötzlich ohne Geld da. Nehmen Sie deshalb auf Reisen lieber zwei Karten mit: Stecken Sie eine in die Tasche und lassen Sie die andere im Safe Ihres Hotels.

Einige Banken unterstützen ihre Kunden mit dem Zusenden von Bargeld oder einer Notfall-Karte. Die Gebühren dafür hängen vom jeweiligen Anbieter ab. Am besten informieren Sie sich vorab bei Ihrer Bank über die Möglichkeiten.

Falls Sie Ihre Karte verlieren oder sie gestohlen wird, sollten Sie die Kreditkarte unverzüglich sperren. Dafür rufen Sie entweder Ihren Anbieter an oder den Sperr-Notruf (+49) 116 116. Das Anrufen des Notrufs ist in Deutschland kostenlos, im Ausland können Telefongebühren anfallen. Das Sperren der Karte selbst ist immer kostenlos.

Was ist bei Kreditkarten noch zu beachten?

Kreditkarten werden unterschiedlich abgerechnet. Es gibt Karten, bei denen das Geld sofort vom Girokonto abgebucht wird, sogenannte Debit-Karten. Bei diesen Kreditkarten kann es beim Buchen von Hotels und Mietwagen Probleme geben, sie werden nicht immer akzeptiert. Falls Sie eine Debit-Karte haben, sollten Sie also beim Verreisen besser eine zweite Karte mitnehmen, bei der das Geld anders abgebucht wird.

Bei Charge-Karten buchen die Anbieter das ausgegebene Geld gesammelt vom Girokonto ab, in der Regel einmal im Monat. Die Bank gibt Ihnen damit einen kostenlosen Kredit. Der kann teuer werden, falls das Girokonto ungenügend gedeckt ist, wenn die Bank das Geld abbucht. Achten Sie also darauf, wie viel Sie mit der Karte ausgeben.

Es gibt außerdem Kreditkarten, bei denen Sie Ihre Schulden in hoch verzinsten Raten zurückzahlen können. Unser Rat: Verzichten Sie darauf, die Ratenoption dieser Revolving-Karten zu nutzen und zahlen Sie Ihre Kreditkartenschulden lieber immer auf einen Schlag zurück. Einige Banken bieten an, das Geld komplett abzubuchen. Bei anderen müssen Sie selbst aktiv werden. Sollten Sie solche Karten im Plus führen können, überweisen Sie am besten vor Ihrer Reise Geld als Guthaben auf das Kartenkonto.

Schwierig wird das Reisen mit Revolving-Karten, die sich nicht im Plus führen lassen und bei denen der Anbieter das Geld nicht von sich aus komplett abbucht. Bei diesen Karten müssen Sie rechtzeitig das Geld überweisen. Nutzen Sie dazu kein öffentliches W-Lan, das ist für Ihre Bankgeschäfte zu unsicher.

Bezahlen Sie immer in der jeweiligen Landeswährung, wenn Sie außerhalb der Eurozone unterwegs sind. Das gilt auch beim Geldabheben. Denn falls Sie in Euro zahlen, rechnet der jeweilige Dienstleister den Betrag um. Dieser Währungskurs ist meist schlechter als der Kurs Ihrer eigenen Bank.

Besonders beim Geldabheben wird es Ihnen schwer gemacht. Die Menüführung ist meist so gestaltet, dass die sofortige Umrechnung in Euro wie der richtige Weg wirkt. Lassen Sie sich davon nicht beeinflussen und wechseln Sie auch nicht auf Euro, wenn Sie mehrmals drauf hingewiesen werden.

Sparen Sie im Urlaub bares Geld mit den von Finanztip empfohlenen Kreditkarten. Mit diesen Anbietern sind Sie im Ausland am kostengünstigsten unterwegs:

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • gebührenfrei Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 2,2 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
Barclaycard
Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht offenen Betrag in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag manuell überweisen, um Zinsen zu vermeiden
Payback
Visa Flex
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrags möglich
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Daten werden durch Payback gesammelt
Nur beim Anbieter abschließbar
Consorsbank
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • gebührenfreies Abheben in der Eurozone
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben
  • Bargeldabhebungen unter 50 Euro nicht kostenlos
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen
Nur beim Anbieter abschließbar
Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Dr. Manuel Kayl

Stand: 27. Juli 2020


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