Beiträge von adrianberg

    Hallo zusammen,

    der Kern der Sache ist für mich: Nicht die theoretisch perfekte Anlagestrategie ist automatisch die beste. Die beste Strategie ist häufig diejenige, die man auch in schlechten Zeiten konsequent durchhält.

    Oder etwas überspitzt gesagt: Was nützt mir die Rendite einer 100-Prozent-Aktienstrategie, wenn ich bei minus 40 Prozent plötzlich feststelle, dass mein persönliches Risikoprofil offenbar deutlich konservativer war als mein Depot?

    Am Ende muss die Mischung aus Rendite, Risiko und persönlichem Wohlfühlfaktor zusammenpassen. Denn die Börse verlangt nicht nur Geld, sondern gelegentlich auch Nerven. Und Letztere kann man leider nicht einfach per ETF diversifizieren.

    LG

    Hallo zusammen,

    ich habe von TR folgende Antwort bekommen:


    „Danke, dass du nachgehakt hast. Ich erkläre dir gerne unseren

    Verifizierungsprozess

    und beantworte deine Fragen.

    Warum wir die Unterlagen nicht für dich herunterladen können:

    Obwohl ich deine Account-Aktivitäten auf meiner Seite einsehen kann, hat unser Support-Team nicht die Berechtigungen, diese offiziellen Unterlagen in deinem Namen herunterzuladen. Deshalb müssen du die Dokumente selbst herunterladen und für die Source of Wealth-Verifizierung einreichen.

    Warum es mehrere Prüfungen und Dokumentanforderungen gibt:

    Deine Source of Wealth wird basierend auf den Nettoeingängen von Überweisungen, Zinsen, Dividenden sowie Wertpapiertransaktionen berechnet. Aufgrund dieser Berechnung haben wir zunächst deinen Brokerage-Auszug angefordert. Wenn dieser erste Auszug nicht genügend Informationen liefert, müssen wir zusätzlich deine Account-Auszüge anfordern, um deine Selbstübertragungen genau prüfen zu können….“

    LG

    Hallo zusammen,

    ich finde die unterschiedlichen Einschätzungen hier durchaus nachvollziehbar. Gerade bei 4 %, 6 % oder 7 % würde ich allerdings Aktienrendite und Währungsentwicklung nicht ganz voneinander trennen.

    Beim MSCI ACWI IMI ist der US-Anteil inzwischen sehr hoch. Für uns als Euro-Anleger bedeutet das: Entwickelt sich der Dollar gegenüber dem Euro schwächer, kann das die in Euro gemessene Rendite eines Welt-ETF über längere Phasen spürbar bremsen. Das ist keine theoretische Größe – Wechselkurse können über mehrere Jahre einen erheblichen Einfluss auf die tatsächlich erzielte Rendite haben.

    Gleichzeitig würde ich daraus aber nicht ableiten, dass der Dollar zwangsläufig über Jahrzehnte fallen muss. Der Gedanke, dass sich nach einer sehr langen Phase relativer Dollarstärke irgendwann wieder eine Gegenbewegung ergeben könnte, ist historisch durchaus plausibel. Nur ist das eben eine Annahme und keine verlässliche Prognose.

    Hinzu kommt die US-Finanzlage.

    Die Verschuldung und insbesondere die steigende Zinslast sind aus meiner Sicht ein Argument, zumindest mit einer langfristig etwas schwächeren Dollarentwicklung zu rechnen. Dafür muss der Dollar ja keineswegs „zusammenbrechen“. Schon eine über 10 oder 20 Jahre anhaltende relative Schwäche gegenüber dem Euro würde bei einem stark US-lastigen Welt-ETF einen Unterschied machen.

    Und genau deshalb finde ich die Unterscheidung zwischen 4 %, 6 % und 7 % interessant:

    Wenn man beispielsweise mit 6 % langfristiger Aktienrendite rechnet und zusätzlich davon ausgeht, dass der Dollar gegenüber dem Euro über längere Zeit nachgibt, kann für den Euro-Anleger durchaus eine niedrigere tatsächliche Rendite herauskommen. Dann sind 4 % als persönliche vorsichtige Planungsannahme nicht völlig abwegig.

    Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass man damit neben der Aktienrendite noch eine Währungsprognose einbaut.

    M.E. ist das Währungsrisiko bei einem langfristig gehaltenen Welt-ETF letztlich eher gelassen: Wechselkurse können die Rendite einzelner Jahre oder auch längerer Zeiträume deutlich beeinflussen, lassen sich aber nicht zuverlässig prognostizieren und können sich langfristig auch wieder in die andere Richtung bewegen. Deshalb halte ich eine Währungsabsicherung für einen langfristig orientierten Anleger grundsätzlich nicht für notwendig.

    Ich persönlich würde deshalb nicht sagen: „Der Dollar fällt, also bringt der Welt-ETF künftig nur 4 %.“

    Eher: 6 % können eine vernünftige langfristige Rechengröße sein – 4 % können eine bewusst konservative persönliche Planung sein. Aber wer die 4 % mit einer langfristigen Dollarabschwächung begründet, trifft damit zusätzlich eine Währungsannahme.

    Und gerade bei einem MSCI ACWI IMI finde ich diese Frage spannend, weil eine Dollarbewegung eben nicht nur eine Randerscheinung ist, sondern aufgrund des hohen US-Gewichts durchaus Einfluss auf die Rendite eines Euro-Anlegers haben kann.

    Unabhängig davon finde ich den Ansatz eines breit gestreuten Welt-ETF weiterhin überzeugend. Die Frage ist für mich eher, welche Renditeannahme man für die eigene langfristige Planung vernünftigerweise zugrunde legt, ohne sich dabei eine vermeintlich sichere Prognose über den Dollar einzureden.

    LG

    Hallo zusammen,

    https://www.msn.com/de-de/finanzen…ich/ar-AA2a75hx

    ich finde die Parallele zur

    Dotcom-Zeit

    durchaus interessant – aber ich würde daraus nicht ableiten, dass man jetzt aus Aktien oder aus einem Welt-ETF aussteigen sollte.

    Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass rund um KI tatsächlich eine Übertreibung besteht, ist die entscheidende Frage doch: Was mache ich als langfristiger Anleger damit?

    Einen Welt-ETF halte ich da für deutlich entspannter. Die großen KI-/Tech-Unternehmen sind dort ohnehin enthalten, aber eben zusammen mit vielen anderen Unternehmen, Branchen und Ländern. Man muss also nicht darauf wetten, ob Nvidia, Microsoft & Co. gerade zu teuer oder noch zu billig sind.

    Genau das ist für mich der große Unterschied zwischen einem breit gestreuten Welt-ETF und einem speziellen KI-/Tech-ETF: Beim Themen-ETF setze ich bewusst darauf, dass ein bestimmtes Thema weiterhin besser läuft als der Gesamtmarkt. Das ist letztlich eine Wette. Mit einem Welt-ETF ist man bereits automatisch an der Entwicklung der großen Tech-Unternehmen beteiligt iund durch einen zusätzlichen Tech-ETF deren Gewicht noch weiter erhöht.

    Und selbst im MSCI World ist die Konzentration inzwischen nicht unerheblich. Die fünf größten Unternehmen machen aktuell einen beträchtlichen Teil des Index aus. Trotzdem bleibt die grundsätzliche Idee der breiten Streuung erhalten.

    Deshalb wäre meine persönliche Konsequenz aus Burrys Warnung eher: nicht versuchen, die nächste Blase vorherzusagen, sondern das Depot so aufstellen, dass ich eine solche Blase aushalten kann.

    Wenn KI weiterläuft, bin ich über den Welt-ETF dabei. Wenn die KI-Aktien irgendwann deutlich korrigieren, habe ich nicht ausschließlich auf dieses Thema gesetzt und bleibe investiert.

    Genau dieses „langweilige“ Vorgehen finde ich beim langfristigen Vermögensaufbau eigentlich ziemlich angenehm. 😊

    Und wer heute noch neu anfängt, sollte sich meiner Meinung nach nicht von der aktuellen KI-Diskussion verrückt machen lassen. Ein breit gestreuter Alle-Länder-ETF ist dafür wesentlich einfacher, als selbst entscheiden zu müssen, welche Technologie gerade die nächste große Sache ist. Ich empfiehlt für Einsteiger ebenfalls einen breit gestreuten Alle-Länder-ETF Richtung IMI.

    LG

    Hallo zusammen,

    Der neue Podcast ist da:

    Kaufst Du Dir mit der Immobilie ungewollt ein gefährliches Klumpenrisiko? Wie groß das Risiko ist und wie Du es minimieren kannst: Das lernst Du in dieser Folge Finanzen Ganz Einfach.

    Eine Berichtigung dazu:

    Die Gebäudeversicherung wird vom Mieter getragen nicht vom Vermieter.

    Das die ETFs besser abschneiden war ja klar.

    LG

    Hallo zusammen,

    der aktuelle Podcast:

    Sollte man trotz Klimawandel langfristig investieren? Diese Frage einer Userin diskutieren Saidi und Emil von Finanztip in dieser Folge Finanzen ganz einfach.

    Du willst langfristig investieren – aber wie wirkt sich der Klimawandel darauf eigentlich aus? Diese Userfrage diskutieren Saidi und Emil von Finanztip in dieser Folge Finanzen ganz einfach unter anderem anhand von Studien.

    Es gelingt den beiden Jungs den großen Bogen zu spannen.

    Unaufgeregt - Sachlich - Strukturiert

    eingeordnet.

    LG

    Hallo zusammen,

    genau ein Welt IMI - eine gute Wahl. Mehr braucht es nicht. Der Newsletter von Finanztip ist ein guter Begleiter um auch passiv zu bleiben.
    Das halte ich für die eigentliche Herausforderung.
    Im Newsletter gibt es auch gute Tagesgeldkonten. Dafür ist TR nur recht eingeschränkt geeignet. Empfehlenswert ist TR bezüglich des Depot. Dazu gibt es ein Video.

    Respekt mit 27 ein rasanter Start.

    LG


    P.S. Der Zinseszinsefekt macht alles
    weitere.

    Hallo zusammen,

    genau, die anderen die sich verspekuliert haben kennt niemand - sie zeigen sich nur selten.

    …manchmal habe ich das Gefühl, als müsste man für Vermögensaufbau ständig die nächste Raketenaktie, den heißen KI-Geheimtipp oder den ultimativen Krypto-Mondflug erwischen. 😄 Oder auch „nur“ in der FAZ wird wieder eine „bessere“ Strategie angeboten…

    …dabei zeigt die Praxis immer wieder: Ein gutes Vermögen entsteht oft erstaunlich langweilig.

    Regelmäßig sparen, breit gestreut investieren, Kosten niedrig halten und vor allem Zeit mitbringen.

    Klingt unspektakulär? Ist es auch. Aber genau das macht den Unterschied.

    Spekulation kann kurzfristig spannend sein – wie ein Besuch im Freizeitpark. Vermögensaufbau ist dagegen eher ein

    Marathon.

    Niemand gewinnt den Marathon, weil er die ersten 200 Meter gesprintet ist.

    Ein weltweit gestreuter ETF, ein konsequenter Sparplan und ein langer Atem schlagen auf Dauer häufig den Versuch, ständig den Markt auszutricksen. Der Zinseszinseffekt arbeitet leise im Hintergrund – und fragt nicht danach, ob die Geldanlage besonders aufregend war.

    Deshalb: Nicht jeder Euro muss auf die nächste Kursrakete setzen. Manchmal reicht es völlig, den eigenen Plan durchzuhalten. Langweilig ist an der Börse oft gar kein Nachteil – sondern eine unterschätzte Stärke.

    Oder anders gesagt: Wer jede Woche den heiligen Börsengral sucht, findet am Ende oft nur neue Transaktionskosten. Wer dagegen geduldig investiert, hat gute Chancen, dass das Depot die Arbeit fast von allein erledigt.

    LG

    Hallo zusammen,

    ich glaube, man muss hier zwei Dinge auseinanderhalten:

    Garantien gibt es an der Börse nicht, aber es gibt Wahrscheinlichkeiten auf Basis sehr langer historischer Zeiträume.

    Genau deshalb spricht Finanztip auch nicht von einer sicheren Rendite, sondern arbeitet für langfristige Planungen mit vorsichtigen Annahmen. Die Faustregel, dass sich ein weltweit gestreutes ETF-Depot ungefähr alle 12 Jahre verdoppeln kann, leitet sich aus einer langfristig angenommenen Durchschnittsrendite von rund 6 % pro Jahr ab. Das ist keine Zusage, sondern eine Orientierung.

    Die 72er-Regel ist dabei nichts anderes als eine einfache Rechenhilfe:

    72 : 6 = ca. 12 Jahre.

    Mal geht es deutlich schneller, mal dauert es länger. Entscheidend ist der lange Anlagehorizont und der Zinseszinseffekt. Genau dieser Effekt ist einer der wichtigsten Gründe, warum passives Investieren über Jahrzehnte sinnvoll sein kann.

    Ebenso wichtig ist aber auch der Blick auf das Risiko. Rendite gibt es nicht ohne Risiko. Deshalb sollte man immer fragen: Welches Ergebnis erwarte ich bei welchem Risiko?

    Nach den üblichen Risikostufen von 1 bis 7 könnte man es vereinfacht so sehen:

    • Risikostufe 1: Sparen, Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihen – geringe Schwankungen, entsprechend niedrige Renditeerwartung.
    • Risikostufe 4: Weltweit gestreuter Aktien-ETF – spürbare Kursschwankungen, dafür historisch eine realistische langfristige Renditeerwartung.
    • Risikostufe 7: Hochspekulative Anlagen wie Bitcoin – hohe Chancen, aber auch sehr hohe Risiken bis hin zu massiven Verlusten.

    Investieren ist deshalb weder Sparen noch Spekulieren und schon gar kein Glücksspiel. Langfristiger Vermögensaufbau bewegt sich im Bereich des Investierens. Wer weltweit breit gestreut investiert, Kosten niedrig hält und viele Jahre investiert bleibt, nutzt den Zinseszinseffekt als wichtigsten Verbündeten.

    Ob sich das Vermögen am Ende nach 10, 12 oder 15 Jahren verdoppelt, weiß heute niemand. Dass breit gestreute Aktien über sehr lange Zeiträume historisch eine attraktive Rendite erzielt haben, ist aber genau der Grund, warum sie bei einer mittleren Risikostufe für den langfristigen Vermögensaufbau einen festen Platz haben.

    Langweilig geht es auch.

    LG

    Hallos zusammen,

    die Aussage: "Ein weltweit gestreuter ETF verdoppelt sein Kapital etwa alle 12 Jahre." Das ist keine Garantie, aber eine Faustregel, die auf der langfristigen durchschnittlichen Rendite basiert bei einer Risikostufe von 4.

    Eine einfache Hilfe ist die 72er-Regel:

    72 ÷ jährliche Rendite = ungefähre Verdopplungszeit

    Beispiel:

    • Bei einer durchschnittlichen Rendite von 6 % pro Jahr: 72 ÷ 6 = 12 Jahre
    • Bei 7 % Rendite: 72 ÷ 7 ≈ 10 Jahre
    • Bei 8 % Rendite: 72 ÷ 8 = 9 Jahre

    Nach Finanztip haben weltweit gestreute Aktienanlagen über sehr lange Zeiträume historisch oft eine durchschnittliche Rendite von bisher ca. 7% pro Jahr erzielt - heute wird von 6 Prozent ausgegangen - natürlich mit teilweise starken Schwankungen. Deshalb kann man nicht erwarten, dass sich das Geld genau nach 12 Jahren verdoppelt. Mal geht es schneller, mal dauert es länger.

    Wichtig ist: Die 72er-Regel ist nur eine Faustformel, keine Garantie. Sie zeigt aber gut, wie stark der

    Zinseszinseffekt

    über viele Jahre wirkt. Wer langfristig investiert und Kursschwankungen aushält, hat historisch gute Chancen, dass sein Vermögen diese Verdoppelungphasen mitmacht - bei Risikostufe 4

    LG

    Hallo zusammen,

    genau. Es ist die Ableitung nach der 72er Formel. Letztlich führt Finanztip das ständig so aus. Bei einer Erwartung von 6 Prozent p.a. ist es auch nachzuvollziehen. Die Zeit ist der entscheidende Faktor. Da wird ein höheres Risiko als 4 schneller zur Spekulation als man so denkt.

    Es ist schon unglaublich wie schnell es langweilig auch geht.

    LG