Beiträge von Benutzer100

    Meine Formel ist eine sehr grobe Vereinfachung und in dem Sinne auch falsch. Es fehlen noch viele wichtige Faktoren. Echte Assetpricing Modelle sind wesentlich komplexer und sind jeweils Firmengeheimnis.

    Aber der Kerngedanke sollte die wesentlichen Bestandteile erwähnen,welche 80-90% der Varianz erklären.

    Ah, das macht Sinn. Fragt sich dann zwar immer noch warum der Kurs niedriger und nicht höher ist für Luxemburg (da die Zinsen ja steigen und nicht fallen). Aber vielleicht nimmt sie Börse Stuttgart hier ja einfach den niedrigsten Limit order der noch offen ist und schon würde sich das alles erklären. Kann natürlich noch andere Erklärungen dann geben.

    Danke!

    Das stimmt natürlich. Man muss um die Rendite auszurechnen, den Kurswert sowie den Kupon berücksichtigen. Aber danach habe ich dein Argument noch nicht verstanden.

    Anleihen vergleicht man ja nicht, wann sie gestartet sind, sondern wann sie fällig werden und wie viel Restlaufzeit noch drauf ist. Der Kurswert richtet sich dann,stark vereinfacht dargestellt, nach 100 + (Kupon -(EZB Leitzins + Risikoaufschlag für Emmitenten)) * Restlaufzeit in Jahren. D.h. erstens das Startdatum spielt keine Rolle. Und zweitens ist die Rendite ( annualisierte Differenz zwischen Kurswert und Nominalwert plus Kupon) maßgeblich von dem Risikoaufschlag auf den EZB Zins abhängig. D.h. egal welche Abschläge irgendwann Mal bezahlt wurden, ist das in der aktuellen Rendite ja bereits alles verrechnet. Zeitgleich spiegelt die Rendite das Risiko über den Risikoaufschlag wider. Und der wiederum ist hier ja gerade off, wenn man die Creditratings als korrekt annimmt.

    Wäre super, wenn ich einfach was übersehen habe. Aber kannst du das nochmal erklären? Alle Anleihen in der Liste haben einen Nominalwert von maximal 1000 Euro pro Stück ("handelbar ab", hier ist '1.000,000' = 1000 Euro') und sind damit klar an Privatanleger ausgerichtet. D.h. es ist keine Anleihe dabei, die erst ab 100000 Euro oder so gehandelt werden kann, was sich klar nur an institutionelle Anleger richten würde. Oder welche Spalte meinst du?

    Hi,

    Finanztip benutzt ja die Beurteilungen der wichtigsten Ratingagenturen, um festzulegen, welche Fest- und Tagesgeldprodukte empfohlen werden.

    Wenn ich mir jetzt aber Staatsanleihen ansehe, hier mal exemplarisch für Anleihen die in 2028 fällig werden, dann sieht man interessante Effekte:

    https://www.boerse-stuttgart.de/de-de/tools/pr…untPrincipal=63

    Renditen:

    Länder mit AAA: Deutschland 2.3%, Niederlange 2.5%, Luxemburg 2.9%

    Länder mit AA+: Österreich 2.7-2.8%, Finnland 2.7-2.8%,

    Länder mit AA: Belgien 2.6%, Frankreich 2.6-2.7%,

    Länder mit AA-: Irland 2.6-2.7%

    Es fällt auf, dass die Korrelation der Rendite mit dem Rating nicht besonders stark ist in diesem Bereich. So hat Luxemburg mit AAA eine höhere Rendite als Irland mit AA- und liegt im Bereich der Renditen von Spanien (3%) und Portugal. Auch Österreich und Finnland mit AA+ haben höhere Renditen als Länder mit niedrigeren Ratings.

    Fragen:

    1.) Weiss jemand wie das kommt? Sind die Länderratings outdated?
    2.) Wie kommt es, dass Luxemburg so hohe Renditen hat? 2.9% liegt im Bereich von Spanien und Portugal.

    3.) Kann man wirklich noch in Luxemburgische Staatsanleihen und Banken investieren?

    4.) Sollte Finanztip die Kriterien ändern und sich nicht nur auf die Länderratings verlassen, sondern wie der Markt die Länder einschätzt?

    Vielen Dank

    Vielen Dank erstmal für die vielen Einschätzungen!

    Ich habe erstmal nicht erwähnt wie ich es tatsächlich mache, um mal einen eine Eindruck ohne Bias zu bekommen. Das war schonmal sehr hilfreich.

    Ich habe mich entschieden, das liquide Vermögen auf zwei Sparziele hin auszurichten: Altervorsorge und Darlehensrückzahlung und, bis letzteres erreicht ist, das Vermögen 30% / 70% aufzuteilen.

    Die Altervorsorge setze ich relativ standardmässig um: 70% MSCI World, 20% MSCI EM, 10% MSCI Europe. D.h. leichtes EM Übergewicht im Vergleich zum ACWI, und leichtes Europa Übergewicht gegenüber dem MSCI World. Nichts spektakuläres.

    Die Darlehensrückzahlung habe ich zu 80% Festgeld (Laufzeit von 6-12 Monate bisher, bis Zinsniveau stabiler wirkt) und 20% kurzlaufende Unternehmensanleihen auf Euro umgesetzt. Habe mich bisher gegen Staatsanleihen entschieden, da Festgeld einfacher erschien und es immer noch diesen Unterschied gibt, zwischen dem was die EZB/FED sagen, was sie tun werden (Zinsen noch weiter hoch), und was der Markt einpreist (Rezession und fallende Zinsen bald). Das wurde mir zu kompliziert und da wollte ich den sicheren Betrag lieber in Festgeld halten.

    Bei dieser Aufteilung komme ich auf eine Sparrate für die Darlehensrückzahlung, die mehr als dem zweifachen entspricht, die ich bräuchte (bei angenommenem 2% jährlichem Zins), wenn ich den Betrag erst zum Schluss der Zinsbindung bräuchte. D.h. ich bin in 4 Jahren durch anstatt 8 Jahren.

    Habe mir das ganze auch aus Gesamtportfoliosicht angesehen, und Maximum Drawdown und Throughtime angesehen (d.h. wie lange man historisch gesehen warten müsste, bis man kein Geld verliert).

    Insgesamt fühle ich mich gut hiermit. Aber zwischendurch packt es mich doch und man zweifelt, ob man zu risikoreich an die Sache geht. Deshalb wollte ich mal weitere Meinungen hören.

    Vielen Dank dafür nochmal

    Hallo Finanztip Community,

    ich überlege jetzt schon eine Weile, wie ich am besten mit der folgenden Situation umgehen will:

    44 Jahre, verheiratet, 1 Kind

    Wohnung im Jahr 2020 gekauft

    Restschulden 700k bei Sollzins 0.6% und Zinsbindung bis Mai 2031

    Liquides Gesamtvermögen (i.e. ohne Immobilien): 480k

    Nettoeinkommen: 13k (plus variable Aktienvergütung von etwa 4k) pro Monat

    Nicht verbeamtet und deshalb könnte das Gehalt in Zukunft deutlich geringer sein, aber bis auf weiteres bleibt es so.

    Risikoprofil: chancenorientiert

    Die Finanztip Empfehlung ist für den Fall, dass man Schulden hat, stets die Schulden zunächst zu tilgen. In meinem Fall macht dies aber wenig Sinn, da alleine schon die Anlage in Festgeld eine deutlich höhere Rendite bringen würde, als zu tilgen.

    Zudem sind noch mehr als 8 Jahre Zeit, bis zur Fälligkeit des Kredits. Je nach Assetklasse ist das schon eine interessante Zeitspanne. Zum Beispiel gibt Finanztip an, dass 40% Aktien und 60% Festgeld noch nie Geld verloren haben über einen Zeitraum von 10 Jahren (https://www.finanztip.de/geldanlage/).

    Wir würdet ihr mir der Situation umgehen?

    Vielen Dank im Voraus,

    Markus

    Hi,

    mich würde interessieren, was die Analysten von Finanztip von Target Maturity Bond ETFs halten, die in den letzten Jahren aufgetaucht sind, z.B. die corporate iBonds von blackrock: https://www.ishares.com/us/resources/tools/ibonds

    Ich finde diese sehr interessant zur Zeit, um mittelfristig anzulegen (~3-5 Jahre), aber frage mich ob ich etwas übersehe.

    Auf so kurze Horizonte machen Aktien wenig Sinn, da die Schwankungen zu hoch sind. Man muss sich also nach was anderem umschauen. Man kann nun aber nicht nur ein Premium fürs das Wertschwankungsrisiko erhalten (wie bei Aktien) sondern auch ein Premium auf Illiquidität (weshalb man bei Festgeld immer mehr Zinsen bekommt als bei Tagesgeld). Nur was gibt es da interessantes - Festgeld ist einfach zu niedrig.

    Das nächst interessante sind dann Bonds. Bonds schwanken etwas weniger als Aktien, aber sie schwanken auch, aufgrund des Zinsänderungsrisiko und des Ausfallrisikos. Wenn man einzelne Bonds hat, kann man das Zinsänderungsrisiko eliminieren, wenn man den Bond bis zur Maturity hält. Man weiss dann beim Kauf genau was man erhält - aber man hat das volle Ausfallrisiko - falls das Unternehmen oder der Staat pleite geht. Bei Bond ETFs kann man nun breit diversifizieren, und so das Ausfallrisiko sehr klein im Effekt halten, aber dafür ist man 100% dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt, weil Bond ETFs normal Bonds nicht bis zur Maturity halten und so ständig hin und her handeln. Man bekommt bei normalen Bond ETFs deshalb, meiner Meinung nach, keine Illiquiditätsprämie.

    Wenn ich die Dinge richtig verstehe, sind Target Maturity Bond ETFs das beste der beiden Welten. Target Maturity Bond ETFs kaufen Bonds ein, die alle etwa zur gleichen Zeit fällig werden, z.B. 2025. Auf diese Weise kann das Zinsänderungsrisiko eliminiert werden (solange man den Target Maturity Bond ETF bis zur Maturity hält, also bis 2025 im obigen Beispiel). Zur gleichen Zeit, sind in dem ETF viele verschiedene Staaten oder Unternehmen vertreten und so bekommt man eine breitere Diversifikation wie bei einem normalen Bond ETF. Insofern man die feste Strategie fährt, den Target Maturity Bond ETF bis zum Ende zu halten, erscheinen mir durch die obige Kombination von Eigenschaften Target Maturity Bond ETF hauptsächlich ein Premium für Illiquidität zu liefern, und weniger durch eine Risikoprämie.

    Von daher finde ich das Konzept sehr interessant und frage mich, ob das ein interessantes Finanzproduct sein könnte, wenn man zum Beispiel plant in den nächsten Jahren eine Immobilie zu kaufen. Sicherlich nicht komplett Risikofrei wie Festgeld (ausser Bankenrisiko hier), aber man kann durchaus mit der Inflation mithalten oder vlt sogar darüber liegen, wenn man in Unternehmensanleihen investiert , die mehr Rendite bringen können als Staatsanleihen.

    Fragen (an die Finanztip Redaktion):

    1.) Habt ihr euch da schonmal schlau gemacht?

    2.) Übersehe ich hier etwas?

    3.) Unterschätze ich hier Risiken?

    Vielen Dank