Hallo Thomas,
ich vermute das der slowenische und der kroatische Teil nicht über die österreichische Einlagensicherung geschützt waren. Da muss man Mitglied sein.
Daher wurden sie auch verkauft (verramscht), weil das Risiko für deren Einlagensicherung hoch war.
Insolvenzrechtlich bilden aber der slowenische, der kroatische, der österreichische und der deutsche Teil eine Einheit!?
Die anderen Teile, z. B. Ungarn werden ja auch nicht erwähnt!?
Aber das Prinzip muss ja so funktioniert haben: Geld in Deutschland einsammeln und in Osteuropa verleihen.
Wenn im übrigen nur noch 600 Mio. € Masse aus den vergebenen Krediten da wären würden wir leer ausgehen weil alles die Einlagensicherung im Insolvenzverfahren bekommt.
Die österreichische Einlagensicherung hat auch nur an deutsche und österreichische Einleger ausgezahlt, bisher 913 Mio. Euro (=96%). Das kann man unter einlagensicherung.at einsehen.
Der kroatische und slowenische Teil wurde ja komplett verkauft, da gibt es nichts zu Sichern.
Daher passen die Zahlen gut:
*Einlagen von deutschen Privatanlegern (Sberbank Direkt) und einigen österreichischen Firmen (Sberbank Europe AG ???): 1.100 Mio Euro
*davon 947 Mio gesicherte Einlagen unter 100.000€
*153 Mio Euro ungesicherte Einlagen über 100.000€
Meine Vermutung ist das jetzt die von der deutschen Tochter nach z. B. Kroatien transferierte Gelder zurückgeführt wurden durch die Verkaufserlöse. Das müssten meiner Meinung nach die 713Mio € sein.
Dann hätte die Sberbank Direct mind. 713 Mio Euro + ihre dahingeschmolzenen Barreserven auf dem Konto. Zusätzlich gäbe es noch vergebene Kredite von 600 Mio Euro die man z. B. an die BAWAG verkaufen möchte.
Mal angenommen das gelingt mit großen Abschlag für 400 Mio. Euro, dann wäre 1.113 Mio Euro Masse da. Dann bliebe nach bevorzugter Bedienung der Einlagensicherung 1.113Mio € - 947 Mio € = 166 Mio für unsere Gläubigerklasse übrig (Insolvenzkosten usw. unberücksichtigt).
Wenn man in die Jahresbilanz der Sberbank Europe AG von 2020 (findet man unter sberbank.at) sind da auch nachrangige Darlehen mit Laufzeit bis 2024 von 400 Mio € aufgeführt und 400 Mio Eigenkapital. Unklar wozu die gehören.
Die Forderungen im Insolvenzverfahren wären daher vermutlich höher wie die 1.100 Mio €, aber die restlichen Forderungen wären alle unter unserer Gläubigerklasse.
Das alles ist natürlich nur meine Vermutung und was man in den spärlichen Daten herauslesen und als Laie begreifen kann. Im übrigen bedeutet es wenn keine weitere Abwicklungsmaßnahme gibt nicht dass keine Insolvenz folgt.
Unklar ist auch was passiert wenn der Kassenbestand ausreicht um die durch die Einlagensicherung gedeckten Einlagen zu bedienen. Dann würde doch das Einlagensicherungsgesetzt nicht mehr greifen.
Dann wären unsere Einlagen bei einer Bank die nicht in einer Einlagensicherung Mitglied ist und kein Neugeschäft tätigen kann.