Maxstoll347 , an anderer Stelle hier schreibst Du:
Ich besitze zu 50% eine Wohung (Gesamtwert der Wohnung 2024 = 180k) und lebe mit meinem Bruder in meinem Elternhaus das uns zu zweit gehört ...
Das Geld nur auf der Bank rum liegen zu lassen wäre ja eigentlich blöd. Klar kommen beim Haus auch demnächst Renovierungsarbeiten, aber 70k ist schon ne ganze Menge.
Zum einen und ganz generell: Vor obigem Hintergrund wäre mir - ganz persönlich - generell Deine finanzielle Aufstellung bereits zu "immobilienlastig", wenn Du nun auch noch Deinem Bruder seinen halben Wohnungsanteil abkaufst, wird diese Unwucht noch größer.
Zum anderen sind 70k (leider) nicht viel Geld, wenn es um das Thema Immobilie geht.
Ich könnte meinem Bruder Knapp 90k so auszahlen habe dann aber nichts mehr an Rücklagen.
Zudem: Meine gesamten freien Mittel würde ich - ganz persönlich - niemals in eine einzige Sache (bzw. Anlageklasse) packen - egal, ob es nun um eine Aktie, eine Immobilie, eine Anleihe oder einen Barren Gold geht.
Ansonsten stellt sich - neben den klassischen anderen Fragen (Standort der Immobilie (Makro- und Mikrolage - eher strukturschwache Region oder Lage mit Perspektive und Potential), Baujahr, Zustand, Reparatur-/Sanierungsstau, Ausstattung (Schnitt, Balkon, Aufzug, Garage), Höhe Instandhaltungsrücklage, solider und solventer Mieter, Struktur der Eigentümergemeinschaft, Qualität der Hausverwaltung) - mir zuerst die Frage, wie sich denn die Miete zum Wert der Wohnung verhält. Sprich wieviel Jahresnetto-Kaltmieten (JNK) die vermeintlichen 180k ausmachen (wobei der Marktpreis aus 2024 der Wohnung nunmehr ein anderer sein kann ...). Und ob dieser Faktor (Kaufpreis in JNK) dann ein marktgerechter ist.
Eine weitere Überlegung kann dabei auch sein, ob Du Dir vorstellen kannst, diese Wohnung perspektivisch (also irgendwann später einmal) selbst zu beziehen.
Meine Frage wäre noch: Was wäre wenn ich in 3-4 Jahren Geld brauche und die Wohnung dann verkaufe
Aus meiner Sicht sollte man bei einer Immobilie einen Zeit- sprich Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren (aufwärts) mitbringen. Und die Bereitschaft sich um die Immobilie zu kümmern (Aufwand rund um die Vermietung).
und den Kredit ablöse. Geht das ohne Probleme?
Wenn Du dann einen Käufer findest, wird das gehen. Je nach Zinsumfeld und Dauer der Zinsfestschreibung im Darlehensvertrag kann das aber eine zusätzliche Zahlung an die Bank auslösen (Vorfälligkeitsentschädigung (VVE)). Der Kaufpreis sollte dann zudem so aussehen, daß dieser für die Ablösung der noch verbliebenen Restschuld reicht und Dir somit Geld übrig bleibt. Sollte die 10-jährige Spekulationsfrist bei vermieteten Immobilien noch nicht erreicht sein ("wenn ich in 3-4Jahren Geld brauche" ...) und der Wert der Wohnung bis dahin gestiegen sein, werden darauf Steuern anfallen.
Nach nur summarischer Prüfung wäre meine - ganz persönliche - Tendenz, daß mit der Wohnung eher zu lassen und mich finanziell breiter aufzustellen (auch mit dem Erlös aus dem Verkauf der Wohnung) beispielsweise via einem weltweiten Aktien-ETF.
Das Ganze sollte aber auch vor dem Hintergrund Deiner sonstigen finanziellen Gesamtlage zu sehen und bewerten sein (Alter, Einkommen, Sicherheit desselben, steuerliche Situation, Plan zur Altersvorsorge, schon bestehende diesbezüglich Ansprüche etc. pp.). und auch Deiner weiteren Lebensplanung (willst Du beispielsweise dauerhaft mit Deinem Bruder zusammen in Eurem Elternhaus leben ?).
Dir gute Gedanken und dann ebensolche Entscheidungen wünsche ich .. !