Kurze Praxiserfahrung; E-Auto geleast für 3 Jahre bis zum Anfang dieses Jahre.
Es handelt sich um ein Auto, das laut Hersteller 346 km mit einer Batterieaufladung schaffen sollte. Tatsächlich war diese Reichweite nur bei perfektem Wetter in der Stadt sowie kombiniert mit der Landstraße möglich. Bei Fahrten auf der Autobahn, meistens eher unter 120 km/h, waren es etwas über 200 Kilometer bis eine Ladung notwendig war.
Im Winter war das E-Auto auf kurzen Strecken eine Katastrophe, natürlich sind mir die technischen Hintergründe bekannt, aber das hat uns sensibilisiert. Der Verbrauch lag mindestens 25-35 Prozent höher im Vergleich zu den guten Jahreszeiten.
Wir hatten keine Wallbox oder eine Steckdose zum Aufladen, das war leider auch in einer Großstadt mit über 200.000 Einwohner gar nicht so leicht, vor allem zeitaufwendig. Denn das E-Auto hatte eine sehr niedrige Ladekurve, laut Papier bis zu 100 kwh möglich, aber den Höchstwert den wir gesehen hatten, waren eher 70 und das bei guten Wetterbedingungen. Im Winter dauerte das Laden entsprechend länger, wobei die Ladekurve meistens ab 55 kwh abflachte… Daher dauerte das Laden uns zu lange, was zeitlich bei Reisen von 300 Kilometer(hauptsächlich Autobahn)nervig war.
Insgesamt hat das Fahren mit einem E-Auto eine Menge Spaß gemacht und vorausschauendes Fahren wurde belohnt, auch wenn wir regelmäßig das mal ignoriert haben, Stichwort: Bremsen..
Summa summarum, ohne eigene Steckdose, die nachhaltig die Kosten beeinflusst sowie die Lademöglichkeit, ist ein E-Auto für uns und unserer Ansicht nach für die Menschen in unserem Land nicht umsetzbar. Denn die Preise für das öffentliche Laden unterscheiden sich gewaltig vom Haushaltsstrom, hier im Norden..
Info: Wir sind Mieter, es ist auch nicht augenscheinlich möglich, dass der Vermieter diese Infrastruktur schaffen wird, was sehr bedauerlich ist. Denn das Thema Mobilität kann sich deutlich schneller in Richtung E-Auto wandeln, wenn eben der gesellschaftliche Wille da ist und die Marktpreise der Autos langfristig sinken. Denn wie hier bereits LebenimSueden angesprochen hat, sind viele E-Autos trotz stolzer Preise relativ schlecht ausgestattet im Vergleich zu einem gleichteureren Verbrenner.
Ich finde daher, dass das Forum hier differenzierter aufgestellt sein muss, um den Otto-Normal-Verbraucher/in zu berücksichtigen.
Achso, das Thema steuerliche Subventionen halte ich in diesem Zusammenhang für einen Fehler, denn E-Autos wären bei entsprechender Infrastruktur und Rahmenbedingungen durchaus die besseren Autos, aber die Preispolitik liegt bei den Konzernen, die meiner Ansicht nach gesellschaftlich verpflichtet sind, um einen Wandel und Innovation zu fördern. Ansonsten bedarf es dieser Konzerne nicht, denn nach meinem Verständnis bedeutet Wirtschaften eben auch sich selbst zu erneuern und innovativ zu bleiben ;).