Beiträge von Jemand123

    Ich finde das Problem mit der Entnahmerate ist, das die die statistische Wahrscheinlichkeit einer „sicheren“ Rate letztendlich doch eine Einzelfallsituation sein wird. Wir tun uns da ziemlich schwer mit und fallen mangels Glaskugel wohl eher auf ein „wird schon“ zurück. Stichwort tatsächlicher Entnahmepfad, persönliche Gesundheit, mögliche vorgezogene Starthilfe für die Kinder, und wahrscheinlich vieles mehr. Eine etwaige Pflegebedürftigkeit haben wir für uns gedanklich mit dem Abschmelzen des Depots verbunden, alles andere müsste eher in Abhängigkeit von der realen Entwicklung des Depots bewertet werden.

    Interessantes Thema, vielen Dank. Von der eingangs gemachten Beschreibung trifft fast alles auch auf uns zu. Wollen aber mit 63 aufhören, sofern wir dann noch dürfen bzw. die dann geltenden Abzüge es immer noch möglich machen. Depot dient auch v.a. dem schönen Leben. Wir haben allerdings fast nur ausschüttende ETF, sodass der aus der BaV gefütterte Cash Puffer vermutlich sogar länger halten wird. Insofern bauen wir den Cash Puffer nur für die ersten beiden Jahre auf, bis die BaV fällig wird. Dann wird mit dieser oder mit Depotentnahme weiter gemacht. Und dann schauen wir mal. Habe in Excel ein paar Szenarien durchgespielt, bin aber realistisch genug zu glauben, dass sich noch das eine oder andere ändern wird. Deshalb planen wir das Depot auch eher mit etwas Puffer bzw. niedrigeren Entnahmerate. Was aber natürlich vorausgesetzt, dass wir unsere Sparrate durchhalten können.

    Komme nicht hinterher, den Thread komplett zu lesen, aber aus meiner Sicht ist, neben den meist zu hohen Verwaltungskosten, das Hauptproblem, dass jeder Arbeitgeber seine eigene Lösung hat und aus Gründen der Verwaltungsoptimierung nicht daran interessiert ist, einen bestehenden Vertrag eines neuen Arbeitnehmers fortzuführen. Da gleichzeitig eine Erwerbsbiografie mit nur einem Arbeitgeber die Ausnahme sein dürfte, führt dies aus meiner Sicht zu einer systematischen Reduzierung des Nutzens der BAV. Eine Standardisierung und Zusammenführung der BAV mit der privaten Altersvorsorge wäre deshalb aus meiner Sicht überfällig.

    Sparplan würde ich auch empfehlen. Während es durchaus Aktien gibt, die jenseits der 1000 Euro liegen, sind die gängigen weltweiten ETF meiner Erfahrung nach meist irgendwo zwischen 10 und +/- 100 Euro. Wenn das bei mir für Verkäufe relevant war, sind meist 2 Order generiert worden, die 2. mit den Bruchstücken blieb meist etwas länger offen, wurde aber zu normalen Börsenzeiten auch geschlossen ohne größere Kostenauffälligkeiten. Frage mich auch, ob das Thema angesichts der bei der Sparsumme möglicherweise anvisierten Depotgröße wirklich von größerer Relevanz ist.

    Meine Minisparpläne heute ausgesetzt :rolleyes:

    dafür gehts ab Freitag weiter. Schon interessant wie sich konstant eingezahlte 20-40 EUR Beträge auswirken. Überlege, das mit den sechs Terminen dauerhaft weiterzuführen.


    Das ist ja sozusagen die ewige Diskussion von Einmalanlage vs. gestaffelter Anlage vs. Zurückhalten von Cash für die Crashes im Kleinen. Wenn man eine Phase sinkender Kurse erwischt, kann man sich auf die Schultern klopfen, ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man Rendite liegen lässt, wenn man einen Teil des Geldes, welches man investieren möchte, zurückhält. Man kann die Statistik befragen, weitere Kennzahlen hinzuziehen, aber letztlich wird man sich nicht davon lösen können, dass auch eine gewisse Portion Glück dazu gehört.

    Insofern ist mir mein monatlicher Sparplan nach Gehaltseingang auch ausreichend. Und ich spare mir das fortwährende Schauen und Überlegen und Handeln…

    Ich persönlich finde einen an die persönlichen Lebensumstände angepassten Notgroschen durchaus wichtig, gleichzeitig aber auch das Sammeln von Erfahrungen mit Börsenschwankungen aus erster Hand. Insofern wäre ein 70/30% oder 80/20% Verhältnis zugunsten des Notgroschen für die ersten Jahre ja vielleicht ein Kompromiss. Danach kann man das umkehren, bis der Notgroschen die Zielhöhe erreicht hat und dann zu 100% investieren.

    Da haben sie oder zumindest die entscheidenden Chefredakteure sich zumindest eindeutig positioniert und machen deutlich, dass sie den ursprünglichen Artikel nicht für einen Fehler halten. Ich bin mit dir, dass ich diese Strategie für groben Unsinn halte und vermute, dass diese Diskussion bei vielen leider die Verunsicherung erhöhen wird.

    Ich vermute, das Gehaltsreports wie regelmäßig z.B. von Stepstone veröffentlicht, ein klareres Bild zur Bewertung des eigenen Gehaltes geben dürften, sofern das denn das Ziel im Thread ist. Letztlich sind wir hier wohl eher in einer gewissen Bubbel unterwegs, sodass ich nicht glaube, dass der Aussagegehalt deutlich über dem von TikTok Beiträgen liegen wird. Und nicht zuletzt spielen auch viele Rahmenbedingungen wie z.B. Wohnort, Stundenzahl, Alter bzw. Erfahrung, Personalverantwortung, Größe des Unternehmens, …. eine große Rolle.

    Kein Market Timing bei uns, nur Sparplan. Von den Trailing Orders halte ich auch nicht soviel. Dazu sind manchmal die Schwankungen zu groß, ohne dass es zwangsläufig in einen nachhaltigen Bärenmarkt übergeht. Will dir das nicht ausreden, aber für uns ist das nichts. Bin im Team Lottoschein, falls wir übermütig werden :)

    Was hier ja auch gar nicht die Frage war. Sondern die Frage nach einer Balance zwischen geringerer Rendite wegen eines Puffers von 2+x Jahren vs. eines 1 Aktien ETF Ansatzes mit Verkauf in mehrjährigen Krisenzeiten. Wie gesagt, mir ist schon klar, dass die Pleitewahrscheinlichkeit bei einer Depotgröße wie in diesem Thread wohl eher vernachlässigbar ist.

    1,2-1,7% Ausschüttung minus Kapitalertragssteuer für Standard World oder Kommer ETF. 1 Millionen Depot hört sich schon viel an, aber bei schwankender Ausschüttung und schwankendem Depotvolumen wird es ohne zusätzliche Verkäufe schwer, wenn ein signifikanter Teil des monatlichen Lebensunterhaltes daraus bestritten werden soll. Wenn der Grundbedarf bereits durch Rente abgedeckt ist, sieht es natürlich anders aus.

    Erst bei einer nahezu oder vollständig ausgeschöpften Aktienquote halte ich eine weitere Risikoerhöhung über Faktorprämien für sinnvoll.

    Mir erschließt sich noch nicht, dass es sinnvoll ist, ein 100% Aktien Depot zu führen, ohne zumindest einen Bedarf von 2+x Jahren ohne Verkäufe überbrücken zu können. Egal ob mit oder ohne Faktoren. Natürlich wird man für das risikoärmer angelegte Geld weniger erwartete Rendite haben, auf der anderen Seite werden erzwungene Verkäufe in einer mehrjährigen Krise auch teuer. Wenn das Depot groß ist, tut es natürlich weniger weh oder kann einem sogar egal sein, aber das ist ja auch nicht der Normalfall. Gibt es dazu Untersuchungen, wo renditetechnisch das optimale Mittelmaß ist?

    Es ist halt ein Produkt, dass eine bestimmte Zielgruppe anspricht und gefunden hat. Der Aspekt daran, das Handeln in Krisenzeiten zu automatisieren und vor allem extern vornehmen zu lassen, ist sicherlich ein Pluspunkt. Zu den Opportunitätskosten muss man ehrlicherweise sagen, dass viele aus Gründen der eigenen Risikotragfähigkeit sowieso einen größeren Anteil in risikoärmeren Anlagen (Anleihen, Tagesgeld, Geldmarktfonds) halten werden. Insofern sind die Opportunitätskosten dann sowieso schon vorhanden. Ob die automatisierte Überwindung des eigenen irrationalen Handelns in Krisenzeiten dann allerdings die deutlich höhere TER rechtfertigt, muss man wohl für sich entscheiden. Das Problem mit den Dips ist ein bisschen wie bei den Faktoren. Ob es gut funktioniert, hängt davon ab, ob die zukünftige Marktentwicklung dem Modell des gewählten Ansatzes wohlgesonnen ist.

    Ich finde den Ansatz von Kommer durchaus interessant, aber muss gestehen, dass sowohl die Größe des Fonds als auch seine kurze Existenz für mich Ausschlusskriterien sind. Wenn ich ein entsprechend großes Vermögen hätte, würde ich es vermutlich auf mehrere der hier im Forum diskutierten Konzepte aufteilen, da ich für mich nicht den Anspruch habe zu wissen, welches das beste ist.