Was die ING dafür verlangt, weiß ich nicht, die Targobank wollte für die Rückforderung von Quellensteuer pro Vorgang um die 50 €. Wenn man Gebühren sparen will, kann man die Belege von 3 Jahren sammeln und auf einmal einreichen. Zwar kann man die Schweizer Quellensteuer 4 Jahre rückwirkend erstatten lassen, aber pro Formular nur 3 Jahre aufführen, so daß eine Rückforderung von 4 Jahre zwei Vorgänge sind.
Der Aufwand, wenn man das selber macht, ist nicht besonders groß, aber diese Einschätzung ist halt relativ. Man braucht dafür den sog. "Tax-Voucher", den man von der ING kostenfrei zur Dividendenabrechnung dazubekommt, den andere Banken aber mit 10 bis 20 € berechnen. Man füllt elektronisch ein Formular aus, an das man die Tax-Vouchers als Scans anhängst (oder gleich als .pdf, denn man bekommt sie vermutlich von seiner Depotbank so). Ein Stück Papier braucht man trotzdem, das muß man ausdrucken, vom Finanzamt abstempeln lassen und dann tatsächlich im Umschlag in die Schweiz schicken. Die Erstattung erfolgt in Schweizer Franken, die meisten Banken berechnen für die schwere Arbeit des Umrechnens der Währung zwischen 10 und 25 €. Ich habe das im letzten Jahr mal gemacht, lief smooth und schnell (Spesen in meinem Fall: 1,80 € Porto und 12,50 € Umrechnungsentgelt).
Wenn seine Bank die Erstattung also für einen übernimmt, dafür nur 50 € nimmt, und man das nur alle 3 Jahre machen läßt, liegt das von den Spesen her ggf. in der gleichen Größenordnung, wie wenn man es selber macht - und man spart sich halt die Arbeit.
Französische Aktien lagert man als Kleinanleger sinnvollerweise bei der DKB, und zwar deswegen, weil die DKB meines Wissens die einzige Depotbank ist, über die man eine Vorabreduktion der französischen Quellensteuer beantragen kann. Dafür muß man wiederum zu seinem Finanzamt tigern und ein Formular abstempeln lassen, das reicht man über die DKB ein, woraufhin der französische Fiskus die Quellensteuer auf 12,8% reduziert, die voll auf die deutsche Steuerschuld anrechenbar sind. Macht man das nicht, so kassiert der französische Fiskus 28%, von denen nur 12,8% anrechenbar sind. Es gibt eine theoretische Möglichkeit, die 15% aus Frankreich zurückzufordern, das geht aber nur über eine Bank und dürfte von den Spesen so teuer sein, daß es sich für einen Kleinanleger nicht lohnt. Die Vorabreduktion kostet bei der DKB m.W. 11,90 € und gilt 3 Jahre.