Da bellt offensichtlich ein getroffener Hund. Siehst Du Deine Felle als Finanzverkäufer schwimmen? Anmeldedatum 30. Juni 2023.
Du hast das nicht richtig gelesen. Von "beratungsintensiv" habe ich nicht geschrieben, sondern davon, daß der Verkauf eines Bausparvertrags an einen Kunden, der eigentlich ein Hypothekendarlehen braucht, eine provisionsmaximierte Masche zum Nachteil des Kunden ist.
Man spart nicht niedrigverzinslich an, wenn man ein Darlehen laufen hat, sondern steckt das Geld in die Tilgung des Darlehens, damit man von seinen Schulden herunterkommt.
Die Kunden wollen ihr Haus finanzieren und mißdeuten den Finanzverkäufer regelmäßig als "Berater". Ob die, die sich "Berater" nennen, wirklich die Nachteile für den Kunden nennen gegen das eigene Provisionsinteresse? Ich möchte es bezweifeln. Ich kenne eine solche "Beratungssituation" aus eigener Anschauung. Ich habe mich gewundert, daß der "Berater" ständig nur von dem Bausparvertrag gesprochen hat. Hä? Ich wollte doch ein Darlehen und keinen Sparvertrag? (In diesem Fall war der "Berater" mit dem Bauträger verbandelt, man wollte eine "Lösung aus einer Hand" liefern. Mir war das schon vor vielen, vielen Jahren suspekt, der Kauf ist deswegen damals nicht zustandegekommen. Daß mich der Finanz"berater" mit dieser Konstruktion übervorteilt hätte, habe ich erst viele Jahre später mitbekommen.)
Wer schon partout Zinssicherheit bis in alle Ewigkeiten will, kann ja eine 30jährige Zinsfestschreibung kaufen und bezahlen. Solche Darlehen gibt es ja.
Hallo Achim,
vielen Dank für Deine offenen Worte. Hat das Anmeldedatum eine Auswirkung auf die Qualität von Beiträgen? Da ich gestern auf diesen Thread aufmerksam wurde, wollte ich ein paar Zeilen dazu schreiben, stört es Dich nun, dass ich Deine Theorien nicht vollumfänglich teile?
Und nein, ich fühle mich weder als "getroffener Hund" noch sehe ich irgendwelche Felle davon schwimmen, geht es Dir eventuell so, dass Du das nun auf mich übertragen möchtest?
Ich vermittle seit fast 20 Jahren die Finanzierungen, die zu den Wünschen, Möglichkeiten sowie zum konkreten Vorhaben meiner Kunden passen. So verstehe ich meine Aufgabe, da ist es mir gleich, ob es ein Förderdarlehen, ein Annuitätendarlehen, ein Kombidarlehen oder ein Zuteilungsdarlehen ist, bin ich der Meinung, meine Provision ist zu gering, muss ich i.d.R. nicht auf Zusatzprodukte ausweichen, sondern kann das auch für ein Annuitätendarlehen direkt steuern.
Du hast die vielen Zusammenhänge beim Kombidarlehen dargelegt, was im Umkehrschluss eben nur den Gedanken zulässt, dass das beratungsintensiv ist. Deine Aussage "daß der Verkauf eines Bausparvertrags an einen Kunden, der eigentlich ein Hypothekendarlehen braucht, eine provisionsmaximierte Masche zum Nachteil des Kunden ist." ist natürlich vollkommener Blödsinn, das ist Dir sicher bewusst. Ich bestreite nicht, dass er das sein kann, als allgemeingültige Aussage formuliert ist es jedoch Unfug. Da Du scheinbar selbst kein Baufinanzierungsvermittler bist und offenbar nicht ganz im Thema, sehe ich Dir diese Fehlanalyse nach.
Falls Du meinen Text gelesen und verstanden hast, dann sag mir, wenn das eine "provisionsmaximierte Masche" ist - wo liegt der finanzielle (Provisisons-) Unterschied zwischen einem Annuitätendarlehen über z.B. 300 TEUR mit 2% Provision und einem Kombidarlehen mit 300 TEUR TA-Darlehen zu 0,5 - 1% Provision und 300 TEUR BSV zu 1% Provision? Na, merkst was? Und ja, auch hier ist ein "Standard" bei mir zumindest nicht möglich, da ich jeden Fall individuell entscheide, von 0% Provision, weil ich mir viele Empfehlungen durch den glücklichen Kunden erhoffe oder auch 4-5%, da z.B. als Neubauvorhaben eines Selbstständigen mit Zusatzobjekten mein Arbeitsaufwand massiv erhöht wird. Das schöne ist, meine Kunden bekommen ihr Angebot und können sich in Ruhe dafür oder dagegen entscheiden, nur verhandeln gibt es bei mir nicht.
Du "kennst" das, weil Du einmal (!!!) selbst so einen Fall hattest, die gute alte anekdotische Evidenz, da muss ich schon etwas schmunzeln.
Natürlich stimme ich Dir zu, das schrieb ich bereits, dass TA-Darlehen nicht immer passen, das ergibt sich aus einer guten Bestands-, Vorhabens- und vor allem Wünsche-Analyse bei den Kunden. Daneben gibt es tatsächlich auch Fälle, die ich nur über ein TA-Darlehen dargestellt bekommen habe (Stichworte z.B. kalkulatorische Annuität oder Bonitätsbetrachtung zum Rentenbeginn), auch hier wird es wieder beratungsintensiver, da die Kunden entweder eine Absage oder die Änderung ihrer schriftlich dokumentierten Wünsche akzeptieren müssen. Kannst Du natürlich alles nicht wissen, da Du nicht vom Fach zu sein scheinst 
Es ist auch gut, dass Du offenbar kein Baufinanzierungsvermittler bist, da Du den Kardinalfehler machst, Deine Ansichten Dritten überstülpen zu wollen. Die Wünsche der Menschen sind verschieden, ob jemandem eine Planbarkeit und Zinssicherheit wichtig ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Ob jemand akzeptieren kann, nach 15 oder 20 Jahren mehrere tausend Euro mehr Restschuld zu haben mit der Chance, dann auf ein günstiges Bauspardarlehen zurückgreifen zu können, kannst weder Du noch ich entscheiden, wichtig ist es, den Kunden die Möglichkeiten, Chancen und Nachteile aufzuzeigen, dass sie für sich selbst eine gute Entscheidung treffen können.
Und ja, die 30-jährige Zinsfestschreibung ist manchmal passend, manchmal jedoch einfach zu teuer (entweder von der Rate her oder auch vom Gesamtaufwand) - das hat sich jetzt mit gestiegenen Zinsen etwas geändert, aktuelle machen Annuitätendarlehen durch die viel größere Zinseinsparung wieder häufiger "Sinn" - wenn Sinn rein durch den Gesamtaufwand definiert ist.
Von daher, pauschale Aussagen sind halt einfach nicht sinnvoll, das ist so, wie wenn Du in ein Autohaus gehst und sagst, dass Du ein Auto möchtest - sollen Dir die Mitarbeitenden nun den schicken Sportwagen anbieten, da sie ihn toll finden, sollen sie Dir die Familienkutsche kalkulieren, da sie gerade Zwillingseltern wurden oder wäre es nicht wünschenswert, wenn sie sich mit Dir in Ruhe zusammensetzen, Dich Deine Geschichte, Möglichkeiten und Wünsche erzählen lassen um Dir dann den E-Kleinwagen oder auch den Diesel-Van zu kalkulieren, da das genau Deine persönlichen Vorlieben/Möglichkeiten abbildet?
Ich wünsche Dir ein angenehmes Wochenende und dass Du bei zukünftigen Finanzierungsanfragen mit Deinen Wünschen ernst genommen wirst und einen Vorschlag nach Deiner Vorstellung erhältst und nicht nach den Vorstellungen der Verkaufenden.
Grüße
Simon