Beiträge von Planschkuh

    In der Ansparphase muss man unterscheiden:

    In Jahren, in denen die Steuer auf Vorabpauschale > der Dividendenrendite ist, ist die gesamte Steuerbelastung bei Ausschütter und Thesaurierer identisch.

    In den Jahren mit Dividendenrendite > Steuer auf Vorabpauschale ist die Steuerbelastung beim Ausschütter höher.

    Beispiel:

    In der Entnahmephase ist die Steuerbelastung beim Verkauf von Anteilen stets geringer als die Steuerbelastung auf Dividende (siehe oben).

    Für die verbleibenden Anteile gilt die Berechnungslogik aus der Ansparphase.

    Und meine Rechnung sagt klar und deutlich, dass ich bei der Entnahme über Verkauf mehr Steuern bezahle als bei Entnahme durch Ausschüttung, solange meine Ausschüttungen nicht höher liegen als die Vorabpauschale.

    Ich hätte jetzt gesagt das Gegenteil ist der Fall, da ja bei Verkauf nur der Gewinnanteil zu versteuern ist. Liegt dieser bspw. bei 75%, läge die Steuerbelastung bei 13,847%. Bei der Ausschüttung liegt die Steuerbelastung hingegen bei 18,463%. Da der Gewinnanteil stets <100%, ist auch die Steuerbelastung bei Verkauf stets kleiner als bei einer Ausschüttung.

    Wo ist mein Denkfehler?

    Was spricht denn dagegen, bei einer geplanten Entnahmedauer von 30 Jahren erst 1/30 zu entnehmen, nach einem Jahr 1/29 vom Depotwert usw.?

    Ich habe das in der historischen Simulation (Datenbasis S&P500) für wirtschaftlich schwierige Zeiträume kalkuliert:

    Zwischenzeitlich müsste man bei der Entnahme starke Einbußen hinnehmen, am Ende der 30 Jahre aber prassen um das Geld noch loszuwerden oder vererben.

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    Kernaussage: Mehr als 75% Aktienanteil in der Entnahmephase ist zu riskant.:/

    Wenn man die Absolutwerte wie beispielsweise den Grundfreibetrag anhebt, ist dies eine vorübergehende Steuersenkung.

    Wenn man die relativen Werte wie beispielsweise den Spitzensteuersatz anhebt, ist dies eine dauerhafte Steuererhöhung.

    Hier wird beides miteinander kombiniert um zu suggerieren, dass es sich insgesamt um eine Steuersenkung handeln würde was aber langfristig nicht der Fall ist.

    Eine dauerhafte Steuersenkung erreicht man also nur durch Senkung der Relativwerte und das ist ja erkennbar nicht gewollt.

    Der Spitzensteuersatz von derzeit 42% greift ja aktuell bei knapp 70.000 €. In Modell 1 würden die 42% dann wohl so bei ca 72.500 € greifen. Durch die Inflation läge der Grenzsteuersatz von jemanden, der aktuell 70.000 Euro zu versteuern hat nach ca. 2 bis 3 Jahren wieder bei den 42%. Im weiteren Verlauf würde das Einkommen dann noch stärker versteuert, weil der Spitzensteuersatz ja weiter angehoben werden soll. Dank der kalten Progression wird aus der vorübergehenden Steuererleichterung dann mit den Jahren eine Steuererhöhung...

    Dann war die statische Entnahme erfolgreicher

    Das setzt natürlich voraus, dass es während der Entnahmephase

    a) so eine schwere und lange Krise gibt und

    b) diese gemeinsam mit der Entnahmephase beginnt

    In den meisten Szenarien dürfte die dyn. Entnahme zu den besseren Ergebnissen führen.

    Hier mal das Ergebnis, wenn man den Zeitraum um nur 3 Jahre verschiebt (1926 bis 1975):

    Ich habe diese dynamische Entnahmestrategie mit einer Entnahmerate von 3% und den Guard Rails von -2,5% und 5% für einen 50-Jahre-Zeitraum ab 1929 durchkalkuliert und mit der statischen Entnahme (also 3% im ersten Jahr und danach nur noch Anpassung des Absolutbetrages an Inflation) verglichen. Das Portfolio besteht dabei aus 85% Aktien, 8% Gold und 7% Liquidität. In schlechten Marktphasen (Vermögen < 80% des inflationsbereinigten Anfangsbestands) wird zunächst auf Cash und dann auf Gold zurückgegriffen.

    Historisch gesehen ist es natürlich der schlechteste Zeitraum. Entsprechend gehen die Entnahmen in Relation zu statischen Entnahme auch deutlich zurück und erreichen mit 63,3% in 1950 ihren Tiefpunkt. Erst ab 1961 (also 32 Jahre nach Start der Entnahmephase) liegen sie darüber.

    Das Endvermögen liegt bei der statischen Entnahme nach den 50 Jahren lediglich bei 0,6% des Startvermögens (also nahezu aufgebraucht). Bei der dynamische Entnahmestrategie sind es hingegen immer noch 68,5%.

    Ein zum Thema passendes neues Video von Notgroschen:

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    Das Problem bei Bootstrap ist, dass man meist eine zu kleine Datenbasis hat für vernünftige Aussagen.

    Das würde ich so pauschal nicht sagen, da es davon abhängt, wie lange man die Sequenzen wählt.

    Ich habe beispielsweise mal bei einer Simulation so ungefähr die schlechtesten Zeiträume die man wählen kann aneinandergehängt. Erst in 1930er Jahre, dann die 1970er und dann die 2000er. Dennoch kam ich auf eine höhere Entnahmerate als bei Monte Carlo...

    Ich hatte schon ein Depot bei T212, habe dies jedoch wieder geschlossen. Steuereinfach war es bereits. Was mich störte war ein relativ hoher Spread und Probleme bei Überweisungen.

    An Tagen wie heute öffne ich gerne die Scalable App und beobachte, wie die grüne Linie langsam nach Nordosten wandert. Dazu höre ich das:

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    Ist das schon bedenklich?:saint:

    Aber wenn Du 310t+35t+85t Euro eben nicht in die Immobilie sondern in einen ETF gesteckt hättest,

    Hat er ja nicht. Der Deal ist ja eher analog zu:

    • Er bekommt die Immobilie übertragen
    • Die Eltern haben einen Wohnrecht auf Lebenszeit
    • Er macht zu Beginn eine kreditfinanzierte Sanierung (85k)
    • Er kümmert sich von nun an um die Instandhaltung

    Das Konstrukt mit Kaufvertrag, Familienkredit und Miete dient ja dem Zweck, dass seine Geschwister beim Erbe nicht leer ausgehen.

    Aus Sicht seiner Eltern ist das natürlich eine tolle Sache. Im Vergleich zu vorher haben sie nun ein saniertes Haus (ohne selbst dafür bezahlt zu haben) und müssen sich auch um die Instandhaltung nicht mehr kümmern.