Beiträge von T101

    @John Bogle

    Für den einen ist AAA gerade sicher genug. Der andere sagt, BBB ist mir bei Euro-Staatsanleihen egal. Die EZB richtet das schon. Wer weiß schon, ob Deutschland in 20 Jahren noch AAA hat?

    Bis 3 Jahre und Unternehmensanleihen nimmt Kommer dann ja vermutlich auch wieder dazu, weil es bei einer normal Zinskurve noch etwas extra Rendite gibt, ohne das das Zinsänderungs-risiko bei der Langfristanlage ins Gewicht fällt.

    Bogles Empfehlungen liefern sicher nicht die besten Ergebnisse, aber sind gut genug, einfach und kostengünstig umzusetzen.

    Der LG ETF ist ganz neu sehe ich. Er hatte vor kurzem in einem Video angedeutet dass es zwar keinen Gerd Kommer Anleihen ETF geben wird aber von LG etwas in Kürze auf den Markt kommt und er daran mit anderen mit gewirkt hat. Und LG dafür bekannt ist ETF zu entwickeln die eben nicht mainstream sind. Vielleicht ist es ja genau der von dir genannten.

    Hab mir die Zusammensetzung des Robo Advisors angesehen. US Treasury Bonds 3 bis 7 Jahre euro hedged und der macro weighted Staatsanleihen etf wundert mich. Letzterer mit französischen Staatsanleihen.

    Könnte der L&G ETF sein, von dem der gesprochen hat. Das Video finde ich allerdings nicht mehr. Vielleicht gibt es ja in den nächsten Wochen einen passenden Blog dazu.

    Was spricht bzw sprach für 3 Jahren den gegen den Highest Rated Macro-Weighted Government Bond 1-3Y und Frankreich? Das ist der irgendwo ein Zielkonflikt. Auf der einen Seite sollte/möchte man prognosefrei investieren, auf der anderen Seite macht man dann doch Prognosen über einzelne Emittenten/Unternehmen im ETF. Wer weiß welches Rating Deutschland in 10 jahren hat? Den ETF hat er ja schon länger im Robo und wird den nicht aufgrund von (möglichen) Ratingänderungen einzelner Länder wieder rauswerfen. Was passiert den mit dem ETF wenn Frankreich die Kriterien dafür nicht mehr erfüllt und rausfliegt? Den ETF wird es dann immer noch geben.

    Ich hab noch mal genau nachgeschaut. Kommer schriebt in der 6. Ausgabe (erschienen am

    17. Januar 2024) seines Buches "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Ein Investmentbuch für fortgeschrittene Privatanleger" auf Seite 463 zur Abbildung des risikoarmen Anteils über ETFs:

    "a) Kurze gewichtete Durchschnittslaufzeit der Anleihen (Duration), bei Staatsanleihen bis maximal 36 Monate (aber besser unter 24 Monaten), bei Unternehmensanleihen maximal zwölf Monate, da bei diesen das gegenüber Staatsanleihen höhere Ausfallrisiko partiell durch eine kürzere Duration kompensiert werden kann.

    (b) Bonität/Rating: Nur Investment-Grade-Ratings, d.h. Ratingnote BBB– oder besser.

    (c) Diversifikation: Bei Staatsanleihen: Mindestens fünf verschiedene Länder (Emittenten), bei Unternehmensanleihen mindestens 100 verschiedene Emittenten. Das Einzelwertrisiko muss de facto wegdiversifiziert sein."

    Außerdem kein Wechselkursrisiko.

    In seinem Blog https://gerd-kommer.de/anleihen/) vom 03. Januar 2024 schrieb er als Kriterien:

    "(a) Nur kurzlaufende Anleihen (vorzugsweise unter drei Jahren Restlaufzeit/Duration). (b) High-Quality-Anleihen, also Anleihen, im oberen Investment-Grade-Bereich, idealerweise nur bis A– oder A3 (siehe Rating-Tabelle weiter unten). Weil bei Unternehmensanleihen die Bonitätsnoten im Mittel schlechter sind als bei Staaten, ist dort hohe Diversifikation über mindestens 100 verschiedene Emittenten wichtig, um das Ausfallrisiko wegzudiversifizieren. (c) Kein Wechselkursrisiko. Wenn Fremdwährungsanleihen, dann solche mit einer Wechselkursabsicherung zur heimischen Währung (über Anleihen-ETFs ist das leicht erzielbar)."

    Daraus schließe ich, dass man alles nicht so 100 % genau nehmen sollte und versuchen nicht ein Privatanleger nicht versuchen soll alles zu optimieren. Einfach halten und auf Kurs bleiben sind essentiell. Verschiedene Meinungen anhören ist Okay. Aber am Ende schreiben doch irgendwo fast alle "Gurus" zu 90 % das gleiche. Die Lösungen sind nur etwas unterschiedlich.

    Nickolaus Braun hat in einem seiner Bücher geschrieben, dass beim Vermögensaufbau mit 10 % Einsatz 90% des Ergebnisses bekommt. Mit den übrigen 90% des Aufwands zerstört man aber das bisher Erreichte eher wieder.


    Im Robo von Gerd Kommer ist wohl der ishares Ultrashort:

    Gerd Kommer Capital Test 12/24: Live-Depot-Erfahrungen – Unser Fazit!
    Gerd Kommer Capital Test: Unabhängiger Vergleich von Performance, Kosten, Erfahrungen & Sicherheit.
    geldanlage-digital.de

    Im Buch und Blog schreibt er, ab BBB und bis 2 Jahre, wenn man breit diversifiziert bei Unternehmensanleihen für den risikoarmen Anteil sind Ok. Ist aber immer etwas inkonsistent was er schreibt.

    Gibt übrigen mittlerweile auch einen Unternehmensanleihen ETF 0-2 von L&G ex Banks, falls die Stören.

    L&G Corporate Bond ex-Banks Higher Ratings 0-2Y UCITS ETF (Acc) | IE000CWS09Q9 | A40E7P
    Alle wichtigen Informationen und Vergleiche zum L&G Corporate Bond ex-Banks Higher Ratings 0-2Y UCITS ETF (Acc) (IE000CWS09Q9 | A40E7P) – extraETF – Das ETF…
    extraetf.com

    ^^ Daran arbeiten wir. Und dass er der fokussierteste und konstruktivste bleibt. :saint:

    Ich kann jetzt nicht für alle sprechen, aber Kommer hat schon auch Interviews gegeben, in denen er sich positiv zu anderen als nur Geldmarktanleihen geäußert hat – nur halt nicht für den risikoarmen Teil.

    Kurzlaufende Anleihen sind bis zu 3 oder gar 5 Jahre je nach Autor. Kommer empfiehlt in seinem Buch Staatsanleihen bis 3 und Unternehmensanleihen bis 2 Jahre für den risikoarmen Anteil.

    SchwellenländerStaatsanleihen kann man seiner Meinung auch in den Risikoanteil aufnehmen.

    Bech empfiehlt übrigens auch bis max 5 Jahre in seinem Zins PDF. Wurde glaube weiter vorne auch anders gesagt.

    Ja, das muss man bei EU Staatsanleihen natürlich beachten, aber Du möchtest diese trotzdem? Aber Unternehmensanleihen...? Globale Anleihen? Und es ging doch um Bonitätsprämien (Staats- zu Unternehmensanleihen) und die gibt es halt dennoch seit geraumer Zeit und aktuell erkenne ich nicht, dass diese über längere Zeiträume verschwunden sind.

    Die Prämien gibt es ja, und werden auch weiterhin bezahlt werden.

    Die Bonitätsprämie im Vergleich zum "risikolosen Zins" richtet sich nach Ausfallwahrscheinlichkeiten. Über diese sollte es umfangreiche Statistiken geben. Die Prämie sollte daher ziemlich genau auf Käufer und Verkäuferseite berechnet werden können.

    Langfristig und über mehrere 100 oder gar 1000 Emittenten sollte es sich daher wieder auflösen.

    Das sahen bspw. auch David Swendson (Yale Stiftungsfonds) oder William Bernstein so. So weit hergeholt scheint meine vereinfachte Überlegung daher nicht zu sein. Das es bisher nicht so ist, ist sicher auch teil von wissenschaftlichen Arbeiten.

    Dass der Anleihemarkt nicht funktionieren soll finde ich eine kühne These, die sich in keiner mir bekannten Literatur wiederfindet. Wenn dem so wäre, käme der Markt zum erliegen und die Refinanzierung der gesamten Weltwirtschaft wäre dahin. Absurd.

    Natürlich darf jeder glauben, was er möchte und auch anlegen, wie er will. Niemand muss seine Entscheidung begründen oder rechtfertigen. Dennoch versetzt mich Deine Begründung in großes Erstaunen. Der Anleihemarkt ist volumenmäßig ein vielfaches größer, als der Aktienmarkt und professionell dominiert. Und alle Gläubiger liegen da falsch?

    Ich weiß nicht wie man solche Schlüsse ziehen kann, aus dem was ich geschrieben habe.

    Dass die EZB u.a Anleihekaufprogramme im riesigen Umfang hat bzw. hatte ist hoffentlich bekannt.

    Ich denke schon. Bei Aktien ist die Risikoprämie doch auch im Schnitt positiv, warum sollte sie es bei Anleihen nicht sein? Siehe hier: Rendite nach Risiko

    Sharpe Ratio ist umso höher je riskanter. Rendite auch...

    Ich finden den Betrachtungsszeitraum deutlich zu kurz. Langfristig eher so mehrere Jahrzehnte. Die ETFs passen auch nicht gut zueinander um da was ableiten zu können aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten, Staats- und Unternehmensanleihen, unterschiedliche Länder und deutliche Unterschiede bei den Kosten.

    In ruhigen Zeiten wird kann man die Bonitätsprämien wahrscheinlich einstreichen können. Interessant wird es erst in einem richtigen und längeren Crash. Um dann das Depot zu stabilisieren und vielleicht sogar eine Gegenbewegung haben, legt man sich ja die Anleihen ins Depot.

    Walz schreibt dazu:

    Zitat
    • Funktion E (Bonitätsprämien:( Das Jagen von Bonitätsprämien ist spekulativ. Sowohl Risiko als auch Chance werden durch die Streuung der Ausfallrisiken im ETF-Mantel verringert. Vorteilhaft für Sie ist diese Funktion lediglich, wenn die Summe der Prämien langfristig höher als die Summe der Bonitätsverluste ist. Die Gefahr einer Fehleinschätzung, Selbsttäuschung und des Eingehens „schiefer Wetten“ ist erheblich.

    Quelle: https://hartmutwalz.de/anleihen-etfs-teil2/

    Ich bin aber gerade am überlegen, ob ich mir einen Euro Staatsanleihen ETF 1-3 Jahre oder einen mit deutschen Bundesanleihen mit 1-3 Jahren ins Depot lege.

    Ineffizient ist der Anleihenmarkt vermutlich nicht, aber auch nicht so frei wie der Aktienmarkt.

    Was ich mich frage gerade wenn man von Effizient redet: AAA ist die Referenz. Alles was eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit hat, hat eine Risikoprämie. Die Risikoprämie ist nicht höher als nötig, um das Risiko zu kompensieren. Langfristig dürfte es daher keinen Unterschied machen, ob breitgestreut BBB oder AAA.

    Ebenso ist der Versuch Laufzeitprämien abzugreifen, meines Erachtens nicht mehr so ganz prognosefrei.

    Schau dir mal die Renditen von Bundesanleihen an. Für eine Anleihe, die in zwei Jahren ausläuft gibt es ~2 %, für eine am langen Ende 2,35 %.

    Der Staatsanleihen-Markt wird von den Zentralbanken stark manipuliert. Aktuell wird ja wieder diskutiert, ob bzw. wann die EZB im Fall von Frankreich eingreift. Da deutsche Bundesanleihen und französische zu weit auseinander liegen.

    Keine Ahnung, ob das für den amerikanischen Markt gilt. Spielt für uns aber auch keine Rolle.

    Im übrigen war selbst Bogle kein Fan von Langläufern.

    Auf der anderen Seite sind Unternehmensanleihen mit besseren Renditen aber auch keine gute Wahl, wenn darum geht was halbwegs unkorreliertes zu Aktien zu haben.

    Das Thema Anleihen ist meines Erachtens ein bisschen komplexer als es Herr Walz in dem Video darstellt. Momentan mag er recht haben, aber langfristig sind Anlagen in Fremdkapital nicht so schlecht wie er es darstellt:

    Ich finde in seinen Büchern und Blog, zumindest in der aktuellen Auflage, wird das Thema Anleihen gut und nachvollziehbar dargestellt. Bonitätsprämien, Zinsänderungsrisiken, Einschätzung zum freien Markt bei Euro-Staatsanleihen und Co. werden ausführlich behandelt.

    Die Interviews mit ihm sind aber immer sehr oberflächlich und Angaben zum Teil ungenau/widersprüchlich.

    Beck und Kommer können das deutlich besser. Aber Widersprüche, Behauptungen und Ungenauigkeiten findet man auch bei denen auch genug. Bei Beck muss man auch aufpassen an wen er sich gerade richtet.

    Diese Ansicht zur Anleihen ist natürlich eine sehr persönliche und sehr eingeschränkte Sichtweise.

    Könnte natürlich sein, dass er sich mit dem Thema Anleihen und Zinsstruktur gar nicht richtig auseinander gesetzt hat :/

    https://hartmutwalz.de/wp-content/uploads/2023/06/WiSt_1989_Walz_Weber_Zinsstrukturkurveneffekt.pdf

    Das Anleihen mit mittleren und langen Laufzeiten so stark einbrechen wie Aktien, kommt auch nicht vor. 2022/2023 ignorieren wir mal. Ist ja schon ewig her.

    Woher kommt dann die Outperformance trotz höherer Kosten bei aktiven Anleihefonds?

    Das könnte unter anderem daran liegen, dass ein Anleihenindex als Benchmark oft gar nicht gut einen bestimmten Anleihenmarkt abbilden kann. Ein objektives Kriterien, wie Marktkapitalisierung, um einen Index zu bilden, gibt es bei Anleihen nicht. Dafür gibt es zu viele Arten von Anleihen, Unternehmen/Staaten geben mehrere und unterschiedliche Anleihen aus und das immer wieder aufs neue.

    Ein Fondsmanager kann sich dann die passenden Anleihen raussuchen mit denen er wahrlich einen Index schlagen kann.

    Ich kann zum Thema 60/40 das aktuelle Buch von Weber und Co. (Die genial einfache Vermögensstrategie) empfehlen. Darin wird u.a diskutiert

    warum 60/40 zu Marktabbildung,

    BIP vs Marktkapitlaisierung,

    Euro Staatsanleihen vs Global Aggregate,

    hedged vs unhedged,

    Rohstoffe ja/nein.

    Im Endeffekt laufen die Empfehlungen in dem Buch auf Lifestrategy 60 hinaus. Das Produkt ist allerdings ein paar Monate nach dem Buch erschienen. Würde mich nicht wundern wenn die Autoren, die zum Großteil auch am AReRo beteiligt sind, so ein Produkt eigentlich selber auf den Markt bringen wollten,

    Nach der Lektüre von Walz, Kommer und anderen bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen, in Euro-Anleihen (außerhalb von Geldmarkt und evtl. kurzlaufenden "sichere" Staatsanleihen) vorerst nicht zu investieren. Dafür hat die EZB in den letzten Jahren zu stark in den Markt eingegriffen (Stichwort Null- & Negativzins, flache Zinskurve). Daher sind viele alte Überlegungen und Argumente für 60/40 vermutlich gar nicht mehr zutreffend.

    Arbeiten beide in Vollzeit? Ist Elternzeit ohne Bezüge geplant?

    Wenn der Vater plant drei Jahre zu Hause zu bleiben und die Mutter geht Vollzeit arbeiten, ist es vermutlich schlecht, wenn der Vater weiterhin Kindergeld Bezieher bleibt. Dann gäbe es vermutlich keinen Familienzuschlag.

    Ich kenne allerdings nur Bund- Bund. Da wird der Zuschlag auf beide irgendwie aufgeteilt und anteilig der Teilzeit ausgezahlt.

    Bei einem Kollegen mit Bund-NRW blickt keiner durch, weil die Regelungen sich zu stark unterscheiden und zum Teil gegensätzlich sind.

    Könnt ihr sagen, wodurch der Gleichstand bzw. sogar leichte Überlegenheit des aktiven Fonds in den letzten Jahren entstand? Durch die Kosten liegt er zunächst im Hintertreffen, darum muss ja etwas Positives passiert sein. Vielleicht können die passiven Investierer daraus etwas lernen? Am besten den Effekt mitnehmen aber ohne die Kosten...

    Der Uni Global hat einen höheren USA Anteil als der MSCI World und ist zudem noch gehebelt. Daher verwundert es nicht, dass er trotz der hohen Gebühren mithalten kann und sogar noch etwas besser läuft.

    Variante 2 ist schon ziemlich nah am ACWI IMI. Hauch mehr USA und EM. Hauch weniger Europa und Pazifik. ~5 % Verschiebung machen sich nicht bemerkbar.

    Dafür der Aufwand? Lieber 20 € mehr im Monat investieren und einen ETF wählen.

    Statistisch ist es für die Rendite besser alles sofort zu investieren. Allerdings ist eben auch das Risiko etwas höher. Psychologisch kann es daher auch besser sein alles verteilt zu investieren.

    Auf ein Jahr verteilt zu investieren und den Rest in Tagesgeld/Geldmarktfonds zwischenparken, würde ich daher eher machen.