Der LG ETF ist ganz neu sehe ich. Er hatte vor kurzem in einem Video angedeutet dass es zwar keinen Gerd Kommer Anleihen ETF geben wird aber von LG etwas in Kürze auf den Markt kommt und er daran mit anderen mit gewirkt hat. Und LG dafür bekannt ist ETF zu entwickeln die eben nicht mainstream sind. Vielleicht ist es ja genau der von dir genannten.
Hab mir die Zusammensetzung des Robo Advisors angesehen. US Treasury Bonds 3 bis 7 Jahre euro hedged und der macro weighted Staatsanleihen etf wundert mich. Letzterer mit französischen Staatsanleihen.
Könnte der L&G ETF sein, von dem der gesprochen hat. Das Video finde ich allerdings nicht mehr. Vielleicht gibt es ja in den nächsten Wochen einen passenden Blog dazu.
Was spricht bzw sprach für 3 Jahren den gegen den Highest Rated Macro-Weighted Government Bond 1-3Y und Frankreich? Das ist der irgendwo ein Zielkonflikt. Auf der einen Seite sollte/möchte man prognosefrei investieren, auf der anderen Seite macht man dann doch Prognosen über einzelne Emittenten/Unternehmen im ETF. Wer weiß welches Rating Deutschland in 10 jahren hat? Den ETF hat er ja schon länger im Robo und wird den nicht aufgrund von (möglichen) Ratingänderungen einzelner Länder wieder rauswerfen. Was passiert den mit dem ETF wenn Frankreich die Kriterien dafür nicht mehr erfüllt und rausfliegt? Den ETF wird es dann immer noch geben.
Ich hab noch mal genau nachgeschaut. Kommer schriebt in der 6. Ausgabe (erschienen am
17. Januar 2024) seines Buches "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Ein Investmentbuch für fortgeschrittene Privatanleger" auf Seite 463 zur Abbildung des risikoarmen Anteils über ETFs:
"a) Kurze gewichtete Durchschnittslaufzeit der Anleihen (Duration), bei Staatsanleihen bis maximal 36 Monate (aber besser unter 24 Monaten), bei Unternehmensanleihen maximal zwölf Monate, da bei diesen das gegenüber Staatsanleihen höhere Ausfallrisiko partiell durch eine kürzere Duration kompensiert werden kann.
(b) Bonität/Rating: Nur Investment-Grade-Ratings, d.h. Ratingnote BBB– oder besser.
(c) Diversifikation: Bei Staatsanleihen: Mindestens fünf verschiedene Länder (Emittenten), bei Unternehmensanleihen mindestens 100 verschiedene Emittenten. Das Einzelwertrisiko muss de facto wegdiversifiziert sein."
Außerdem kein Wechselkursrisiko.
In seinem Blog https://gerd-kommer.de/anleihen/) vom 03. Januar 2024 schrieb er als Kriterien:
"(a) Nur kurzlaufende Anleihen (vorzugsweise unter drei Jahren Restlaufzeit/Duration). (b) High-Quality-Anleihen, also Anleihen, im oberen Investment-Grade-Bereich, idealerweise nur bis A– oder A3 (siehe Rating-Tabelle weiter unten). Weil bei Unternehmensanleihen die Bonitätsnoten im Mittel schlechter sind als bei Staaten, ist dort hohe Diversifikation über mindestens 100 verschiedene Emittenten wichtig, um das Ausfallrisiko wegzudiversifizieren. (c) Kein Wechselkursrisiko. Wenn Fremdwährungsanleihen, dann solche mit einer Wechselkursabsicherung zur heimischen Währung (über Anleihen-ETFs ist das leicht erzielbar)."
Daraus schließe ich, dass man alles nicht so 100 % genau nehmen sollte und versuchen nicht ein Privatanleger nicht versuchen soll alles zu optimieren. Einfach halten und auf Kurs bleiben sind essentiell. Verschiedene Meinungen anhören ist Okay. Aber am Ende schreiben doch irgendwo fast alle "Gurus" zu 90 % das gleiche. Die Lösungen sind nur etwas unterschiedlich.
Nickolaus Braun hat in einem seiner Bücher geschrieben, dass beim Vermögensaufbau mit 10 % Einsatz 90% des Ergebnisses bekommt. Mit den übrigen 90% des Aufwands zerstört man aber das bisher Erreichte eher wieder.