Beiträge von Joghurt

    Auf 15 Jahre gesehen gibt es meiner Meinung nach nichts, was so gute Chancen/Risiken hat wie eine Geldanlage am Aktienmarkt. Ein weltweit gestreuter Aktien-ETF ist dafür genau das Richtige.

    In deinem jährlichen, persönlichen Finanzüberblick solltest du dann überprüfen, ob die 15 Jahre noch für das komplette, investierte Kapital gilt, oder du einen Teil davon besser in sichere Geldanlagen wie Festgeld o.ä. umschichtest. So ermöglichst du dir die Flexibilität in einem oder kurz nach einem Crash nicht verkaufen zu müssen, wenn du auf das Geld angewiesen bist.

    Wie mein Vorredner schon sagte, sind die 15 Jahre nur eine Daumenregel. Niemand weiß schließlich wie sich die Märkte auf 10 oder 20 Jahre entwickeln...

    Es ist keine Ergänzung notwendig. Du kannst einfach nochmal in den gleichen ETF investieren. Mach dir klar, dass in dem ETF Aktien von über 400 Unternehmen enthalten sind und du damit bereits gut diversifiziert bist. Natürlich hättest du beim MSCI World ohne Nachhaltigkeitsfilter deutlich mehr Unternehmen (~1400) in deinem Portfolio, aber das ist eben der Preis der Entscheidung für nachhaltiges Investieren und sollte dich auch nicht davon abbringen.

    Wenn du es nicht lassen kannst einen zweiten ETF dazu zu nehmen, achte am besten darauf, dass sich die darin enthaltenen Unternehmen nicht zu sehr mit deinem bisherigen überschneiden.

    Geeignet als Beimischung wären z.B.:

    - MSCI Emerging Markets SRI

    - MSCI World Small Cap SRI

    Ich nehme an du hast die beiden verlinkten Artikel gelesen. Dann weißt du dass es bei der ganzen Optimierung letztlich darum geht beides zu erreichen:

    1) Den Sparerpauschbetrag von 1000€ p.a. auszunutzen

    2) Steuerstundung zu betreiben und währenddessen vom Zinseszins zu profitieren

    Der Sparerpauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge, die du im Laufe eines Jahres hast. Hinzu kommen noch die Vorabpauschalen deiner ETF's, die eine Art 'imaginäre Kapitalerträge' sind.

    Der Unterschied zwischen den beiden Artikeln besteht darin, dass sie zu zwei verschiedenen Zeitpunkten mit unterschiedlich hohem Zinsniveaus entstanden sind.

    Bei hohen Zinsen im Vergleich zu niedrigen sind nämlich 1. die Vorabpauschalen höher und 2. die Kapitalerträge deiner sicheren Anlage auf Tagesgeld und Co höher.

    Insgesamt ist also der Sparerpauschbetrag bei hohen Zinsen deutlich schneller ausgeschöpft und der Vorteil von thesaurierenden ETF's wirkt nun ebenfalls schneller. Diese liegt nämlich trotz Vorabpauschale in dem Steuerstundungseffekt.

    Wo genau nun das Optimum zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETF's liegt, könntest du dir natürlich für deinen individuellen Fall für ein Jahr ausrechnen. Wichtig ist, dass sich dieses Verhältnis je nach Zinsen, ausgeschütten Dividenden und Kursverläufen deiner Aktienfonds Jahr für Jahr ändert.

    Noch wichtiger als die optimale Wahl zwischen 'Ausschüttern' und 'Thesaurierern' ist, dass Erträge reinvestiert werden. Genau das sieht man auch wunderbar in dem zweiten von dir verlinkten Artikel.

    Wie gesagt, für eine genaue Antwort müsste man jetzt deinen konkreten Fall nachhrechnen. Meines Erachtens machst du jedoch mit der automatischen Wiederanlage auf jeden Fall nichts falsch!

    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen :)

    Ich habe mal aus Interesse auch ein bisschen in der Fonds-Suche gestöbert und kann gut nachvollziehen, wenn du enttäuscht von dem Angebot bist. Es gibt viele aktive ETF's von Fidelity selbst, die größtenteils nicht einmal einem Index folgen. Das ist wirklich nicht das, was man sich als Anleger von einem ETF verspricht.

    Trotz aktivem Nachhaltigkeitsfilter in der Suche wurden mir Fonds angezeigt, die augenscheinlich überhaupt nichts mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Bitte sei hier vorsichtig und verlass dich da nicht drauf.

    Die beiden Finanztip-Empfehlungen, die du dir rausgesucht hast, sind aber grundsätzlich eine gute Wahl, wenn auch leider nicht nachhaltig.

    Beim FTSE All World hast du noch einen Anteil an Aktien aus Schwellenländern dabei, die du im MSCI World nicht hast. Diesen Unterschied solltest du auf jeden Fall kennen :)

    Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg mit deiner VL!

    Ein Wechsel des Fondsdomizils bedeutet aber, dass die Verschmelzung nicht steuerneutral durchgeführt werden kann, es fällt also auf die aufgelaufenen Gewinne Abgeltungs­steuer an.

    Genau das ist der Grund warum man jetzt verärgert sein darf. Leider ist man diesbezüglich Amundi ausgeliefert. Und daran ändert logischerweise auch ein händischer Verkauf vor der Verschmelzung nichts.

    Der neue Fond nimmt ja das Kapital des alten Fonds auf, also wird dieser nach der Verschmelzung wahrscheinlich ein ähnliches Volumen haben, wie der Fonds vorher. Grundsätzlich hätte ich bei einem Fondsvolumen von mehr als 4 Milliarden in der Regel keine Bedenken.

    Amundi bestätigt mit seinem Verhalten bzgl. Fondsverschmelzungen allerdings genau die Ausnahme der Regel. Man kann sich jetzt verärgert von Amundi verabschieden oder der Ansicht sein, dass Amundi so schnell es nicht nochmal wagen wird seine Anleger zu verärgern.

    Am Ende ändert sich nichts am Index, weshalb ich jetzt akut keinen Handlungsbedarf sehe.

    Eine kleine Anmerkung habe ich noch: Das neue Domizil des ETF's ist Irland, was bei aktuell hohem US-Anteil im MSCI World dem ETF sogar helfen kann seinem Index besser zu folgen

    Es gibt weltweit gestreute Multifactor-ETF's, die sich grundsätzlich auch als Ersatz zum propagierten MSCI World eignen können. Wichtig dabei ist, dass du weißt was du tust und dir bewusst ist, dass es keine Garantie für langfristige Überrendite gibt.

    Ich persönlich finde den ETF von Gerd Kommer sehr interessant.

    Da bin ich mir nicht sicher! :/

    Im NASDAQ100 sind auch Unternehmen aus China oder Südkorea gelistet (z.B. Pinduoduo, Globalfoundries)

    Diese Unternehmen sind z.B. nicht im MSCI World enthalten.

    Bei den dicken Fischen stimmt das natürlich. Und auf die kommt es auch an!

    Danke für den Hinweis. Tatsächlich habe ich das nicht genau gewusst.

    Für mein Empfinden schadet es aber überhaupt nicht, bei der Indexauswahl einigermaßen grob zu sein. Auch gibt es genug aktive Fonds, die sich nur im Detail von marktbreiten ETF's unterscheiden, sich diese Unterschiede aber teuer bezahlen lassen.

    Hallo Willi,

    ersteinmal ist es super, dass du bereits angefangen hast deinen MSCI World zu besparen, ohne es direkt zu kompliziert zu machen. Ganz grundsätzlich kannst du genau so, mit nur einem ETF, dein ganzes Leben lang weitermachen und machst damit nichts falsch. Du hast also überhaupt keinen Handlungsdruck und kannst ganz entspannt überlegen, ob du noch weitere ETFs dazu nehmen magst.

    Es gibt im allgemeinen zwei verschiedene Motivationen, noch weitere ETF's beizumischen:

    1) Steigerung der Diversifikation.

    Ein ETF ist immer eine Teilmenge aller weltweit handelbarer Aktien. Um das Risiko einzelner Unternehmen/Branchen/Regionen zu begrenzen, möchte man Aktien hinzunehmen, die bislang nicht Teil des Portfolios sind. Dabei will man die ETF's nach Möglichkeit so gewichten, wie es der realen (Aktien-)Wirtschaft entspricht. Der MSCI World beinhaltet Aktien von großen und mittelgroßen Unternehmen aus Industrieländern. Willst du weiter diversifizieren geht das eigentlich nur, indem man kleine Unternehmen (Small Caps) und/oder Unternehmen aus Schwellenländern (Emerging Markets) hinzunimmt. Die Unternehmen, welche im NASDAQ100 enthalten sind, sind vollständig auch schon im MSCI World enthalten. Du würdest nicht weiter diversifizieren, sondern stattdessen den "Klumpen" amerikanischer Technologieunternehmen vergrößern.

    2) Den Markt outpetformen wollen.

    Ein passives, weltweites, nach Marktkapitalisierung gewichtetes Portfolio ist definitionsgemäß das Durchschnittsportfolio aller Anleger. Wenn man der Meinung ist, dass man irgendetwas besser weiß, als der Durchschnitt, kann man noch weitere ETF's hinzunehmen. Damit geht man dann gewissermaßen eine Wette ein, dass die Aktien, die letztlich höher als im Durchschnitt gewichtet sind, besser laufen werden, als der Rest. Auch wenn man der Meinung ist, dass sich alle anderen Investoren irren, weil sie bspw. in eine Blase hineinlaufen, kann man andere Aktien hinzunehmen, um das Gewicht der Blase und damit das Risiko zu reduzieren.

    Wie du es letztlich machst, liegt vollständig in deiner Verantwortung, lass dich dabei aber bitte nicht stressen und von FOMO treiben.

    Ich wünsche viel Erfolg!