Einen Faktor, der hier in meinen Augen noch gar keine Erwähnung gefunden hat, möchte ich noch erwähnen, da er eine gewisse Relevanz hat. Abgesehen von den laufenden Kosten, Abschlusskosten und Opportunitätskosten, die ein Bausparer so mit sich bringt, kommt neben der Sicherheit des Zinssatzes auch eine weitere Sicherheit; nämlich eine relativ hohe Tilgungsrate. Prüfe diesbezüglich einmal die Konditionen Deines Bauspartarifs; da kann manchmal eine böse Überraschung lauern, wenn dann nach Ende der Zinsbindungsfrist des ersten Darlehens und mit Auszahlung des vermeintlich günstigen Bauspardarlehens in einem Zug die zu zahlende Rate spürbar ansteigt.
Hintergrund wird sicher sein, dass die Bausparkasse auch nicht den Plan hat, über lange Zeiträume einen Zins unter den Marktkonditionen anzubieten. Somit wollen die Dinger schnellstmöglich loswerden... Und wenn man dann die ganzen Werte (also Kosten und Zinsdifferenz) in EUR rechnet, versteht man auch, warum Bausparkassen auch im jetzigen Umfeld ziemlich entspannt noch Zinsen von effektiv rund 2% anbieten können.
Leider habe ich selbst dieses ganze Konstrukt auch erst zu spät durchdrungen und damit schon einiges an Lehrgeld bezahlt. Meine eigene Immo-Finanzierung läuft aber einfach auf einem Annuitätendarlehen und ohne Bausparer. Sondertilgungen sind möglich (aufgrund meines niedrigen Zinses aber nicht sinnvoll) und ich spare parallel über ETFs (das muss jeder für sich selbst entscheiden, da kann z.B. auch Fest- oder Tagesgeld die passende Variante sein) an, so dass ich nach Ablauf meiner Zinsbindung entspannt entscheiden kann, wie es weitergeht. Von der Panikmache der steigenden Zinsen sollte man sich nicht verrückt machen lassen; ein Bausparer federt davon weniger ab, als man auf den ersten Blick denken würde.