Hallo,
Von 1980 bis ca. 2010, also über rund 30 Jahre, habe ich immer wieder Phasen gehabt, in denen ich mir viele Objekte sowohl zur Miete als auch zum Kauf angesehen habe (im Ballungsraum-Randgebiet; Umgebung Stuttgart und Kreis Ludwigsburg).
Ich kann Eines sagen:
Nur jedes ca. 10. Objekt, egal ob zur Miete oder zum Kauf, und egal ob Whg. oder Haus, erfüllte meine Vorstellungen wenigstens so weit einigermaßen , dass es überhaupt für einen Abschluss in Frage kam.
Irgendwas war immer. Der bevorstehende Bau einer Umgehungsstraße, oder anderweitig verlärmt; Geschäfte, Bäcker etc. entgegen Aussagen doch nicht fußläufig erreichbar, S-Bahn zu weit weg, gewendelte Treppe im Haus (schlecht für später im Alter), Garage nicht am Haus, kein 2. WC oder Bad trotz großer Whg. bzw. Haus, kein Hobbyraum (bei mir ein Muss) bzw. geeignetes Hobbyzimmer, Terrasse ungeeignet (zu offen oder zu klein oder mit dem Nachbarn optisch eine Einheit; und und und).
Und ganz besonders ein häufiges Killerkriterium für mich: das Umfeld.
Wenn das (soziale) Umfeld nicht gut aussieht, dann gefällt auch das Objekt nicht.
Was heißt das Ganze:
Dieses ganze Herumrechnen mit spitzem Bleistift darf nicht entscheidend sein.
Man weiß sowieso erst frühestens in 10 Jahren, wie die Variablen sich entwickelt haben und ob Miete oder Kauf rein rechnerisch besser gewesen wäre.
Wenn man befürchten muss, dass man in 2 Jahren gehen muss, dann sollte man unbedingt jetzt mit Objektbesichtigungen anfangen.
Macht man das erst nachher mehr oder weniger in Eile, dann kann es sein, dass man dann schwer enttäuscht wird und sich Vorstellungen nicht verwirklichen lassen.
Wenn man dagegen ab jetzt immer wieder Objekte anschaut und vergleicht, dann ist die Chance viel größer, dass man in der (vermutlich) zur Verfügung stehenden Zeit auch etwas Schönes findet.
In Jahren oder auch schon gleich nach dem Kauf (oder Miete; ich tendiere allerdings allein schon wegen des Eigenbedarfsrisikos - meine Frau hatte das in ihrem Leben 3 mal erlebt - eher zum Kauf) wird man feststellen, dass die Lebens-Zufriedenheit mit und wegen des schönen, gut geeigneten Objektes sehr viel mehr wert ist, als ein allzu spitzer Rechenstift.
Ein verpasstes Objekt, dem man ewig hinter trauert, ist schlimmer, als wenn der Rechenschieber nicht optimal war.
Entgegen aller „Finanz-Theorien“ behaupte ich daher, dass in diesem Fall auch das Bauchgefühl beim Ansehen eines Objektes eine erhebliche Rolle spielen darf.
Grüße