Beiträge von elijah2807

    Hallo @Shifty

    klasse Frage, mit dem Snapchat IPO beschäftige ich mich auch schon ein bißchen.

    Es gibt hier zwei Dinge, die man getrennt voneinander betrachten sollte:

    • Snap Inc. (ex Snapchat) als Unternehmen
    • IPO als Ereignis

    Zu Snap als Unternehmen kann man sagen, dass die derzeit sehr, sehr vieles richtig machen - sie sind eindeutig Trendsetter, z.B. was das Thema "Vergänglichkeit"von Posts angeht. Einige Analysten sehen Snap als Unternehmen am besten positioniert ist, mal tatsächlich richtig was vom Brand Advertising Kuchen des Fernsehens abzuknabbern (im Prinzip das was Google und später Facebook mit den Classifieds Umsätzen der Zeitungen gemacht haben). Eine ganze Reihe Produktlaunches, insbesondere "Stories" geht in diese Richtung.

    Auch die Tatsache, dass Facebook mit Instagram innerhalb von kürzester Zeit Features von Snap kopiert (more on that in a minute...) zeigt, dass FB die Bedrohung durch Snap sehr ernst nimmt.

    Mit Evan Spiegel hat Snap auch einen CEO, der von vielen im Valley mit Steve Jobs vergleichen wird. Und da scheint durchaus was dranzu sein. Der Produktlaunch der Spectacles ist schon ein Meisterstück des Produktdesign und der Vermarktung. Ob auch finanziell erfolgreich, wird man sehen...


    Wenn das alles so toll ist, wo sind dann die Risiken?

    Snap kann durchaus das Schicksal von Twitter ereilen - dass die, die es nutzen es toll finden, und auch die Leute in der Tech / Medien Filterblase das Ganze als das nächste große Ding sehen - aber der Service nie über 100, 200 oder 400 Mio Early Adopter hinauskommt. Und das ist dann (auf einer globalen Skala) einfach nicht genug im Vergleich zu FB oder Google.

    Außerdem zeigt die Tatsache, dass FB gewaltige Ressourcen in das "Nachziehen" der Features von Snap in Instagrsm steckt UND ihr Produkt in einer Kundenbasis von 1,7 Mrd. Menschen vermarkten kann UND Instagram schon tief in die Werbebuchung für Werbetreibende intergriert hat UND wesentliche mehr Daten für das Targeting von Werbung (ab das für Brand Advertising so wichtig ist sei mal dahingestellt) hat, dass das durchaus ein harter und damit teurer Kampf werden wird.

    Snap sitzt übrigens in Venice bei LA und nicht im Valley. Das mag heute ein Vorteil sein, was Mindset und "Andersartigkeit" angeht - wenn man aber irgendwann Techies zu Hunderten oder gar Tausenden einstellen muss, kann das ganz schnell ein Standortnachteil werden.

    Dazu kommen noch die ganzen üblichen Risiken: Ein Daten-Supergau, irgendwelche Hacks der Spectacles etc. Auch Spiegel als CEO hat durchaus ein bißchen "Baggage", auch aus der Ecke kann durchaus was kommen, auch wenn ich das inzwischen für recht unwahrscheinlich halte und er mit den bisherigen "Skandalen" (die eher Skandälchen waren) gut umgegangen ist.

    Für mich läuft die Analyse von Snap letztendlich auf zwei Punkte hinaus:

    • Schafft Snap es, den Brand Advertising Jackpot, der nach wie vor zu >90% beim TV liegt, zu knacken?
    • Ist Snap als Produkt "generational" oder "Age-related"? Was meine ich damit? "Generational" sind Dinge, die von einer Generation besonders wertgeschätzt werden. Klassiker sind hier Bands aus der eigenen Jugend - man denke an 60-Jährige beim Rolling Stones Konzert. "Age-related" sind Dinge, die man in einem bestimmten Alter tut - und dann halt irgendwann nicht mehr...
      Macht einen fundamentalen Unterschied für die Langlebigkeit eines Produktes...


    So viel zum Thema Snap als Unterehmen. Zum Thema IPO als Ereignis zitiere ich einfach mal ausführlich Stratechery (FETT von mir) im nächsten Post:

    Und eine weitere entscheidende Frage:

    Gibt es Erben, denen Sie etwas hinterlassen möchten? Wenn ja, wie alt sind die und können die mit Geld umgehen?

    Wenn nein: Wollen Sie Ihr verbleibendes Vermögen am Ende einer gemeinnützigen Organisation zukommen lassen? Dann könnte man da mal anfragen, womit die am besten umgehen können. Die Christoffel-Blindenmission kann sicherlich mit einem ETF Portfolio oder ein paar Anleihen sicher einfacher arbeiten, als mit einer Eigentumswohnung in Castrop-Rauxel oder einem Bündel von P2P Krediten auf irgendeiner ausländischen Plattform...

    Hallo @Shifty

    erstmal kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Das sind sehrvernünftige Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Den einen richtigen Weg gibt es, wie Du ja auch selber erkannt hast, nicht. Und der von Dir angedachte ist sicherlich einer der "richtigeren".

    Ich persönlich habe eine sehr klare Meinung zu den Emerging Markets, nachzulesen hier.

    Was die Rentenfonds angeht: Wenn das Dich besser schlafen lässt, weil Du das gute Gefühl hast eine relativ sichere Bank im Portfolio zu haben, dann go for it. Aus Rendite-Gesichtspunkten gibt es momentan wenig was dafür spricht.

    Cheers & guten Anlageerfolg,
    Elias

    Um auch die letzte Frage noch zu beantworten:
    Bei 5.000€ ist die Stadardempfehlung auf dem MSCI World (oder den MSCI ACWI) zu setzen sicherlich die richtige Wahl. Sonst wird es doch sehr kleinteilig.

    Welcher ETF dann genau muss man dann mal schauen, aber mit den Standards kann man nicht so viel falsch machen (Comstage, db X Trackers etc.)

    So, jetzt setzen wir alle mal die Aluhüte wieder ab...

    Die Headline "Bargeldverbot 2018" ist nichts anderes als Clickbait. Und "Juncker hat das schon abgesegnet" zeigt, dass keinerlei Verständnis dafür besteht, wie der europäische Gesetzgebungsprozess funktiert. Als wäre Juncker ein Mao Zedong II, der per Handstreich mal eben die Grundlage unserer Wirtschaftsordnung auf den Kopf stellen könnte.


    Ich persönlich glaube, dass es gute Gründe dafür gibt, Bargeld abzuschaffen. Viele davon wurden genannt, ich will sie nicht wiederholen. Ich bin aber davon überzeugt, dass ein solches "Verbot" NIE IM LEBEN im Jahr 2018 umgesetzt wird. Dafür ist der gesamte Prozess viel zu langsam. Selbst wenn es im Jahr 2018 beschlossen würde, wäre ich mir ziermlich sicher, dass es relativ großzügige Übergangsfristen (vielleicht bis 2025 oder so) geben würde. Und vermutlich wäre das Bargeld auch nie ganz verboten (die D-Mark ist ja auch nicht "verboten", sie ist nur nicht mehr im Umlauf, man kann nach wie vor bei der Bundesbank D-Mark gegen Euro tauschen). Zuerst würde es halt Geld kosten Bargeld zu nutzen und irgendwann wird es halt nicht mehr allgemein akzeptiert, sondern kann nur noch bei der (Bundes-)Bank eingezahlt werden.


    Ich glaube aber auch nicht, dass das automatisch das Ende der freien Gesellschaft ist. Warum?

    Weil schon heute intensiv an Alternativen zu den Fiat-Währungen der Notenbanken gearbeitet wird. Währungen, die sich noch viel mehr staatlicher oder sonstiger Kontrolle entziehen als das Bargeld tut. Die bekanntesten Beispiele sind sicher BitCoin und Ethereum. Diese Alternativen entziehen sich allein aufgrund ihrer Konstruktionsweise schon jeglicher Kontrolle durch einzelne Akteure. Und diese Alternativen würden natürlich gewaltigen Zulauf erhalten und so ein gewisses Maß an finanzieller Freiheit sicherstellen.

    Natürlich kann man jetzt sagen: Und was wenn die auch verboten werden? Wenn das passiert, dann sind wir im Totalitarismus angekommen, und dann ist so viel schief gegangen, da hätte uns unser bißchen Bargeld auch nicht vor bewahrt.

    @Hudson1: Auch ich hoffe, dass das nicht 100% ernst gemeint war. Ich wollte ja explizit KEINE Anlageempfehlung abgeben, sondern nur darstellen, welche Gedanken ich mir mache, wenn ich über eine Aktie nachdenke. Das sollte mehr dazu anregen, sich eigene Gedanken zu machen, und basierend auf diesen zu einem eigenen Ergebnis zu kommen.

    Ich habe mich mit den genannten Aktien noch deutlich intensiver beschäftigt, als ich dort skizziert habe. Ich kann Ihnen z.B. herbeten, wie stark Amazon im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal gewachsen ist (29%), wie sich die die Geschäftssegmente von Amazon (AWS, eigene Verkäufe, Verkäufe für Dritte) entwickeln, wie sich die Rohmarge von AWS in den letzten Quartalen entwickelt hat, und welchen % des Gesamt-Handelsumsatzes (ohne Lebensmittel) Amazon in den USA und Europa hat. Und ich glaube ein vernünftiges theoretisches Grundgerüst (Stichwort Aggregation Theory) zu haben, um erklären zu können, warum Amazon oder Facebook nachhaltig erfolgreich sein können (nicht müssen!).

    Auf Basis all dieser Informationen bin ich dazu gekommen, kleinere Beträge (in Summe rund 5% meiner gesamten frei verfügbaren Mittel) zu investieren.

    Und nur zur Info: Sowohl Amazon als auch Wirecard notieren derzeit gegenüber dem Kaufkurs im Minus. Vielleicht habe ich einfach viel zu spät gekauft ;)

    wie gut ist die Anlage in Goldminenaktien.

    Das ist ungefähr so wie die Frage: "Wie gut ist eine Anlage in Auto-Aktien?"

    Eine wirklich sinnvolle Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Da spielen so viele Faktoren rein, dass man sich wenn dann jede einzelne Aktie anschauen muss.

    Weil:

    • Nehmen wir mal an, der Gold-Industrie geht es gut. Aber bei der Super-Mining Company hat man in den letzten Jahren 500 Mio in eine Mine in Takatukaland investiert, die sich erst um 3 Jahre verzögert hat und nun nichts abwirft (da fühlt man sich an Thyssen-Krupp erinnert...). Das UNternehmen gerät in ernste Liquiditätsengpässe, die Aktie rauscht 90% in den Keller. Ups!
    • Nehmen wir mal an, die Ultra Mining Co. aus Australien ist ganz dick im Geschäft. Alles richtig gemacht, Rekordgewinne und so. Nun ist sie aber an der Börse in Sydney gelistet. 20% Kursgewinn in einem Jahr! Und aufgrund der agressiven Währungspolitik der australischen Zentralbank hat der australische Dollar gegenüber dem Euro im letzten Jahr um 20% abgewertet. Satz mit X, war wohl nix!

    Die Beispiele zeigen: Eine Aussage über eine globale Industrie zu treffen ist Kaffeesatzleserei, weil die einzelnen Unternehmen immer gut oder schlecht geführt sein können, einzelne Länder sich unterschiedlich entwickeln usw... Daher halt ich auch nichts von Sektoren-Fonds (egal ob gemanagt oder ETF). Da kann am Ende nur bestenfalls Mittelmaß rauskommen - das tut es bei breiten Indizes zwar auch, aber da habe ich zumindest das Sektoren-Risiko eliminiert...


    Was mich immer wieder stutzig macht sind die Finanzberichte der Kreditsuchenden. Hier gibt es meiner Meinung nach oftmals keine plausiblen Angaben (auch deshalb eher manuelle Suche).

    Genau, das ist mir auch schon oft aufgefallen. Wer angeblich 3.000€ Netto-Einkommen hat und 1.000€ Kosten und dann einen Kredit über 10k braucht, der hat entweder sein Leben überhaupt nicht im griff (ist also demnach kein Schuldner, den man haben will) oder da stimmt was nicht...

    Da ist Bondora beispielsweise besser, die geben transparent an, ob sie Einkommen und Kosten verifiziert haben. Sowieso finde ich Mintos und Bondora, was die Transparenz angeht wesentlich besser als Auxmoney

    Fazit: das Risiko, in diesem Sektor Geld zu verlieren, ist vergleichsweise hoch.

    Klar, darum ist ja auch die erwartete Verzinsung entsprechend - denn der spiegelt ja letztendlich das Risko wieder.

    Natürlich ist ein deutliches Ausfallrisiko gegeben. Und bei 20% Ausfällen würde natürlich der Case nicht mehr funktionieren. Ich hoffe darauf, dass es deutlich weniger sind und unter dem Strich was hängen bleibt. Und wenn nicht, fällt das in die Kategorie Lehrgeld.

    Auxmoney ist nicht gut - zumindest für Kreditgeber. Hier fallen weit über 20 Prozent der Forderungen aus

    Woher haben Sie denn diese Zahl? Beruht die auf persönlicher Erfahrung oder soll die allgemeingültig sein? Letzteres glaube ich nämlich aus zwei Gründen nicht:

    1. Wenn tatsächlich "weit über 20%" der Forderungen ausfallen würden, aber selbst die am höchsten verzinsten Kredite nur ca. 17% abwerfen würde kein Mensch dort investieren. Und um ein Schneeballsystem zu sein, sind sie schon zu lange am Markt und zu oft kritisch hinterfragt worden

    2. Meine persönliche Erfahrung deckt sich auch nicht damit. Ich habe ca.100 Investitionen bei Auxmoney getätigt, quer durch alle Riskoklassen. Davon sind derzeit 5 im Inkasso und 5 in irgendeiner Mahnstufe. Also sind derzeit 10% der Kredite im Verzug, was ja noch nicht heißt, dass sie komplett ausfallen, sondern ein Teil dieser Forderungen kann sicher noch eingetrieben werden.

    @Altsachse - natürlich weiß ich was eine NV-Bescheinigung bedeutet. Aber ich glaube Sie haben 3-fach Glück:

    1. Unser Staat besteuert nur Einkommen, kein Vermögen, über das Sie ja durchaus verfügen
    2. Sie wohnen in Sachsen
    3. Sie haben das Ruhestandsalter erreicht, die Kinder sind aus dem Haus und stehen auf eigenen Beinen

    Wenn Sie aber alleinerziehend mit einem Kind im Kindergartenalter in/um München wohnen, 120€ im Monat für das Pendlerticket zahlen und vielleicht 1.800€ Netto verdienen - viel Spaß!

    Und das ist noch nicht einmal das Worst Case Szenario...

    Hallo @johannesG

    kurz gesagt: Blöd ist die Aufteilung sicher nicht.

    Über jede Position kann man lang und breit streiten - aber grosso modo ist das eine gute Aufteilung.

    Ich z.B. bin großer Nasdaq und MDax Fan, würde also mindestens mal ersteren stärker gewichten. Dafür bin ich überhaupt kein Freund der Emerging Markets, die würde ich also weglassen. Der Euro Stoxx 600 hat - wie der Nasdaq - eine große Schnittmenge mit dem MSCI World. So what... Andere sehen das wieder ein bissel anders...


    Wichtig ist, dass Du durchhältst, die exakte Mischung ist eher zweitrangig. Zu dem Thema hier mehr...



    Also: Wenn die 10% EM Dich zweifeln lassen, lass sie halt weg. Selbst wenn die EM jetzt den Rest der Welt total outperformen, dann schlägt das eh nur minimal auf Deine Gesamtrendite durch. (Wenn 90% Deines Portfolio 6% p.a. abwerfen und 10% liefern 10% p.a. ist Deine Gesamtrendite auch "nur" 6,4% - das ist jetzt nicht die Welt mehr...)

    Hope that helps.

    Ein nicht zu unterschätzender Aspekt, zumindest für die Vielreisenden unter uns: Die Premiummarken wie Rimowa und Tumi, aber auch Samsonite, bieten einen ziemlich guten Service.

    Ich hatte mit meinem Tumi ein Problem, eingeschickt, eine Woche später komplett repariert und gereinigt zurück bekommen, nicht einen Cent dafür gezahlt.

    Klar kann man sich sagen: Hey, für das Geld eines Tumi kann ich mir 10 Billo-Koffer beim Aldi kaufen. Aber was Nachhaltigkeit, Qualitätsanmutung, Haptik und Zuverlässiglkeit angeht ist das einfach kein Vergleich.

    Dazu kommt (bei Geschäftsreisenden zumindest) auch ein nicht zu vernachlässigender Imageeffekt. Klingt blöd, ist aber so. Ich beobachte an mir selber, dass ich eine ganze Menge geistiger Schubladen habe, eine beschriftet mit "Tumi, Rimowa", eine mit "Louis Vuitton, Gucci", eine mit "North Face" usw.

    Was da drin steckt kann sich jetzt jeder selber überlegen ;)

    @Buchling: Spiegel Plus nutzt Laterpay. Da kann man eigentlich alle gängigen Zahlungsarten nutzen.

    Ich nutze das gelegentlich auch. In Summe bin ich schon deutlich über den 5€, aber da ich verschiedene Devices nutze (Telefon, iPad, PC) bin ich noch bei keinem über die 5€ drüber.

    Was ich aber merke ist, dass sie mit der Länge des Abschnitts, den man vor der Paywall lesen kann, zu experimentieren scheinen. Von sehr kurz bis ziemlich lang.

    Ich denke so ein Weg ist ein möglicher Monetarisierungsweg für hochwertigen journalistischen Content. Ein anderer sind Aggregatoren wie z.B. blendle. Ein Service den ich nur wärmstens empfehlen kann.


    Ich bin mir da nicht so sicher ob es eine gute Anlage ist für die Zukunft!

    Sicher kann man sich da nie sein, sonst wäre man sehr schnell sehr reich ;)


    Meine Meinung (keine Anlageempfehlung):

    DHL:
    + wird durch das Wachstum des Online-Versands in den kommenden Jahren deutlich wachsen
    + ist IT-seiting weit vorne dabei und probiert viel Neues, auch zusammen mit Start-ups aus
    - über kurz oder lang besteht das Risiko der "Disintermediation", d.h. der größte Kunde (Amazon) die Logistik selber in die Hand nimmt. Pilotprojekte in diese Richtung laufen (eigene Flugzeuge und Frachtschiffe, eigene Lieferservices, eigene Pick-Up Locations, Liefer-Drohnen und Roboter)

    Telekom:
    + die DTAG hat in den letzten Jahren sehr vieles richtig gemacht. Sie haben sich gesund geschrumpft, Überflüssiges abgestoßen und konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft Konnektivität. Das halte ich für gut und richtig.
    + mit T-Mobile US haben sie ein Rezept gefunden, wie sie profitables Wachstum im Kerngeschäft erreichen können.
    + Entertain scheint so langsam Fuß zu fassen und wächst wieder deutlich. Vermutlich wird es nie in sich profitabel, aber es bindet halt Kunden mit sehr schnellen (ergo teuren) Internetanschlüssen
    - Der Telekommunikationsmarkt als Ganzes ist seit Jahren rückläufig - in einem schrumpfenden Markt zu wachsen ist sehr, sehr schwer (und teuer)
    - Die Selbstverpflichtung den Aktionären regelmäßig relativ üppige Dividenden zu zahlen, entzieht dem Unternehmen viel Cash. Cash der dringend benötigt würde, um ins Netz zu investieren um die Qualitätsführerschaft behaupten zu können. Daher wurde in den letzten Jahren vieles versilbert, was nicht zum Kerngeschäft gehörte (Interactive Media, Scout Gruppe, ...). Aber die Gedankenspiele die T-Systems und TMO US zu verkaufen rühren nicht zuletzt daher...
    - Die Telekom ist ein unglaublich politischer Laden (kenne die Innensicht). Der Vorstand ist gut (kenne ein paar von denen flüchtig), aber das Management der Landesgesellschaften ist schwierig...

    Beide:
    - Als ehemalige Staatskonzerne hängt über beiden das große Damoklesschwert der Pensionsverpflichtungen, die nicht trivial sind. Das kann ich nicht zu 100% einschätzen. Aber wenn man da signifikant investieren will, sollte man mal schauen, ob die Rückstellungen zu den zukünftigen Verpflichtungen passen

    Fazit:
    Ich glaube beides sind Aktien, die einem über die nächsten paar Jahre durchaus Freude machen können - und vermutlich relativ wenig Kummer. Aber als Investment für die nächsten zehn Jahre würde ich sie nicht sehen, dafür sind mir die strategischen Herausforderungen zu groß bzw. ungewiss

    @bremerfunk: das ist die klasissche Frage aller Fragen.

    Ich will nicht in das gleiche Horn stoßen wie @muc, @Nordlicht1337 und @RaphaelP. Die Punkte der genannten Mitforisten sind alle richtig und wichtig, und Sie sollten sie auf jeden Fall bedenken und dabei ehrlich zu sich selber sein.

    Aber ich traue mir selber in Ihrem Fall keine klare Empfehlung zu, da mir für eine qualifizierte Meinung da schlicht und einfach ein paar Infos fehlen. Kann ja sein, dass Ihre Eltern noch was zum Eigenkapital dazu geben. Oder Ihre Frau erbt. Oder Ihr Bruder ist Maurermeister und sie können viel Eigenleistung einbringen, oder, oder, oder...

    Ich will aber zu Ihrer eigentlichen Frage kurz sagen:
    Das Konstrukt, welches Sie sich ausgedacht haben, klingt durchaus gut durchdacht. Aber es ist auch kompliziert und daher kann hier vermutlich keiner genau sagen, dass das genau so funktioniert, da wir alle die Gesamtsituation nicht kennen. Aber es ist gut und überhaupt nicht verwerflich, zu versuchen möglichst viel Förderung abzugreifen. Ob für ein Haus oder für die Altersvorsorge ist da letztlich egal.

    Meine Empfehlung: Gehen Sie zur Verbraucherzentrale und lassen sich von den Experten dort beraten. Die sind qualifiziert und absolut neutral. Das kostet zwar einmal ein bissel Geld (irgendwas zwischen 30 und 60€ vermutlich), aber Sie bekommen eine qualfizierte Einschätzung frei von jeglichen wirtschaftlichen Interessen.

    Zuletzt will ich noch mit einer Illusion aufräumen. Sie schreiben:

    Bei 850 € Kaltmiete (Tendenz steigend, Stichwort: Mieterhöhung) können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Mieten auf Dauer für uns die bessere Wahl darstellen sollte.

    Das ist eine Illusion, der viele unterliegen. Die ökonomische Logik ist aber, dass wenn man ehrlich rechnet, Mieten und Kaufen ziemlich genau gleich rauskommen. Wenn es anders wäre, würden ja alle nur noch kaufen oder nur noch mieten und durch dieses Verhalten die Unterschiede wieder nivellieren. Das ist in Einzelfällen natürlich anders, aber Sie wissen vorher nicht, ob sie den Vermieter haben, der Ihnen nie die Miete erhöht oder das Haus wo das Dach 5 Jahre länger hält als geplant...

    Im Endeffekt ist ein Hauskauf zum selber bewohnen eine Lebensstil-Entscheidung, die unabhängig davon getroffen werden sollte, ob sie sich im finanziellen Sinne "lohnt" oder nicht. Dazu hier auch ein interessanter Artikel vom Finanzwesir.


    Hope that helps,
    Elias

    Hallo @RainerM.

    willkommen im Forum. Ich selber habe keine Erfahrung mit Smava als Kreditnehmer gemacht. Allerdings ist das Unternehmen schon sehr lange am Markt, was tendenziell dafür spricht, dass sie seriös arbeiten. Des weiteren kenne ich einen der Gründer persönlich, und das ist auch ein sehr korrekter Typ.

    Ob der Bericht von @kurby85 tatsächlich an seinem Smava Antrag lag, kann ich nicht beurteilen. Ich halte es aber für eher unwahrscheinlich, insbesondere da Smava ja besonders auf das Thema Datenschutz hinweist und die BaFin den Banken und Finanzvermittlern noch ein bissel mehr auf die Finger schaut, was Kundendatenhaltung und so angeht...

    Good luck,
    Elias