Beiträge von hanselas

    Habe es mal durchrechnen lassen:


    ## Szenario 1: Hauskauf vor 15 Jahren (2009)

    **Anfangssituation:**

    - Kaufpreis: 400.000 €
    - Eigenkapital: 50.000 €
    - Darlehenssumme: 350.000 €
    - Zinssatz: 4,5%
    - Annahme: 2% Tilgung initial, Laufzeit ca. 30 Jahre

    **Monatliche Belastung:**

    - Rate bei 4,5% Zins + 2% Tilgung = 6,5% von 350.000 € = 22.750 € p.a. = **1.896 € monatlich**

    **Zusätzliche Kosten beim Kauf:**

    - Grunderwerbsteuer (ca. 5%): 20.000 €
    - Notar/Grundbuch (ca. 2%): 8.000 €
    - Makler (ca. 3-4%): 12.000-16.000 €
    - **Gesamt Nebenkosten: ca. 40.000-44.000 €**

    Das Eigenkapital von 50.000 € reichte gerade für die Nebenkosten + minimal Eigenkapital.

    **Nach 15 Jahren (2024):**

    - Restschuld bei gleichbleibender Rate: ca. **210.000 €**
    - Gezahlte Zinsen: ca. **200.000 €**
    - Getilgt: ca. **140.000 €**
    - **Hauswert heute** (konservativ +50% in 15 Jahren): ca. **600.000 €**
    - Eigenkapital im Haus: 600.000 - 210.000 = **390.000 €**

    **Nebenkosten 15 Jahre:**

    - Instandhaltung (ca. 1% p.a.): 60.000 €
    - Grundsteuer (ca. 200 €/Monat): 36.000 €
    - **Gesamt: ca. 96.000 €**

    ## Szenario 2: Miete + ETF-Anlage

    **Anfangssituation:**

    - Einmalanlage: 50.000 € in ETF
    - Miete für vergleichbare Wohnung 2009: ca. **1.000 € monatlich**
    - Differenz zur Hausrate: 1.896 - 1.000 = **896 € monatlich in ETF**

    **ETF-Entwicklung (MSCI World als Benchmark):**

    - Durchschnittliche Rendite 2009-2024: ca. **9-10% p.a.**
    - Rechnen wir konservativ mit **8% p.a.**

    **Nach 15 Jahren:**

    - Einmalanlage 50.000 € bei 8%: ca. **158.000 €**
    - Monatliche Sparrate 896 € bei 8%: ca. **312.000 €**
    - **Gesamt ETF-Vermögen: ca. 470.000 €**

    **Aber: Mietsteigerungen!**

    - Annahme: 2,5% Mietsteigerung p.a.
    - Miete heute: ca. **1.450 € monatlich**
    - Durchschnittsmiete über 15 Jahre: ca. **1.200 €**
    - **Gezahlte Miete gesamt: ca. 216.000 €**

    Korrigierte Rechnung mit steigender Miete und sinkender Sparrate:

    - **Realistisches ETF-Vermögen: ca. 380.000-420.000 €**

    ## Vergleich

    **Hauskauf:**

    - Eigenkapital: 390.000 €
    - Restschuld: 210.000 €
    - Wohnkosten bezahlt: ca. 437.000 € (Zinsen + Nebenkosten)
    - **Plus: Du wohnst mietfrei weiter, Haus abbezahlt in weiteren 10-15 Jahren**

    **Miete + ETF:**

    - Vermögen: 380.000-420.000 €
    - Miete bezahlt: 216.000 €
    - **Minus: Du musst weiter Miete zahlen (aktuell ca. 1.450 €/Monat)**

    ## Fazit

    Rein rechnerisch stehen beide Szenarien etwa gleichauf – **aber** der Hauskauf hat langfristig die Nase vorn, weil:

    1. Nach Abzahlung der Restschuld hast du ein schuldenfreies Haus (Wert 600.000 €+)
    1. Du wohnst dann mietfrei
    1. Der ETF-Anleger*in muss weiter Miete zahlen

    Allerdings: Die Flexibilität der Miet-Variante und die Liquidität des ETF-Vermögens sind nicht zu unterschätzen. Ein Haus bindet dich örtlich und finanziell.

    Absolut! Vielen ist noch immer nicht klar, was der demographische Wandel bedeutet. 2029 gehen 1,4 Mio. Menschen in Rente, aber nur 700.000 werden 18 Jahre alt. Und das nur in dem einen Jahr. Wer soll die Sozialsystem bezahlen? Die KI? ;)

    Ärgerlich daher umso mehr, dass die Politik diese Themen nicht entsprechend anfasst. Ab nächstem Jahr soll ja der 10 €-Sparplan pro Kind kommen. Das ist ja noch nichtmal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber richtig, für Pflegen, PKV und Rentenlücke sollte man einiges beiseite legen. Aber dafür sind wir ja hier. :)

    Hallo zusammen,

    die Gesundheits- bzw. Krankheitskosten werden in allen Bereichen steigen. Entweder durch Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen. Mehr Reserven sollten daher jeder anlegen. Ebenso für die Rentenlücke und für die Pflege. Nur für die höheren Kosten im Gesundheitsbereich finde ich 200.000 Euro in einem Welt ETF angemessen. Für die Pflege wohl 100.000. Euro. Rentenlücke kann für viele schnell 1.000.000 Euro ausmachen. (Siehe ePapier).

    LG

    Ja klar, mehr ist immer gut. Nur blöd, dass viele Familien gar nicht die Möglichkeiten haben solche Beträge anzusparen. Mit einem 25 €-ETF-Sparplan kommt man nicht annähernd in diese Regionen.

    Entweder versuchst Du es gerade (aus welchem Grund auch immer) ins Lächerliche zu ziehen, oder verstehst es nicht ganz (als Beamter solltest Du den 92a EStG eigentlich subsumiert bekommen). Für Leute die ihr Leben lang zur Miete wohnen, kommen die dort genannten Möglichkeiten natürlich eher nicht in Frage.

    Ich meine das ernst. Wohne zur Miete, aber vielleicht ergibt sich später eine Eigentumswohnung, wo man das Guthaben reinstecken kann. Mir war die Möglichkeit nicht bekannt

    Danke für deine Ausführungen! Ja, die KI macht häufig Fehler.

    Die Zahlen stimmen, ich habe den Vertrag noch in der Ausbildung abgeschlossen.

    Deine Ausführungen zu Aktien sind natürlich richtig, nichtsdestotrotz ist es die einzige Möglichkeit, der Inflation zu trotzen.


    Ich habe nun bei der Leipziger abgeschlossen. Ist eine Nettopolice. Ich werde berichten, wie die Anlagenstrategie der Versicherung aussieht. Ich habe irgendwo gelesen, dass man den Auszahlungstermin auf 84 hochlegen kann, um länger das Geld in dem Etf zu lassen. Mal schauen, welche Möglichkeiten das Onlineportal bietet. Wichtig ist jetzt erstmal, dass das Guthaben von der Debeka übertragen wird. Für mich fühlt es sich gut an. Die Zulagen (knapp 8000 €) sind nicht weg und ich profitiere von den vielen Jahren, in denen ich Kinderzulagen bekomme. Die Kosten sind auch sehr überschaubar, auch wenn ich mich ärgere, dass ich so viel an die Debeka gezahlt habe. Aber wie sagt man hier so schön: Dem schlechten Geld kein gutes hinterherwerfen.

    Neben der Beamtenpension zahle ich noch fleißig in einen ETF ein.