Ich glaube, du hast die Dimension des Problems noch nicht verstanden. Das Gesundheitssystem in seiner jetzigen Form wird nicht mehr aufrecht zu erhalten sein. Da kann man noch so viele gut gemeinte, aber doch realitätsferne Vorschläge produzieren. Um es mal ganz einfach auszudrücken: "Ohne Moos nix los." Die Zahl der Anspruchsberechtigten steigt, die Zahl der Einzahler sinkt. Hieran etwas zu ändern, wären die einzigen überhaupt wirksamen Maßnahmen für eine Verbesserung. Aber das ist aktuell politisch nicht gewollt. Die Folgen sind unausweichlich: das Versorgungsniveau wird drastisch sinken.
Du hast es erfasst: "Das Gesundheitssystem in seiner jetzigen Form wird nicht mehr aufrecht zu erhalten sein." Mit der aktuellen Struktur wird das Versorgungsniveau wahrscheinlich auch sinken. Daher muss es komplett reformiert werden, weshalb das duale System abgelöst werden muss. Ein rein steuerfinanziertes System wäre beispielsweise eine Lösung, wie es andere Länder bereits umsetzen. Aber jetzt bitte nicht wieder das kaputt gesparte NHS in GB nennen ![]()
Der Qualitätsstandard in der Gesundheitsversorgung nimmt also ab, weil es Privatversicherte gibt? Das ist doch offensichtlicher Unfug.
Du hast meine Aussage falsch interpretiert. Weil wir das duale System haben, können sinnvolle Lösungen nicht umgesetzt werden um die Misere zu lindern. Z. B. die Einführung eines steuerfinanzieren Modells.
Und auch in deinem nächsten Satz kommt wieder zum Vorschein, worum es dir wirklich geht. Privatversicherte können also den gleichen Versorgungsumfang haben wie heute auch. Dafür dürfen sie dann aber den Höchstbeitrag in die marode GKV zahlen und sich dann noch einmal für die private Zusatzversicherung zahlen. Es geht hier einfach nur darum, das Geld anderer Leute abzugreifen.
Wo ist dein Gemeinschaftssinn geblieben? Ich zahle extrem viele Steuern und finanziere beispielsweise damit die Sanierung der Straßen und die Verteidigung. Habe ich deswegen ein Anrecht darauf auf besseren Straßen zu fahren oder besser verteidigt zu werden als jemand, der wenig Steuern zahlt? Nein! Genauso sollte es im Gesundheitssystem sein. Jeder leistet einen Beitrag, der abhängig von seiner wirtschaftlichen Kraft ist.
Du sagst, du seist privat versichert. Bei deinen Einlassungen hier könnte man fast den Eindruck bekommen, dass du dir die Einheitsversicherung aus rein persönlichen Gründen herbei wünscht. Sind dir deine PKV-Beiträge zu hoch geworden, so dass du hoffst, auf diesem Wege Geld zu sparen? Wenn dem so ist, ist das ein verständliches Anliegen. Dann sollte man das aber auch so sagen.
Meine PKV-Beiträge sind definitiv nicht zu hoch. Wenn alles nach Plan laufen sollte, werde ich auch bis Mitte/Ende 70 weniger als in der GKV zahlen. Jedoch ist mir das Wohl der Gesellschaft wichtig. Vor allem wo die Gesellschaft in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr auseinander gedriftet ist. Falls ich eines Tages in einer Bürgerversicherung versichert sein muss und mehr zahlen müsste, dann ist das für mich selbstverständlich. Wie bei den Steuern für die Straßensanierung. Es würde mir finanziell höchstwahrscheinlich auch nicht weh tun.