Wechsel in PKV?

  • Das ist leider zusätzlich zur regulären Erhöhung geplant. Da die reguläre Erhöhung die letzten Jahre auch immer zwischen €200 und €300 betrug kannst Du also mit €500 bis €600 rechnen...:thumbup:

    Aber ist ja beim Höchstsatz inkl. Pflege auch nur ein Hunderter im Monat...

    Immer noch moderat?

    PKV-Versicherte im Angestelltenverhältnis können das durch Aufstocken eines vorhandenen Beitragsentlastungstarifs ausnutzen.

  • Das ist leider zusätzlich zur regulären Erhöhung geplant. Da die reguläre Erhöhung die letzten Jahre auch immer zwischen €200 und €300 betrug kannst Du also mit €500 bis €600 rechnen... :thumbup:

    Aber ist ja beim Höchstsatz inkl. Pflege auch nur ein Hunderter im Monat...

    Immer noch moderat?

    Ja, stimmt schon. Das macht wieder locker 10% Beitragserhöhung mit gleichzeitiger Leistungskürzung. Das macht die GKV natürlich noch uninteressanter und gleichzeitig die PKV v.a. für Angestellte durch den höheren Arbeitgeberzuschuss noch interessanter. Ob das so ein schlauer Schachzug von der Regierung ist, weiß ich nicht...

    Was mich eigentlich am meisten nervt ist, dass sich der Bund wohl ja auch zukünftig eher noch mehr versucht von der Finanzierung der GKV zurück zu ziehen durch Senkung des Zuschuss zum Gesundheitsfond und sich weiter nur minimal an den Beiträgen für Bürgergeldempfängern beteiligt. Für mich ist es einfach nicht zu verstehen, wie man als Politiker in der aktuellen Situation zu so einer Entscheidung kommen kann. Die ganze GKV-Reform ist für PKV-Versichterte echt super gelaufen und wird uns dann wohl auch in die PKV treiben...

  • Die ganze GKV-Reform ist für PKV-Versichterte echt super gelaufen und wird uns dann wohl auch in die PKV treiben...

    Auch diese Medaille hat aus Sicht der PKV-Versicherten (die PKV-Versicherer sind hier nicht mitgemeint) zwei Seiten: Zum einen winkt durch die geplanten Einschnitte bei den Arzthonoraren i.w.S. im Zweifel eine stärkere Hinwendung zu den Selbstzahlern (Privatpatienten und GKV-Versicherte, die beim Arztbesuch ihre sog. Gesundheitskarte stecken lassen).
    Zum anderen schauen PKV-versicherte Rentner ab 2027 in die Röhre, weil der GKV-Beitragssatz, mit dem ihr Beitragszuschuss zur Rente berechnet wird, sinken wird, und damit der Beitragszuschuss selbst. Kommt dann noch zum 1.1.2027 eine Beitragserhöhung der PKV um die Ecke, kann erst recht keiner mehr behaupten, sie leisteten nicht ihren eigenen Beitrag zum Gelingen der Reform.

    Der betreffende (Durchschnitts-)Beitragssatz 2027 sinkt nicht gegenüber 2026 (17,5 %)? Na dann ist ja alles gut - mit der schlichten Ausnahme, dass die derzeitige Gesundheitsreform dann ja wohl ein kapitaler Rohrkrepierer gewesen sein muss.

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

  • Es kann nicht oft genug gesagt werde (!):

    Risiken

    • Steigende Beiträge im Alter: Die PKV-Beiträge sind nicht gedeckelt und richten sich nach dem Alter und den individuellen Krankheitskosten. Ohne ausreichende Altersrückstellungen können die Beiträge im Rentenalter stark ansteigen, selbst wenn das Einkommen sinkt.
    • Fehlende Rückkehrmöglichkeit: Ein Wechsel in die PKV ist in der Regel eine Entscheidung fürs Leben. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist nach dem 55. Lebensjahr oder bei Aufgabe der selbstständigen Tätigkeit kaum noch möglich.
    • Risikozuschläge bei Vorerkrankungen: Auch bei frühem Wechsel müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden. Vorerkrankungen können zu hohen Risikozuschlägen führen, die die monatlichen Kosten dauerhaft erhöhen.
    • Keine Familienversicherung: Im Gegensatz zur GKV gibt es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung. Für jedes Familienmitglied, einschließlich Kinder, muss ein separater Beitrag gezahlt werden, was die Gesamtkosten erhöht.
    • Beitragsstabilität nicht garantiert: Die Beitragsentwicklung ist unsicher. Versicherte müssen mit regelmäßigen Beitragserhöhungen rechnen, die durch medizinischen Fortschritt und höhere Arzthonorare getrieben werden.
    • Beitrag in der privaten Krankenversicherung (PKV) abhängig von Alter und Gesundheitszustand sowie dem gewünschten Versicherungsschutz. Wenn Sie einen privaten Vertrag abschließen, gehen Sie quasi eine lebenslange "Zwangsehe" ein. Eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist meist ausgeschlossen oder nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
  • Es kann nicht oft genug gesagt werde (!):

    Risiken

    • Steigende Beiträge im Alter: Die PKV-Beiträge sind nicht gedeckelt und richten sich nach dem Alter und den individuellen Krankheitskosten. Ohne ausreichende Altersrückstellungen können die Beiträge im Rentenalter stark ansteigen, selbst wenn das Einkommen sinkt.
    • Fehlende Rückkehrmöglichkeit: Ein Wechsel in die PKV ist in der Regel eine Entscheidung fürs Leben. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist nach dem 55. Lebensjahr oder bei Aufgabe der selbstständigen Tätigkeit kaum noch möglich.
    • Risikozuschläge bei Vorerkrankungen: Auch bei frühem Wechsel müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden. Vorerkrankungen können zu hohen Risikozuschlägen führen, die die monatlichen Kosten dauerhaft erhöhen.
    • Keine Familienversicherung: Im Gegensatz zur GKV gibt es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung. Für jedes Familienmitglied, einschließlich Kinder, muss ein separater Beitrag gezahlt werden, was die Gesamtkosten erhöht.
    • Beitragsstabilität nicht garantiert: Die Beitragsentwicklung ist unsicher. Versicherte müssen mit regelmäßigen Beitragserhöhungen rechnen, die durch medizinischen Fortschritt und höhere Arzthonorare getrieben werden.
    • Beitrag in der privaten Krankenversicherung (PKV) abhängig von Alter und Gesundheitszustand sowie dem gewünschten Versicherungsschutz. Wenn Sie einen privaten Vertrag abschließen, gehen Sie quasi eine lebenslange "Zwangsehe" ein. Eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist meist ausgeschlossen oder nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

    Dieser Unsinn wird seit mehr als 40 Jahren von interessierte Seite verbreitet, um gut verdienende Menschen von einem Wechsel in die PKV abzuhalten.

    Schon der erste Punkt ist definitiv falsch. Beiträge zur PKV sind nicht vom Alter abhängig und auch nicht von den Kosten, die ein Versicherter verursacht. Woher ich das weiß? Ich bin schon alt und verursache ziemliche hohe Kosten, zahle aber für meine private Krankenversicherung abzüglich des Zuschuss der GKV gerade mal 400 EUR monatlich. Ich halte diesen Betrag nicht für besonders hoch.

    Ob man in die PKV wechselt oder in der GKV bleibt, ist eine Entscheidung, die man treffen muss. Ob die Entscheidung richtig oder falsch war, stellt sich meist erst nach vielen Jahren heraus, da man nicht in die Zukunft sehen kann. Ob nun PKV statt GKV oder Eigentum statt Miete, alles hat seine Risiken sowie Chancen. Wer hätte z.B. vor 30 Jahren damit gerechnet, dass die GKV finanziell am Ende ist oder dass die Mietpreise explodieren?

    Wie sieht es heute aus? Ich kenne einige Selbständige, die aus verschiedenen Gründen in der GKV geblieben sind und mehr als 1000 EUR monatlich zahlen. Dafür bekommen sie dann medizinische Leistungen, die nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" sind, wenn sie denn überhaupt einen Arzttermin bekommen. Ich zahle 400 EUR, bekomme zeitnah Termine und eine umfassende Behandlung. Insbesondere im Alter, wenn Arztbesuche häufiger werden, weiß man dies zu schätzen.

    Natürlich gibt es auch Fälle von Rentnern, die einen Großteil ihrer Rente für die PKV-Beiträge aufwenden müssen. Die haben dann aber auch einiges nicht beachtet. Das fängt bei der Wahl des passenden Tarifs an und hört bei der Rücklage der Beitragsdifferenz GKV-PKV auf.

  • Schon der erste Punkt ist definitiv falsch. Beiträge zur PKV sind nicht vom Alter abhängig und auch nicht von den Kosten, die ein Versicherter verursacht. Woher ich das weiß? Ich bin schon alt und verursache ziemliche hohe Kosten, zahle aber für meine private Krankenversicherung abzüglich des Zuschuss der GKV gerade mal 400 EUR monatlich. Ich halte diesen Betrag nicht für besonders hoch.

    Dein PKV-Beitrag ist wirklich nicht besonders hoch. Ich vermute, du bist in einem sehr jungen Alter in die PKV gewechselt.

    Bei Rentnern würde ich aktuell eher Beiträge um 700-900 Euro inkl. Pflegeversicherung und ohne große Selbstbeteiligung und vor Abzug des Zuschusses der GRV als normal ansehen, falls man keinen Beitragsentlastungstarif hat.

  • Dieser Unsinn wird seit mehr als 40 Jahren von interessierte Seite verbreitet, um gut verdienende Menschen von einem Wechsel in die PKV abzuhalten.

    Schon der erste Punkt ist definitiv falsch. Beiträge zur PKV sind nicht vom Alter abhängig und auch nicht von den Kosten, die ein Versicherter verursacht. Woher ich das weiß? Ich bin schon alt und verursache ziemliche hohe Kosten, zahle aber für meine private Krankenversicherung abzüglich des Zuschuss der GKV gerade mal 400 EUR monatlich. Ich halte diesen Betrag nicht für besonders hoch.

    Ob man in die PKV wechselt oder in der GKV bleibt, ist eine Entscheidung, die man treffen muss. Ob die Entscheidung richtig oder falsch war, stellt sich meist erst nach vielen Jahren heraus, da man nicht in die Zukunft sehen kann. Ob nun PKV statt GKV oder Eigentum statt Miete, alles hat seine Risiken sowie Chancen. Wer hätte z.B. vor 30 Jahren damit gerechnet, dass die GKV finanziell am Ende ist oder dass die Mietpreise explodieren?

    Wie sieht es heute aus? Ich kenne einige Selbständige, die aus verschiedenen Gründen in der GKV geblieben sind und mehr als 1000 EUR monatlich zahlen. Dafür bekommen sie dann medizinische Leistungen, die nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" sind, wenn sie denn überhaupt einen Arzttermin bekommen. Ich zahle 400 EUR, bekomme zeitnah Termine und eine umfassende Behandlung. Insbesondere im Alter, wenn Arztbesuche häufiger werden, weiß man dies zu schätzen.

    Natürlich gibt es auch Fälle von Rentnern, die einen Großteil ihrer Rente für die PKV-Beiträge aufwenden müssen. Die haben dann aber auch einiges nicht beachtet. Das fängt bei der Wahl des passenden Tarifs an und hört bei der Rücklage der Beitragsdifferenz GKV-PKV auf.

    Ich bleibe bei meinen Argumenten, denn diese sind allesamt korrekt.

    • Steigende Beiträge im Alter: Die PKV-Beiträge sind nicht gedeckelt und richten sich nach dem Alter und den individuellen Krankheitskosten. Ohne ausreichende Altersrückstellungen können die Beiträge im Rentenalter stark ansteigen, selbst wenn das Einkommen sinkt.
    • ...
    • Beitragsstabilität nicht garantiert: Die Beitragsentwicklung ist unsicher. Versicherte müssen mit regelmäßigen Beitragserhöhungen rechnen, die durch medizinischen Fortschritt und höhere Arzthonorare getrieben werden.
    • Beitrag in der privaten Krankenversicherung (PKV) abhängig von Alter und Gesundheitszustand sowie dem gewünschten Versicherungsschutz. Wenn Sie einen privaten Vertrag abschließen, gehen Sie quasi eine lebenslange "Zwangsehe" ein. Eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist meist ausgeschlossen oder nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

    Der erste und der letzte Punkt sind trotzdem schlicht falsch und der vorletzte trifft auf die GKV noch mehr zu, da von der Willkür der Politik abhängig.

    RWE4Life : So ganz recht hast du nicht.

    Im ersten Punkt ist nur der von mir fett markierte Teil des folgenden Satzes falsch: "Die PKV-Beiträge sind nicht gedeckelt und richten sich nach dem Alter und den individuellen Krankheitskosten." Das Eintrittsalter spielt eine Rolle, aber auch das aktuelle Alter. Denn die zu zahlenden Beiträge werden immer auf Basis der entstandenen Kosten der Alterskohorte eines Versicherten bestimmt. Die individuellen Krankheitskosten spielen jedoch keine Rolle, sondern die Krankheitskosten der gesamten Alterskohorte.

    Der letzte Punkt ist inhaltlich korrekt, wenn mit dem "Beitrag in der privaten Krankenversicherung (PKV)" der bei Vertragsabschluss zu zahlende Beitrag gemeint ist. Denn dieser ist abhängig vom Eintrittsalter, Gesundheitszustand und dem gewünschten Leistungsumfang.

    Der vorletzte Punkt trifft auf die GKV keineswegs mehr zu als auf die PKV. Denn die GKV-Versicherten müssen im Gegensatz zu den PKV-Versicherten nicht unbedingt mit regelmäßigen Beitragserhöhungen rechnen. In den letzten Jahren war dies zwar der Fall, aber die Politik hätte Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass die Beiträge nicht regelmäßig steigen (z. B. durch Streichen von Leistungen oder erhöhtem Steuerzuschuss). Die PKV hingegen muss kostendeckend arbeiten und kann keine Leistungen, die vertraglich vereinbart sind, streichen.

  • Die PKV hat über 300Mrd Rückstellungen und die GKV ist quasi pleite.

    Diese Aussage ist vollkommen korrekt, jedoch ist zu berücksichtigen, dass beide Systeme unterschiedlich finanziert werden: Kapitaldeckungsverfahren vs. Umlageverfahren. Daher ist ein direkter Vergleich eher ein Vergleich Äpfel mit Birnen. Hätte die GKV auch über 300Mrd Rückstellungen, dann wäre die finanzielle Situation aus mehreren Gründen immer noch nicht vergleichbar.

    Übrigens bin ich gespannt, wie sich die Summe der Rückstellungen in der PKV in den Jahren 2030-2040 verändern wird. Da dann der Anteil der Rentner/Pensionäre an der Gesamtheit der PKV-Versicherten aufgrund der demographischen Entwicklung zunehmen wird, rechne ich damit, dass die Summe der Rückstellungen weniger stark als in den letzten 10 Jahren steigen wird. Oder vielleicht sogar mal zeitweise stagnieren wird (oder sogar leicht rückläufig sein wird?), wenn die medizinische Inflation eher gering sein sollte.

  • Keine Familienversicherung: Im Gegensatz zur GKV gibt es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung. Für jedes Familienmitglied, einschließlich Kinder, muss ein separater Beitrag gezahlt werden, was die Gesamtkosten erhöht.

    Doch, das geht für Normalverdiener schon. Wenn der Partner GKV-versichert ist, Kinder einfach in die Familienversicherung nehmen.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das geht aber regelmäßig nur, wenn der PKV Versicherte unterhalb der JAEG liegt bzw. weniger verdient als der GKV versicherte Partner. Beides ist sicherlich nicht die Standardsituation bei Angestellten. Also nochmal deutlich: Ist ein Partner als Hauptverdiener in der PKV und über der JAEG (was ja normalerweise Bedingung dafür ist) und der andere mit niedrigerem Einkommen in der GKV, gibt es keine Familienversicherung für die Kinder

  • Naja, frühzeitig in jungen Jahren über der JAEG und gesund und anschließend eine dauerhafte Erwerbsbiographie oberhalb der JAEG und am besten auch oberhalb der BBG Sozialversicherung (damit auch eine ordentliche Rente zusammenkommt) reicht eigentlich.

    Später Einstieg mit ggf. Vorerkrankungen, viele Kinder, unvollständige Erwerbsbiographie bzw. frühzeitiger Ausstieg sind Punkte, die eher dagegen sprechen.

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