Ein anderer wesentlicher Punkt ist bisher gar nicht erwähnt worden und verdeutlicht noch stärker, dass diese Grafik des PKV-Verbands Augenwischerei ist: Denn der Bestand der versicherten Beamten hat in dem Zeitraum 2006 - 2026 zugenommen, während der Bestand der Nicht-Beamten abgenommen hat. Alleine dadurch sinkt schon automatisch der durchschnittliche Beitrag pro Kopf im Laufe der Jahre, wenn es keine Beitragserhöhungen in dem Zeitraum gegeben hätte.
Diese Aussage möchte ich nun mit ein paar Zahlen verdeutlichen. Der PKV-Verband bietet ein Zahlenportal an: https://www.pkv-zahlenportal.de/
Die aktuellsten Zahlen sind von 2024. Also betrachten wir nun die Veränderung der Bestandsversicherten im Zeitraum 2006 - 2024, die in der folgenden Abbildung dargestellt ist, die über das PKV-Zahlenportal erstellt worden ist.
Nun eine stark vereinfachte Berechnung der Auswirkung meiner Aussage, dass die Veränderung des Verhältnisses Beamte/Nicht-Beamte eine nicht zu vernachlässigende Auswirkung auf Prämieneinnahmen im Zeitverlauf hat.
Annahmen für die folgende Rechnung:
- Es gab keine Beitragserhöhungen
- Der Nicht-Beihilfeberechtigte hat eine 100%-Absicherung
- Der Beihilfe-Berechtigte hat entweder eine 30%-Absicherung (ab 2 Kinder oder ab Pensionseintritt) oder eine 50%-Absicherung. Ich rechne mit dem Mittelwert, also einer 40%-Absicherung.
Im Jahr 2006:
4.141.800 x 0,4 + 4.347.300 x 1,0 = 6.004.020
Im Jahr 2024:
4.661.600 x 0,4 + 4.077.600 x 1,0 = 5.942.240
Nun der Quotient:
5.942.240 / 6.004.020 = 0,9897
D. h. alleine die Veränderung des Verhältnisses Beamte/Nicht-Beamte im Zeitraum 2006-2024 führt unter Berücksichtigung der gemachten Annahmen zu einer Prämienreduzierung im Laufe der Jahre von ca. 1%.
Anders ausgedrückt: Alleine deswegen kann man die 3,4 % in der Grafik des PKV-Verbands schon mal zu einer 4,4 % erhöhen.
Oder habe ich einen Denkfehler in meiner These???