Beiträge von Felice

    Das ist genau so eine Detailfragestellung, die ein System unreformierbar macht. Es gibt einfach 1000 Partikularinteressen, die dafür sorgen dass es keine umfassende Reform geben kann.

    Man muss sich an solch eine Aufgabe ran wagen und diese "1000 Partikularinteressen" sammeln und dann nach Lösungen suchen. Und nicht schon vorher aufgeben. Ansonsten fährt man das Gesamtsystem aus GKV und PKV vor die Wand.

    Was machst Du dann mit den Altersrückstellungen, die viele in der PKV haben?

    Das ist eine der vielen Fragen, die geklärt werden müssten.

    Denkbar wäre: Bestandsschutz in der PKV, d. h. die bisherigen PKV-Versicherten dürfen in der PKV bleiben, aber es kommen keine neuen Versicherten nach. Für die bestehenden PKV-Versicherten gibt es eine Übergangsfrist, in der sie freiwillig in die neue Grundversorgung wechseln können. In dem Fall bekämen Sie ihre Altersrückstellungen auf private Zusatzversicherungen angerechnet und den Rest ausbezahlt. Pro Jahr PKV-Zugehörigkeit zahlen sie dann aber eine Art Aufnahmebeitrag für diese neue "Grundversorgung für alle", weil sie diese Jahre auch nichts dem bisherigen Solidarsystem der GKV beigetragen haben.

    Du behauptest dauernd, dass das System aus GKV und PKV mehr Kosten verursacht. Was hat denn die PKV mit der prekären Kostensituation der GKV zu tun? Rein gar nichts. Was würde allerdings nach Abschaffung der PKV passieren? Ohne Privatpatienten wären die meisten Praxen überhaupt nicht wirtschaftlich zu betreiben. In der Folge müssten entweder die Vergütungen der Ärzte durch die GKV deutlich steigen, was nur durch Beitragssteigerungen möglich wäre. Oder der Leistungskatalog würde noch weiter eingeschränkt werden, und viele Leistungen müssten Patienten selbst zahlen.

    Wie würdest du denn die prekäre Kostensituation der GKV lösen? Du kritisierst meine Aussagen (zum Teil vielleicht sogar berechtigt), aber bisher habe ich noch keinen Gegenvorschlag von dir zur Lösung des Problems gesehen. Ich bin selbst privat krankenversichert, betrachte aber die Situation in unserem Gesundheitswesen nicht durch meine Brille als PKV-Versicherter, sondern aus gesamtgesellschaftlicher Sicht.

    Mein Vorschlag kann ich nochmal in zwei Sätzen beschreiben:

    • Einheitliche und ausreichende Grundversorgung für alle (solidarisch und sozial fair geregelt)
    • Extras, die medizinisch nicht notwendig sind (Chefarzt, 1-Bettzimmer, Implantate, Homöopathie, Auslandskrankenschutz, ...), können über private Zusatzversicherungen abgesichert werden.

    Selbstverständlich müssen viele viele weitere Punkte dann geregelt werden, z. B. Finanzierung (z. B. über Steuern, Beiträge, Kopfpauschalen), Honorierung der Ärzte, etc. Aber in anderen Ländern mit gut laufenden Gesundheitssystemen gibt es hierfür auch Lösungen.

    Durch die aktuelle Nebenläufigkeit von GKV und substitutiver PKV können manche Reformideen bei der GKV nicht so einfach umgesetzt werden, weil man dann die Gefahr läuft, dass noch mehr Besserverdiener in die PKV abwandern und man dadurch die Situation der GKV noch verschlimmert. Daher befürchte ich ja, dass man am aktuellen System festhalten wird, bis sich die Situation in der PKV massiv verschlechtern wird (siehe meinen Beitrag in #400).

    Dass bei einem einheitlichen Gesundheitssystem Praxen wirtschaftlich betrieben werden können, sieht man in sehr vielen anderen Ländern. Da man in Deutschland ein Praxis-Sterben sieht und viele Ärzte lieber im Angestelltenverhältnis arbeiten wollen, stellt sich sowieso die Frage, ob der Trend nicht zu MVZ hingehen wird.

    Nach meiner Meinung liegt es nicht an der Existenz von PKV und GKV, sondern an dem absolut unglaublichen Geld, was im System zu verdienen ist.

    Länder ohne die Trennung in GKV und PKV (z. B. die skandinavischen Länder und auch die Schweiz) haben beispielsweise weniger bürokratischen Aufwand in der Abrechnung, was zu einer Effizienzsteigerung und auch höheren Zufriedenheit der Ärzte führt. In Deutschland erleben wir schon seit Jahren Nachwuchsprobleme, aber auch Abwanderungen in benachbarte Länder bei den Medizinern.

    Wer wissen will, wie das aussieht, mag einen Blick in die südeuropäischen Ländern werfen. Wer da genug Geld hat, geht in eine Privatklinik oder -praxis. Das zu dem Thema: "Andere Länder können das besser als wir." Oder einfach mal in die Schweiz schauen, was man dort an KV-Beiträgen zahlt. Und über die Zustände im Gesundheitswesen im Vereinigten Königreich schweigt man besser.

    sam51 : Du führst hier wieder (wie auch schon an anderer Stelle) Negativ-Beispiele auf. Ja, das NHS in Großbritannien ist ein absolutes Negativ-Beispiel für ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem, weil es kaputt gespart worden ist.

    Aber es gibt Länder mit einheitlichen und (vorwiegend) steuerfinanzierten Gesundheitssystemen, die effizienter und qualitativ besser als das deutsche System aus GKV/PKV sind. In Europa sind dies Schweden, Norwegen und Finnland. Auch das Medicare-System in Australien ist meiner Ansicht nach sehr gut. Und vor allem Taiwan hat eines der modernsten Systeme weltweit, das über eine nationale Einheitsversicherung läuft, die stark staatlich reguliert und finanziert wird.

    Solange wir diese Nebenläufigkeit aus GKV und PKV haben, werden wir in Deutschland höchstwahrscheinlich keinen vergleichbaren qualitativen Standard für alle Bürger hinbekommen.

    Grundsätzlich muss eine Reform des gesamten Systems her, also GKV, PKV und Beihilfe. Leider wird dies nicht angegangen sondern nur wieder an der GKV rum geschraubt.

    Ich rechne leider erst mit der Reform des gesamten Systems, wenn in der PKV der Anteil der Versicherten, für die die PKV-Beiträge eine immense finanzielle Belastung darstellt, einen gewissen Schwellwert überschreitet. Ohne irgendwelche Reformen in der PKV könnte dies irgendwann im Zeitraum 2030-2040 eintreten.

    Aber vielleicht gibt es dann rechtzeitig eine Kommission für die PKV, die dafür sorgen wird, dass der gesetzliche Beitragszuschlag von 10 auf 20% angehoben wird und man diesen bis zum Renteneintritt zahlen muss.

    Ein einheitliches Gesundheitssystem würde vieles vereinfachen. Aber in Deutschland mag man es lieber kompliziert und mit vielen einzelnen Regelungen und Sonderfällen.

    Grundsätzlich muss eine Reform des gesamten Systems her, also GKV, PKV und Beihilfe. Leider wird dies nicht angegangen sondern nur wieder an der GKV rum geschraubt. Dadurch hat man sich wieder ein paar Jahre Zeit, auf Kosten der Mittelschicht, erkauft bevor das ganze Drama wieder von vorne beginnt. Für eine richtige Reform fehlt der Mut, bzw. der politische Wille und nur solch eine Reform wird die Probleme lösen. Was aktuell passiert ist einfach nur Murks auf ganz hohem Niveau.

    Ich sehe dies sehr ähnlich. Mit den aktuell geplanten Maßnahmen rettet man sich vielleicht bis zum Ende der Legislaturperiode. Unseren Politikern fehlt nicht nur der Mut, sondern auch der Weitblick. Dass man sich mal an anderen Ländern orientiert, in denen es besser läuft: Fehlanzeige.

    Dann sind da diese Abhängigkeiten von z. B. der Pharmaindustrie und der PKV-Lobby. Abhängigkeiten in der aktuellen Regierung sieht man ja gerade sehr gut bei Frau Reiche und den Energiekonzernen.

    Auch die eingesetzten Kommissionen dürfen nicht ohne "Denkverbote" arbeiten. Sie bekommen schon zu Beginn Bedingungen gestellt. Die Gesundheitskommission hatte vorgegeben bekommen, dass man am Nebeneinander von GKV und PKV festhalten möchte. Dann werden nicht mal alle Ergebnisse der Gesundheitskommission umgesetzt, sondern Frau Warken bringt weitere Punkte ein, die eigentlich nicht der Ansicht der Gesundheitskommission entsprechen (Stichwort: Erhöhungen der Einnahmen durch Erhöhung der BBG).

    Das ist ja aber nicht der Fall, dass man nicht zahlt. Dafür gibt's den ca. 100-150 Euro teuren Notlagentaruf

    Letztendlich ändert es nichts an der Tatsache, dass die Steuerzahler (also GKV- und PKV-Versicherte) den Restbetrag des Basistarifs zahlen, den der PKV-Versicherte im Basistarif aus eigener Kraft nicht mehr zahlen kann (wie ich in #390 geschrieben habe). Der Steuerzahler unterstützt hier also finanziell einen PKV-Versicherten.

    Daher muss der Steuerzahler auch finanziell den GKV-Versicherten unterstützen, der Bürgergeld bezieht.

    Fazit: Beides ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

    Ich setze eine Kiste Bier darauf, dass nächste Woche die Erhöhung auch für die Pflichtversicherungsgrenze angekündigt wird.

    Dann würde sich die PKV so langsam zu einer Krankenversicherung für Reiche entwickeln. Mit "Reiche" meine ich nicht unsere Wirtschaftsministerin, sondern den Kreis der sehr einkommensstarken Bürger.

    Letztendlich würde das Anheben der JAEG dazu führen, dass weniger Menschen in die PKV wechseln können. Dies würde auf jeden Fall zu einem Aufschrei in der PKV-Lobby führen. Und die aufkommenden Probleme in der PKV noch etwas beschleunigen.

    Ja, und das ist eben falsch. Wer den Basistarif nicht bezahlt, landet im Notlagentarif und bleibt Beitragsschuldner.

    Hier der Beleg dafür, dass du unrecht hast:

    "Wenn Sie hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind, wird Ihr Beitrag auf die Hälfte des Höchstbeitrags, d.h. auf 508,59 EUR herabgesetzt. Diese Reduzierung wird von allen privat Krankenversicherten finanziert. Bleiben Sie trotz der Halbierung des Beitrags weiterhin hilfebedürftig, beteiligt sich der Sozialhilfeträger soweit wie erforderlich an der Beitragszahlung – notfalls bis zum gesamten Restbeitrag."

    Quelle: Was Sie über den Basistarif wissen sollten | PKV-Serviceportal

    Meines Wissens passiert das nicht. Die Betroffenen häufen Schulden an, die der VErsicherer irgendwann eintreibt.

    Da hast du unrecht. Ich hatte es bereits in #369 geschrieben, wie dies im Basistarif geregelt ist.

    Für alle jetzt schon Versicherten im Basistarif der PKV, die hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts (SGB II und SGB XII) sind, wird der Beitrag halbiert. Und wenn diese Personen das dann immer noch nicht zahlen können, übernimmt das Sozialamt oder das Job-Center den verbleibenden Betrag. Also auch alle Steuerzahler. Und nicht nur die PKV-Versicherten.

    Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, genau wie auch die Finanzierung der Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger. Daher ist es absolut nicht korrekt, dass nur die GKV-Versicherten die Finanzierung der Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger stemmen müssen. Es ist eine Angelegenheit, die über den Bundeshaushalt finanziert werden muss.

    Es geht um die Finanzierung von Mitgliedern der GKV. Warum sollten Nichtmitglieder des Systems dazu beitragen müssen? Tun sie für Kinder doch auch nicht.

    Du musst mir bitte mal erklären, warum dann auch GKV-Versicherte über ihre Steuern hilfsbedürftige Personen, die im Basistarif der PKV versichert sind und die ihre Beiträge nicht zahlen können, mitfinanzieren. Deiner Logik nach müssten dies alleinig die PKV-Versicherten tun.

    Weil Steuerzahler die Ausgaben des Staates finanzieren und die Beihilfe eine Ausgabe des Staates ist?

    Die Unterstützung von Hilfsbedürftigen (z. B. Bürgergeldempfänger) ist aber auch eine Ausgabe des Staates. Hierzu gehören auch die Gesundheitsausgaben.

    Mir muss mal bitte einer die Logik erklären, warum die zahlenden GKV-Versicherten einen Teil der Beiträge für Bürgergeldempfänger zahlen müssen und die PKV-Versicherten nicht.

    Was wäre denn, wenn alle Bürgergeldempfänger nicht in der GKV, sondern im Basistarif der PKV aufgenommen werden müssten. Für alle jetzt schon Versicherten im Basistarif der PKV, die hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts (SGB II und SGB XII) sind, wird der Beitrag halbiert. Und wenn diese Personen das dann immer noch nicht zahlen können, übernimmt das Sozialamt oder das Job-Center den verbleibenden Betrag. Also auch alle Steuerzahler. Und nicht nur die PKV-Versicherten.

    Zuerst 2008 PN, dann seit 2020 PNW (=PN, aber ohne Wahlleistungen Chefarzt Einzelzimmer, ca. €150 günstiger), dann seit 2025 PNWS (=PNW mit ca. €1000 höherer SB, ca. €220 günstiger).

    ...

    Dabei gab es allein seit 2019 fast jedes Jahr saftige Beitragserhöhungen von ca. 10% - 20%. Diese fließen durch meine Tarifwechsel in die Statistik aber nicht ein. Es gibt also sehr wohl Kniffe, um diese Grafiken zugunsten der PKV gut aussehen zu lassen :thumbup:

    Du hattest diese "hohen" Beitragserhöhungen von ca. 10% - 20% fast jedes Jahr, weil bei dir aufgrund deiner zweifachen Leistungsreduzierung der Ausgangsbeitrag ab 2020 dann wesentlich niedriger war, als wenn du seit deinem Wechsel in die PKV direkt in dem PNW bzw. PNWS gewesen wärest.

    Auch wenn jemand einen extrem hohen Beitragsentlastungstarif hat, wird er - sobald die Beitragsreduzierung dann mit 67 einsetzt - im Vergleich zu einer Person ohne Beitragsentlastungstarif sehr hohe prozentuale Steigerungen haben.

    Um zu beurteilen, ob ein Tarif beitragsstabil oder nicht beitragsstabil ist, darf man eigentlich nur den Verlauf des Tarifs mit seinem Eintrittsalter ohne Berücksichtigung von irgendwelchen Maßnahmen (z. B. Tarifwechsel, Beitragsentlastung, Wirken des 10% gesetzlichen Beitragszuschlags) betrachten. Und dann am besten die Entwicklung über 20-30 Jahre betrachten.

    Was ich einfach grundsätzlich nicht verstehe, ist, warum die PKVen die Daten so intransparent machen. Es wäre wohl das Leichteste, die gezeigte Grafik nach Angestellten/Beamten/Selbstständigen zu differenzieren. Mehr Transparenz würde - zumindest mir - deutlich die Hemmungen nehmen. Wenn die Daten vorhanden sind (was sie ja sein müssen) und so positiv sind, warum werden sie nicht gezeigt? Das könnte mich relativ schnell zu einem "Kunden" machen.

    Gerade weil es das Wissenschaftliche Institut der PKV ist und man einen Interessenskonflikt befürchten muss, wäre Transparenz umso wichtiger. So verbleibt bei mir immer das diffuse Gefühl, dass nicht die ganze Wahrheit erzählt wird.

    Dazu fällt mir der Begriff "Lobbyarbeit" ein...

    Ich könnte mir vorstellen, dass einzelne PKV-Versicherer die detaillierten und differenzierten Daten nicht herausgeben möchten. Die unterschiedlichsten Gründe kann es dafür geben, allen voran wahrscheinlich, dass man Wettbewerbern keine Transparenz anbieten möchte. Auch reale Beitragsverläufe findet man eigentlich überhaupt nicht im Internet. Für Interessenten wie dich wären diese aber sehr hilfreich. Und vor allem würde dann manch einer aufgrund seiner finanziellen Lage erst gar nicht in die PKV wechseln oder einen detaillierten Finanzierungsplan für die langfristige Bezahlung der Beiträge aufstellen. Bisher habe ich nur ein paar Musterbeispiele für reale Beitragsverläufe bei der Alten Oldenburger gefunden: Beitragsverläufe PKV und Beihilfe - ALTE OLDENBURGER . Warum tun sich die PKV-Versicherer damit so schwer?

    Dein Denkfehler ist, dass es 1% bezogen auf den Zeitraum von 18 Jahren sind und nicht 1% pro Jahr.

    DancingWombat : Du hast vollkommen recht. Asche über mein Haupt... Dann hat die Veränderung der Relation Beamte/Nicht-Beamte im Laufe der Jahre einen eher zu vernachlässigenden Einfluss auf die durchschnittliche prozentuale Steigerungsrate der Prämien.

    Woher nimmst du diese Information? Beamte haben Beihilfeergänzungstarife die meiner Auffassung per Definition keine Vollversicherung darstellen.

    Im versicherungsrechtlichen Sinn gelten Beamte als PKV-Vollversicherte. In der Statistik des PKV-Verbandes und im Sozialgesetzbuch wird zwischen Personen unterschieden, die eine Zusatzversicherung haben (z. B. für Chefarztbehandlung zur GKV), und solchen, deren Krankenversicherungsschutz die Grundversorgung (ambulant, stationär, Zahn) vollständig abdeckt.

    Da die Kombination aus Beihilfe (vom Dienstherrn) und privater Restkostenversicherung zusammen 100 % der Krankheitskosten abdeckt, zählen Beamte auch als PKV-Vollversicherte.

    Auch der Screenshot aus dem Zahlenportal des PKV-Verbands in meinem Beitrag #96 spricht von Vollversicherte mit/ohne Beihilfeberechtigung.

    Merke: Es gibt PKV-Vollversicherte und PKV-Teilversicherte. Letztere sind die GKV-Versicherten mit privaten Zusatztarifen.

    Ich habe mich jedenfalls immer gefragt, wie die PKV-Graphik ermittelt wird, ob Einrechnung aller beitragssenkenden Tarifänderungen mit (manchmal ganz erheblichem) Leistungsverzicht oder nicht. Die Erhöhung der Selbstbeteiligung gehört auch dazu. Und nun noch die Beamten-Einflüsse.

    So richtig klare Quellen habe ich allerdings nicht gefunden. Kannst Du welche nennen?

    In der Legende der Grafik des PKV-Verbands steht "PKV (Prämieneinnahmen je Vollversicherte)". Dies bedeutet, dass alle beitragsverändernden Aspekte, die ich aufgezählt habe, berücksichtigt werden.

    Aber kann es eigentlich sein, dass Du in den letzten Monaten massiv PKV-kritischer geworden bist? Ich meine, in den diversen Thread‘s zum Thema warst Du früher mehr pro PKV als jetzt, außer vielleicht einer Gesellschaft, die Du anfangs nich „mochtest“. Ich kann mich aber auch täuschen.

    Dass ich irgendeine Gesellschaft nicht mochte, kann eigentlich nicht sein. Ich habe mal gegenüber einem hier aktiven Makler eine Gesellschaft verteidigt, weil er diese mit nicht belegbaren Behauptungen schlecht machen wollte. Ich habe sicherlich auch an der ein oder anderen Stelle mal irgendeine Gesellschaft kritisiert, jedoch dies dann auch immer mit Belegen untermauert.

    Generell bin ich nicht PKV-kritischer geworden. Meine Kritik beschränkt sich auf Aussagen des PKV-Verbands, die irreführend sind. Auch das Gemeckere, dass man der PKV schaden will, sobald zum Jahreswechsel wieder BBG und JAEG angehoben werden. Dies ist aber per Gesetz (SGB) ganz klar geregelt, wie das von statten geht.

    Ein anderer wesentlicher Punkt ist bisher gar nicht erwähnt worden und verdeutlicht noch stärker, dass diese Grafik des PKV-Verbands Augenwischerei ist: Denn der Bestand der versicherten Beamten hat in dem Zeitraum 2006 - 2026 zugenommen, während der Bestand der Nicht-Beamten abgenommen hat. Alleine dadurch sinkt schon automatisch der durchschnittliche Beitrag pro Kopf im Laufe der Jahre, wenn es keine Beitragserhöhungen in dem Zeitraum gegeben hätte.

    Diese Aussage möchte ich nun mit ein paar Zahlen verdeutlichen. Der PKV-Verband bietet ein Zahlenportal an: https://www.pkv-zahlenportal.de/

    Die aktuellsten Zahlen sind von 2024. Also betrachten wir nun die Veränderung der Bestandsversicherten im Zeitraum 2006 - 2024, die in der folgenden Abbildung dargestellt ist, die über das PKV-Zahlenportal erstellt worden ist.

    Nun eine stark vereinfachte Berechnung der Auswirkung meiner Aussage, dass die Veränderung des Verhältnisses Beamte/Nicht-Beamte eine nicht zu vernachlässigende Auswirkung auf Prämieneinnahmen im Zeitverlauf hat.

    Annahmen für die folgende Rechnung:

    1. Es gab keine Beitragserhöhungen
    2. Der Nicht-Beihilfeberechtigte hat eine 100%-Absicherung
    3. Der Beihilfe-Berechtigte hat entweder eine 30%-Absicherung (ab 2 Kinder oder ab Pensionseintritt) oder eine 50%-Absicherung. Ich rechne mit dem Mittelwert, also einer 40%-Absicherung.

    Im Jahr 2006:

    4.141.800 x 0,4 + 4.347.300 x 1,0 = 6.004.020

    Im Jahr 2024:

    4.661.600 x 0,4 + 4.077.600 x 1,0 = 5.942.240

    Nun der Quotient:

    5.942.240 / 6.004.020 = 0,9897

    D. h. alleine die Veränderung des Verhältnisses Beamte/Nicht-Beamte im Zeitraum 2006-2024 führt unter Berücksichtigung der gemachten Annahmen zu einer Prämienreduzierung im Laufe der Jahre von ca. 1%.

    Anders ausgedrückt: Alleine deswegen kann man die 3,4 % in der Grafik des PKV-Verbands schon mal zu einer 4,4 % erhöhen.

    Oder habe ich einen Denkfehler in meiner These???