Beiträge von Felice

    Bitte nicht böswillig zitieren. Dass auch Menschen in einem geschlossenen Tarif älter werden liegt wohl auf der Hand. Das häufig von Amateur-Aktuaren zitierte Stichwort der Vergreisung im Sinn einer Verteuerung aufgrund älter werdendem Kollektiv ist aber versicherungsmathematisch grundfalsch.

    Ich möchte nochmal ein etwas älteres Zitat aufgreifen und mal erklären, warum es eine Vergreisung von geschlossenen Tarifen gibt. "Vergreisung" heißt erstmal nichts anderes, als dass der Altersdurchschnitt des Kollektivs im Tarif älter wird. Dass man mit dem Begriff auch überdurchschnittliche Beitragssteigerungen verbindet, wird hier im Forum, aber auch auf anderen Webseiten sehr differenziert gesehen. Oftmals wird gesagt, dass es keine Vergreisung der geschlossenen Tarife gibt, dass also die Beiträge nicht überdurchschnittlich steigen.

    Mittlerweile dürften aber immer mehr Menschen (Versicherte und auch Makler) merken, dass die Beiträge der geschlossenen Bisex-Tarife im Vergleich zu den Unisex-Tarifen oftmals stärker ansteigen. Warum ist das so? RfB-Mittel, die aus Überschüssen generiert werden, werden u.a. zur Limitierung von Beitragserhöhungen verwendet. Das §155 VAG schreibt vor, dass bei Verwendung der Mittel aus der RfB darauf zu achten ist, dass die Belastung für Versicherte, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, begrenzt werden. Also bei der Verwendung der Mittel zur Begrenzung von Prämienerhöhungen ist der Zumutbarkeit der prozentualen und absoluten Prämiensteigerungen für die älteren Versicherten ausreichend Rechnung zu tragen.

    Ist nun der Anteil der Ü65-Versicherten in einem Tarif überdurchschnittlich hoch, so sind die Limitierungsmittel pro Kopf überdurchschnittlich niedrig. D. h. in verkaufsoffenen Tarifen kann in der Regel stärker bei den Ü65-Versicherten limitiert werden als in geschlossenen Tarifen, weil in den verkaufsoffenen Tarifen in der Regel der Anteil der Ü65-Versicherten niedriger ist.

    Aus dem Grund ist es in Tarifen auch so wichtig, dass immer neue junge Versicherte nachkommen, deren Beitragszahlungen auch zur Überschussgenerierung beitragen.

    Deine Interpretation der Abschlusskostenquote ist nicht zutreffend, denn die niedrige Abschlusskostenquote der Debeka ist nicht gleichzusetzen damit, dass die Debeka wenig Neugeschäft macht. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Debeka ist in den letzten Jahren meistens der PKV-Versicherer gewesen, dessen Bestand am stärksten gewachsen ist. Aber warum ist dann die Abschlusskostenquote der Debeka so gering? Im Jahr 2024: Debeka 4,1 % und der Gesamtmarkt 7,3% (siehe https://www.assekurata-rating.de/wp-content/upl…ranken_2026.pdf). Ganz einfach: Die Debeka macht so gut wie keine Werbung in den Medien und arbeitet nicht mit Maklern zusammen, die Provisionen bei Abschluss erhalten. Daher sind die Abschlusskosten pro abgeschlossenem Vertrag bei der Debeka niedriger als bei den meisten anderen Versicherern.

    Was die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote betrifft, so ist diese Kennzahl bei der Debeka schon immer vergleichsweise niedrig gewesen. Dies kann man in alten Assekurata-Ratings nachlesen. Aus Kundensicht ist es vorteilhaft, wenn ein Versicherer das versicherungsgeschäftliche Ergebnis auf geringem Niveau hält, da dieses in erster Linie über die Beitragszahlungen der Kunden generiert wird. Auf der anderen Seite bestimmt die Quote den Überschuss und damit mittelbar auch die RfB-Quote, die bei der Debeka aber im Marktdurchschnitt liegt. Aus der Sicht ist die vergleichsweise niedrige versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote der Debeka nicht als negativ zu bewerten.

    So sehr ich die Beiträge von Dr. Schlemann schätze, kann ich dir aber trotzdem nur raten, sich nicht nur auf seine Aussagen zu verlassen. Denn da er keine Debeka-Verträge vermitteln kann, könnte es durchaus sein, dass bestimmte Informationen nicht neutral sind. (Bin nun gespannt, welchen Kommentar er auf meine Aussage hin schreiben wird ;))

    Ich stelle mal einen Vorschlag als Gesundheitssystem zur Diskussion:

    Identische Grundversorgung für alle (also auch für Beamte, Politiker, Unternehmer & Co.) über staatliche oder private Krankenversicherungen. Also kein Wettbewerb, denn den halte ich für nicht notwendig. Die Grundversorgung umfasst auch Leistungen, die aktuell in der GKV ausgeschlossen sind (z. B. Kostenübernahme für das "Kassengestell" als Sehhilfe und für den einfachen Zahnersatz wie Brücke und Krone). Beiträge sind einkommensabhängig und nach oben hin nicht gedeckelt. Zu den beitragspflichtigen Einnahmen gehören alle Einnahmequellen (Lohn/Gehalt, Renten, Gewinne aus allen Kapitalanlagen, Mieteinnahmen, Spekulationsgewinne für irgendwelche Veräußerungen innerhalb gewisser Zeiträume). Für Personen ohne Einkommen wird eine Kopfpauschale fällig, d. h. es gibt keine kostenlose Familienversicherung.

    So kann sich z. B. der Privatier mit sehr hohen Kapitaleinkünften und einem Midi-Job nicht mehr "für einen Appel und ein Ei" krankenversichern.

    Für soziale Härtefälle wird über Steuereinnahmen eine Pauschale ins Gesundheitssystem gezahlt.

    Demographische Effekte werden über den Beitragssatz justiert.

    Die Infrastruktur wird über Steuereinnahmen (und nicht über die Beiträge) finanziert. Gewisse Standards sind gesetzlich festzulegen.

    Der direkte Gang zum Facharzt ist nicht möglich, sondern nur über den Hausarzt oder ein lokales Gesundheitszentrum. So werden unnötige und doppelte Untersuchungen vermieden. Bonuszahlungen werden angeboten bei Nachweis von irgendwelchen Präventionsmaßnahmen.

    Denkbar wäre eine Selbstbeteiligungslösung bei irgendwelchen individuellen Wünschen.

    Eine weitergehende, individuelle Versorgung kann jeder über Zusatztarife (Risikotarife und Tarife mit Altersrückstellungen) bei den privaten Krankenversicherern abschließen. Hier ist jeder denkbare Luxus versicherbar, also auch das 1-Bettzimmer mit Gourmetmenü und mit Wahlarzt in einer Privatklinik oder anderweitige privatärztliche Versorgungen). Hier kann ein Wettbewerb zwischen den Versicherungen stattfinden.

    Bei diesem System wäre der ländliche Raum auch wieder für Ärzte attraktiv und nicht nur die Großstadt mit einer hohen Dichte an PKV-Versicherten. Eine Verbreitung von medizinischen Versorgungszentren halte ich auch für sinnvoll.

    Na? Kritik? Gegenvorschläge?

    Gerne wird von diversen Maklern das Argument verbreitet, dass die Debeka mehr Kranke in ihrem Kollektiv hat. Das mag sogar durchaus stimmen. Die Debeka dürfte dadurch eventuell höhere Leistungsausgaben als andere Versicherer haben. Aber auf der anderen Seite hat sie auch niedrigere Verwaltungs- und Abschlusskosten wie die meisten anderen Versicherer. D. h. wenn die Verwaltungs- und Abschlusskostenquote z. B. 3% niedriger als bei anderen ist, dann kann die Debeka auch eine um 3% höhere Leistungskostenquote als die anderen haben.

    Fazit: Aus "höhere Risiken im Kollektiv" kann man nicht schlussfolgern, dass der Versicherer weniger beitragsstabil ist. Also nur auf eine strenge Gesundheitsprüfung zu schauen, ist nicht der richtige Weg.

    Ziemlich genau das waren auch meine Kriterien gerade in Hinblick auf langfristig „angemessene“ Beiträge und das war auch mein Fazit.

    Die Kollektivgröße ist bei der Debeka praktisch ein Alleinstellungsmerkmal.

    Seit wann bist du denn in der PKV der Debeka? Als Beamter?

    Beitragssenkungen durch die Anhebung auf 2,3% (von 1,9-2,2%) je nach Tarifbaustein sogar ziemlich spürbar zum 01.01.26!

    Ich habe hier im Forum nur von einem Beihilfe-Tarif gehört, der eine Beitragssenkung hatte. Für Nicht-Beamte sind angeblich alle Tarife der Debeka gestiegen (um 6-12%).

    Bloß kein Erfolgsmodell des Auslands kopieren, denn wir sind die Schlausten und können alles besser.

    Das ist eine Aussage, die ich auch immer wieder im Kopf habe. Warum schaut man nicht mal "über den Tellerrand", also in andere Länder, was die gut machen und was bei uns schlecht läuft. Und die Politiker sollten dann auch wirklich mal ihre Worte in Taten umsetzen, also nicht nur sagen, dass es "keine Denkverbote" geben darf. Sie sollten dann auch mal Ideen auf den Tisch legen, die zeigen, dass man keine Denkverbote hat. Also richtige Reformvorschläge!

    Ich habe nun nur einen Teil der Kommentare gelesen. Möchte aber meine Meinung mal mitteilen, auch wenn ich nicht die Meinung der Mehrheit hier im Board vertrete.

    In Zeiten der klammen Krankenkassen- und Pflegekassen-Finanzen halte ich eigentlich den Vorschlag, dass ALLE Einkunftsarten verbeitragt werden, für sinnvoll und gerecht. Denn warum soll ein vollzeitbeschäftigter Arbeiter höhere GKV-/SPV-Beiträge zahlen als jemand, der reich geerbt hat und in erster Linie von den Kapitaleinkünften aus seinem Vermögen lebt. Meiner Meinung nach sollten bei der Verbeitragung alle Einkunftsarten gleichgestellt werden, also z. B. Gehalt/Lohn, Renten, Zinsen und andere Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen und sonstige Spekulationsgewinne. Niemandem wird dadurch etwas von dem Kapital (Finanz- oder Humankapital) genommen, das man investiert hat. Aber jedem wird ein bestimmter Prozentsatz aus den generierten Erträgen genommen.

    Und bevor ich nun eine Diskussionswelle anstoße: Ja, mir ist klar, dass es Menschen gibt, die seit Jahrzehnten fürs Alter vorsorgen, indem sie sicherstellen, dass sie im Alter über Mieteinnahmen und/oder Kapitaleinkünfte ihren Lebensunterhalt bestreiten können (z. B. Selbständige). Mir ist auch klar, dass es genügend Menschen gibt, deren Rentenansprüche so gering sind, dass sie sich nebenbei etwas aufbauen mussten (z. B. ETF-Depot). Hier sollten dann irgendwelche Lösungen (z. B. angemessene Freibeträge) geschaffen werden, dass die Einschnitte für diese Personen nicht zu groß sind.

    Ziel sollte sein, dass die Beitragssätze noch vor dem Zuschlagen des demographischen Effekts stabilisiert werden. Denn sollten die Beitragssätze weiter steigen, wird das gerade den Geringverdienern und älteren Personen mit geringer Rente immer mehr weh tun.

    Leider erschwert es das Nebeneinander von PKV und GKV auch, dass manche vielleicht guten Vorschläge für die Einnahmenseite erst gar nicht auf den Tisch kommen oder bis zum Ende gedacht werden. Hätten wir ein einheitliches Gesundheitssystem, dann würde meiner Meinung auch nichts dagegen sprechen, dass die BBG abgeschafft wird.

    Und ja, in unserem Gesundheitssystem sollte man vor allem auch auf der Ausgabenseite Verbesserungen schaffen. Unser Gesundheitssystem ist ineffizient (teilweise Überversorgung, hoher Verwaltungsaufwand auch durch PKV-/GKV-Strukturen, fehlende Digitalisierung, fehlende Präventionsmaßnahmen) und das drittteuerste (nach USA und Kanada) auf der Welt.

    Meiner Meinung nach sollten auf beiden Seiten Verbesserungen eingeführt werden: auf der Eingaben- und Ausgabenseite.

    Es müssen gewissen Grenzen/Hürden gerissen sein über längere Zeit, dann müssen aber alle Berechnungsgrundlagen auf den neusten Stand (inkl. Zinsniveau) gebracht werden. Das führt regelmäßig zu keinen Steigerungen über mehrere Jahre, anschließend dann aber zu heftigen Steigerungen auf einen Schlag.

    In den vergangenen 5 Jahren gab es aber diverse KV-Tarife, die in einem Jahr z. B. um 9% teurer wurden und im Folgejahr dann direkt nochmal um z. B. 22%.

    Das relativiert dann die 22% ziemlich stark, zumal bei steigenden Zinsen auch Beitragssenkungen kommen können, wenn die Rücklagen dann plötzlich höher verzinst werden.

    Falls die Zinsen in den kommenden Jahren steigen sollten (persönlich rechne ich damit frühstens ab 2030 aufgrund der aktuell schwachen Wirtschaftslage), dann glaube ich nicht, dass es zu Beitragssenkungen kommen wird. Höchstens "Nullrunden". Aber solange die Zinsen niedriger als die medizinische Inflation bleiben sollten, werden wir weiterhin mit Beitragssteigerungen zu rechnen haben.

    Es mag aber durchaus sein, dass der ein oder andere Versicherer seinen Rechnungszins wieder auf 2,75% anheben wird. Ab dann würden die Beitragssteigerungen wieder etwas schwächer ausfallen.

    Ich bin für neuere Solvenzquoten gern offen. Aktuellere Daten, die öffentlich frei zugänglich sind, habe ich leider nicht finden können.

    Wenn du andere Indikatoren kennst, die die Beitragsstabilität besser prognostizieren können, bin ich dir für einen Hinweis sehr dankbar.

    Es kann sein, dass du auf den Unternehmensseiten im Internet den Bericht zur Solvenz- und Finanzlage (SFCR) findest.

    Aber ich würde eher auf verschiedene PKV-Kennzahlen schauen: Bestandswachstum (kommen neue Versicherte permanent hinzu), RfB, Nettoverzinsung, Leistungskostenentwicklung, ... Auch ein Blick in irgendwelche Ratings (z. B. Assekurata) kann hilfreich sein.

    Ich denke, zu dem Thema kann dir Dr. Schlemann vielleicht ein paar hilfreiche Tipps geben.

    Tatsächlich habe ich nie irgendwelche „Extras“ gebucht, sodass in meinem konkreten Fall gilt:

    Altersrückstellungen = Übertragungswert
    (Aktuelle Übertragungswertbescheinigung liegt mir vor.)

    Sicher, dass du keine "Extras" gebucht hast? Dann müsstest du den brancheneinheitlichen Basistarif gebucht haben, denn bei diesem gilt Altersrückstellungen = Übertragungswert. Sobald du einen anderen Debeka-Tarif hast, gilt Altersrückstellungen > Übertragungswert.

    Ich bin bereits in einem Unisex-Tarif bei der Debeka. Die Beitragssteigerungen waren in der Vergangenheit jedoch auch bei meinem Unisex-Tarif erheblich. So wurde beispielsweise der Beitrag vom Jahr 2024 auf das Jahr 2025 um über 22% erhöht – also weit oberhalb der Inflationsrate.

    Im Gesundheitswesen gibt es die medizinische Inflation, die u.a. verantwortlich für Beitragssteigerungen ist. Die medizinische Inflation ist meistens 1-3% höher als die "normale" Inflation. Doch seit wenigen Jahren ist die medizinische Inflation weitaus höher, was sich aber (hoffentlich) in den kommenden Jahren wieder normalisieren sollte.

    Mit dem Wert 22% kann ich nicht viel anfangen. Von welchem Beitrag gehst du aus? Hast du vielleicht erst kürzlich einen Tarifwechsel vorgenommen und dabei Leistungen reduziert, damit dein Beitrag niedriger wird? Danach ist es normal, dass die prozentualen Beitragsanpassungen höher ausfallen, weil du von einem geringeren Beitrag ausgehst ("Basiseffekt").

    Anderer Fall: Zwei Personen sind im selben Tarif, Person A im Alter von 21 eingestiegen, Person B im Alter von 42. Es kommt zu einer Beitragsanpassung: In Euro fällt für beide Personen die Anpassung identisch aus. In Prozent ist sie aber für Person A höher als für Person B (auch wieder "Basiseffekt").

    Es gibt auch Tarife, die jahrelang konstant waren und dann plötzlich eine hohe Beitragssteigerung erfahren mussten, weil über mehrere Jahre die Schwelle von 10% nicht überschritten worden ist.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Solvenzquoten der Krankenversicherer einen guten Indikator für die zukünftige Beitragsstabilität darstellen:

    https://www.solvencydata.com/ticker

    Was denkt ihr?

    Was bringen mir im Jahr 2026 die Solvenzquoten aus dem Jahr 2022? Gar nichts, denn die Werte dürften heute ganz anders aussehen.

    Da du Beamtin bist, machen für dich in erster Linie Erfahrungswerte von anderen Beamten Sinn. Als Beamtin wirst du mit Eintritt in die Pension eh nur noch einen 30%-Versicherungsschutz über eine PKV benötigen (in Sachsen: 20%). Daher fallen Beitragsunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern weniger ins Gewicht als bei Nicht-Beamten, die 100% privat absichern.

    Falls du von der Debeka weg wechseln möchtest, solltest du berücksichtigen, dass du einen Teil deiner Altersrückstellungen verlieren wirst. Denn der Übertragungswert besteht nur aus den Altersrückstellungen, die den Basistarif abdecken. Bei einer Versicherungszeit von über 10 Jahren macht daher ein Anbieterwechsel keinen Sinn mehr. Ich würde an deiner Stelle sowieso erstmal prüfen, welche Möglichkeiten du im Rahmen des internen Tarifwechselrechts bei der Debeka hast. Falls du noch in einem alten Bisex-Tarif bist, solltest du dir ein Angebot zu den Unisex-Tarifen erstellen lassen. Diese sind beitragsstabiler als die Bisex-Tarife und haben einen etwas besseren Leistungsumfang.

    Welcher Versicherer zukünftig sehr beitragsstabil ist, kann dir heute niemand vorhersagen. Die Debeka mag in den letzten Jahren stärkere Erhöhungen als einige oder viele andere Versicherer gehabt zu haben, aber das kann bald schon wieder anders aussehen. So war die Debeka z. B. zwischen 2011 und 2017 eine der beitragsstabilsten PKV-Versicherer und hatte damals über mehrere Jahre keine einzige Erhöhung. Auch die Barmenia, die von manchem auf Finanztip empfohlenen Vermittler, hochgelobt wird, hatte in den vergangenen Jahren massive Beitragserhöhungen.

    Bei den Berichten, die du im Internet gelesen hast, solltest du immer berücksichtigen, dass Menschen, die zufrieden mit ihrer Versicherung sind, dies eher nicht öffentlich machen. Und dann solltest du die Anzahl der Bewertungen auch immer in Relation zu der Versichertenanzahl sehen. Auch wieder am Beispiel Debeka: Sie hat ca. 2 Mio. Beamte und 400.000 Nicht-Beamte versichert. D. h. mehr als jeder vierte PKV-Versicherte ist bei der Debeka. Dass man dann über die Debeka absolut betrachtet mehr negative Rezensionen als von anderen PKV-Versicherern im Internet findet, ist eigentlich logisch und beweist nicht, dass die Kunden der Debeka unzufriedener als die Kunden anderer Versicherer sind.

    Dänemark ist auch erfolgreich bei der Förderung des Tourismus IN andere EU-Länder, die Türkei und nun auch China (visumsfrei für 4 Wochen).

    „Zahntourismus“ heißt das.

    Zahnmedizinische Leistungen für Erwachsene werden in Dänemark als Bereich angesehen, in dem Zuzahlungen gesellschaftlich akzeptabel sind, um das restliche System beitragsfrei zu halten. Hierfür können die Dänen Zusatzversicherungen abschließen. Oder (wie du schreibst) ins Ausland zur kostengünstigen Zahnsanierung reisen.

    Und wie kommst du auf die Idee, dass das nicht passieren würde? Es ist einfach, einem abstrakten System die Gelder zu kürzen bzw. das Budget einfach nicht mit der Inflation zu erhöhen. Statt einem Gesundheitssystem, in dem Patient und Zahler vollkommen entkoppelt sind, sollte man den gegenteiligen Weg gehen. Abgerechnet werden die Leistungen nach Aufwand, wie überall sonst im Leben auch. Und wie bei Versicherungen üblich mit einer gewissen Selbstbeteiligung. Der Rest darf dann auch gerne von einer einheitlichen GKV gezahlt werden

    Wieso sollten in einem rein steuerfinanzierten Gesundheitssystem die Leistungen nicht nach Aufwand abgerechnet werden? Und wieso sollte es keine Selbstbeteiligung geben? Das ist doch beides möglich.

    Im Gegensatz zum NHS in GB gibt es in Europa auch gut funktionierende steuerfinanzierte Gesundheitssysteme. Man muss nur nach Dänemark, Finnland und Norwegen schauen.

    So ist z. B. ein wesentlicher Grund für den Erfolg in Dänemark oder Norwegen die Sektorenkopplung. Da die Finanzierung aus einer Hand (Steuern) kommt, gibt es weniger Anreize für Krankenhäuser oder Ärzte, Patienten "hin- und herzuschieben", wie es in beitragsfinanzierten Systemen manchmal der Fall ist.

    Grundsätzlich stellt sich schon die Frage warum man das nicht einfach über die Steuer regeln kann. Bei einer SV Pflicht kommt ja zwangsläufig auch ein Leistungsanspruch einher. Bei der KV stellen sich dann viele Fragen was z.B. mit PKV Versicherten ist...

    Solange wir in Deutschland das zweigleisige Gesundheitssystem aus GKV und PKV haben, halte ich die Regelung über die Steuer auch für sinnvoller. Denn damit könnte verhindert werden, dass noch mehr Gutverdiener in die PKV wechseln und sich so dem Solidarsystem entziehen.

    Liebes Forum,


    gibt es aktuell PKVen mit Öffnungsaktion/Kontrahierungszwang für selbstständige Ärzte, bei erstmaliger Selbstständigkeit? Hat damit jemand Erfahrungen?

    Soweit ich weiß, ist die Debeka die einzige PKV, die eine Öffnungsaktion für Nicht-Beamte anbietet. Diese beschränkt sich jedoch nur auf Angestellte, die innerhalb von 6 Monaten nach erstmaliger Überschreitung der JAEG so in die PKV wechseln können mit einem Risikozuschlag von max. 30 %.

    Finanztip empfehlt 5 Krankenkassen mit günstigen Beiträgen.

    Es sieht aber so aus, dass man nirgendwo nachgelesen hat, was die Mitglieder über diese Kassen schreiben. Bei allen fünf sind die Mitglieder sehr unzufrieden.

    Versicherte, die zufrieden mit ihrer Krankenkasse sind, haben i.d.R. keinen Anlass dazu, sich darüber irgendwo im Internet zu äußern. Aber wenn man einen Grund zum meckern hat, ist das Internet eine Plattform mit Reichweite. Was ich damit sagen will: Ohne zu wissen, auf welche Quelle zu dich beziehst, würde ich diese Bewertungen nicht überbewerten.

    es ist ziemlich egal welche krankenkasse du googlest, alle haben schlechte bewertungen.

    Dieses Zitat bestätigt nochmal meine Aussage.

    Ich versichere derzeit 2 Personen in der privaten Krankenversicherung; der eine HUK-PKV- Tarif wird zum 01.03.2026 um 29%, der andere um 17% erhöht.
    Ich vermute dass die PKV die großen Erhöhungen der GKV in 2026 dazu nutzt die PKV-Prämienanpassungen am Markt zu rechtfertigen.

    Sowas darf eigentlich keine PKV machen. Eine PKV darf eigentlich als Begründungen nur die Punkte aufführen, die bei ihr zu den Erhöhungen geführt hat.

    Sollte eine PKV unrechtmäßige Beitragserhöhungen durchführen, dann kann man sich immer noch an die BAFIN wenden.

    Maßgeblich ist die gesetzliche Rente à la DRV. Da ist die Obszönität doch nach oben gedeckelt.

    Obszön sind da, denke ich, eher die Prämien der PKV im Alter. In dem Sinne, daß da locker ein Faktor 10 auf die o.g. Prämie i.H.v. 160 EUR anzuwenden sein wird.

    Es soll theoretisch möglich sein, dass ein PKV-Versicherter einen solch hohen Beitragsentlastungstarif abschließt, dass er einen PKV-Beitrag von 0 EUR zahlt, wenn er 67 ist. Dann würde er keinen Zuschuss der DRV erhalten, egal wie hoch seine Rente ist.