Beiträge von Felice

    In den Medien kommen jetzt gerade die etwas modifizierten Pläne für das ganze Zeug durch.

    Alles wieder viel softer….Hausfrauenzuschlag ab 2028 nur 2,5 %.

    Die SPD hat außerdem durchgesetzt, dass die Grenze zur Versicherungsfreiheit deutlich angehoben wird. Sie soll um 3.600 Euro auf gut 80.000 Euro steigen. So soll unter anderem der Wechsel von zu vielen Gutverdienern in die privaten Krankenversicherungen verhindert werden. Das soll etwa 100.000 Versicherte mehr in die GKV bringen.

    Darüber wird sich der PKV-Verband überhaupt nicht freuen... falls es sich um eine einmalige, außerordentliche (und nicht die SGB-gemäße, normale) Erhöhung handeln sollte.

    sam51

    All deine Argumente ändern nichts daran dass es unsozial und unsolidarisch ist, das Beamte, Selbständige und Besserverdiener sich der Solidargemeinschaft entziehen.

    Daher wäre ein einheitliches Gesundheitssystem mit einer guten Grundversorgung für alle der richtige Weg.

    Extras wie Wahlarzt, 1-Bett-Zimmer, Privatarzt, Privatklinik, Homöopathie, teurer Zahnersatz, usw. kann jeder nach freiem Ermessen und nach der persönlichen finanziellen Situation über eine private Zusatzversicherung abschließen.

    Dieser Systemwechsel kommt vielleicht in der nächsten Dekade. Denn ich rechne damit, dass die private Vollversicherung sich im kommenden Jahrzehnt zu einem Auslaufmodell verändern wird. Grund: Die Beiträge werden bis dahin so stark steigen, dass sie für immer mehr Versicherte zu einer finanziellen Belastung werden.

    Nur noch privat kann nicht funktionieren, da die PKV nur mit Gesundheitsprüfung möglich ist. Das würde dazu führen das manche Personen gar nicht versichert werden können oder massive Risikoaufschläge zahlen müssen.

    Prinzipiell würde "nur noch privat" funktionieren, nur nicht mit dem aktuellen Geschäftsmodell der PKV-Versicherer. Schau dir hierzu die Reform im Jahr 2006 in den Niederlanden an. Die PKV würde sich dann von einer risikoabhängigen Versicherung, wie sie es heute in D ist, hin zu einem solidarischen System entwickeln.

    Deine Behauptung basiert auf einer realitätsfernen Annahme. Was genau hat die PKV mit GKV-Versicherten zu tun? Du konstruierst hier einen Kontrahierungszwang der PKV zu staatlich festgelegten Konditionen. Das ist natürlich absurd.

    Wenn du meine Ausführungen schon kritisierst, dann bitte ich dich auch darum, mal darzulegen, wie die PKV ohne eine GKV in Deutschland überleben könnte.

    Wenn du dir mal die Bilanzen von Arztpraxen und Krankenhäuser anschauen würdest, dann würdest du erkennen, dass die laufenden Kosten meist durch die Masse der GKV-Patienten gedeckt werden. Die höheren Honorare für Privatpatienten bilden in der Regel den Gewinnanteil.

    Dann betrachte mal das AMNOG-Verfahren: Die GKV tritt als kollektiver Verhandlungspartner gegenüber der Pharmaindustrie auf und die PKV profitiert von den so ausgehandelten Erstattungsbeträgen. Müsste die PKV alleine gegen die Pharmakonzerne verhandeln, wäre ihre Verhandlungsposition deutlich schwächer, was dann die Versicherungsprämien durch wesentlich höhere Medikamentenkosten in die Höhe treiben würde.

    Es geht aber lediglich darum, eine völlig unbeteiligte Gruppe finanziell für etwas in Haftung zu nehmen, mit dem sie aber auch gar nichts zu tun hat.

    Worauf bezieht sich dieser Satz? Auf die Forderung, dass auch PKV-Versicherte für die Gesundheitskosten von Bürgergeldempfänger aufkommen sollten? Ich bin selbst PKV-Versicherter und sehe es als richtig an, dass ich über Steuern auch für die Gesundheitskosten von Bürgergeldempfänger aufkomme. Dass hierfür ausschließlich die GKV-Versicherten aufkommen, ist absolut unsolidarisch. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe! Der Steuerzahler kommt ja auch für die Beiträge im Basistarif auf, wenn ein PKV-Versicherter diese nicht mehr zahlen kann.

    Es müsste aber nicht unterschiedliche Abrechnungsmodelle geben. Man könnte genauso ein staatliches und ein privates System haben welche parallel existieren aber in beiden Systemen nach den gleichen Regeln abgerechnet würde (z. B. immer nach GOÄ).

    Die GOÄneu, die voraussichtlich ab 2027 eingeführt werden soll, macht schon einen ersten Schritt in diese Richtung. Die Steigerungsfaktoren (2,3-fach, 3,5-fach, ...) werden wegfallen. D. h. vom Prinzip her könnte die GOÄneu sich zu einem einheitlichen Abrechnungsmodell für das Gesundheitssystem entwickeln.

    Das Grundproblem der GKV ist ihr Finanzierungsmodell. Das funktioniert so lange, wie bestimmte Parameter wie z.B. Demographie, Beschäftigungsquote etc. passen. Die Beiträge sind einkommensabhängig bemessen. Das führt dann eben dazu, wenn plötzlich die Zahl derjenigen, die nichts einzahlen, steigt, die Einnahmen nicht äquivalent zur Inanspruchnahme von Leistungen mit steigen. Um dem entgegen zu wirken, kann man versuchen, die Einnahmen zu erhöhen, die Leistungen zu reduzieren oder auch den Kreis der Anspruchsberechtigten einschränken.

    Wir haben aktuell zwei Grundprobleme: Das Finanzierungsmodell und dann das Problem auf der Ausgabenseite. Es gibt zu viele Fehlsteuerungen und Ineffizienzen im System. Dann auch die Abhängigkeit von der Pharmalobby. Warum ist ein und dasselbe Arzneimittel in Deutschland viel teurer als in vielen anderen Ländern.

    Das aktuelle Finanzierungsmodell über Beiträge sehe ich auch seit geraumer Zeit als kritisch an. Ein Hybridmodell aus Steuerfinanzierung und Kopfpauschalen bzw. Beiträgen halte ich für sinnvoller. Ja, NHS ist ein Negativbeispiel. Es gibt aber sehr viele steuerfinanzierte Gesundheitssysteme in anderen Ländern, die funktionieren. Beispiele hatte ich bereits genannt.

    Es gibt dann auch keinen Grund für Gutverdiener zu meckern, denn jeder Gutverdiener zahlt viele Steuern und hat dadurch aber keine Vorteile bei Nutzung der öffentlichen Infrastruktur. Und das sollte auch für die Gesundheitsversorgung gelten. Grundversorgung für alle sollte gleich sein. Extras/Luxus kann jeder nach seinem Geschmack und seiner finanziellen Situation dazu erwerben.

    Oder darf etwa ein Besserverdiener auch den Anspruch haben, dass Geringverdiener nicht mehr sanierte Straßen und Brücken befahren dürfen, nicht mehr durch Polizei und Bundeswehr beschützt werden, nicht mehr die öffentliche Infrastruktur in Anspruch nehmen dürfen?

    Ich übersetze das mal. Ihr kommt jetzt zwangsweise in eine leistungsschwache Grundversorgung. Und als ausgleichende Gerechtigkeit für eure jahrelange Besserstellung nehmen wir euch die angesparten Rückstellungen weg. Man kann es auch kürzer ausdrücken: entschädigungslose Enteignung.

    Die mehr als 300 Mrd. Rückstellungen wecken eben manche Begierde.

    Das ist deine Ansicht, die aber nicht neutral ist.

    Ich hatte geschrieben, dass jeder PKV-Versicherte freiwillig entscheiden kann, ob er in die Grundversorgung wechselt oder in der PKV bleibt. Schau dir bitte meinen Beitrag #412 an. Bezeichnest du das, was ich dort geschrieben habe, immer noch als "entschädigungslose Enteignung"?

    Warum behauptest du dauernd, es gäbe ein "Gesamtsystem aus GKV und PKV"? Die PKV hat nichts mit der GKV zu tun. Während die GKV schon längst an die Wand gefahren ist, kann ich das bei der PKV nicht erkennen.

    Warum ich das behaupte? Weil weder die heutige PKV ohne die GKV, noch die GKV ohne die PKV existieren könnte. Daher ist es ein Gesamtsystem.

    Die PKV-Vollversicherung in ihrer heutigen Form könnte ohne die GKV nicht überleben. Sie müsste sich in eine allgemeine Pflichtversicherung verwandeln, die mehr nach dem Solidarprinzip als nach individueller Gesundheit kalkuliert. Damit würde sie ihre Identität als "private" Versicherung weitgehend verlieren.

    Wenn es nur noch Privatversicherte gäbe, müssten die Ärzte ihre Preise entweder drastisch für alle senken (was viele Praxen in den Ruin treiben könnte) oder die PKV-Beiträge müssten massiv steigen, um das gesamte medizinische System alleine zu finanzieren.

    Müsste die PKV plötzlich die gesamte Bevölkerung versichern (auch Menschen mit schweren Vorerkrankungen oder ohne Einkommen), würde ihr Kalkulationsmodell zusammenbrechen. Ohne die GKV als Auffangbecken müssten entweder die Beiträge für Kranke unbezahlbar werden oder der Staat müsste massiv subventionieren.

    Ich könnte noch einige weitere Gründe nennen, aber ich hoffe, dass diese bereits ausreichen um aufzuzeigen, warum wir aktuell ein Gesamtsystem aus PKV und GKV haben.

    Das ist genau so eine Detailfragestellung, die ein System unreformierbar macht. Es gibt einfach 1000 Partikularinteressen, die dafür sorgen dass es keine umfassende Reform geben kann.

    Man muss sich an solch eine Aufgabe ran wagen und diese "1000 Partikularinteressen" sammeln und dann nach Lösungen suchen. Und nicht schon vorher aufgeben. Ansonsten fährt man das Gesamtsystem aus GKV und PKV vor die Wand.

    Was machst Du dann mit den Altersrückstellungen, die viele in der PKV haben?

    Das ist eine der vielen Fragen, die geklärt werden müssten.

    Denkbar wäre: Bestandsschutz in der PKV, d. h. die bisherigen PKV-Versicherten dürfen in der PKV bleiben, aber es kommen keine neuen Versicherten nach. Für die bestehenden PKV-Versicherten gibt es eine Übergangsfrist, in der sie freiwillig in die neue Grundversorgung wechseln können. In dem Fall bekämen Sie ihre Altersrückstellungen auf private Zusatzversicherungen angerechnet und den Rest ausbezahlt. Pro Jahr PKV-Zugehörigkeit zahlen sie dann aber eine Art Aufnahmebeitrag für diese neue "Grundversorgung für alle", weil sie diese Jahre auch nichts dem bisherigen Solidarsystem der GKV beigetragen haben.

    Du behauptest dauernd, dass das System aus GKV und PKV mehr Kosten verursacht. Was hat denn die PKV mit der prekären Kostensituation der GKV zu tun? Rein gar nichts. Was würde allerdings nach Abschaffung der PKV passieren? Ohne Privatpatienten wären die meisten Praxen überhaupt nicht wirtschaftlich zu betreiben. In der Folge müssten entweder die Vergütungen der Ärzte durch die GKV deutlich steigen, was nur durch Beitragssteigerungen möglich wäre. Oder der Leistungskatalog würde noch weiter eingeschränkt werden, und viele Leistungen müssten Patienten selbst zahlen.

    Wie würdest du denn die prekäre Kostensituation der GKV lösen? Du kritisierst meine Aussagen (zum Teil vielleicht sogar berechtigt), aber bisher habe ich noch keinen Gegenvorschlag von dir zur Lösung des Problems gesehen. Ich bin selbst privat krankenversichert, betrachte aber die Situation in unserem Gesundheitswesen nicht durch meine Brille als PKV-Versicherter, sondern aus gesamtgesellschaftlicher Sicht.

    Mein Vorschlag kann ich nochmal in zwei Sätzen beschreiben:

    • Einheitliche und ausreichende Grundversorgung für alle (solidarisch und sozial fair geregelt)
    • Extras, die medizinisch nicht notwendig sind (Chefarzt, 1-Bettzimmer, Implantate, Homöopathie, Auslandskrankenschutz, ...), können über private Zusatzversicherungen abgesichert werden.

    Selbstverständlich müssen viele viele weitere Punkte dann geregelt werden, z. B. Finanzierung (z. B. über Steuern, Beiträge, Kopfpauschalen), Honorierung der Ärzte, etc. Aber in anderen Ländern mit gut laufenden Gesundheitssystemen gibt es hierfür auch Lösungen.

    Durch die aktuelle Nebenläufigkeit von GKV und substitutiver PKV können manche Reformideen bei der GKV nicht so einfach umgesetzt werden, weil man dann die Gefahr läuft, dass noch mehr Besserverdiener in die PKV abwandern und man dadurch die Situation der GKV noch verschlimmert. Daher befürchte ich ja, dass man am aktuellen System festhalten wird, bis sich die Situation in der PKV massiv verschlechtern wird (siehe meinen Beitrag in #400).

    Dass bei einem einheitlichen Gesundheitssystem Praxen wirtschaftlich betrieben werden können, sieht man in sehr vielen anderen Ländern. Da man in Deutschland ein Praxis-Sterben sieht und viele Ärzte lieber im Angestelltenverhältnis arbeiten wollen, stellt sich sowieso die Frage, ob der Trend nicht zu MVZ hingehen wird.

    Nach meiner Meinung liegt es nicht an der Existenz von PKV und GKV, sondern an dem absolut unglaublichen Geld, was im System zu verdienen ist.

    Länder ohne die Trennung in GKV und PKV (z. B. die skandinavischen Länder und auch die Schweiz) haben beispielsweise weniger bürokratischen Aufwand in der Abrechnung, was zu einer Effizienzsteigerung und auch höheren Zufriedenheit der Ärzte führt. In Deutschland erleben wir schon seit Jahren Nachwuchsprobleme, aber auch Abwanderungen in benachbarte Länder bei den Medizinern.

    Wer wissen will, wie das aussieht, mag einen Blick in die südeuropäischen Ländern werfen. Wer da genug Geld hat, geht in eine Privatklinik oder -praxis. Das zu dem Thema: "Andere Länder können das besser als wir." Oder einfach mal in die Schweiz schauen, was man dort an KV-Beiträgen zahlt. Und über die Zustände im Gesundheitswesen im Vereinigten Königreich schweigt man besser.

    sam51 : Du führst hier wieder (wie auch schon an anderer Stelle) Negativ-Beispiele auf. Ja, das NHS in Großbritannien ist ein absolutes Negativ-Beispiel für ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem, weil es kaputt gespart worden ist.

    Aber es gibt Länder mit einheitlichen und (vorwiegend) steuerfinanzierten Gesundheitssystemen, die effizienter und qualitativ besser als das deutsche System aus GKV/PKV sind. In Europa sind dies Schweden, Norwegen und Finnland. Auch das Medicare-System in Australien ist meiner Ansicht nach sehr gut. Und vor allem Taiwan hat eines der modernsten Systeme weltweit, das über eine nationale Einheitsversicherung läuft, die stark staatlich reguliert und finanziert wird.

    Solange wir diese Nebenläufigkeit aus GKV und PKV haben, werden wir in Deutschland höchstwahrscheinlich keinen vergleichbaren qualitativen Standard für alle Bürger hinbekommen.

    Grundsätzlich muss eine Reform des gesamten Systems her, also GKV, PKV und Beihilfe. Leider wird dies nicht angegangen sondern nur wieder an der GKV rum geschraubt.

    Ich rechne leider erst mit der Reform des gesamten Systems, wenn in der PKV der Anteil der Versicherten, für die die PKV-Beiträge eine immense finanzielle Belastung darstellt, einen gewissen Schwellwert überschreitet. Ohne irgendwelche Reformen in der PKV könnte dies irgendwann im Zeitraum 2030-2040 eintreten.

    Aber vielleicht gibt es dann rechtzeitig eine Kommission für die PKV, die dafür sorgen wird, dass der gesetzliche Beitragszuschlag von 10 auf 20% angehoben wird und man diesen bis zum Renteneintritt zahlen muss.

    Ein einheitliches Gesundheitssystem würde vieles vereinfachen. Aber in Deutschland mag man es lieber kompliziert und mit vielen einzelnen Regelungen und Sonderfällen.

    Grundsätzlich muss eine Reform des gesamten Systems her, also GKV, PKV und Beihilfe. Leider wird dies nicht angegangen sondern nur wieder an der GKV rum geschraubt. Dadurch hat man sich wieder ein paar Jahre Zeit, auf Kosten der Mittelschicht, erkauft bevor das ganze Drama wieder von vorne beginnt. Für eine richtige Reform fehlt der Mut, bzw. der politische Wille und nur solch eine Reform wird die Probleme lösen. Was aktuell passiert ist einfach nur Murks auf ganz hohem Niveau.

    Ich sehe dies sehr ähnlich. Mit den aktuell geplanten Maßnahmen rettet man sich vielleicht bis zum Ende der Legislaturperiode. Unseren Politikern fehlt nicht nur der Mut, sondern auch der Weitblick. Dass man sich mal an anderen Ländern orientiert, in denen es besser läuft: Fehlanzeige.

    Dann sind da diese Abhängigkeiten von z. B. der Pharmaindustrie und der PKV-Lobby. Abhängigkeiten in der aktuellen Regierung sieht man ja gerade sehr gut bei Frau Reiche und den Energiekonzernen.

    Auch die eingesetzten Kommissionen dürfen nicht ohne "Denkverbote" arbeiten. Sie bekommen schon zu Beginn Bedingungen gestellt. Die Gesundheitskommission hatte vorgegeben bekommen, dass man am Nebeneinander von GKV und PKV festhalten möchte. Dann werden nicht mal alle Ergebnisse der Gesundheitskommission umgesetzt, sondern Frau Warken bringt weitere Punkte ein, die eigentlich nicht der Ansicht der Gesundheitskommission entsprechen (Stichwort: Erhöhungen der Einnahmen durch Erhöhung der BBG).

    Das ist ja aber nicht der Fall, dass man nicht zahlt. Dafür gibt's den ca. 100-150 Euro teuren Notlagentaruf

    Letztendlich ändert es nichts an der Tatsache, dass die Steuerzahler (also GKV- und PKV-Versicherte) den Restbetrag des Basistarifs zahlen, den der PKV-Versicherte im Basistarif aus eigener Kraft nicht mehr zahlen kann (wie ich in #390 geschrieben habe). Der Steuerzahler unterstützt hier also finanziell einen PKV-Versicherten.

    Daher muss der Steuerzahler auch finanziell den GKV-Versicherten unterstützen, der Bürgergeld bezieht.

    Fazit: Beides ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

    Ich setze eine Kiste Bier darauf, dass nächste Woche die Erhöhung auch für die Pflichtversicherungsgrenze angekündigt wird.

    Dann würde sich die PKV so langsam zu einer Krankenversicherung für Reiche entwickeln. Mit "Reiche" meine ich nicht unsere Wirtschaftsministerin, sondern den Kreis der sehr einkommensstarken Bürger.

    Letztendlich würde das Anheben der JAEG dazu führen, dass weniger Menschen in die PKV wechseln können. Dies würde auf jeden Fall zu einem Aufschrei in der PKV-Lobby führen. Und die aufkommenden Probleme in der PKV noch etwas beschleunigen.

    Ja, und das ist eben falsch. Wer den Basistarif nicht bezahlt, landet im Notlagentarif und bleibt Beitragsschuldner.

    Hier der Beleg dafür, dass du unrecht hast:

    "Wenn Sie hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind, wird Ihr Beitrag auf die Hälfte des Höchstbeitrags, d.h. auf 508,59 EUR herabgesetzt. Diese Reduzierung wird von allen privat Krankenversicherten finanziert. Bleiben Sie trotz der Halbierung des Beitrags weiterhin hilfebedürftig, beteiligt sich der Sozialhilfeträger soweit wie erforderlich an der Beitragszahlung – notfalls bis zum gesamten Restbeitrag."

    Quelle: Was Sie über den Basistarif wissen sollten | PKV-Serviceportal

    Meines Wissens passiert das nicht. Die Betroffenen häufen Schulden an, die der VErsicherer irgendwann eintreibt.

    Da hast du unrecht. Ich hatte es bereits in #369 geschrieben, wie dies im Basistarif geregelt ist.

    Für alle jetzt schon Versicherten im Basistarif der PKV, die hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts (SGB II und SGB XII) sind, wird der Beitrag halbiert. Und wenn diese Personen das dann immer noch nicht zahlen können, übernimmt das Sozialamt oder das Job-Center den verbleibenden Betrag. Also auch alle Steuerzahler. Und nicht nur die PKV-Versicherten.

    Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, genau wie auch die Finanzierung der Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger. Daher ist es absolut nicht korrekt, dass nur die GKV-Versicherten die Finanzierung der Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger stemmen müssen. Es ist eine Angelegenheit, die über den Bundeshaushalt finanziert werden muss.