Meines Erachtens geht es hier überwiegend um Erkenntnisse zur Steuerpflicht, oder besser gesagt, Schlupflöcher zu schließen. Ob ein Konto in Liechtenstein oder sonst irgendwo, sicherer als in Deutschland ist, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.
Um welche Erkenntnisse zur Steuerpflicht sollte es wohl gehen? Den Allgemeinen Informationsaustausch (AIA) gibt es schon lange. Da werden den Finanzbehörden einmal jährlich dein Kontostand und deine Kapitalerträge mitgeteilt.
Ein Konto in der Schweiz oder in Liechtenstein, so man denn überhaupt eines bei einer Bank bekommt, ist in dieser Hinsicht nicht besser oder schlechter als eines in Deutschland. Der deutsche Staat hat zwar keinen direkt Zugriff darauf, aber genügend Möglichkeiten, indirekten Zugriff zu erlangen. Nach kürzlich getätigten Äußerungen von Politikern wie Merz, Reiche und von der Leyen ist es nicht völlig abwegig, davon auszugehen, dass der klamme Staat gerne die Billionen von Euro auf den Konten seiner Bürger "aktivieren" möchte. Wie so etwas ausgestaltet sein könnte, da dürften einige in Berlin und Brüssel schon ihre Ideen haben. Denkbar wäre zum Beispiel, dass jeder ab einem bestimmten Kontostand per Gesetz in Eurobonds oder ähnliche Konstrukte investieren muss.
In einem solchen Szenario bekäme man in Deutschland einen entsprechenden Bescheid, dessen Höhe sich auf alle Konten, auch auf die im Ausland, beziehen würde. Unter diesem Gesichtspunkt bieten Auslandskonten keinen besonderen Schutz vor staatlichem Zugriff.
Den einzigen Vorteil eines Kontos bei einer Bank außerhalb der EU sehe ich darin, dass man bei dieser Bank dann die Möglichkeit hat, ein Schließfach zu mieten. Was sich in einem solchen Schließfach befindet, kann man mit extrem hoher Sicherheit als geschützt vor staatlichem Zugriff ansehen. Da müsste dann doch schon Peer Steinbrücks Kavallerie anrücken, um das zu ändern.