Hallo,
ich habe eigentlich zuletzt immer gegen ein Eigenheim argumentiert - da ich mich ungern verschulde möchte und lieber flexibel in einem ETF Depot mein Geld anlege. Jetzt haben sich Privat ein paar Sachen geändert und plötzlich gibt es für uns mehrere Optionen, auch langfristig gesehen. Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren.
Zur aktuellen Situation, ich wohne mit meiner Freundin und ihrem Kind günstig zur Miete, 700 € warm für 70qm + 2 ausgebauten und beheizten Zimmern im Dachgeschoss, eins davon ist für mich mein Arbeitszimmer. Ich verdiene ca. 3000€ Netto, meine Freundin 2000€ (+Unterhalt und Kindergeld) Aktuelle kann ich im Monat ca. 1000 € weglegen, meine Partnerin 300 €. Finanziell hat sie leider keine großen Rücklagen gebildet, da sie bis zuletzt noch Altlasten abgezahlt hatte. Ich habe 60k bei SC auf ein ETF Depot, 50k liegen auf dem Tagesgeld und 50k Festgeld (läuft demnächst aus). Die Summen auf dem TG kommt durch Auto und Motorradverkauf zustande, da ich jetzt einen Firmenwagen habe.
Meine Freundin würde perspektivisch gesehen gern raus aus der Wohnung und was eigenes aufbauen, es gibt auch noch die Option für ein Kind zusammen, dann wäre unsere Wohnung definitiv zu klein. Ich habe mich zuletzt etwas gesträubt, wohne hier schon 15 Jahre - fest steht aber wenn ich / wir ausziehen dann langfristig gesehen, wo wir bis zur Rente gern gemeinsam alt werden wollen. Leider sind wir handwerklich nicht so begabt und würden bei einem Kauf oder einer Sanierung alles oder das meiste machen lassen.
Es gibt nun folgende Optionen für uns:
Option 1: Mein Elternhaus zu übernehmen (würde es später eh vererbt bekommen), allerdings ist das Haus gut 100 Jahre alt, Zustand ist zwar okay aber für uns nicht mehr zeitgemäß und man müsste hier wohl 180 qm zum Großteil sanieren (Kleine verwinkelte dunkle Räume im UG, Geringe Deckenhöhe und quietschende Dielen im 1. und 2. OG, Elektrik muss neu gemacht werden, Heizung und Dachstuhl ebenso). Außerdem müssten hier auch 2 getrennte Wohneinheiten geschaffen werden, da meine Eltern wohnen bleiben wollen. Es gibt auch noch ein großer Nebengelass mit Garagenkomplex und großen Garten von 1800qm. Bei mir hängen hier viele Emotionen mit drin, Haus befindet sich in 3. Familiengeneration und ich bin da aufgewachsen. Die Sanierungskosten könnten hier sich aber als ein Fass ohne Boden entpuppen, wo fängt man an und wo will man aufhören ... .
Option 2: Das Nachbargrundstück von meinen Eltern wurde zum Bauland umgewidmet, hier besteht die Möglichkeit direkt angrenzend zu meinen Eltern ein 700qm großes Bauland zu erwerben. Meine Eltern haben bereits angeboten das Grundstück für uns zu kaufen und zu schenken. Wir würden dann hier ein komplett neues Haus bauen, was auf unseren Bedürfnissen zugeschnitten wäre. Außerdem besteht die Möglichkeit das große Grundstück der Eltern mitzubenutzen und später das Grundstück bei einem Verkauf des Elternhauses aufzuteilen. Gegebenenfalls bleibt es in der Familie und es übernimmt mein Ziehsohn oder doch das vllt. eigene Kind. Die Frage wird natürlich sein wie teuer ein Hausbau werden wird und ob wir uns das leisten können oder wollen.
Option 3: Die Großeltern meiner Freundin sind in den letzten Jahren verstorben und haben ihrer Familie ihre Doppelhaushälfte vererbt, meine Freundin müsste ihre Schwester auszahlen. Ihre Schwester möchte gern 50k haben, das Haus ist sicherlich mehr Wert (wurde vor 5 Jahren auf 150k geschätzt). Man müsste halt auch hier sanieren bzw, vielleicht auch nur renovieren, allerdings wurde in Vergangenheit schon viel gemacht. Das Haus hat eine Maisonettwohnung von 100 qm + 50 qm Einliegerwohnung. Grundstück ist mit 900qm auch übersichtlich inkl. einer Doppelgarage + Obergeschoss. Kritikpunkt von meiner Seite aus wäre das sich die Doppelhaushälfte mitten in einer Siedlung befindet, umgehen von mehreren Nachbargrundstücken. Die Sanierungskosten dürften sich aber hier in Grenzen halten, ich denke mit 200k hat man eine modernes Haus mit guter Ausstattung wo man die nächsten Jahre seine Ruhe haben wird.
Option 4: Nix von allen, wir warten weiter ab, wohnen weiter zur Miete oder kaufen später uns eine Wohnung oder ein anderes Haus.
Meine Partnerin findet die ersten 3 Optionen alle gut. Ich bin total unentschlossen weil jede Variante seinen Charm hat, aktuell tendiere ich zur Option 2, wobei das morgen schon wieder anders aussehen kann
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Meine Eltern würden uns finanziell unterstützen, bzw. wenn wir nicht das Baugrundstück nehmen, würden sie uns Geld für die Sanierung von einem der beiden Häuser zur Verfügung stellen. Ich habe mal ausgerechnet das wir bei einem Kredit eine Rate von ca. 1.5k übernehmen könnten, das wäre aber wirklich die obere Kotzgrenze bei einer Finanzierung. Meine Partnerin ist 31 und ich werde nächstes Jahr 40.
Vielen Dank für das Lesen und eure Tipps, Ratschläge und Empfehlungen.