Das Thema Entnahmestrategien ist deutlich komplexer als die (technisch) einfache Ansparphase, und damit sehr interessant. Hervorragenden content findet man z.b. bei "big ERN" (Karsten jeske, earlyretirementnow) (z.b. Part 9, wo er zwar über guyton Klinger Entnahme spricht, aber in den Kommentaren auch die Vanguard dynamic spending Strategie kurz angesprochen wird (s.u.)) oder auch bei Georg von finanzen-erklaert.de (leider seit einiger Zeit nichts neues mehr, ein Artikel zur Vanguard Strategie wäre schon super)
Den Entnahmerechner ficalc sollte man als Interessierter für dieses Thema kennen. Hier kann man verschiedene Entnahmestrategien mit seinen persönlichen Parametern testen. Ficalc nutzt keine bootstrap Montecarlo, sondern eine historische Simulation von Aktienrenditen (s&p 500, ab dem Jahr 1871 möglich. Ist aber einstellbar)
Hier noch das Feedback von big ERN:
This Vanguard strategy replaces the “running out of money” risk with “running out of purchasing power” risk. In that paper, they never displayed how the dynamic rule would have cut expenses during the the historic worst-case scenarios. All variable spending rules, like GuytonKlinger (Parts 9+10), this Vanguard approach, ...all have that problem. People don’t realize how long and how deep the spending cuts need to be.
Ich hab auch mal meine KI (Claude) rumrechnen lassen, und zwar für das verlorene Jahrzehnt ab 2009 (könnte sich ja bei einem Entnahmezeitraum von 30 bis 40 Jahren wiederholen). Es war schon ernüchternd zu sehen, wie sich Depotwert und v.a. die jährliche Entnahmerate nach unten entwickelt haben. Ich weiß nicht, ob über so lange Zeit so cool bleiben könnte, obwohl ich mich schon als rationaler Anleger sehe (meine Frau ist da nicht so entspannt, von daher hätten wir ein Problem)
Wenn das Depot nur "Luxuszwecke" erfüllt, dann ok. Bei nur anfänglicher Entnahmequote von 3,0% kann wohl auch nicht viel schief gehen (hab ich aber bei ficalc noch nicht ausprobiert).
Ich bin aber 48, und frage mich, ob ich schon vor 63 (oder 64) oder 67 aufhören könnte, wenn ich denn möchte. Vielleicht sogar schon mit 58, wenn mein Depot weiter so wächst (??). Wenn ich auf Nummer sicher gehen will, dann werd ich wohl am "one more year" Syndrom leiden...