Beiträge von radler67

    Der ETF mit der niedrigsten TER muß aber nicht die beste Performance haben. So leicht macht es das Leben den Pfennigfuchsern nicht!

    Ich würde mir den Anbieter aussuchen, dem ich zutraue, das Produkt langfristig stabil anzubieten. Ich hab schon mehrmals steuerschädliche Fondszusammenlegung gehabt. Den letzten hat Amundi zu verantworten.

    Die Zusammensetzung des AVDs sollte man sich halt gut überlegen. Da spielt die persönliche Lebenssituation die entscheidende Rolle.

    100% Aktienquote sind für einen Berufsanfänger, der noch über 30 Jahre bis zur Auszahlung hat, durchaus vernünftig - reine Aktieninvestments bringen langfristig die beste Rendite. Kurz vor oder gar während der Auszahlungsphase ist das eine riskante Strategie. Einen Crash kann man nicht mehr aussitzen, man wird zwangsweise in schlechten Börsenphasen verkaufen müssen, da man den Auszahlungsplan nicht stoppen kann.

    Wenn man sich darüber keine Gedanken machen möchte, kann man ja ein Standardprodukt wählen, das eine automatische Umschichtung enthalten muß.

    „Riester-Sparer sollten sich überlegen, ob sie ihre Garantien aufgeben und ihre Verträge zum ungünstigen Zeitpunkt komplett in aktienorientierte Produkte für ein Altersvorsorgedepot übertragen“.

    Thomas Romig (Investmentchef bei Assenagon).

    Solche Fälle kann es geben - aber die sind die Ausnahme, z.B. wenn man dick im Minus ist und die Auszahlung nicht mehr weit weg ist oder wenn man einen guten Rentenfaktor hat, den man jetzt nicht mehr bekäme.

    Findest du das AVD nun gut oder nicht gut? :/ Oder suchst du nur ein theoretisches Haar in der Suppe?

    Du denkst zu digital. Prinzipiell halte ich das AVD für eine gute Entwicklung. Aber es gibt persönliche Situationen, in denen es nicht vorteilhaft ist. Daher muß man sich das genau anschauen. Ich bin so ein Fall.

    Ich werde es bis zur Rente nutzen und meinen Riester da hinübertragen. Allerdings werde ich bis zum Ruhestand maximal 360 Euro pro Jahr einzahlen. Steuerlich wäre mehr ungünstig für mich. Ich arbeite ab 2027 bis zum Ruhestand nur noch 50% (weniger darf ich leider nicht, sonst würde ich gar nicht mehr arbeiten) und werde daher im Ruhestand aufgrund meiner Pension einen höheren Steuersatz haben.

    Nun ja, da der Staat (also wir alle!) die Einzahlungen fördert, finde ich das mit der Beschränkung auf bestimmte Produkte (Risikoklassen) schon angebracht. Es steht ja jedem Menschen frei darüber hinaus mit dem eignen Geld in weitere Anlageformen zu investieren.
    Auch in das lukrative Geschäft mit dem Container-Leasing! (Sorry, aber den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen):evil:

    M.E. ist die Asset-Beschränkung ja sinnvoll - aber es ist eine Einschränkung. Das AVD ist ein reguliertes Produkt. Außer einem kleinen Anteil Einzelaktien und einem Gold-ETC habe ich nichts im Depot, was nicht ins AVD dürfte.

    Die Containerfonds hatte ich mir seinerzeit aus Steuergründen aufschwatzen lassen - mein älterer Kollege ist mit denen viele Jahre sehr gut gefahren. Nur kam genau nach meinem Einstieg die große Krise.

    Würde mich nicht wundern, wenn es heutzutage den jungen Leuten so mit Kryptoinvestments geht.

    Ich bin gläubiger Katholik und sehe das mit der Kirchenfinanzierung so - vielleicht überrascht das manche:

    Es sollte eine klare Trennung von Staat und Kirche geben, die alten Forderung sollten abgelöst werden, die Kirchensteuer sollte nicht vom Staat eingetrieben werden und im Gegenzug sollte sich die Kirche von staatlichen bzw. teilstaatlichen Aufgaben verabschieden, viele davon sind aus der Zeit gefallen und führen nur zu Konflikten, z.B. Arbeitsrecht.

    Im Prinzip hat das Josef Ratzinger schon vor langer Zeit gefordert, er sprach von einer Entweltlichung der Kirche.

    Aber davon wollen natürlich die deutschen Bischöfe nichts wissen - die wollen ihren gut finanzierten bürokratischen Apart nicht hergeben.

    Welche Inflexiblität?

    Du kannst das Geld jederzeit wieder entnehmen, auch wenn Du dann die Förderungen zurückzahlen musst,

    Ja und genau das ist ein entscheidender Punkt:

    1. Du mußt alle Förderungen und Steuervorteile zurückzahen.

    2. Du mußt den Gewinn mit deinem persönlichen Steuersatz versteuern.

    Da fährst du mit einem ETF-Sparplan fast immer deutlich besser - behaupte ich mal.

    Ein weiterer Punkt ist die Beschränkung der Produkte, die da rein dürfen. Ob es nun sinnvoll ist, in solche Assets zu investieren, sei dahin gestellt, aber es ist ein Ausdruck von Inflexibiltät.

    Ob diese Punkte für einen relevant sind, muß jeder für sich selbst entscheiden.

    Und außerdem sollte man ja alle paar Jahre ein neuen ETF anfangen um diese dann Rückwärts zu entsparen.

    Das Argument halte ich für nicht stichhaltig. Das kannst du auch mit einem ETF und Unterdepots oder einem Zweitdepot bei einem anderen Anbieter besser erreichen. Du verschiebst einfach einen Teil in ein anderes Unterdepot. Mit drei Unterdepot kann man jede gewünschte Verkaufsreihenfolge herstellen.

    Darauf mit Untätigkeit zu reagieren, halte ich nicht für schlau.

    Wenn man von etwas nicht überzeugt ist, soll man es nicht machen. Das ist mein Punkt. Das mußte ich am Anfang meines Berufslebens erfahren. Da hab ich mir ein Investment in Containerfonds von einem älteren Kollegen aufschwatzen lassen - eigentlich wollte ich es nicht, aber ich hab mich überreden lassen. Folge war Totalverlust. Die effektiv zwei Montatgehälter waren aber nicht der eigentliche Schaden - ich hab im Nachgang vom Investieren viele Jahre nichts mehr wissen wollen. Und das hat mich viel Geld gekostet.

    In meinen berechnungen kam irgendwie immer heraus, das es sich jetzt nicht wirklich viel nimmt ob man in ETF depot einzahlt oder in AV depot obwohl dieses sogar aufgelöst wird.

    Das Problem bei solchen Berechnungen ist m.E. daß man den aktuellen Rechtsrahmen zugrunde legen muß. Die Besteuerung von Kapitalerträgen kann jederzeit geändert werden - und wahrscheinlich nicht zum Guten, wie es schon in der Vergangenheit passiert ist. Andererseits weiß ich nicht wie stabil die Regeln des Altersvorsorgedepot wirklich sind.

    Wenn man noch am Anfang seines Berufslebens steht, ist die Unflexibilität des AVD m.E. schon ein ernster Faktor. Wenn man sich damit nicht wohlfühlt, würde ich es nicht nutzen.

    Hiermit wurde 2015 geworben (Teil meiner Vertragspapiere):

    Die Aussagen sind doch korrekt, bei der Aktienvariante hat man die höchsten RenditeCHANCEN. Auf die Unsicherheit der Wertentwicklung an der Börse wird im Kleingedruckten sicher hingewiesen.

    Gibt es denn bereits Klagen gegen die Riesteranbieter? Ich vermute, die haben das alles juristisch wasserdicht formuliert.

    UniProfiRente Select (stillgelegt)

    Garantiertes Kapital zu Beginn der Auszahlphase: 40.000€

    Depotwert (inkl. Zulagen!) UniVorsorge 5 ASP + UniVorsorge 6 ASP: 25.000€

    Wie lange hast du noch bis zum Renteneintritt? Dann kannst du abschätzen, welche Nominalrendite du im AV-Depot erzielen müßtest, um das Garantiekapital zu schlagen. Wenn es noch 20 Jahre sind, brauchst du nur 2,4% - das sollte machbar sein. Bei 10 Jahren wird es dann aber mit 5% schon schwieriger.

    Sehe ich das irgendwie falsch, oder bin ich (und viele andere) hier vom Staats- und Versicherungsklüngel über den Tisch gezogen worden?

    SPD/Riester & Gewerkschaften bestanden auf ein Garantieprodukt. Und wie es halt leider so bei Garantieprodukten ist: oft bekommt man nur das raus, was garantiert ist.

    Das Problem bei Riesterverträgen mit Aktieninvestments im Besonderen ist, daß hier die Garantie eine gefährliche Instabilität verursacht. Sobald zu hohe Verluste auflaufen, muß der Anbieter die Verluste an der Börse realisieren und in sichere Anlagen mit Minirendite wechseln und kommt da nicht mehr raus. Damit fällt man auf die Garantie zurück. Tritt dieser Fall nicht ein, können solche Verträge durchaus eine gute Rendite erwirtschaften - dafür gibt es positive Beispiele, wo Leute Glück hatten (mein Riestervertrag ist so einer).

    Darf man solche Verträge anbieten? Rechtlich ja, aber ein guter Vermögensverwalter hätte m.E. von einem Abschluß abraten müssen.

    Anscheinend ist bei der Uni Profirente der Rentenfaktor noch gar nicht festgelegt. Aktuell scheint er bei 19,5 zu liegen.

    Ja, weil die Rentenversicherung erst mit Renteneintritt abgeschlossen wird. Union Invest ist keine Versicherung, sondern braucht einen Partner (meines Wissens nach die R+V Versicherung). Laut telefonischer Auskunft des Anbieters (mein Riester liegt auch da) liegt der Rentenfaktor aktuell bei 27 - was im Branchenvergleich eher schlecht ist.

    Aber auch 27 ist mir zu schlecht. Ich werde ins AV-Depot wechseln.

    Wie der Auszahlungsplan funktioniert, ist gesetzlich im Detail geregelt. Grob so:

    1. Du legst Anfang und Ende fest. Anfang frühestens mit 65, spätestens mit 70. Ende frühestens mit 85.

    2. Das Geld kann weiter investiert bleiben.

    3. Das Depotvermögen wird regelmäßig (alle ein bis drei Jahre) angeschaut und dann ein Auszahlungsbetrag errechnet (Depotwert geteilt durch Restlaufzeit). Vom dem Betrag muß man sich mind. 80% auszahlen lassen.

    Man hat also vom Gesetz her gewisse Gestaltungsfreiräume. Denkbar ist, daß ein Anbieter die Möglichkeiten einschränkt, da die Auszahlungspläne aus Kostengründen automatisiert sein werden.

    Würdet ihr bei höheren Summen beim genannten Handelsplatz (Tradegate) bleiben oder einen der anderen auswählen in der Hoffnung auf einen besseren Kurs?

    Die Differenz der Kaufkurse muß höher sein als die Handelsplatzgebühr + Courtage. Das kannst du anhand der aktuellen Kurse ausrechnen. Die Gebühren für die Handelsplätze findest du bei der ING.

    Da Kurse sich ständig ändern, ist das mit Unsicherheiten verbunden. Daher mein pragmatische Ansatz: ich überschlage die Differenz und wenn es nur ein paar Euro sind, bleibe ich bei Direkthandel.

    Manchmal rentiert es sich auch bei gängigen Wertpapieren. Ich hab das Geld aus meiner Lebensversicherung neu angelegt und da waren es 300 Euro Differenz. Aber das war auch ein großer Batzen.

    Der große Wermutstropfen: hätte ich tags darauf gekauft, wäre es 2000 Euro günstiger gewesen. Daher sollte man sich über diese Frage nicht zu sehr den Kopf zerbrechen.

    1. Euwax Gold II und Xetra Gold werden vom Finanzamt wie physisches Gold behandelt (nach einem Jahr keine Steuer auf Gewinne). Ich würde bei langfristiger Anlage Euwax Gold II (höherer Spread von 1%) nehmen, da bei Xetra Gold Haltegebühren anfallen.

    2. Bei Silber gibt es meines Wissens nach nur einen ETC von Wisdom Tree, der die Bedingungen erfüllt (physisch hinterlegt reicht nicht, Anspruch auf kostenlose Auslieferung muß auch gegeben sein) . Allerdings kann es sein, daß man die Steuerfreiheit erst vor Gericht erstreiten muß (ist bei Xetra Gold vor Jahren passiert), da der ETC recht neu ist und so wie man das Finanzamt kennt, sagen die erst mal Nein.

    3. Silber ist hoch-spekulativ. Ob man das als Langfrist-Investment haben will, muß man sich gut überlegen.

    4. Ob es jetzt klug ist, Gold oder Silber zu kaufen, kann dir niemand sagen. Viele haben schon bei 3000 U$ das Ende der Goldpreisralley gesehen.