viele jetzt investieren und in 20-25 Jahren in Rente gehen. Dann werden ja viele Aktien auf den Markt geschwemmt und der Kurs könnte signifikant fallen
- Warum sollte jemand genau zum Renteneintritt alles verkaufen?
- Was verstehst du unter "viel"?
Wir machen mal ein Gedankenexperiment mit NVIDIA und dem MSCI-World:
- NVIDIA hat ca. 23,3 Mrd. Aktien im FreeFloat (frei handelbar)
- 1 NVIDIA Aktie = 170 €
- 5% vom MSCI-World sind in NVIDIA investiert
- In 5 Jahren gehen ca. 15 Millionen "Boomer" in Rente
- Jeder Boomer hat 100.000 € im MSCI-World investiert und verkauft an genau dem gleichen Tag alles.
=> Jeder Boomer hat somit:
- 5.000 € in NVIDIA = 29,4 Aktien
=> Alle zusammen: 441.000.000 (= 441 Mio.) NVIDIA Aktien
=> 441 Mio / 23,3 Mrd. = 1,9 % der Gesamtaktien (FreeFloat)
Ich behaupte einfach mal ganz forsch: Den Weltmarkt interessiert es nicht die Bohne, ob wir das Miniaturaltersvorsorgedepot machen oder nicht. Die Beträge mit denen wir hier planen/hantieren sind Peanuts.
Beim 401(k) Modell in den USA können die Arbeitgeber & Arbeitnehmer ca. 70.000 $ pro Jahr steuerfrei in das Depot einzahlen. Zusätzlich gibt es noch ein weiteres Modell, in das die Arbeitnehmer aus dem Netto (glaube ich) bis zu 7.000 $ jährlich einzahlen können (und im Depot keine Steuern auf Kursgewinne & Dividenden anfallen).
Bei uns werden bis zu 1.800 € jährlich! staatlich gefördert. Die 1.800 € sind ca. 2,5 % von dem Volumen, was der Amerikaner jährlich in den Kapitalmarkt (staatlich gefördert!) pumpen kann.
Ich will deine Illusion nicht zerstören, aber was Deutschland am Kapitalmarkt macht, interessiert niemanden. Wir sind dort nur ein kleines Strohfeuer irgendwo in der Ecke. Wir hätten so viel bessere Modelle wie Schweden, Norwegen, Niederlange oder USA machen können. Aber nein, es wurde Riester 2.0 gemacht, denn alles außer das Standarddepot hat keinen Kostendeckel. Die Finanzindustrie sabbert jetzt schon und wird mit tollen Werbevideos, Werbekampagnen die Filialbanken fluten. Schweden hat z.B. einen Kostendeckel von ich glaube 0,25%. USA einen von 0,1%. Wir 1,0%. Das ganze Altersvorsorge-Depot ist eher ein nettes Gimmick, am Ende verliert dennoch der Privatbürger, denn indirekt werden die ganzen Versicherer und Banken subventioniert.
Jeder der sich heute auf die gesetzliche Rente oder auf unser Sozialsystem verlässt oder verlassen muss, der ist heute schon verlassen. Nur weiß man es noch nicht. So wie es aktuell läuft, wird es nicht mehr finanzierbar sein. Wir laufen ansonsten mit Karacho in den Staatsbankrott. Alleine in 2025 war die Quersubvention für die Rente rund 30% vom Bundeshaushalt, also eine Durchlaufposition. Irgendwann (was man nun sieht) ist kein Spielraum für Investitionen, die sich erst in X-Jahren tragen. Der Staat kann fast nur noch Dinge tun, die direkt einen Cashflow produzieren (Steuern erhöhen, Leistungen kürzen, Beiträge erhöhen, ...).