Beiträge von RWE4Life

    Wie ist die bAV bei Dir ausgestaltet? Bei mir erfolgt die Anlage nicht sehr renditestark und eher kostenintensiv...

    Ist zwar auch schon mehrfach verändert worden, die Grundzüge stammen aber aus der "guten alten Zeit". Ist eine Direktzusage mit ca. 5% Zins pro Jahr, der AG zahlt 2,5% meines Jahresgehaltes on top ein, zusätzlich habe ich Umwandlungsmöglichkeiten. Der Verrentungsfaktor ist auch sehr gut mit ca. 180 bei Alter 65. D.h. aus 180k Kapital mit 65 erhalte ich lebenslang 1000EUR Rente mit 1% Steigerung pa

    BTT:

    bin Anfang 50, bei einem großen IGM Konzern in einer Metropolregion beschäftigt, verdiene als Teamleiter ca. 135k + bAV. Bin damit sehr zufrieden, plane aber aus privaten Gründen den Exit, da in einer Patchwork Konstellation lebend, Partnerin lebt ca. 200km entfernt und ich möchte die Pendelei und beenden und von 2 auf 1 Wohnung reduzieren.

    Immer wieder die Mär von den unbezahlbaren Beiträgen der PKV im Alter. Aber das ist doch alles hinreichend bekannt:

    1) Man sollte möglichst früh in die PKV gehen, um vernünftig Altersrückstellungen zu bilden. Mitte 40 oder mit 50 ist da zum Beispiel schon sehr spät

    2) Als Angestellter sollte man über eine Erwerbsbiographie, die 1) ermöglicht auch entsprechend Rentenpunkte sammeln, dass man in einen Bereich von 3000EUR+ (aus heutiger) Sicht Rente kommt und man sollte weitere Zahlungsströme im Alter haben (bAV, ETF, Mieteinnahmen...)

    3) Man sollte in jungen Jahren, wenn die Beiträge geringer sind, Geld zur Seite legen oder einen Entlastungstarif abschließen

    4) Wenn man 1)-3) berücksichtigt, wird der PKV Nettobeitrag nicht so extrem steigen und zum anderen gehört man ohnehin zu dem Personenkreis, die in der GKV auch vergleichsweise hohe Beiträge hätten, so dass in diesen Fällen die PKV kein oder nur ein geringer finanzieller Nachteil ist.

    Für den typischen Eckrentner (wie auch immer er PKV berechtigt geworden ist) ist die PKV natürlich nicht geeignet.

    Worauf möchtest Du hinaus? Beide bekommen Ihren Freibetrag und zahlen darüber hinaus Ihren Flattax Betrag nach meinem Modell. Das wäre eine einfache und verständliche Steuerpolitik.

    Lukas könnte abhängig von seiner Behinderung weitere Unterstützung bekommen, ob man das über weitere Freibeträge im Steuersystem löst oder ihm anderweitig eine Kompensation zukommen lässt, ist Geschmackssache. Aber eigentlich Sozialpolitik und nicht Steuerpolitik.

    PS: Lustigerweise bin ich alleinerziehender Vater eines behinderten Jungen, der Lucas heisst. Von daher kenne ich die ganzen Untiefen von Steuerfreibeträgen vs. Einzelnachweisen, Pflegeleistungen etc und erneuere mein Statement: Alles viel zu kompliziert.

    na klar springen da gleich die kleinen "Kanzler Schröder" herbei, "es kann doch nicht sein, dass meine Sekretärin genauso viel Steuer zahlt wie ich".

    Allein der Zugewinn an Transparenz macht ein lineares Steuersystem per se gerechter als der "gut gemeinte" Kauderwelsch in D

    Man könnte auch einfach unser progressives Steuersystem mit zig Ausnahmetatbeständen / Absetzungsmöglichkeiten durch ein einfaches lineares Steuersystem ersetzen, so wie es viele Länder vor allem in Osteuropa oder Asien praktizieren ("Flattax"). Also Beispiel 10kEUR Grundfreibetrag und dann konstant 22% Steuer. Damit hätte sich die Frage nach Ehegattensplitting gleich mit erledigt.

    Ich erwarte ehrlicherweise auch jederzeit eine Verschlechterung der Konditionen für die Zukunft seitens des AGs (bisherige Bausteine haben natürlich Bestandsschutz), in den letzten Jahren sind schon so manche Goodies aus den besseren Tagen abgeschafft worden..

    Bei mir IGM Konzern mit Direktzusage, die noch aus guten alten Zeiten stammt.

    2,5% vom Brutto (AG finanziert) x Altersfaktor wird jährlich eingezahlt. Darüber wird eine Verzinsung von ca. 5% pa erzielt. Hinzu kommt ein überragender Verrentungsfaktor von ca. 180, d.h. angesammeltes Kapital geteilt durch 180 = Monatsrente lebenslang incl. Steigerung von 1% pa.

    Damit habe ich nach 26Jahren ca. 1000EUR monatliche Rentenzahlung sicher, würde ich bis 67 durchziehen, kämen ca. 1500EUR Rentenzahlung heraus

    Des weiteren können freiwillig bis zu 4% in eine Pensionskasse eingezahlt werden, was aber deutlich weniger attraktiv ist. Hat man dies aber ausgeschöpft kann man weitere 4% bzw. beliebige Beiträge oberhalb der BBG in die Direktzusage mit o.g Verzinsung umwandeln.

    Ja das sollte das Konzept sein, gerade im Alter in der PKV zu bleiben, wo naturgemäß die positiven Aspekte der PKV an Wichtigkeit gewinnen.

    Die im Netz oft zu findenden Beispiele über nicht finanzierbare PKV Beiträge im Alter liegen halt meist an einem späten Einstieg in die PKV (wenig Zeit für Rückstellungen) und / oder zu geringen Rentenansprüchen (insbesondere "kleine" Selbstständige)

    Mit 400 bist aber wirklich gut dabei, wenn das dann auch noch ein Tarif mit vernünftigen Leistungen ist. Hast eventuell eine hohe SB? Bei mir sind es aktuell ziemlich genau 600 incl Pflege und exclusive Krankentagegeld und freiwilliger Beitragsentlastung ab 63. Wie gesagt, gesetzlicher Zuschlag 10% ist noch drin und entfällt mit 60. Letzteren hast Du ja wahrscheinlich nicht dabei, da Versicherungsbeginn vor 2000.

    Danke für die Erklärungen.

    Ja das mit der besonderen JAEG klappt, bin seit 1.1.2000 in der PKV und seit dem über der JAEG, beides nachweisbar. Die 28 Jahre in der PKV beziehen sich auf den 31.12.2027, also der Tag, bis zu dem ich erstmal „safe“ bin (jetziger Job + ALG1)

    Zu dem anderen Punkt entnehme ich, dass es möglich sein müsste, solange ich kürzer als 2,5Jahre „Privatier“ bleibe, was sich ja zeitlich ausgeht. Aber wie gesagt, es ist eine teure Variante, zudem mag ich nicht so lange aussetzen und mit 55 ist es dann nochmal schwerer einen Job zu ergattern als mit 53….

    Bei einer folgenden Beschäftigung, bei der zu Beginn des 55. Lebensjahr noch nicht vollendet ist, und das Bruttoentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt, sehe ich, wie auch Faivruit es andeutet, KEINE Möglichkeit der Befreiung.

    Also es scheint so, als müsste ich zumindest für die 1,5 Jahre bis ich dann 55 bin versuchen, nochmal die (besondere) JAEG zu erreichen.

    Nur mal theoretisch: Wenn ich den ALG1 Bezug unterbreche und mich abmelde für sagen wir 1,5 Jahre (4 Jahre sind ja möglich) als „Privatier“ lebe und dann den Rest ALG1 nehme und „zufällig“ mit genau 55 wieder anfange zu arbeiten, wäre das unschädlich für die PKV? Haken wäre natürlich, dass ich mich 1,5 Jahre komplett selbst finanzieren müsste incl PKV Beitrag, was auch wieder nen großen Teil der Abfindung verschlingen würde…

    Heutiger Stand, ca 50 Rentenpunkte erreicht, bAV auch schon als Direktzusage fixiert. Und es sollen ja noch ein paar Rentenpunkte kommen.

    Soll ich jetzt auch noch meinen Depotstand offen legen und meine Wohnsituation im Detail erläutern? Ich bin mir meines Handelns schon bewusst, aber toll wie sich hier alle Sorgen machen.

    Und warum sollte ich 1000EUR netto entlasten? Ich zahle aktuell rein für den Tarif 521EUR, da sind die 10% Zuschlag drinnen und ich werde mit 63 insgesamt 38 Jahre lang Rückstellungen gebildet haben. Selbst wenn es jedes Jahr bis zum Renteneintritt 5% Steigerung gibt, dann sind es dann ca. 800EUR vor Nettoentlastung. Zuschuss zur Rente gibts auch noch, die Rentenwerte steigen auch noch…

    Wieviel würde ich nochmal in der GKV zahlen mit meinen Rentenwerten?

    Zu meiner eigentlichen Frage kannst oder möchtest Du nichts sagen, okay. Um allgemeine Lebensberatung habe ich allerdings auch nicht gebeten. Anhand der sehr spezifischen Fragestellung kannst Du sicher ableiten, dass ich mich mit der Materie intensiv beschäftige und sicher weiß, wie unser Rentensystem funktioniert und meine bAV geregelt ist. Auch habe ich nicht nach den Steuereffekten gefragt, aber auch hier kannst Du bitte glauben, dass ich dies geprüft habe, es würde annähernd jeder EUR, den ich in diesem Jahr verdiene 1:1 an den Finanzminister gehen, macht überhaupt keinen Sinn.

    Aber Danke Dir.

    Vielleicht kann ja noch jemand etwas zur Frage beitragen?