Beiträge von GeldVerstand

    Seht ihr die Gefahr ebenfalls und zieht bereits Konsequenzen für eure Geldanlage, oder bleibt ihr entspannt?

    Die Entwicklung ist schon besorgniserregend, aber deswegen würde ich jetzt nicht gleich meine Anlagestrategie über den Haufen werfen. Gerade bei langfristigen Investitionen halte ich es für sinnvoller, breit gestreut zu bleiben, statt auf jede neue Krise zu reagieren.

    Es fehlen in Deutschland auch ausreichend Tiny-House-Projekte.

    Tiny-Houses sind bei uns auch teilweise Zeitwohnsitze, ähnlich wie Dauercamper - ich kenne da solche. Dann liegen viele Tiny-Houses, zumindest wenn ich mir so die Werbeprospekte anschaue sehr idyllisch am See in Wäldern mit viel Platz drumrum etc. Ob das so umweltfreundlich ist, bezweifel ich mal.

    Diese Tiny Houses sind von mir nicht gemeint.

    Das mit den Tiny Houses finde ich gerade ziemlich interessant :) Ich glaub, da kommt es wirklich stark darauf an, wie und wofür sie genutzt werden. Wenn sich jemand ein Tiny House als zusätzlichen Zweitwohnsitz mitten in die Natur stellt, ist der Umwelt damit vermutlich nicht sonderlich geholfen. Wobei ich mich gerade frage, ob Tiny Houses beim Flächenverbrauch tatsächlich so viel besser abschneiden als beispielsweise Reihenhäuser.

    Für mich persönlich muss ich allerdings zugeben, dass mir ein Tiny House etwas zu klein wär :/

    Ich mache mich jetzt mal unbeliebt. Zuerst muß man unterscheiden zwischen Einfamilien- bis Reihenhäuser und auf der anderen Seite Mehrfamilienhäuser. Die erste Kategorie fällt aus meiner Sicht allein schon wegen des immensen Platzverbrauchs raus aus der Kategorie Umweltschutz. Für mich ein persönliches Beispiel: Ich wohne in einem 44-Parteien-Haus, Wohnungsgröße von ca. 90 bis 140 qm zwei Eingänge, Balkone, Terassen, Altbau, zum Einzug vor ca. 20 Jahren komplett saniert, vor dem Haus ein Allee, im ganzen Stadtteil nach meinem Empfinden sehr viel Grün. Auf der Grundfläche des Hauses könnten ca. 3 Einfamilienhäuser oder vielleicht 5 Reihenhäuser stehen, im Vergleich zu 44 Parteien, also ca. das 10-fache. Ich behaupte mal ganz frech, da könnten die, wenn man nur Reihenhäuser nimmt niemals so umweltfreundlich beim Bau und Unterhalt sein um den Platzverbrauch auszugleichen.

    Also bei mir machst du dich nicht unbeliebt :) Ich finde, das ist schon ein berechtigter Einwand. Gerade den Flächenverbrauch hatte ich noch gar nicht gedacht eigentlich. Dass ein Mehrfamilienhaus in der Hinsicht wesentlich effizienter sein kann, leuchtet schon voll ein xD Allerdings würde ich Einfamilien- oder Reihenhäuser deshalb nicht grundsätzlich als umweltschädlich einstufen. Da kommt es doch sicher auch darauf an, wie und wo gebaut wird, welche Materialien verwendet werden und wie das Gebäude später mit Energie versorgt wird.

    Aber du hast schon recht, wenn man sich mit Nachhaltigkeit beim Immobilienkauf beschäftigt, sollte man den Flächenverbrauch wohl genauso berücksichtigen wie die eigentliche Bauweise :)

    Ich auch noch nicht. Ich hätte zuerst an die Bauphase des Gebäudes selber gedacht, z.B. was die ursprünglichen Bauherren bei der Materialauswahl berücksichtigt haben. Energieausweise, Bebauungsplan, Naturschutzgebiet o.ä. dürfte dagegen doch relativ einfach einsehbar sein, teils auch ohne überhaupt mit Kaufabsichten gegenüber dem Eigentümer aufzutreten findet man solche Infos auch online.

    Ja, genau in die Richtung geht meine Frage :) Die Materialauswahl und der Umgang mit Ressourcen während der Bauphase sind beispielsweise zwei Punkte, die mich interessieren. Aber eben auch, was Bauträger über die gesetzlichen Vorgaben hinaus freiwillig für den Naturschutz tun und wie man als Käufer solche Bemühungen beurteilen kann. Hab das in meinen beiden vorherigen Antworten gerade etwas ausführlicher erklärt. Vielleicht wird dadurch deutlicher, was ich meine :)

    Baurechtliche Auflagen die sich aus dem Naturschutz ableiten können genau so nachgelesen werden wie andere

    Ich verstehe das Thema leider noch nicht?

    Ja, die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Naturschutz kann man natürlich nachlesen... Aber Naturschutz beschränkt sich ja nicht nur auf gesetzliche Vorschriften. Man kann schließlich auch freiwillig Maßnahmen setzen, die darüber hinausgehen. :) Und genau darum gehts mir eigentlich. Also wie Bauträger und Immobilienentwickler mit solchen Themen umgehen, ob sie beispielsweise besonders ressourcenschonend bauen. Oder ob sie auf umweltfreundliche Materialien achten oder bestehende Bausubstanz möglichst erhalten. Und vor allem, woran man als Käufer erkennen kann, ob solche Bemühungen tatsächlich ernst gemeint sind und nicht nur auf dem Papier gut aussehen.

    Ich hoffe, jetzt ist ein bisschen klarer, worauf ich hinauswill :)

    Das ist doch nicht geheim, das muss ja offen kommuniziert werden wenn da ein Grund unter Naturschutz steht bzw. wo es den Schutzstatus gibt. Einschränkungen sind ja in der Regel mitteilungspflichtig. Da kann man keinen Grund verkaufen und einem einreden, da kann man alles bauen und nach der Unterschrift kommt erst raus, da darf man gar nix bauen weil Naturschutzgebiet.

    Wenns wirklich konkret wird, könnte man auch einen Naturschutzexperten hinzuziehen. Nicht jeder Schutz ist eine Einschränkung. Wenn da ein Biotop am Grund unter Naturschutz steht, heißt es ja nicht, dass man dort gar nichts bauen darf.

    Dass ein Grundstück unter Naturschutz steht oder bestimmte Einschränkungen gelten, lässt sich vor dem Kauf grundsätzlich schon herausfinden. Und wenn es dann wirklich konkret wird, ist ein Experte sicher keine schlechte Idee :) Aber mir ging es mit meiner Frage aber eigentlich nicht nur um solche gesetzlichen Einschränkungen...

    Mich interessiert auch, wie sehr bei Immobilienprojekten generell auf die Umwelt und die örtlichen Gegebenheiten Rücksicht genommen wird. Also über die gesetzlichen Auflagen hinaus. Beispielsweise welche Baumaterialien verwendet werden. Oder ob bestehende Bausubstanz möglichst erhalten bleibt oder welche Energielösungen zum Einsatz kommen.

    Klar, vieles davon kann man vermutlich direkt beim Bauträger erfragen. Aber zwischen dem, was ein Unternehmen über seine Nachhaltigkeit erzählt, und dem, was tatsächlich umgesetzt wird, kann ja durchaus ein Unterschied bestehen. Und gerade als Laie ist das nicht immer so leicht zu beurteilen.

    Deshalb wollte ich hier einfach mal nachfragen, ob sich jemand schon intensiver damit beschäftigt hat. Oder vielleicht sogar eigene Erfahrungen beim Immobilienkauf gemacht hat. Ich denke, solche Erfahrungswerte können schon hilfreich sein, auch wenn man noch kein konkretes Objekt im Auge hat.

    In einem Bebauungsplan (wenn vorhanden) könnten auch gewisse Dinge geregelt sein. Sollte man je nach Kommune relativ einfach online einsehen können.

    Ja, voll :) Das ergänzt den vorigen Hinweis mit dem Bauamt natürlich ganz gut. Werd mal schauen, ob man die entsprechenden Bebauungspläne tatsächlich online einsehen kann. Ist sicher hilfreich, wenn man sich schon vorab einen Überblick verschaffen möchte.

    Das würde ich einfach mal bei Bauamt der entsprechenden Kommune erfragen. Nicht, dass du nachher vor irgendwelchen Herausforderungen stehst, die du nicht haben möchtest.

    Ja, das ist sicher ein guter Tipp, danke dir! :) Gerade wenn man nachträglich irgendwas umbauen oder verändern möchte, sollte man natürlich vorher wissen, welche Auflagen es gibt. Mir gehts aber auch ein bisschen um die andere Seite, also nicht nur darum, welche Vorschriften eingehalten werden müssen. Vor allem auch darum, was ein Bauträger darüber hinaus freiwillig in Sachen Nachhaltigkeit macht. Da dürfte es ja durchaus Unterschiede geben dnek ich mir.

    Immobilienprojekte, die Umweltaspekte besonders beachten, bewerben das meist deutlich.

    Manchmal organisieren Städte besonders umweltfreundliche Projekte (Holzhausbau, Lehmbauten, Reihenhaussiedlung mit begrünten Dächern u.ä.). Manch kleine Kommunen ist inzwischen autark durch Fernwärme über eine Biogasanlage. Dazu ein Blick auf Bioläden, - bäckereien und Biobauernhöfe, ihr Vorhandensein könnten Interesse an regionaler Nachhaltigkeit signalisieren.

    Ah ja... Das mit den begrünten Dächern oder der Fernwärme ist natürlich was tolles. Auf die umliegenden Betriebe und die generelle Ausrichtung einer Gemeinde macht in dem Zusammenhang ehrlich gesagt schon Sinn ^^

    Mich würd da aber schon interessieren, wie viel hinter solchen Nachhaltigkeitsversprechen tatsächlich steckt... Dass Immobilienprojekte mit Umweltfreundlichkeit werben, ist ja das Eine. Aber als Käufer kann man das vl schwerer beurteilen, wie konsequent das Ganze wirklich umgesetzt wird. Vor allem wenn ich da an die Baumaterialen selbst denke. Gibt es da deiner Meinung nach bestimmte Nachweise oder Kriterien, auf die man bei einem Bauträger achten sollte?

    Servus zusammen,

    hier ein etwas heikles Thema, weil es schon so vielen auf die Nerven geht... aber ich wollte tz mal in die Runde fragen: Ich beschäftige mich derzeit ein bisschen intensiver mit dem Thema Immobilienkauf und bin dabei auf einen Punkt gestoßen... und zwar den Naturschutz.

    Dass man sich vor dem Kauf über den Zustand der Immobilie, mögliche Sanierungskosten und die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren sollte, ist eh klar. Aber wie sieht es eigentlich mit der Einhaltung und Umsetzung von Naturschutz- und Umweltstandards aus? Nur so als Beispiele... die Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten oder den Einsatz umweltfreundlicher Energielösungen.

    Mir geht es dabei weniger um die grundsätzliche Diskussion, wie sinnvoll so einzelne Umweltauflagen sind. Sondern eher darum, wie solche Aspekte dann von den Unternehmen berücksichtigt werden. Und vor allem wie man als Käufer erkennen kann, ob bei einem Immobilienprojekt tatsächlich darauf geachtet wurde. Kennt sich damit irgendwer aus?

    Vielen Dank für Deine Antwort.

    Um Deine Frage zu beantworten kurzer Überblick über das Unternehmen. Das Unternehmen hatte zur Spitze ca. 150 Mitarbeiter mit ca. 6 Führungskräften, teilweise kannten wir uns schon Jahrzehnte, also fast ein Familienunternehmen. Ich kam sehr gut mit dem Chef aus. Ja, er war teilweise "ein harter Hund"; hatte sehr genaue Vorstellungen wie sein Unternehmen laufen soll. Auf der anderen Seite war er auch immer offen für Vorschläge. Sein Motto war: Ihr könnt machen was ihr wollt, ihr müßt mir nur erklären, was das für das Unternehmen bringt. Er hat auch bewußt sehr hohe Ziele gesetzt, weil ihm klar war, daß diese nur zu 80 oder 90 % erreicht werden. Ich habe diese Art der Führung verstanden, andere hatten damit ihre Probleme. Diese Mitarbeiter wollten eher diskutieren. Jeden Sch.. ausdiskutieren zu wollen, bringt das Unternehmen nicht weiter, kostet nur Zeit und führt oft genug zu halbgaren Kompromissen. Vielleicht denke ich da auch anders wie andere.

    Ich glaube genau das ist am Ende ein ziemlich wichtiger Punkt: Nicht jede Art von Führung oder Unternehmenskultur passt automatisch zu jeder Person. Manche arbeiten lieber mit klaren Vorgaben und ambitionierten Zielen, andere brauchen mehr Mitsprache oder Diskussionen. Beides hat wahrscheinlich irgendwo seine Berechtigung. Langfristig funktioniert es für ein Unternehmen aber vermutlich am besten, wenn die Mitarbeiter sich grundsätzlich mit der Philosophie und der Art der Zusammenarbeit identifizieren können. Sonst entsteht schnell Frust auf beiden Seiten.

    Danke dir jedenfalls für den ausführlichen Einblick!

    Das hatte schon alles sehr viel Struktur und ich hab mich gut gecoacht gefühlt. Die Sessions waren vor Ort, aber eher abgegrenzt von den Büros. Der Raum war sogar in einem anderen Stockwerk, damit man sich mal distanziert zum Arbeitsplatz unterhalten kann. Die 7 wurden ausgewählt, weil diese auch Interesse gezeigt haben so wie ich eben. Und weil das am meisten Sinn macht, eine kleinere Gruppe herauszunehmen als gleich alle auf einmal oder noch mehr, so kann sich der Coach besser auf die Individuen konzentrieren und es gibt auch schneller Fortschritte weil Erzählungen tiefer besprochen werden können. Und es war tatsächlich auch so, dass eine Person dann meinte, dass sie sich hier eben nicht weiterentwickeln kann und die ist dann auch gegangen. Aber für die Person wars auf jeden Fall besser, ich bin noch mit ihr in Kontakt und sie ist jetzt in einem Feld das sie einfach mehr erfüllt. Ich bin nach wie vor in meinem Job und einfach eben zufriedener mit dem was ich mache und habe eben mehr das Gefühl dass ich richtig bin und das einfach mein Mindset mich etwas blockiert hat.

    Ehrlich gesagt klingt das alles deutlich strukturierter und nachvollziehbarer als vieles, was man sonst über Businesscoachings hört. Vor allem dieser Punkt, dass nicht einfach alle teilnehmen mussten, sondern bewusst eine kleinere Gruppe gewählt wurde und man individuell gearbeitet hat, macht für mich einen großen Unterschied. Und dass sogar jemand für sich erkannt hat, dass ein anderer beruflicher Weg besser passt, wirkt ehrlich gesagt glaubwürdiger als dieses typische „am Ende sind plötzlich alle happy“. Klingt insgesamt jedenfalls eher nach echter Begleitung als nach irgendeiner Motivationsshow.
    Danke dir für deine ausführlichen Antworten. Das hat wirklich geholfen!

    Ein etwas anderes Beispiel aus meinem Berufsleben zu dem Thema: Unser Chef war jeden Sommer ca. 2 Monate in Urlaub.

    Ich finde, das zeigt eigentlich ziemlich gut, wie wichtig die Rolle der Führungskraft dabei ist. Also ob jemand einfach nur „von oben Druck macht“ oder ob wirklich versucht wird, neue Energie und neue Ideen ins Unternehmen zu bringen.

    Mich würde da interessieren, wie euer Chef grundsätzlich mit euch umgeht. War das eher jemand, der einfach seine Vorstellungen durchsetzt oder auch offen dafür ist, auf Mitarbeiter einzugehen und Feedback ernst zu nehmen? Weil genau das scheint hier im Thread ja ein ziemlicher Kernpunkt zu sein. Wenn die Führung komplett dicht macht, bringt wahrscheinlich das beste Coaching oder die beste Idee langfristig wenig.

    Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass ein Chef, der 2 Monate im Jahr im Urlaub ist, deutlich entspannter sein könnte (und ausgeglichener) als so mancher Workaholic ^^

    Ja also im Endeffekt haben wir so gestartet, dass wir ein Kennenlernen mit dem Coach hatten, also er hat uns dann erklärt wie der Prozess so abläuft, danach waren es aber nur mehr Einzelsessions, natürlich haben wir uns untereinadner von selbst bisschen ausgetauscht aber es war auf jeden Fall alles sehr vertraulich und man musste nichts erzählen wenn man nicht wollte, die Chefin hat einfach immer nur allgemein gefragt, wie es einem so geht damit und dann konnte man mehr dazu sagen oder eben nur oberflächlich bleiben. Es war sehr locker und nicht verpflichtend, also wir haben uns alle selbst dazu entschieden am Coaching teilzunehmen, es war keine Pflicht. Es ging darum, generell den einzelnen Personen weiterzuhelfen aber das beeinflusst ja auch indirekt dann die Zusammenarbeit im Unternehmen also irgendwie eine Kombination aus beidem. Das Coaching hat für jeden 6 Sessions beinhaltet. Die Chefin war da wirklich sehr offen dafür und es ist ja auch wichtig, dass die Führungskraft sich so etwas zutraut. Denn da kann einiges an Wünschen und Feedback der Mitarbeiter kommen, mit dem die Geschäftsführung dann zurechtkommen muss/ schauen muss, dass sie diese irgendwie umsetzt.

    Das klingt ehrlich gesagt schon deutlich strukturierter als viele andere Geschichten, die man sonst über solche Coachings hört. Was mich noch interessieren würde: Waren die Sessions bei euch persönlich vor Ort oder online? Und wie groß war eure Firma ungefähr bzw. warum wurden genau diese 7 Personen ausgewählt?

    Und inwiefern wurde da konkrete Probleme gelöst? Gerade das mit „ich wusste dann, in welche Richtung ich möchte“ fand ich spannend. Schließlich kann es ja auch passieren, dass man dabei merkt, dass die eigenen Interessen oder Stärken vielleicht langfristig gar nicht mehr so gut zur aktuellen Position passen, oder? Andererseits bringt es einem Unternehmen wahrscheinlich auch wenig, wenn Leute innerlich schon komplett raus sind.

    Gut ist, wenn z.B. während eines Team-Coachings Aufgaben erarbeitet werden, die alle im (Berufs-)Alltag umsetzen werden/wollen. Das muss anfangs nichts Großes sein.

    Das mit den kleinen konkreten Aufgaben im Arbeitsalltag klingt für mich ehrlich gesagt deutlich realistischer als diese riesigen „ab morgen wird alles anders“-Ansätze. Gerade in Unternehmen scheitert Veränderung meiner Erfahrung nach oft daran, dass zwar lange analysiert und geredet wird, aber niemand weiß, wie das Ganze im normalen Tagesgeschäft überhaupt gelebt werden soll.

    Das beste Coaching war von einer Tanztherapeutin. Sie hat wirklich alle mitgenommen und alles ohne Problematisierungen. Es war eine Empfehlung von einer Beratungsstelle. Die kannten sich aus. Wir haben das Coaching eine lange Zeit immer wieder mal erinnert.

    Das mit der Tanztherapeutin finde ich spannend. Sowas habe ich im Unternehmenskontext bisher noch nie gehört. Bei welcher Art von Betrieb wurde sowas eingesetzt? Und war das wirklich direkt als „Tanztherapie“ aufgebaut oder eher als eine Art Team-/Körperarbeit zur Kommunikation und Zusammenarbeit?

    Der Punkt mit dem „alle mitnehmen ohne alles zu problematisieren“ klingt nämlich schon nachvollziehbar. Gerade bei Coachings machen viele wahrscheinlich sofort dicht, sobald sie das Gefühl haben, analysiert oder bewertet zu werden.

    Letzteres ist kontraproduktiv, Mitarbeiter:innen sind nicht doof.

    Das mit dem „Mitarbeiter:innen sind nicht doof“ finde ich ehrlich gesagt einen ziemlich wichtigen Punkt. Ich glaube nämlich auch, dass viele sehr schnell merken, ob so ein Coaching wirklich als Unterstützung gedacht ist oder ob am Ende nur versucht wird, Probleme „schönzureden“ oder unangenehme Themen von oben zu moderieren.

    Gerade deshalb könnte ich mir vorstellen, dass Vertrauen bei sowas wahrscheinlich fast wichtiger ist als die konkrete Methode selbst. Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, dass ohnehin schon feststeht, was am Ende rauskommen soll, wird sich vermutlich kaum jemand wirklich öffnen.

    Das mit den Empfehlungen von anderen Firmen finde ich aber auch interessant. Hast du selbst schon erlebt, dass ein Coaching wirklich nachhaltig positiv gewirkt hat oder eher nur die weniger guten Beispiele?

    Ich hab bis jetzt nur positive Erfahrungen mit Businesscoaching gemacht. Bei uns gabs damals auch so eine kleine Flaute, ich war davon auch betroffen und irgendwie wusste keiner genau wie wir weitermachen sollen oder was helfen könnte. Also hat die Chefin sich bei Win3 ein Businesscoaching vereinbart

    Danke für den Einblick! Sogar mit konkretem Beispiel. Klingt sehr interessant, dass du so ein Coaching gemacht und tatsächlich positiv erlebt hast!

    Wie ist das bei euch konkret abgelaufen? Also wart ihr da zuerst gemeinsam in Gruppengesprächen oder hatte jeder eher einzelne Sessions? Und wurde das Ganze eher locker angeboten oder war die Teilnahme von der Firma stark verpflichtend?

    Und weil Finanzschlumpf vorher schon so gute Kriterien genannt hat: War es Verhaltens- oder Verhältnisprävention? Also wurde eher an einzelnen Personen gearbeitet oder an den Rahmenbedingungen und der Zusammenarbeit im Unternehmen? Und wie lange hat das Coaching gedauert?

    Und eine Sache lese ich hier auch heraus (vor allem, wenn man die anderen Kommentare bedenkt): Deine Chefin war hier sehr "open minded", oder? Das scheint ja für die Nachhaltigkeit eines Coachings extrem wichtig zu sein.

    Spannende Fragestellung. Ich kann dazu aus Erfahrung und auch persönlicher Kompetenz dazu gerne etwas beitragen.

    Danke für die ausführliche Antwort, da sind einige Punkte dabei, über die ich ehrlich gesagt noch gar nicht so konkret nachgedacht hatte. Vor allem die Unterscheidung zwischen den einzelnen Personen und den Rahmenbedingungen im Unternehmen finde ich spannend. Wahrscheinlich bringt es tatsächlich wenig, nur an einzelnen Mitarbeitern „herumzudoktern“, wenn Prozesse, Kommunikation oder Führungsverhalten dieselben bleiben.

    Den Interessenskonflikt bei externen Coaches kann ich allerdings auch nachvollziehen. Gerade weil der Markt inzwischen gefühlt ziemlich groß geworden ist, frage ich mich oft, woran man überhaupt erkennt, ob jemand wirklich nachhaltig arbeitet oder einfach nur möglichst lange gebucht werden möchte. Woran würdest du persönlich konkret festmachen, dass so ein Coaching tatsächlich sinnvoll läuft und nicht nur aus guten Gesprächen und theoretischen Konzepten besteht?

    Und dein letzter Punkt mit fachlich starken, aber menschlich überforderten Führungskräften trifft meiner Erfahrung nach leider auch ziemlich oft zu. Gerade in technisch orientierten Bereichen werden Leute häufig wegen ihrer Fachkompetenz Führungskraft, obwohl sie auf Mitarbeiterführung eigentlich nie vorbereitet wurden.

    Ich hatte das zweimal mitgemacht und hinterher ist es an der Führung gescheitert, weil nichts nachhaltig geändert wurde. Und bei Führungskräftecoachings ist bei meiner Führung auch nie das richtige hängen geblieben.

    Aber wenn man einmal (wirklich innerlich) akzeptiert hat, dass die eigene Führung so gar nichts auf dem Kasten hat .... ist man viel ausgeglichener.

    Danke fürs Teilen deiner Erfahrung! Ja, genau das wäre auch meine Sorge dabei. Wenn sich auf Führungsebene oder bei den internen Abläufen nichts verändert, bringt Coaching für einzelne Mitarbeiter wahrscheinlich oft nur begrenzt etwas.

    Dass du das selbst zweimal erlebt hast und es trotzdem im Sand verlaufen ist, macht mich ehrlich gesagt eher noch skeptischer bei dem Thema. Von außen klingt sowas oft sinnvoll, in der Praxis scheitert es dann anscheinend doch häufig daran, dass nach ein paar Wochen wieder alles im alten Muster läuft.

    Und was du zum innerlichen Akzeptieren geschrieben hast, kann ich irgendwie nachvollziehen. Wahrscheinlich wird vieles im Arbeitsalltag tatsächlich leichter, wenn man aufhört zu erwarten, dass jede Führungskraft automatisch kompetent oder reflektiert ist. Und gefühlt ist es ja doch bei den meisten Unternehmen dasselbe, weshalb ein Wechsel auch oft nicht hilft.