Beiträge von GeldVerstand

    Ein etwas anderes Beispiel aus meinem Berufsleben zu dem Thema: Unser Chef war jeden Sommer ca. 2 Monate in Urlaub.

    Ich finde, das zeigt eigentlich ziemlich gut, wie wichtig die Rolle der Führungskraft dabei ist. Also ob jemand einfach nur „von oben Druck macht“ oder ob wirklich versucht wird, neue Energie und neue Ideen ins Unternehmen zu bringen.

    Mich würde da interessieren, wie euer Chef grundsätzlich mit euch umgeht. War das eher jemand, der einfach seine Vorstellungen durchsetzt oder auch offen dafür ist, auf Mitarbeiter einzugehen und Feedback ernst zu nehmen? Weil genau das scheint hier im Thread ja ein ziemlicher Kernpunkt zu sein. Wenn die Führung komplett dicht macht, bringt wahrscheinlich das beste Coaching oder die beste Idee langfristig wenig.

    Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass ein Chef, der 2 Monate im Jahr im Urlaub ist, deutlich entspannter sein könnte (und ausgeglichener) als so mancher Workaholic ^^

    Ja also im Endeffekt haben wir so gestartet, dass wir ein Kennenlernen mit dem Coach hatten, also er hat uns dann erklärt wie der Prozess so abläuft, danach waren es aber nur mehr Einzelsessions, natürlich haben wir uns untereinadner von selbst bisschen ausgetauscht aber es war auf jeden Fall alles sehr vertraulich und man musste nichts erzählen wenn man nicht wollte, die Chefin hat einfach immer nur allgemein gefragt, wie es einem so geht damit und dann konnte man mehr dazu sagen oder eben nur oberflächlich bleiben. Es war sehr locker und nicht verpflichtend, also wir haben uns alle selbst dazu entschieden am Coaching teilzunehmen, es war keine Pflicht. Es ging darum, generell den einzelnen Personen weiterzuhelfen aber das beeinflusst ja auch indirekt dann die Zusammenarbeit im Unternehmen also irgendwie eine Kombination aus beidem. Das Coaching hat für jeden 6 Sessions beinhaltet. Die Chefin war da wirklich sehr offen dafür und es ist ja auch wichtig, dass die Führungskraft sich so etwas zutraut. Denn da kann einiges an Wünschen und Feedback der Mitarbeiter kommen, mit dem die Geschäftsführung dann zurechtkommen muss/ schauen muss, dass sie diese irgendwie umsetzt.

    Das klingt ehrlich gesagt schon deutlich strukturierter als viele andere Geschichten, die man sonst über solche Coachings hört. Was mich noch interessieren würde: Waren die Sessions bei euch persönlich vor Ort oder online? Und wie groß war eure Firma ungefähr bzw. warum wurden genau diese 7 Personen ausgewählt?

    Und inwiefern wurde da konkrete Probleme gelöst? Gerade das mit „ich wusste dann, in welche Richtung ich möchte“ fand ich spannend. Schließlich kann es ja auch passieren, dass man dabei merkt, dass die eigenen Interessen oder Stärken vielleicht langfristig gar nicht mehr so gut zur aktuellen Position passen, oder? Andererseits bringt es einem Unternehmen wahrscheinlich auch wenig, wenn Leute innerlich schon komplett raus sind.

    Gut ist, wenn z.B. während eines Team-Coachings Aufgaben erarbeitet werden, die alle im (Berufs-)Alltag umsetzen werden/wollen. Das muss anfangs nichts Großes sein.

    Das mit den kleinen konkreten Aufgaben im Arbeitsalltag klingt für mich ehrlich gesagt deutlich realistischer als diese riesigen „ab morgen wird alles anders“-Ansätze. Gerade in Unternehmen scheitert Veränderung meiner Erfahrung nach oft daran, dass zwar lange analysiert und geredet wird, aber niemand weiß, wie das Ganze im normalen Tagesgeschäft überhaupt gelebt werden soll.

    Das beste Coaching war von einer Tanztherapeutin. Sie hat wirklich alle mitgenommen und alles ohne Problematisierungen. Es war eine Empfehlung von einer Beratungsstelle. Die kannten sich aus. Wir haben das Coaching eine lange Zeit immer wieder mal erinnert.

    Das mit der Tanztherapeutin finde ich spannend. Sowas habe ich im Unternehmenskontext bisher noch nie gehört. Bei welcher Art von Betrieb wurde sowas eingesetzt? Und war das wirklich direkt als „Tanztherapie“ aufgebaut oder eher als eine Art Team-/Körperarbeit zur Kommunikation und Zusammenarbeit?

    Der Punkt mit dem „alle mitnehmen ohne alles zu problematisieren“ klingt nämlich schon nachvollziehbar. Gerade bei Coachings machen viele wahrscheinlich sofort dicht, sobald sie das Gefühl haben, analysiert oder bewertet zu werden.

    Letzteres ist kontraproduktiv, Mitarbeiter:innen sind nicht doof.

    Das mit dem „Mitarbeiter:innen sind nicht doof“ finde ich ehrlich gesagt einen ziemlich wichtigen Punkt. Ich glaube nämlich auch, dass viele sehr schnell merken, ob so ein Coaching wirklich als Unterstützung gedacht ist oder ob am Ende nur versucht wird, Probleme „schönzureden“ oder unangenehme Themen von oben zu moderieren.

    Gerade deshalb könnte ich mir vorstellen, dass Vertrauen bei sowas wahrscheinlich fast wichtiger ist als die konkrete Methode selbst. Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, dass ohnehin schon feststeht, was am Ende rauskommen soll, wird sich vermutlich kaum jemand wirklich öffnen.

    Das mit den Empfehlungen von anderen Firmen finde ich aber auch interessant. Hast du selbst schon erlebt, dass ein Coaching wirklich nachhaltig positiv gewirkt hat oder eher nur die weniger guten Beispiele?

    Ich hab bis jetzt nur positive Erfahrungen mit Businesscoaching gemacht. Bei uns gabs damals auch so eine kleine Flaute, ich war davon auch betroffen und irgendwie wusste keiner genau wie wir weitermachen sollen oder was helfen könnte. Also hat die Chefin sich bei Win3 ein Businesscoaching vereinbart

    Danke für den Einblick! Sogar mit konkretem Beispiel. Klingt sehr interessant, dass du so ein Coaching gemacht und tatsächlich positiv erlebt hast!

    Wie ist das bei euch konkret abgelaufen? Also wart ihr da zuerst gemeinsam in Gruppengesprächen oder hatte jeder eher einzelne Sessions? Und wurde das Ganze eher locker angeboten oder war die Teilnahme von der Firma stark verpflichtend?

    Und weil Finanzschlumpf vorher schon so gute Kriterien genannt hat: War es Verhaltens- oder Verhältnisprävention? Also wurde eher an einzelnen Personen gearbeitet oder an den Rahmenbedingungen und der Zusammenarbeit im Unternehmen? Und wie lange hat das Coaching gedauert?

    Und eine Sache lese ich hier auch heraus (vor allem, wenn man die anderen Kommentare bedenkt): Deine Chefin war hier sehr "open minded", oder? Das scheint ja für die Nachhaltigkeit eines Coachings extrem wichtig zu sein.

    Spannende Fragestellung. Ich kann dazu aus Erfahrung und auch persönlicher Kompetenz dazu gerne etwas beitragen.

    Danke für die ausführliche Antwort, da sind einige Punkte dabei, über die ich ehrlich gesagt noch gar nicht so konkret nachgedacht hatte. Vor allem die Unterscheidung zwischen den einzelnen Personen und den Rahmenbedingungen im Unternehmen finde ich spannend. Wahrscheinlich bringt es tatsächlich wenig, nur an einzelnen Mitarbeitern „herumzudoktern“, wenn Prozesse, Kommunikation oder Führungsverhalten dieselben bleiben.

    Den Interessenskonflikt bei externen Coaches kann ich allerdings auch nachvollziehen. Gerade weil der Markt inzwischen gefühlt ziemlich groß geworden ist, frage ich mich oft, woran man überhaupt erkennt, ob jemand wirklich nachhaltig arbeitet oder einfach nur möglichst lange gebucht werden möchte. Woran würdest du persönlich konkret festmachen, dass so ein Coaching tatsächlich sinnvoll läuft und nicht nur aus guten Gesprächen und theoretischen Konzepten besteht?

    Und dein letzter Punkt mit fachlich starken, aber menschlich überforderten Führungskräften trifft meiner Erfahrung nach leider auch ziemlich oft zu. Gerade in technisch orientierten Bereichen werden Leute häufig wegen ihrer Fachkompetenz Führungskraft, obwohl sie auf Mitarbeiterführung eigentlich nie vorbereitet wurden.

    Ich hatte das zweimal mitgemacht und hinterher ist es an der Führung gescheitert, weil nichts nachhaltig geändert wurde. Und bei Führungskräftecoachings ist bei meiner Führung auch nie das richtige hängen geblieben.

    Aber wenn man einmal (wirklich innerlich) akzeptiert hat, dass die eigene Führung so gar nichts auf dem Kasten hat .... ist man viel ausgeglichener.

    Danke fürs Teilen deiner Erfahrung! Ja, genau das wäre auch meine Sorge dabei. Wenn sich auf Führungsebene oder bei den internen Abläufen nichts verändert, bringt Coaching für einzelne Mitarbeiter wahrscheinlich oft nur begrenzt etwas.

    Dass du das selbst zweimal erlebt hast und es trotzdem im Sand verlaufen ist, macht mich ehrlich gesagt eher noch skeptischer bei dem Thema. Von außen klingt sowas oft sinnvoll, in der Praxis scheitert es dann anscheinend doch häufig daran, dass nach ein paar Wochen wieder alles im alten Muster läuft.

    Und was du zum innerlichen Akzeptieren geschrieben hast, kann ich irgendwie nachvollziehen. Wahrscheinlich wird vieles im Arbeitsalltag tatsächlich leichter, wenn man aufhört zu erwarten, dass jede Führungskraft automatisch kompetent oder reflektiert ist. Und gefühlt ist es ja doch bei den meisten Unternehmen dasselbe, weshalb ein Wechsel auch oft nicht hilft.

    Hallo zusammen,

    ich hätte eine Frage, bei der mich echte Erfahrungen interessieren würden.

    Ich arbeite als IT-Security-Consultant und bekomme dadurch recht viel bei unterschiedlichen Unternehmen mit. Was mir in den letzten Jahren immer stärker auffällt: Technisch sind viele Firmen mittlerweile gar nicht schlecht aufgestellt, aber intern hapert es oft an ganz anderen Dingen. Prozesse ziehen sich, Teams arbeiten nebeneinander statt miteinander und manche Mitarbeiter wirken ehrlich gesagt schon ziemlich „innerlich gekündigt“. Gerade bei Fachkräften wird das dann schnell teuer.

    Bei einem Kunden kam deshalb letztens das Thema externes Businesscoaching auf, vor allem im Zusammenhang mit Mitarbeiterbindung und Zusammenarbeit innerhalb der Teams. Ich muss ehrlich sagen, ich bin bei sowas etwas zwiegespalten. Einerseits kann ich mir schon vorstellen, dass ein neutraler Außenstehender manches besser auflösen kann als die eigene Führungsebene. Andererseits frage ich mich halt auch, ob dadurch wirklich langfristig etwas verändert wird oder ob die Leute zwei Monate motivierter sind und danach alles wieder beim Alten ist.

    Hat jemand von euch im Unternehmen mit sowas Erfahrungen gemacht? Hat sich dadurch tatsächlich nachhaltig etwas verändert?

    Die Frage ist zwar schon etwas älter, aber ich bin gerade drüber gestolpert und finde den Punkt ehrlich gesagt ziemlich interessant. Ich wäre selbst gar nicht auf die Idee gekommen, dass sich solche Vergleichsportale teilweise so stark unterscheiden.

    Gerade bei Dingen wie Stromtarifen geht man irgendwie automatisch davon aus, dass am Ende überall ungefähr dieselben Ergebnisse rauskommen. Werd mir das jetzt tatsächlich auch mal genauer anschauen.

    Danke euch, echt spannend zu lesen, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind.

    Was ich besonders interessant finde: Dass einige von euch schreiben, dass Sparen irgendwann gar nicht mehr nur „Vorsorge“ ist, sondern fast zu einer Denkweise oder Gewohnheit wird. Darüber hatte ich ehrlich gesagt vorher nie wirklich nachgedacht.

    Man merkt im Thread generell ganz gut, dass es am Ende offenbar weniger um die reine Sparquote geht, sondern eher darum, welche Rolle Geld im eigenen Leben überhaupt spielen soll. Für die einen ist es vor allem Sicherheit, für andere Freiheit oder die Möglichkeit später kürzerzutreten.

    Und gleichzeitig schreiben mehrere, dass man sich irgendwann auch fragen muss, ob man später überhaupt noch das Bedürfnis oder die Gesundheit hat, vieles nachzuholen. Genau dieser Punkt wirkt auf mich irgendwie sehr nachvollziehbar.

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und habe mir gerade einen Thread zur Altersvorsorge durchgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, wie strukturiert und konsequent viele von euch das Thema angehen, was ich ja grundsätzlich sehr sinnvoll finde.

    Ich frage mich aber, wie ihr persönlich die Balance zwischen langfristiger Vorsorge und dem „Leben im Hier und Jetzt“ seht.

    Mir geht es weniger um konkrete Zahlen, sondern eher um die grundsätzliche Herangehensweise:
    Wie viel Fokus legt ihr bewusst auf die Zukunft und wo zieht ihr für euch die Grenze, um sich auch aktuell Dinge zu leisten oder Freiräume zu schaffen?

    Gerade weil Lebenswege ja nicht immer planbar sind, finde ich es nicht ganz einfach, hier die richtige Gewichtung zu finden. Schließlich weiß ich ja nicht, ob ich meine Pension überhaupt erlebe :D

    Viele Grüße