Viele Vorredner haben sehr viel wichtiges bereits erwähnt. Neben den ETFs ist vielleicht ein Investment in deine Finanzbildung auch sehr renditestark. Für Einsteiger kann ich das Buch von Finanztip, Finanzfluss oder z.B. Gerd Kommer ("Souverän investieren für Einsteiger: Wie Sie mit ETFs ein Vermögen bilden") empfehlen. Einen Überblick über die gesamte Materie, sowie grundlegende Begriffe zu bekommen.
Die Vorredner haben schon viele gesagt und ich ergänze nur folgendes. Stelle dir die Fragen und überlege dir deine Antworten dazu:
- Warum möchte ich Regionen selbst zueinander gewichten?
- Welchen Vorteil sehe ich in der eigenen Gewichtung und aufgrund welcher Datenlage wähle ich die Gewichtung?
- Bei höheren Kosten (die ETFs sind teurer als ein einfacher Welt-ETF), muss ich mehr Rendite erwirtschaften, allerdings beinhalten deine ETFs das gleiche wie der kostengünstige Welt-ETF. Warum also den Aufwand?
- Wie gestalte ich das Rebalancing? Bei welchen Grenzwerten? Warum? Negativeinfluss des Rebalancing durch Steuerereignisse, schmälern den Zinses-Zins und somit auch deine Rendite. Das muss gegenüber dem Welt-ETF berücksichtigt werden.
- Was erhoffe ich mir mit den Sektorwetten, und warum erreichen genau diese Sektoren eine Outperformance gegenüber dem Markt? Was ist mein Investmentcase? Gewichtung der Sektorwetten im Depot? (Laut deiner Übersicht = 30% in Sektorwetten)
Weiterhin - wenn die Sektoren eine stärkere Performance als andere hinlegen, werden sie im marktkapitalisierten Welt-ETF automatisch höher gewichtet. - 4% Gold? Eher homöopathische Wirkung. Ich gehe davon aus, dass du das Gold als Zertifikat erwerben willst, also als strategisches Investment. Was erwartest du bei dieser Gewichtung vom Gold-Asset? Bei Physischem Gold sehe ich andere Gründe noch als valide, wodurch eine "geringere" Gewichtung im Gesamtvermögen auch sinnvoll ist.
Abschließend würde ich sagen, dass du im Bereich des Overengineering bist. Du setzt rein auf marktkapitalisierte ETFs, welche Regionen bzw. Sektoren abdeckt, d.h. aus meiner Sicht wirst du mit einem normalen Welt-ETF (z.B. inkl. Schwellenländer und ggfs. inkl. SmallCaps) nach Kosten, nach Steuern deutlich besser abschneiden. Dein größtes Problem sehe ich im Rebalancing und ständiger Gewichtung der Regionen zueinander.
Mögliche Welt-ETFs auf einen der folgenden Indizes sollte deine oben genannten Aufteilungen erfüllen:
- FTSE All World
- ACWI / ACWI IMI
- Prime All Country World
Zu diesen Indizes wirst du jeweils verschiedene ETFs von verschiedenen Anbietern finden. Dann kannst du immer noch moderat deine Sektor-ETFs dazu mischen, wenn du der Meinung bist. Ich würde allerdings deren Gesamt-% auf max. 20% vom Depot & max. 5% Einzelgewicht begrenzen, denn wie gesagt: i.d.R. sind diese bereits im Welt-Index enthalten.
Ich hoffe, dass es für alle passt, wenn ich hier nochmal gesammelt ein paar Infos zu meinem Beitrag gebe. Ohne auf alle Antworten per Zitat-Funktion einzugehen.
Nochmals Danke an alle, die sich die Zeit nehmen :)!
Um etwas auszuholen:
Ich habe vor kurzem geheiratet und davor wie ein Besessener Urlaub gemacht und sowas wie Bafög zurückgezahlt. Bis dato habe ich einen Notgroschen i.H.v. 10.000€ beiseite gelegt.
Der monatliche Betrag von 1.500€ ist der maximale Betrag den ich beiseite legen kann. Bis dato habe ich sporadisch in einen MSCI World etwas Geld reingepumpt, so dass ich hier bei ca. 4.000€ liege.
Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mir die letzten Wochen bei Finanztip, Finanzfluss, Überfluss, weiteren Youtube-Kanälen, Freunden, sowie good old ChatGPT Informationen gesammelt. Die Kurzfassung aus all dieser Recherche war: „Kein 70/30 mehr und USA weniger gewichten und auch auf Schwellenländer / Europa gehen“.
Gold hatte ich drin, um einfach eine gute stabile Ressource im Portfolio zu haben.
Japan habe ich drin, weil ich auf Japan hängen geblieben bin und ein gutes Gefühl hatte hier zu investieren. Rein emotional und weniger rational. Bitte keine Steine werfen
Darüber hinaus hat der schwache Yen mich gereizt hier Geld zu lassen.
Dann wollte ich in puncto Cybersecurity, AI und Health System etwas mehr Gewicht reinlegen mit der Annahme, dass es in Zukunft Themen sind die per se wichtiger werden müssen und auch Zuwachs erfahren sollten. Eventuell lasse ich mich hier auch zu sehr gas-lighten durch die ganzen „KI hier, KI da, KI wird alles übernehmen“-Nachrichten/Videos.
Die Gewichtung habe ich mir per ChatGPT erstellen lassen. Da habe ich als Neuling leider noch nicht das richtige Gefühl für eine sinnvolle Ergänzung. Dinge wie Rebalancing habe ich zum Beispiel noch nicht bedacht. Danke dafür schonmal 
Ich habe aktuell noch nichts investiert und starte gerade mit regelmäßigen Investments. Ich will hier langfristig Geld reinlegen, um nach hinten raus abgesichert zu sein. Mein Beitrag hier im Forum dient dazu nicht Quatsch zu machen. Euer Feedback hilft mir da sehr.