Beiträge von grosserweisermanitu

    Aber wer zahlt 1500€ in einer Gegend, in der die Mieten bei 10€ liegen?

    Ich glaube das ist die falsche Frage? Da "die Mieten" zumindest wenn es einen Mietspiegel gibt ja im Kern nur aus MFH Wohnungen wirklich vergleichbar darstellbar sind. Ich habe einige Mieter mit 3 Kindern denen ihre Wohnung schon längst zu klein geworden ist. Die aber aus Schule/Kindergarten Lage und eben der Nichtverfügbarkeit von Alternativen immernoch da sind. Der Mangel ist das deutlich grössere Problem, eher nucht das Geld.

    Das Eigenbedarf-Risiko ist der Elefant im Raum beim Thema Mieten. Genossenschaften bieten hier zwar Schutz, sind aber kaum verfügbar und zu Recht begehrt.

    Dass Wohneigentum zwingend vor steigenden Kosten schützt, halte ich für einen Trugschluss. Zumal der ausgeprägte Mieterschutz in Deutschland die Flexibilität und das Chancen-Risiko-Verhältnis oft verzerrt. Gegen Inflation schützt langfristig ohnehin nichts besser als ein breit diversifiziertes Aktienportfolio. Die Crux liegt hier im Investment Gap: Viele Mieter verfügen eben nicht über das notwendige investierte Kapital, um diesen Schutzschirm aufzuspannen.

    Als reiner Vermieter würde ich in dem Punkt "Eigenbedarf" widersprechen. Das sehen meine Mieter in meinen Häusern sicher überhaupt nicht. Wo soll ich den überall wohnen? Der Punkt Kostensteigerung durch erzwungene Sanierungsauflagen und völlig irre gewordene Zählerablese bzw "angebliche Stand der Technik, Erneuerungen" und sonstige Verpflichtungen etc. der ist allerdings real.

    Da kommt einem der bis jetzt "einfachere " ETF als Alternative durchaus einiges näher.

    Was ich allerdings nie verstehen werde, ist der Kauf einer Eigentumswohnung. Für mich ist das die Definition von ‚das Schlechteste aus beiden Welten‘. Man trägt das volle finanzielle Risiko und die mangelnde Flexibilität einer Immobilie, hat aber trotzdem keine echte Privatsphäre und muss sich ständig mit der Hausgemeinschaft arrangieren.

    Eigentlich würde ich hier aus meiner Haltung heraus voll zustimmen, und die jüngsten Erfahrungen meines Sohnes bestätigen mich darin. Andererseits gibt es wohl auch Faktoren die das positiver beeinflussen und sich darstellen lassen. Deshalb bin ich im Laufe der Zeit hier nicht mehr ganz so schwarz weiss in der allgemeinen Gesprächsführung. Ich durfte diverse Kollegen kennenlernen die auch rein in WEG investiert und damit für sich gut unterwegs waren. Es gehört da aber auch ein passendes Persönlichkeits Profil dazu! Daher für mich auch klar nein. Aber jedem das seine.

    Und hier ein interessanter Gegenbeitrag, dass in manchen Städten Betongold weiterhin eine Goldgrube bleibt: https://www.rbb24.de/panorama/beitr…tet-berlin.html

    Berliner Wohnungsmarkt Zu siebt in der Drei-Zimmer-Wohnung - für 3.000 Euro im Monat

    ich empfinde das majorisierende Einzelfall Experiment in Berlin immer wieder höchst verstörend. Auch denke ich die Politik täte gut daran mal ausserhalb ihrer eigenen kaputt regulierten Wohnungsnotblase nach besseren, funktionierenden Modellen zu suchen.