Mal ein konkretes Beispiel, warum ich der Meinung bin, dass das Ehegattensplitting nötig ist, um die Ehe nicht zu benachteiligen:
Wir leben aktuell genau in der Situation, dass ich berufstätig bin und meine Frau Hausfrau ist. Da ich privat Krankenversichert bin, muss meine Frau sich freiwillig gesetzlich krankenversichern. Zur Berechnung ihres Krankenkassenbeitrags wird unser gemeinsames "Familieneinkommen" herangezogen. Das hat zur Folge, dass meine Frau 600 Euro pro Monat für die GKV bezahlen muss, obwohl sie kein eigenes Geld verdient.
Ich will mich darüber gar nicht beschweren, uns war immer bewusst, dass das so sein wird. Und wir haben auf der Gegenseite ja das Ehegattensplitting, dass uns Steuern spart.
Nehmen wir nun den selben Fall an, nur dass wir nicht verheiratet sind. Dann würde meine Frau nur den Mindestbeitrag für die GKV bezahlen müssen. Gleichzeitig müsste ich dann deutlich mehr Steuern bezahlen. Und damit wäre die Ehe finanziell ja der Nicht-Ehe gegenüber schlechter gestellt. Und das darf nicht sein.
Wenn man das Ehegattensplitting also abschaffen wollte, dass müsste man auf der Gegenseite auch die finanziellen Pflichten, die sich aus der Ehe ergeben abschaffen.