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Haben Sie sich im Elektromarkt schon mal gefragt: Lohnt es sich, etwas mehr Geld für den energiesparenden Fernseher auszugeben? Wir haben eine Faustformel entwickelt, die Ihnen die Entscheidung leichter macht: Braucht der Fernseher im Angebot 50 Kilowattstunden (kWh) mehr, dann muss er 100 Euro billiger sein, damit sich das Schnäppchen lohnt. Verdoppeln Sie einfach den jährlichen Mehrverbrauch, dann wissen Sie, was der Stromfresser Sie mehr kostet. .

Ein Beispiel: Im Mediamarkt kostet diese Woche ein Philips-Fernseher mit Stromspar-Klasse „A+“ 899 Euro. Laut Energielabel hat er einen Jahresverbrauch von 91 kWh/annum, zu Deutsch: Kilowattstunden pro Jahr. Ein vergleichbarer Samsung-TV mit Klasse „A“ kostet 799 Euro und verbraucht 154 kWh/annum, also 63 mehr.

Jetzt kommt unsere Faustformel ins Spiel: 63 verdoppeln macht 126. Also verbraucht der Stromfresser von Samsung bis ans Ende seiner Lebensdauer für 126 Euro mehr Strom und kommt unterm Strich teurer. Es lohnt sich, das Philips-Gerät zu nehmen, auch wenn Sie dafür 100 Euro mehr auf den Tisch legen müssen. In unserer Rechnung haben wir angenommen, dass Sie den Fernseher nach sechs Jahren ersetzen.

So haben wir gerechnet

Strom kostet inklusive aller Nebenkosten 28 Cent pro Kilowattstunde im bundesweiten Durchschnitt. Auf den Energielabeln steht ein Verbrauch, der 20 bis 30 Prozent unter dem echten Wert im Alltag liegt. Ein Fernseher wird in Deutschland im Schnitt nach fünf bis sechs Jahren wieder ausgemustert. Wenn wir den jährlichen Mehrverbrauch des schlechteren Gerätes kennen, müssen wir ihn nur mit 28 Cent multiplizieren plus 25 Prozent Alltags-Aufschlag mal sechs Jahre Lebensdauer. Oder einfacher gesagt: Mehrverbrauch mal 2, Mehrverbrauch verdoppeln. Unsere Faustformel.

Falls Sie einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine vergleichen wollen, können Sie von einer Haltbarkeit von im Schnitt 13 Jahren ausgehen, sofern Sie kein ganz billiges Gerät wählen. Oder einfacher gesagt: Mehrverbrauch mal 4.

Matthias Urbach
Autor

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Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

2 Kommentare

  1. Ich denke, dass in diesem Vergleich der Samsung vor allem deshalb mehr Strom verbraucht, weil er einen schnelleren Prozessor hat. (Und vermutlich mehr Bildberechnungen macht.)

  2. Die Rechnung mit dem Stromverbrauch ist zwar ganz schön. Aber wenn die Hersteller auf Kosten der Helligkeit des Bildes den Stromverbrauch reduzieren (müssen), nur um ein paar Watt einzusparen, ist das blödsinn. Wenn die Rolläden zum ordentlichen Fernsehen heruntergelassen werden müssen, dann benötigt man bald neue Rollädenkurte und was das dann wieder kostet? Woran ist der Plasma-FS mit seinen anfangs hervorragenden Bildern zu Grunde gegangen? An diesem Strom-Sparwahn! Es soll doch bitte jeder für sich entscheiden, was er für seine Bildhelligkeit an Stromkosten sparen oder ausgeben will.
    Das betrifft auch Beamer!

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